• 54 minutes 28 seconds
    Der faule Apfel in der Kiste: Heimerziehung in der DDR

    Alex ist elf Jahre alt, als er im Sommer 1980 auf der Straße in ein Auto gezerrt und in ein Heim der DDR gebracht wird. Dort soll er "umerzogen" werden: Ein Schicksal, das über 135.000 Jugendliche in der DDR erlitten, darunter auch Jana und Corinna. Nach mehreren Fluchtversuchen landen die drei im geschlossenen Jugendwerkhof Torgau, der Endstation des Heimsystems. Wenig dringt nach außen, wenig nach innen – ein Nährboden für Gewalt und Missbrauch. Mit 18 Jahren entlassen, stehen die Jugendlichen vor einer ungewissen Zukunft: Ihre Abschlüsse verlieren nach der Wende an Wert, berufliche Perspektiven bleiben aus. Gleichzeitig setzen körperliche und seelische Spätfolgen ein. Wie überlebt man in einem System ohne Ausweg? Welche politischen Versäumnisse bestehen bis heute? Und wie kann Erinnerung, Gerechtigkeit und Teilhabe für die Betroffenen aussehen? Aktuelle Studien wie "Testimony" (2023) machen erstmals das Ausmaß der Misshandlungen sichtbar und öffnen einen Raum für die längst überfällige Aufarbeitung.Feature: Wanda SilberhornProduktion: Autorenproduktion 2025Verfügbar bis 19. Mal 2027

    19 May 2026, 2:00 am
  • 52 minutes 54 seconds
    Ich stehe keinem mehr gegenüber – der Schriftsteller Tschingis Aitmatow

    Im Osten war der Schriftsteller Tschingis Aitmatow der große Hoffnungsträger. Im Westen galt er als Exot. Seine Literatur wurde in über 90 Sprachen übersetzt. Der Autor Günter Kotte lernte Tschingis Aitmatow 1963 bei der Kartoffelernte in Bühlau, bei Dresden, kennen. Jahre später besuchte er ihn in Moskau, dann in Luxemburg. So entstand über die Jahre eine gute Freundschaft. Feature von Günter Kotte Regie: Günter Kotte Produktion: MDR 2002 Verfügbar bis 27. April 2027

    27 April 2026, 8:00 am
  • 30 minutes 14 seconds
    Ich war ein Kind von Tschernobyl

    Nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl im Mai 1986 waren im angrenzenden Weißrussland etwa 5000 Orte verstrahlt. Darunter auch Tschausy, die Heimatstadt von Olga Kapustina. Sie war damals gerade ein Jahr alt und die Folgen der Katastrophe gehörten zu ihrem Alltag.Feature von Olga KapustinaRegie: Stefan KanisMitwirkende: Uve Teschner, Marina FrenkProduktion: MDR 2011Verfügbar bis zum 25. April 2027

    23 April 2026, 2:00 am
  • 54 minutes 48 seconds
    Die Tschernobylzüge von Küstrin-Kietz

    Nach dem GAU im April 1986 kam radioaktive Strahlung nicht nur als Wolke nach Deutschland, sondern auch auf Rädern: auf Lastwagen, PKW und Zügen. Unter großer Geheimhaltung wurden die Fahrzeuge beim Grenzübertritt in die damalige DDR gewaschen. Zum Beispiel unweit von Küstrin-Kietz an der Grenze zu Polen. Heute ist nichts mehr davon zu sehen. Doch die Gerüchte bleiben: viele Einsatzkräfte der Waschaktion hätten nichts von der Gefahr gewusst und seien später an Krebs gestorben. Wieviel Wahrheit ist noch übrig, 40 Jahre und einen Systemwechsel später?Feature von Robert Dobe Regie: Felicitas OttProduktion: SWR 2021Verfügbar bis zum 21. April 2027

    20 April 2026, 10:00 am
  • 29 minutes 37 seconds
    Schicksal Ü40 – Vom Tanzen-Gehen

    Wie schön waren doch die wilden 90er-Jahre, als im unsanierten Leipzig gefühlt jede Woche ein neuer Club eröffnete, in Abrisshäusern und Fabrikhallen. Den Sound von damals hat man noch im Ohr, doch plötzlich sind 20, 30 Jahre vergangen. Das Nachtleben hat sich verändert – und der Mensch auch. Kann man das Gefühl von damals wieder aufleben lassen? Wohin geht man, wenn man mit Ü40 und älter mal wieder tanzen will? Autorin Judith Burger wandelt auf den nächtlichen Pfaden ihrer Jugend und trifft unter anderem DJ Donis und einen Swing-Tänzer. Eins wird schnell klar: Tanzen macht glücklich und es ist nie zu spät, die Nacht zum Tag zu machen.Feature von Judith BurgerMit Anja SchneiderRegie: Stefan KanisProduktion: MDR 2016Verfügbar bis 18. April 2027

    18 April 2026, 2:00 am
  • 29 minutes 43 seconds
    Buchenwald: Überleben in der Mitte vom Block

    Im Mai 1943 wird Gert Schramm in einer Autowerkstatt in Langensalza verhaftet. Der 15-jährige Lehrling kommt in Polizeigewahrsam, wird von der Gestapo verhört und am 20. Juli 1944 ins Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert. Der Grund: Gert Schramms Hautfarbe ist schwarz. Seine Mithäftlinge verstecken ihn vor den Nazis in der Mitte vom Block. Am 11. April 1945 erleben die 21.000 Häftlinge ihre Befreiung und die Ankunft der US-Armee. Schramm arbeitet nach Kriegsende zuerst bei den Amerikanern, dann als Dolmetscher bei der Sowjetischen Militäradministration. Dann geht er nach Frankreich, siedelt 1955 mit seiner Frau und seinen Kindern in die Bundesrepublik über und kommt 1964 mit seiner Familie in die DDR. Nach einigen Jahren in der "Wismut" wechselt er zum VEB Kraftverkehr Eberswalde, holt seinen Abschluss als Kfz-Mechaniker und Kfz-Meister nach, wird Werkstattleiter, später Abteilungsleiter. 1985 macht er sich als Taxi- und Speditionsunternehmer selbständig.Feature von Angelika ZapfMit Arianne Borbach, Martin Seifert, Axel ThielmannRegie: Henry BernhardProduktion: MDR 2012Verfügbar bis 11. April 2027

    16 April 2026, 3:50 pm
  • 30 minutes 10 seconds
    Alles hinter dem Spiegel – Die kosmische Reise des Stephen Hawking

    Der britische Astrophysiker Stephen Hawking (1942-2018) wurde schon zu Schulzeiten mit Einstein verglichen. Hawking war allerdings ein schmächtiger Junge, zu schmal, um in seine Schuluniform zu passen. Im Alter von 22 Jahren diagnostizierte man bei ihm Amytrophe Lateralsklerose (ALS), und gab ihm nur noch wenige Jahre zu leben. Doch statt in die Umlaufbahn zu wechseln, wurde er zum Popstar der Wissenschaft, lieferte erstaunliche Erkenntnisse zu schwarzen Löchern, jagte seine Kinder mit dem Rollstuhl über den englischen Rasen und spielte in populären TV-Serien mit. Am 14. März 2018 starb Stephen Hawking im Alter von 76 Jahren.Feature von Anna Lila MayRegie: Ulf KöhlerMit: Ulrike Krumbiegel - Erzählerin, Petra Hartung - Übersetzerin, David Bennent - Stephen HawkingProduktion: MDR 2019Verfügbar bis 27. März 2031

    27 March 2026, 3:00 am
  • 56 minutes 22 seconds
    Letzter Ausweg Prag – Die Botschaftsflüchtlinge im Palais Lobkowicz

    "Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise ..." Der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher wird von einem gewaltigen Jubelschrei unterbrochen. 5.000 Personen im Garten des Palais Lobkowicz - der bundesdeutschen Botschaft in Prag - geben ihren Gefühlen freien Lauf. Der Lärm verschluckt das Satzende: "dass heute Ihre Ausreise möglich geworden ist." Es war der 30. September 1989. Kaum verließen die ersten Flüchtlinge das Gelände der Botschaft mit Zügen in Richtung Bundesrepublik, kamen immer mehr Menschen aus der DDR, um über Prag in den Westen auszureisen. Einige von ihnen hielten sich wochenlang auf dem Gelände der BRD-Botschaft auf. Insgesamt sollen es über 70.000 Menschen gewesen sein, die auf diesem Weg die DDR verließen, so der Botschafter Hermann Huber. In den Tagen der Belagerung befürchtete der damalige Hausherr, dass unter den katastrophalen hygienischen Bedingungen Seuchen ausbrechen. Erst als am 3. November die tschechoslowakische Regierung DDR-Bürgern, die sich in der bundesdeutschen Botschaft aufhielten, die direkte Ausreise über ihre Grenzen erlaubte, entspannte sich die Situation im Palais Lobkowicz. Feature von Tobias Barth:Tobias Barth (1970-2026) arbeitete als Industriekletterer und in Umweltprojekten, lernte Tischler und studierte Medienwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaft in Leipzig und Basel. Seit 1997 arbeitet er als freier Autor, Regisseur und Produzent. Am 28. Februar 2026 verstarb unser Kollege, Freund und Gefährte im Garten eines Freundes an einem Herzinfarkt.Regie: Sabine RanzingerProduktion: MDR/WDR 1999

    17 March 2026, 3:00 am
  • 27 minutes 35 seconds
    Johann Sebastian Bach: Köthen, Leipzig und der Erdenkreis

    Der 22. April 1723 ist ein Schlüsseldatum in der Musikwelt. An diesem Tag wählte der Rat der Stadt Leipzig einstimmig Johann Sebastian Bach, bis dahin Hofkapellmeister des Fürstenhauses Anhalt-Köthen, zum Thomaskantor und städtischen Musikdirektor. Allerdings war er für die Ratsherren nur die "vierte Wahl", sie hätten lieber seine Komponistenkollegen Georg Philipp Telemann, Christoph Graupner oder Johann Friedrich Fasch in dieser Position gesehen. Und auch für Bach selbst war der Wechsel von Köthen nach Leipzig eher eine Verlegenheitslösung als ein Karrieresprung. Denn das Amt eines Hofkapellmeisters genoss im Barock höheres Ansehen als das Kantors und Schulmeisters. Am wenigsten begeistert war Bach von der Aussicht, die Knaben des Thomanerchors nicht nur in Musik, sondern auch in Latein unterweisen zu müssen. Dennoch: Jede Woche schreibt Bach eine neue Kantate und führt sie auf – eine selbstgestellte Mammutaufgabe – die er nicht durchhalten wird. Der Grund dafür: Eine "wunderliche, der Music wenig ergebene Obrigkeit" bereite ihm "Verdruss".Das Feature von Claus Fischer erzählt von Bachs Dienstantritt in Leipzig als einem holprigen Moment, aus dem dennoch Musikgeschichte wurde.Regie: Andreas MeinetsbergerMit: Benjamin Kramme, Axel Thielmann, Conny Wolter Produktion: MDR 2023Verfügbar bis 13. März 2027.

    13 March 2026, 3:00 am
  • 29 minutes 58 seconds
    Schrot auf Kormorane

    2010 ausgezeichnet als Vogel des Jahres war er einst Sinnbild für eine geglückte Rückkehr einer fast verdrängten Art: der Komoran. Heute, 16 Jahre später, hat sich das Bild grundlegend gewandelt. Der Kormoran steht im Zentrum einer zunehmend zugespitzten Debatte. Seine Bestände sind vielerorts stabil bis hoch, regional nimmt die Anzahl der Vögel weiter zu und mit ihnen der Konflikt um Fischbestände, Artenschutz und Nutzung der Gewässer.Ein Feature über Natur im Ungleichgewicht, über Verantwortung und die Frage, wie Artenschutz in Zeiten ökologischer Kipppunkte neu gedacht werden muss. Der Hörfunkautor Jan Schilling begleitet sächsische Fischer, die den schwarzen Vogel ins Visier nehmen und besucht Brandenburger Kormorankolonien.Feature von Jan SchillingMit: Fabian Busch, Jürgen SchulzRegie: Tobias BarthProduktion: MDR 2013Online verfügbar bis 6. März 2027

    6 March 2026, 1:54 pm
  • 33 minutes 18 seconds
    Cold Case aus der Steinzeit: Die Schamanin von Dürrenberg

    Es ist der 4. Mai 1934. Am Ufer der Saale in Bad Dürrenberg, Sachsen-Anhalt, eilt Grabungstechniker Henning zu einer tumultartigen Notgrabung. Beim Kanalschachten im Kurpark waren Arbeiter an der Gradiermauer auf ein Grab gestoßen. Für den Tag darauf plant der Kurpark ein Volksvergnügen. Hektisch birgt er das Skelett, kritzelt mit Bleistift den Fundort auf einen Zettel und lässt die Grube zuschütten.Im Museum für Frühgeschichte Halle attestieren zwei überzeugte Nationalsozialisten eine Sensation: Das Skelett sei ein weißer Mann, beerdigt zur Bronzezeit vor Tausenden Jahren - der Archetyp des Ariers, entdeckt in mitteldeutscher Heimaterde! Sie veröffentlichen ihre Theorie vom Ursprung der arischen Rasse in Preußen und präsentieren die Dürrenberger Knochen als Beleg.Fast 90 Jahre später wird der komplette Gencode entschlüsselt. Was die Archäogenetiker entdecken: Das reichste Grab der Mittleren Steinzeit, das je in Europa gefunden wurde, gehörte einer Frau. Sie lebte vor rund 9.000 Jahren und war als Schamanin offenbar weithin bekannt. Beerdigt wurde sie wie eine Königin, mit ungewöhnlichen Mengen an Grabbeigaben, Ketten, Masken aus geschnitzten Tierknochen, Steinklingen, gebettet in einen Kokon aus weißem Ton. Besonders überraschte ihr Äußeres: Die Schamanin hatte helle Augen, pechschwarzes Haar und sie war dunkelhäutig. Produktion: DLF 2025Verfügbar bis 26. Februar 2027

    26 February 2026, 3:00 am
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