Ein fokussierter Blick auf ausgewählte Themen der Heinrich-Böll-Stiftung.
Ohne Menschen aus dem Ausland, die eine Vielzahl von Aufgaben übernehmen, würde die deutsche Wirtschaft lahm liegen. Hochqualifizierte Arbeitsmigrant*innen spielen in deutschen Kliniken, Laboren und Ingenieursbüros längst eine zentrale Rolle. Und nicht nur im hochqualifizierten Bereich ist das so. Über eine Million vollzeitbeschäftigte Ausländer*innen arbeiten derzeit im deutschen Niedriglohnsektor. Geräuschlos und häufig unsichtbar sichern sie den Wohlstand Deutschlands und sorgen dafür, dass der Laden läuft. Doch unter welchen Bedingungen arbeiten diese Erwerbsmigrant*innen? Und wie wirkt sich Migration in den Herkunftsländern aus? Welche Möglichkeiten gibt es, diesen Austausch fairer und respektvoller zu gestalten?
Ein Podcast mit:
Sascha Lübbe, Autor und Journalist.
Franziska Tschinderle, Journalistin und Co-Autorin der Studie »Germany Calling: Wie die Abwanderung den Westbalkan verändert«
Anja Troelenberg, freie Autorin, Producerin und Co-Autorin von »Germany Calling: Wie die Abwanderung den Westbalkan verändert«
Mekonnen Mesghena, Referent für Migration und Diversität der Heinrich-Böll-Stiftung
Links:
Mitschnitt der Buchvorstellung und Diskussion »Ganz unten im System« der Heinrich-Böll-Stiftung
Studie der Heinrich-Böll-Stiftung: »Germany Calling: Wie die Abwanderung den Westbalkan verändert«
Sascha Lübbe: »Ganz unten im System. Wie uns Arbeitsmigrant*innen den Wohlstand sichern«
Podcast »Delivery Charge« über Arbeits- und Lebensrealitäten von Lieferdienstfahrer*innen
Foto: Urheber/in: d c . Public Domain. Bearbeitung: hbs
Die Natur ist Grundlage des Lebens und Wirtschaftens, doch ihre Leistungen, sogenannte Ökosystemdienstleistungen, werden oft selbstverständlich genutzt und nicht wirtschaftlich berücksichtigt. Schäden durch wirtschaftliches Handeln bleiben in Unternehmensbilanzen unsichtbar, die Kosten trägt die Gesellschaft. Dabei ist der Erhalt und Wiederaufbau von Ökosystemen wirtschaftlich sinnvoller als die Bewältigung von Umweltschäden. Naturkapital messbar zu machen hilft, unternehmerische Auswirkungen auf die Natur zu erfassen. Aber es gibt auch Stimmen, die den Ansatz kritisieren. Dieser Böll.Fokus zeigt Pro und Contra auf.
Ein Podcast mit:
Links:
TEEB - Die globale Studie zur Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität
Einführungsbericht zu Naturkapital in Deutschland
Böll Thema: Grüne Ökonomie - Was uns die Natur Wert ist
Paper von Naturkapital-Kritikerin Jutta Kill zur Ökonomisierung von Natur
Initiativen zur Sichtbarmachung von Naturkapital bzw. Ökosystemleistungen:
Der 7. Oktober 2023 war und ist ein traumatisches Erlebnis für die gesamte israelische Gesellschaft. Welche Rolle spielen zivilgesellschaftliche Gruppen in Israel und wie hat sich ihre Arbeit im vergangenen Jahr verändert? Und wie wirken sie auf eine Gesellschaft ein, die von Trauma, Angst, Verwirrung und Polarisierung geprägt ist? Darüber haben israelische Aktivist*innen in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin diskutiert. Wir hören von Mut, Beharrlichkeit und davon, wie ein Mann, der beim Angriff der Hamas seine Mutter verlor, sein Leben verändert hat und zum Friedensaktivisten wurde.
Ein Podcast mit:
Links:
Engagement für Bürgerrechte in Israel
Yonatan Zeigen. »Mein Schmerz wird durch den Krieg nicht gelindert«
Bild: Urheber/in: IMAGO / ZUMA Press Wire. All rights reserved. Bearbeitung: Heinrich-Böll-Stiftung
Aserbaidschan ist eines der repressivsten Regime der Welt. Kritiker*innen werden zu Hunderten durch Verfolgung und Inhaftierung eingeschüchtert und mundtot gemacht. Vor Beginn der Weltklimakonferenz am 11. November 2024 hat Machthaber Ilham Alijew noch einmal besonders viele Aktivist*innen verhaften lassen. Derweil baut Aserbaidschan seinen Einfluss in Europa durch Gaslieferungen aus. Denn seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ist das Land ein wichtiger Energiepartner geworden. Was fordern Exil-Aserbaidschaner*innen und Aktivist*innen angesichts dieses Spannungsverhältnisses von Europa und Deutschland? In diesem Podcast kommen sie zu Wort.
Ein Podcast mit:
Links:
Report von Human Rights Watch zur Lage von Kritiker*innen in Aserbaidschan
Bildcredits: Urheber/in: Farida Gurbanova. Public Domain.
In den Sechziger- bis Achtzigerjahren setzte Wasyl Stus seine Poesie ein: Im Kampf für Menschenrechte, die Freiheit und um die ukrainische Sprache und Identität zu bewahren. Das Pilecki-Institut in Berlin, das Stus-Zentrums Kyjiw und die Heinrich-Böll-Stiftung widmen dem ukrainischen Poeten die erste internationale Ausstellung. Zur Eröffnung Mitte Oktober fand in Berlin eine Podiumsdiskussion zwischen Wasyl Stus‘ Sohn Dmytro-Stus und René Böll statt. Dessen Vater, der Literatur-Nobelpreisträger Heinrich Böll hatte sich für die Freilassung von Wasyl Stus eingesetzt. Leider vergeblich. Stus starb 1985 im sowjetischen Gulag. Fast 40 Jahre nach dem Tod beider Schriftsteller, sprechen ihre Söhne über den Einfluss von Stus Dichtung auf den ukrainischen Widerstand und die Wirkmacht seines Kampfes für die Freiheit.
Ein Podcast mit:
Links:
Referat Ost- und Südosteuropa der Heinrich-Böll-Stiftung
Stus-Ausstellung im Pilecki-Institut Berlin
FAZ über Stus-Ausstellung in Berlin
Stus-Biographie bei Dissidenten.eu
Hintergrundartikel zu Wasyl Stus in der Frankfurter Rundschau
Je näher der 5. November rückt, desto mehr richtet sich die weltweite Aufmerksamkeit auf die Vereinigten Staaten. Schließlich wirken sich Entscheidungen, die in den USA getroffen werden, oft weit über die Landesgrenzen hinaus aus. Das gilt besonders für die Wirtschaft. Wirtschaftliche Fragen dominieren traditionell die US-Wahlen - und sind in diesem Jahr so wichtig wie zuletzt bei der Wahl 2008. Aber warum ist die Wirtschaft in diesem Wahlzyklus so dominierend? Was versprechen Harris und Trump den Menschen? Und welche Auswirkungen hat die jeweilige Strategie des neuen Präsidenten oder der neuen Präsidentin auf Deutschland und Europa? In dieser Folge gehen wir diesen Fragen nach.
Ein Podcast mit:
Links:
Vollständige Podiumsdiskussion - Vor der US-Wahl: Was kommt auf die Wirtschaft zu?
Frankfurter Rundschau - Was Kamala Harris im Umgang mit China anders machen will als Trump
Tagesschau Reportage - Was steckt hinter »Bidenomics«
Tagesschau - Deutsche Firmen fürchten Trump
Bildcredits: IMAGO / Depositphotos, alle Rechte vorbehalten
Claudia Sheinbaum ist die erste Präsidentin in der Geschichte Mexikos. Auf die promovierte Physikerin der linken Regierungspartei MORENA warten große Herausforderungen: Denn trotz der boomenden Wirtschaft, ist die Menschenrechtslage katastrophal. Das Land hat eine der höchsten Gewaltraten weltweit und mehr als hunderttausend Menschen gelten als verschwunden. Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder für Medienschaffende, Menschenrechts- und Umweltaktivist*innen. Während die Macht der Kartelle seit Jahren wächst, herrscht weitestgehend Straflosigkeit. Nur ein Bruchteil der Verbrechen wird juristisch aufgeklärt. Über diese und andere Fragen diskutierten die Teilnehmenden der gemeinsamen Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung und der Deutschen Menschenrechts-Koordination Mexiko.
Ein Podcast mit:
Links:
Referat Lateinamerika der Heinrich-Böll-Stiftung
Wahlen in Mexiko: Präsidentin Sheinbaum will die Vierte Transformation vorantreiben
Auch in Mexiko: Verbot der grausamen „Konversionstherapien“
Faktische Mächte Staatsvereinnahmung, kriminelle Netzwerke und Gewalt in Lateinamerika
Urheber/in Coverbild: Sandra Suaste Ávila/Red TDT. All rights reserved.
2024 ist ein weltweites Superwahljahr. Dabei scheint die Stimmung gespalten wie nie. Einigkeit herrscht allein darüber, dass Migration eines der wichtigsten Themen ist. So war es auch bei der Nationalratswahl in Österreich. Das internationale Kunstfestival »Steirischer Herbst« in Graz hinterfragt, wie wir mit angeblichen kulturellen Unterschieden, vermeintlichen Heimatschutzbewegungen und konstruierten nationalen Identitäten umgehen. Unter dem Motto »Horror Patriae« setzen sich Künstler*innen mit Herkunft und Heimat auseinander. Acht Stipendiat*innen der Heinrich-Böll-Stiftung haben das Eröffnungswochenende des Festivals besucht und die künstlerischen Interventionen, Performances und Konzerte auf sich wirken lassen.
Beteiligte Stipendiat*innen:
Workshop, Text und Produktion:
Julia Eikmann
im O-Ton:
Links:
Internationales Festival für zeitgenössische Kunst Steirischer Herbst
Artists Talks mit Künstler*innen des des Steirischen Herbst 2024
Der französische Musiker und Komponist Augustin Maurs
Das transnationale Tanzperformance-Kollektiv La Fleur
Podcasts der Stipendiat*innen vom Steirischen Herbst 2023 und 2022
Die Studien- und Promotionsförderung der Heinrich-Böll-Stiftung
Abbildung: Ari Benjamin Meyers, Nation of Sleep (2024), Probe, Foto: steirischer herbst / Johanna Lamprecht
Sie sind für LED-Lampen, Windräder und Elektroautos unerlässlich - und damit auch für den Umstieg auf erneuerbare Energien und klimaschonende Mobilität: sogenannte »kritische Rohstoffe«. Angesichts der Klimakrise und des globalen Wirtschaftswachstums wird der Bedarf an diesen Metallen, etwa Seltenen Erden und Nickel in den kommenden Jahren drastisch steigen. Aktuell dominiert China viele strategische Produktionsketten, aber auch andere asiatische Länder steigen verstärkt ins Geschäft ein. Der Abbau von diesen Metallen geht jedoch oft mit massiven Problemen für Umwelt und Menschen einher. Bei einer Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll-Stiftung diskutierten Expert*innen aus Myanmar, den Philippinen, Indien, Südkorea, Dänemark und Deutschland die zentrale Frage: Wie kann der Abbau von kritischen Rohstoffen verantwortungsvoll gestaltet werden?
Ein Podcast mit:
Links:
Critical Raw Material Act / Europäisches Gesetz zu kritischen Rohstoffen
Reportage über Förderung Seltener Erden in Myanmar
Böll Thema zum globalen Hunger nach Rohstoffen
Abbildung: P199
Die Verantwortlichen für die Klimakrise sind nicht immer auch die Betroffenen. Klimaschäden treten weltweit unterschiedlich stark auf. Mittelamerika ist als Region kaum für Treibhausgase verantwortlich – doch die Menschen dort leiden besonders stark unter Dürre und der steigenden Temperatur der Weltmeere. Mit Expert*innen aus der Region und aus der globalen Klimapolitik sprechen wir über Probleme – und über Lösungen wie den neugeschaffenen »Loss & Damage Fund«. Dessen Vision: Durch direkte Finanzhilfen für Gemeinschaften, betroffene Gruppen, Indigene oder an Frauen soll Unterstützung wirklich da ankommen, wo sie gebraucht wird.
Ein Podcast mit:
Links:
https://www.boell.de/de/2022/10/18/wer-uebernimmt-die-kosten-die-klimakrise-mittelamerika
https://www.boell.de/de/2024/03/28/gretchenfrage-klimafinanzierung
Die konservative EVP und die Rechtsaußen-Fraktionen EKR und ID gehen aus dieser Wahl gestärkt hervor. Die liberale Fraktion Renew und die Grünen/EFA verzeichnen hingegen herbe Verluste. Im Europäischen Parlament gibt es weiterhin eine pro-demokratische und pro-europäische Mehrheit, sie ist aber zugunsten der Rechtsaußen-Parteien geschrumpft. Dieses Wahlergebnis stellt die EU vor immense Herausforderungen, denn die Gegenwart ist von Kriegen, dem Erstarken autoritärer Regime, dem Klimawandel und einer Konjunkturschwäche geprägt. Vier Wochen nach der Europawahl trafen Expert*innen aus Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft auf der European Democracy Conference zusammen. In der Heinrich-Böll-Stiftung diskutierten sie Ursachen und mögliche Folgen der Wahlergebnisse.
Ein Podcast mit:
Links:
Die Grünen nach der Europawahl: Es braucht mehr Augenhöhe und Gegenseitigkeit
Statement von Jan Philipp Albrecht, Co-Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung, zum Ausgang der Europawahlen
Frankreich nach der Wahl: »Kompromisse sind extrem negativ besetzt«
Abbildung: succo/Pixabay / Bearbeitung: hbs Lizenz: Public Domain