Welche TV- und Radio-Formate setzen sich durch? Wer nutzt, wer macht Podcasting? Wie unabhängig berichten Journalisten? Welche Werbung erreicht den Kunden? Wie funktionieren Handy-TV, Weblogs oder HDTV? Wie reagiert die deutsche Medienpolitik auf die Globalisierung? Die Welt der Medien - von Print, Hörfunk, Fernsehen bis zu Multimedia.
Mehr als drei Millionen Seiten, hunderttausende Fotos und Videos - freigegeben vom US-Justizministerium und für alle zugänglich.
Zwei Wochen nach der bislang größten Veröffentlichung der Epstein-Files drängt sich eine zentrale Frage auf: Was ist wirklich berichtenswert?
In BR24 Medien zieht Linus Lüring mit NDR-Investigativjournalistin Anna Klühspies eine Zwischenbilanz: Was bedeutet es für Journalismus, wenn plötzlich jeder denselben gigantischen Datenbestand in der Hand hat? Wie recherchiert man in Millionen schlecht gescannter, teils geschwärzter Dokumente – und wie verhindert man, dass Geschwindigkeit wichtiger wird als Kontext und Einordnung? Geht sogar das Kalkül von US-Präsident Trump und anderen Mächtigen auf, dass in der Masse der Berichterstattung belastende Enthüllungen einfach untergehen?
Im Zentrum steht eine konkrete Recherche: Jeffrey Epsteins Plan, im Jahr 2009 die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim zu übernehmen – offenbar, um sich ein Finanzsystem jenseits strenger US-Behörden zu schaffen. Wie stößt man auf solche Spuren in einem digitalen Heuhaufen? Und wie belastbar sind Dokumente, die zunächst nur Hinweise liefern, aber noch keine Beweise?
***
Shownotes:
- Die Recherche von Anna Klühspies und Kolleginnen zu Epsteins Banken-Plänen: https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/epstein-sal-oppenheim-100.html
- Norwegen und die Epstein-Akten: Krone in der Krise - 11km, der Tagesschau-Podcast: https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:6fd69e2901acfb64/
- Epstein taucht in Epstein-Akten auf! Kritische Analyse von Übermedien (Bezahlinhalt): https://uebermedien.de/113789/epstein-taucht-in-epstein-files-auf/
Der Fall von Alex Pretti ging um die Welt: Der Krankenpfleger wurde in der US-Stadt Minneapolis von Einsatzkräften der Einwanderungsbehörde ICE erschossen. Die US-Regierung sagte: Pretti habe sich mit einer Waffe den ICE-Leuten genähert.
Videos in sozialen Netzwerken zeigten aber: Pretti hatte sein Handy in der Hand. Erschossen wurde er, nachdem ihm seine Waffe – die er nicht gezeigt hatte – abgenommen worden war.
Trotz der eindeutigen Lage taten sich viele Medien anfangs damit schwer, die Aussagen der US-Regierung richtig einzuordnen: Mal wurde ihre Position unkritisch wiedergegeben, mal lediglich von Zweifeln an der Deutung gesprochen. Dass es die Unwahrheit war, schrieben zu Beginn nur wenige.
Was die Gründe dafür sind, warum viele Medien zurückhaltend reagierten, warum das problematisch ist und wie Journalistinnen und Journalisten stattdessen mit der Trump-Regierung umgehen sollten, das bespricht Jasper Ruppert mit Annika Schneider vom Online-Magazin Übermedien und Christian Fahrenbach, US-Korrespondent für das Redaktionsnetzwerk Deutschland.