Diwan - das Büchermagazin mit Rezensionen wichtiger Neuerscheinungen, sowohl Belletristik als auch Sachbuch. Daneben auch Kommentare zur Literaturszene und Gespräche mit Schriftstellern.
Mit ihrem Buch "Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung" ist die Autorin für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.
Niels Beintker hat sie zum Gespräch getroffen (S. Fischer) / Außerdem: Michal Hvorecký und sein sehr persönliches Buch "Dissident" über die politische Geschichte der Slowakei und seine eigene Entwicklung zum Dissidenten (Klett-Cotta) / Bernd Greiner versucht in "Weißglut", Trumps Erfolg mit Rückblick auf die letzten 125 Jahre US-Geschichte zu verstehen (C.H. Beck) / Die Philosophin Eva von Redecker erkundet den neuen Faschismus in "Dieser Drang nach Härte": Was Grund für die Härte ist, erklärt sie im Gespräch (S. Fischer) / Lukas Rietzschels neuer Roman ist raus: "Sanditz" führt in die Lausitz und verbindet DDR-Geschichte mit unserer Gegenwart (dtv) / Das Literarische Rätsel
Autor/in: Marie Schoeß
Kleinkünstler Marc-Uwe Kling schickt ein weiteres Mal das Känguru durch unsere gespaltene Gesellschaft.
"Die Känguru Rebellion" (Ullstein) sei wahrscheinlich der bisher am stärksten politische Band, sagt er. Und: "Lachen hilft gegen die Ohnmacht" / Wir stellen die Aufzeichnungen von Banine vor, die mit Ernst Jünger liiert war, spezieller Schriftsteller, komplizierte Beziehung - "Liebe ist dir verboten, Ernst Jünger und ich" wurde aus dem Nachlass herausgegeben (Friedenauer Presse) / Im Gespräch ist die Historikerin Karen Hagemann, darüber, dass Frauen, entgegen der landläufigen Vorstellung, in Kriegen immer auch beim Militär beteiligt waren, aber schnell aus dem kollektiven Gedächtnis verschwanden: "Vergessene Soldatinnen" (Suhrkamp) / Und es geht im Debut der Kölner Autorin Son Lewandowski um den oft fiesen Alltag von jungen Kunstturnerinnen, "Routinen" (Klett-Cotta) / Am Mikrofon Judith Heitkamp.
Autor/in: Judith Heitkamp
Die Welt wird von der Eskalation im Nahen Osten erschüttert - und die Kraft der Worte und der Literatur scheint klein.
Aber sie ist da - in diesem Büchermagazin geht es um Bücher, die sich mit Krieg und Gewalt auseinandersetzen. Ulrike Almut Sandig zum Beispiel hat eine eigene Erzähl-Mischung aus Realität und Fantastik gefunden, um von Deutschland aus über den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu schreiben. "Im Orkan" heißt ihr Roman - und Sand ist seine Kriegsmetapher. Mehr im Gespräch mit ihr. In Judith Hermanns neuem Buch "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" geht es um den Großvater, der bei der SS war. Oder doch um die Familie, die heute damit umgehen muss? Und der Kriminalroman "Keine besonderen Auffälligkeiten" von Sophie Sumburane nimmt wahre Verbrechen der Wendezeit wieder auf. Außerdem das Sachbuch "Black History - die vergessene Geschichte Afrikas" von Amat Levin: gewaltvolle Geschichte und Geschichtsschreibung. Am Mikrofon Judith Heitkamp.
Robert Menasses "Die Lebensentscheidung" führt erneut ins politische Brüssel (Suhrkamp)
/ Wolfram Lotz sammelt und verdichtet Träume von Europäerinnen und Europäern (S. Fischer) / Sophia Merwalds Debütroman ist eine durch und durch gelungene Mischung aus Märchen und Gesellschaftskritik (Ullstein) / Jana Puglierin im Gespräch über ihr Buch, das die große Frage aufwirft: "Wer verteidigt Europa?" (Rowohlt) / Clara Lösel dominiert Booktok und Bestsellerlisten: Was steckt hinter dem Phänomen? / Das literarische Rätsel
Der Historiker Jörg Baberowski legt einen neuen kontroversen Essay zum Zustand unserer Demokratie vor, die er nicht im Sterben begriffen sieht, gleichwohl aber für erstarrt hält.
Kann ausgerechnet der Populismus von rechts und links für eine Revitalisierung der Demokratie sorgen? Ein Gespräch mit dem Autor über "Am Volk vorbei. Zur Krise der liberalen Demokratie" (C.H. Beck) / Der Soziologe Hartmut Rosa sinniert über das Verschwinden gesellschaftlicher Handlungsspielräume in seinem jüngsten Bestseller "Situation und Konstellation" (Suhrkamp). Eine Rezension / "Es war einmal ein Land. Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet" (Aufbau): Die Journalistin Jana Hensel erkundet ostdeutsche Seelenlandschaften im Superwahljahr 2026. Eine Kritik / Das literarische Rätsel
Ein junger Dichter wird im neuen Roman von Kristof Magnusson unversehens zum Geheimagenten:
Der komische Spionageroman "Die Reise ans Ende der Geschichte" (Klett-Cotta) spielt Mitte der 1990er Jahre, mithin in einer Zeit des Aufbruchs und des Glaubens an die grundlegende Veränderbarkeit der Welt. Ein Gespräch mit dem Autor / "Minnesota": Der norwegische Krimi-Spezialist Jo Nesbø lässt einen Kommissar einen Mordfall in den waffenstarrenden Vereinigten Staaten ermitteln (Ullstein). Eine Kritik / "Hitzetage" (Residenz): Der junge irische Autor Oisín McKenna hat mit diesem Roman-Debüt über das Sommerwochenende einer queeren Londoner Clique Anfang 30-jähriger in seiner Heimat Irland 2022 einen Überraschungserfolg gelandet. Nun erscheint es auf Deutsch. Eine Rezension / "Schleifen" (Zsolnay): Ein unendlicher literarischer Spaß für Literaturnerds und Freude der Sprachphilosophie ist der neue Roman des Wieners Elias Hirschl. Oder hätten Sie gewusst, dass sich hinter der Abkürzung MILF die philippinische "Moro Islamic Liberation Front" verbirgt? Ein Gespräch mit dem Schriftsteller / Das literarische Rätsel
Die US-amerikanische Autorin, bekannt geworden mit ihrem Memoir "I'm glad my mom died", erzählt von einer ungleichen Liebe in unserer Zeit, von Träumen, Sehnsüchten und Klassenunterschieden.
Ein Interview über "Half his age" (Blumenbar) / Vor dem Krieg: Sergej Lebedews Roman "Die Beschützerin" (S. Fischer). Eine Kritik / Eine Familie zwischen Frankreich und Marokko: Leila Slimani beendet mit "Trag das Feuer weiter" ihre Roman-Trilogie (Luchterhand). Eine Kritik / Ehrlicher Chronist seiner selbst: Arno Schmidt und seine "Tagebücher 1957-1962" (Suhrkamp). Eine Lektüre / Sonderbarer Zauber? Oyinkan Braithwaites Roman "Der Fluch der Falodun Frauen". Eine Kritik / Das Literarische Rätsel
Krieg und Walzer, Tauben und Leinwand - in diesem Büchermagazin alles dabei.
Etwa im Gespräch mit Katrin Eigendorf, der renommierten Krisenberichterstatterin, die sich gerade in ihrem Buch "Erzählen was ist" mit ihrem Beruf auseinandersetzt. Menschlichkeit gehe immer über die Story, sagt sie dabei. Auf andere Weise persönlich ist "Der letzte Sommer der Tauben" von Abbas Khider, der selbst früher im Irak Tauben gezüchtet hat - solange das ging. Dann dreht die Wiener Autorin Stefanie Sargnagel den Wiener Opernball durch die Sprach- und Fiktionsmangel. Und wir besprechen den Platz 1-Bestseller von Alena Schröder, "Mein ganzes Leben - Öl auf Leinwand, ohne Titel". Moderation: Judith Heitkamp.
Eine millionenschwere, verschwundene, dann wiederaufgetauchte und vererbte Kunstsammlung.
Und jüdisches Leben in Deutschland, vor 1945, nach 1945 und besonders nach dem 7. Oktober 2023. Das ist die Gemengelage in Mirna Funks Roman "Balagan" - dazu ein Gespräch mit ihr . Außerdem: "Alles auf Anfang", eine Befragung der deutschen Erinnerungskultur von Hadija Haruna-Oelker und Max Czollek. / Der Roman "Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt" von Bodo Kirchhoff / Und ein Gespräch über E.T.A. Hoffmann, auch "Gespenster-Hoffmann", der mehrere Jahre in Bamberg gelebt hat, zum 250 Geburtstag.
Der britische Meistererzähler Julian Barnes feiert in wenigen Tagen seinen 80. Geburtstag.
Ein Gespräch mit seiner langjährigen Übersetzerin Gertraude Krueger / Abberufen vom All-Mächtigen: Erich von Däniken, der Autor von Bestsellern wie "Erinnerungen an die Zukunft", ist gestorben. Ein Nachruf / "Melville verschwindet": Der Münchner Autor Thomas Lang erzählt von Herman Melville (Berlin Verlag). Eine Kritik / "Gym": Verena Keßler erkundet die Welt der Fitness-Studios (Hanser Berlin). Eine Rezension / Das literarische Rätsel
Herta Müller feiert dieses Buch als "großes Sprachkunstwerk": "Die Aussiedlung" (Suhrkamp) von András Visky.
Ein auf Tatsachen und eigenem Erleben beruhender Bericht über den hierzulande kaum bekannten rumänischen Gulag und eine Familie in einem riesigen "Lagernichts" in einer Steppenwüste am Rand der Donau in den 1950er Jahren. Die literarische Verarbeitung einer Deportation. Niels Beintker hat mit András Visky gesprochen über seinen Roman / "Nach dem Krieg": Zwölf neue Erzählungen von Graham Swift (dtv). Eine Kurzempfehlung / "Dreihundert Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland AG" (Suhrkamp): Konstantin Richters Bestseller über die deutsche Wirtschaftsgeschichte. Eine Rezension / "Vaim" (Rowohlt): Der erste Roman des Norwegers Jon Fosse nach der Auszeichnung mit dem Literaturnobelpreis. Ein Besuch in Bergen / Himmelskunde in Romanform: Michael Stavarics "Die Schattenfängerin" (Luchterhand). Eine Kritik / Das literarische Rätsel