Augen zu

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Was macht große Kunst aus? Darf man Beuys einen Scharlatan nennen? Muss man Botticelli lieben? Mit Leidenschaft, Fachwissen und Witz entführen die beiden Gastgeber einmal im Monat ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in die wunderbare Welt der Kunst. Jede Folge widmet sich einem Künstler oder einer Künstlerin, ihren biografischen Wendungen, ihren besten Werken, ihren seltsamsten Ansichten. Überraschende Telefonjoker bieten jeweils neue Einblicke. Und am Ende hat jeder – auch mit geschlossenen Augen – einen Kopf voller Bilder. Florian Illies schreibt, seit er denken und sehen kann, über Kunst. Er gründete nach seinem Kunstgeschichtsstudium das Magazin “Monopol” und war lange Jahre Leiter des Auktionshauses Villa Grisebach. Er ist Autor der Bücher “1913" und “Generation Golf” und Mitglied des Herausgeberrats der ZEIT. Giovanni di Lorenzo ist Chefredakteur der ZEIT und ein leidenschaftlicher Kunstliebhaber. Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.

  • 39 minutes 21 seconds
    Yayoi Kusama verzaubert Punkt für Punkt die ganze Welt

    Schon ihr allererstes Selbstbildnis mit zehn Jahren ist von jenem Stilmerkmal überzogen, das ihr ganzes Leben und Werk überstrahlen wird: Den Punkten. Ihnen bleibt sie treu - und sich selbst. Ganz früh findet Yayoi Kusama in der Kunst ein Mittel, der Halluzinationen und inneren Dämonen Herr zu werden. Erst in Japan und dann, ab 1957, in New York. Früh lernt sie dort Andy Warhol kennen, Donald Judd und Joseph Cornell - alle erkennen ihr unnachahmliches Talent. In der neuesten Folge von Augen zu, dem Kunstpodcast der ZEIT, erzählen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo von Kusamas wilden Jahren in Amerika, als sie zu einer Pionierin der Performance-Kunst und der Happenings wird.

    1977 dann kehrt sie nach Japan zurück und weist sich selbst in eine psychiatrische Klinik ein, in der sie bis heute lebt. Und zugleich überzieht sie ihre Leinwände und Skulpturen, vor allem ihre bekannten Kürbisse, mit ihren berühmten Punkten und Netzen. Alles verknüpft sie so mit allem, von einer großen Liebe zur Ganzheitlichkeit getrieben. Nach langen Jahren der Vergessenheit ist Kusama zurzeit die bekannteste Künstlerin der Gegenwart. Das Museum Ludwig in Köln lädt ab März dazu ein, dieses gepunktete Universum zu entdecken.

    Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected].

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    4 March 2026, 4:55 am
  • 41 minutes 55 seconds
    Warum wird Paul Cézanne so geliebt?

    Seine Bilder aus der Provence, seine Aquarelle von Äpfeln, seine Landschaften, die nur noch aus grünen und braunen Pinselstrichen gebaut zu sein scheinen, haben Paul Cézanne (1839–1906) zur wichtigsten Künstlerfigur zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert gemacht. In der neuesten Folge des Podcasts Augen zu erzählen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo aus dem Leben dieser Ausnahmefigur, seinen frühen Malerfreundschaften mit Paul Gauguin, Renoir und Pissarro, seinem Aufbruch und seinem Scheitern in Paris und seiner Rückkehr in die Heimat der Provence, wo er seinen eigenen Stil und seinen späten Ruhm finden wird.

    Cézanne ist dafür berühmt, dass er in der Kunst etwas sah, was sich "parallel zur Natur" verhält – und dass er in der Landschaft geometrische Formen erkannte, Zylinder, Kegel, Kreise und damit nicht nur in seiner Malerei den Kubismus vorbereitete, sondern auch den Konstruktivismus. Kein Wunder also, dass sich fast alle späteren Stile der Moderne im 20. Jahrhundert auf Cézanne als Vaterfigur berufen. Picasso schwärmte genauso von ihm wie Vincent van Gogh, und noch die großen abstrakten Maler nach 1945 wie Mark Rothko sehen in ihm ihren Ursprung.

    Florian Illies aber macht das skeptisch – er glaubt, wie er im Podcast erläutert, eher daran, dass Cézanne derjenige ist, der die großen malerischen Tendenzen des 19. Jahrhunderts, also den Naturalismus wie den Impressionismus vollendet – und reinigt, damit die Bühne frei ist für die ganz andere Kunst, die dann in der Zeit seines Todes 1906 am Horizont von einem neuen Zeitalter erzählt.

    Eine großangelegte Ausstellung in der Fondation Beyeler in Basel gibt gerade ideale Gelegenheit, diese Frage zu überprüfen.

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    4 February 2026, 4:55 am
  • 2 minutes 26 seconds
    Eine Ankündigung

    In einigen Tagen werden wir das Archiv von "Augen zu?" und vielen weiteren Podcasts der ZEIT exklusiv für unsere Abonnenten zugänglich machen.
    Die drei aktuellsten Folgen bleiben kostenlos und frei verfügbar. Alle älteren Folgen können Sie künftig mit einem Digital- oder Podcastabo der ZEIT hören, unter www.zeit.de/augen-zu, auf Apple Podcasts oder Spotify.

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    10 January 2026, 10:55 am
  • 40 minutes 45 seconds
    Was man kennt, war gestern: Raoul Hausmann

    Wer wissen will, wie radikal "Dada" wirklich war, der muss sich das Leben von Raoul Hausmann (1886–1971) anschauen – dieser Visionär und Provokateur glaubte nur an das Morgen und hielt alles Gegenwärtige bereits für gestrig. Er hat in Berlin im Ersten Weltkrieg entscheidend dazu beigetragen, die Dada-Bewegung zu etablieren, er hat Collagen von brutaler Härte geschaffen und danach Fotografien von seltsamer Zartheit. Raoul Hausmann ist der große Unbekannte der deutschen Kunst der Zeit zwischen den beiden Kriegen – ihm ist die neueste Folge von Augen zu, dem Kunstpodcast der ZEIT gewidmet.

    Die Berlinische Galerie in Berlin widmet Hausmann gerade (bis zum 16. März) eine exzellente Ausstellung, die – erarbeitet von Ralf Burmeister – alle Werkphasen und Lebensbereiche des wilden Genies beleuchtet. Sie und der dazugehörige Katalog sind der Ausgangspunkt dieses Podcasts von Augen zu. Florian Illies und Giovanni di Lorenzo fragen danach, worin die spezifische kunsthistorische Bedeutung Hausmanns bestand, warum ihn der große Fotograf August Sander gleich dreimal porträtierte und warum er seine Partnerinnen regelmäßig fast in den Wahnsinn trieb, etwa Hannah Höch, mit der er acht Jahre zusammen war, und die in dieser intensiven Phase ihres Lebens selbst einige ihrer wichtigsten Werke schuf.

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    7 January 2026, 4:55 am
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