Bob Dylan, der wiedergeborene Christ? Er meinte das sehr ernst. Ab Ende der 1970er Jahre kamen drei Alben mit Bekenntnissen und biblischen Bildern heraus, musikalisch zum Teil herausragend. Anfang der 1980er war es damit vorbei. Bob Dylan geriet künstlerisch in eine Sackgasse. Zwar nahm er nach wie vor Alben auf und hatte ein treues Konzertpublikum. Aber Dylan zweifelte an sich, an seiner Stimme, an den Aufnahmen seiner neuen Lieder, auch wenn zahlreiche hochkarätige Musiker sich geradezu darum rissen, mit ihm aufzunehmen. Erst mit dem Kanadier Daniel Lanois fand er einen Produzenten, der seine Lieder so einfangen konnte, dass ihre Stärke klar wurde. Das Album „Oh Mercy“, 1989, wurde zum künstlerischen Wendepunkt, wieder einmal. Düstere Westernballaden, gospelartige Hymnen, scheinbar einfache Folksongs – Dylan schuf Lieder voller Tiefe und literarischer Güte. Mit „Time Out Of Mind“, einige Jahre später, stieß er dann die Tür zu einem großen Alterswerk auf.
Musikliste: Slow Train Coming (1979): Gotta serve somebody, Precious angel, Slow train, When you gonna wake up, When he returns Shot Of Love (1981): Lenny Bruce, Watered-down love, Every grain of sand Infidels (1983): Jokerman, Sweetheart like you, Neighborhood bully, Union sundown, I and I, Don’t fall apart on me tonight Empire Burlesque (1985): Tight connection to my heart, I’ll remember you Knocked Out Loaded (1988): Brownsville girl Down In The Groove (1988): Silvio Oh Mercy (1989): Political world, Where teardrops fall, Ring them bells, Man in the long black coat, Most oft he time, Shooting star Under The Red Sky (1990): Under the red sky, Born in time, God knows, Handy Dandy, Cat’s in the well The 30th Anniversary Concert Celebration (1993): My back pages Time Out Of Mind (1997): Love sick, Standing in the doorway, Tryin‘ to get to heaven, Not dark yet, Make you feel my love, Highlands Love And Theft (2001): Tweedle Dee & Tweedle Dum, Mississippi, High water, Po‘ boy Modern Times (2006): Thunder on the mountain, When the deal goes down, Workingmen‘ blues #2
Compilations & Live-Alben: The Bootleg Series Vol. 7: No Direction Home, The Soundtrack (2005) MTV Unplugged (1995) Live At Carnegie Hall 1963 (2005) The 1966 Live Recordings (2016)
Traveling Wilburys: Traveling Wilburys Vol. 1(1988): Dirty world, Margarita, Tweeter and the monkey man Traveling Wilburys Vol.3 (1990): Inside out, If you belonged to me, 7 deadly sins, Where were you last night?
Unser Podcast-Tipp in dieser Folge: 11 km / https://1.ard.de/11KM_Podcast
Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen
4 December 2025, 5:00 am
1 hour 19 minutes
Bob Dylan - die mittleren Jahre
Ein Folksänger, ein Rockmusiker, ein Jugendidol, das keines sein wollte. Bob Dylan hatte die Popmusik Ende der 1960er Jahren schon mehrfach stark geprägt mit seinen lyrischen und politischen Texten, mit kraftvoller Musik. Nach einem Motorradunfall hatte er sich mit seiner Familie in das Künstlerstädtchen Woodstock zurückgezogen. Nach dieser Pause weitete Dylan sein künstlerisches Schaffen aus: Countrymusik, Bluesrock, Bluegrass, Coverversionen – so manchen Fan irritierte er damit, ebenso wie mit folgenden radikalen Wendungen. Zwischenzeitlich trat er wieder mit „The Band“ auf und belebte alte und neue Werke mit kraftvoller Rockmusik. Mitte der 1970er Jahre schuf Dylan spätestens mit den Alben „Blood On The Tracks“ und „Desire“ neue Meilensteine, bittere Abschiedsgesänge, brennende Anklagen, zarte Balladen. Auf der sogenannten Rolling Thunder-Tournee versammelte er alte und neue Weggefährten und zog als chaotischer Musik-Wanderzirkus von Stadt zu Stadt. Aber Dylan stand auch da erst auf der Schwelle zu noch viel radikaleren Wendungen: ein Künstler, der weiter auf der Suche blieb.
Musikliste: Nashville Skyline (1969): I Threw It All Away, Lady, Lady, Lay, Tonight I’ll be staying here with you New Morning (1970): If Not For You, Day of the Locusts, Went to See the Gypsy, If dogs run free, New Morning, One more weekend, Three angels, Father of night Bob Dylan’s Greatest Hits Vol. II (1971): Watching the river flow, When I paint my masterpiece, I shall be released Pat Garrett & Billy The Kid (1973): Knockin‘ on heaven’s door Planet Waves (1974): On a night like this, Going, going, gone, Forever Young-Slow Version Blood On The Tracks (1975): Tangled up in blue, Simple twist of fate, You’re a big girl now, You‘re gonna make me lonesome when you go, Shelter from the storm, Buckets of rain The Basement Tapes (1975): Tears of rage, This wheel’s on fire Desire (1976): Hurricane, Isis, One more cup of coffee, Romance in Durango, Sara Street-Legal (1978): Changing oft he guards, Baby stop crying, Is your love in vain?, Senor, Where are you tonight?
Compilations & Live-Alben: Before The Flood (1974) Bob Dylan At Budokan (1978) The Rolling Thunder Revue: The 1975 Live Recordings
Unser Podcast-Tipp in dieser Folge: Mein Mensch – Begegnungen die das Leben verändern / https://1.ard.de/mein-mensch
Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen
20 November 2025, 5:00 am
1 hour 11 minutes
Nick Drake
Nick Drake ist eine der großen Schattengestalten der Popmusik. Seine traumschönen Lieder bezaubern heute noch die Welt, zu Lebzeiten jedoch waren sie nur wenigen bekannt. Drei Alben nahm der britische Singer/Songwriter ab Ende der 60er Jahre auf, melancholische Folkmelodien, die gut zu seiner Stimme und seinem markanten Gitarrenspiel passten. Nick Drake war zeitlebens ein Grübler und Außenseiter, er wurde durch den Misserfolg seines ersten Albums schwer erschüttert. Drogenexperimente und eine Neigung zu Depressionen belasteten ihn schwer. Dennoch nahm er zwei weitere Alben auf, bevor ein Suizid sein Leben beendete. Die leuchtenden Lieder dieser tragischen Figur der Musikgeschichte wirken aber noch heute, nicht zuletzt eine Fernsehwerbung brachte sie Millionen Menschen auch im neuen Jahrtausend näher und verschafften ihm schließlich die Anerkennung, die ihm zu Lebzeiten versagt geblieben ist.
Musikliste: Five Leaves Left (1969): Time has told me, River Man, Three hours, Way to blue, Day is done, Cello song, The thoughts of Mary Jane, Man in a shed, Fruit tree, Saturday sun Bryter Layter (1971): At the chime of a city clock, One of these things first, Hazey Jane I, Fly, Poor boy, Northern sky Pink Moon (1972): Pink moon, Place to be, Which will, Things behind the sun, Know, Free ride, From the morning Time Of No Reply (aufgenommen 1967-68 & 1974, erschienen 1987): Time of no reply, I was made to love magic, Joey, Clothes of sand, Man in a shed, The thoughts of Mary Jane, Strange meeting II, Rider on the wheel, Hanging on a star
Unser Podcast-Tipp in dieser Folge: Was für Zeiten – Richling plus 1 / https://1.ard.de/Richlingplus1
Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen
6 November 2025, 5:00 am
58 minutes 38 seconds
R.E.M. (3)
R.E.M. blieben erfolgreich. Die folgenden Alben in den 1990ern fanden zwar weiter Beachtung, an ihre hohen Verkaufszahlen konnte die Band aber nicht anknüpfen. Der gesundheitlich begründete Ausstieg des Schlagzeugers Bill Berry hielt die Band nur kurz auf. Kompromisslos lieferten R.E.M. auch zu dritt weitere Alben, spielten mit Stilrichtungen, aber nahmen doch langsam Abschied von der großen Bühne. Michael Stipe, der einst Kunstgeschichte studiert hatte, veröffentlichte Fotobände und produzierte Filme. Die Band verkündete schließlich ihr Ende im Jahr 2011, was ihr den Respekt vieler einbrachte für ihre souveräne und integre Entscheidung, die ganz dem Geist der Band R.E.M. entsprach.
Musikliste
Chronic Town (EP, 1982): Gardening at night Murmur (1983): Radio Free Europe, Talk about the passion, Perfect Circle, Sitting Still Reckoning (1984): So. Central Rain, Camera Fables Of The Reconstuction (1985): Maps and legends, Driver 8, Green grow the rushes, Wendell Gee Lifes Rich Pageant (1986): Fall on me, Cuyahoga Document (1987): Finest Worksong, It’s the end oft he world as we know it (And I feel fine), The one I love Green (1988): Pop song 89, Stand, World leader pretend Out Of Time (1991): Radio Song, Losing my religion, Near wild heaven, Shiny happy people, Half a world away Automatic For The People (1992): Drive, Try not to breathe, The sidewinder sleeps tonite, Everybody Hurts, Man on the moon, Nightswimming, Find the river Monster (1994): What’s the frequency, Kenneth?, Strange currencies, Tongue, Bang an blame New Adventures In Hi-Fi (1996): New test leper, E-bow the letter, So fast, so numb Up (1998): Lotus, At my most beautiful, Daysleeper Man On The Moon (Soundtrack, 1999): The great beyond Reveal (2001): The lifting, All the way to Reno, Beat a drum, Imitation of life, Summer turns to high Around The Sunn (2004): Leaving New York Accelerate (2008): Living well is the best revenge, Supernatural Superserious, Until the day is done Collapse Into Now (2011): Überlin, Walk it back, Blue
Unser Podcast-Tipp in dieser Folge: Kim und Klaus https://www.ardaudiothek.de/sendung/kim-und-klaus/urn:ard:show:1564d639600ea1d4/
Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen
21 October 2025, 4:00 am
59 minutes 42 seconds
R.E.M. (2)
Mit ihrem siebten Album „Out of Time“ beim Majorlabel Warner und den Hits „Losing My Religion“ und „Shiny Happy People“ erreichten sie weltweit Anerkennung und hohe Chartplätze. R.E.M. werden zu internationalen Rockstars. Michael Stipe entwickelt sich vom schüchternen Sänger zur charismatischen Bühnenpersönlichkeit. „Automatic For The People“ hieß das Album, mit dem R.E.M. Mitte der 1990er Jahre ihren Welterfolg noch ausbauen konnte. Große Konzerte auf monatelangen Tourneen zeigten dies eindrucksvoll. Die Band konnte und wollte aber nicht weiter Lieder zum Mitpfeifen und eingängige Balladen liefern, sondern künstlerisch vorankommen. Viele Fans waren enttäuscht, aber die Integrität der Band R.E.M. blieb gewahrt.
Musikliste: Chronic Town (EP, 1982): Gardening at night Murmur (1983): Radio Free Europe, Talk about the passion, Perfect Circle, Sitting Still Reckoning (1984): So. Central Rain, Camera Fables Of The Reconstuction (1985): Maps and legends, Driver 8, Green grow the rushes, Wendell Gee Lifes Rich Pageant (1986): Fall on me, Cuyahoga Document (1987): Finest Worksong, It’s the end oft he world as we know it (And I feel fine), The one I love Green (1988): Pop song 89, Stand, World leader pretend Out Of Time (1991): Radio Song, Losing my religion, Near wild heaven, Shiny happy people, Half a world away Automatic For The People (1992): Drive, Try not to breathe, The sidewinder sleeps tonite, Everybody Hurts, Man on the moon, Nightswimming, Find the river Monster (1994): What’s the frequency, Kenneth?, Strange currencies, Tongue, Bang an blame New Adventures In Hi-Fi (1996): New test leper, E-bow the letter, So fast, so numb Up (1998): Lotus, At my most beautiful, Daysleeper Man On The Moon (Soundtrack, 1999): The great beyond Reveal (2001): The lifting, All the way to Reno, Beat a drum, Imitation of life, Summer turns to high Around The Sunn (2004): Leaving New York Accelerate (2008): Living well is the best revenge, Supernatural Superserious, Until the day is done Collapse Into Now (2011): Überlin, Walk it back, Blue
Unser Podcast-Tipp in dieser Folge: Freiheit Deluxe / https://1.ard.de/freiheit-deluxe
Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen
9 October 2025, 4:00 am
1 hour 5 minutes
R.E.M. (1)
Vier Studenten aus Athens, Georgia, geprägt von Glamrock, Folk und Punk, die anfangen, ihre eigene musikalische Sprache zu finden. R.E.M. sind mit ihrem rätselhaften Gitarrenrock schnell Lieblinge der Collegeszene der USA. Später werden sie zu einer zentralen Band der Alternative Rock-Szene. Die flirrende, sofort erkennbare Stimme des Sängers Michael Stipe, dazu seine lyrischen Texte und seine charismatische Bühnenpersönlichkeit – R.E.M. haben mehr und mehr Erfolg. Lange bleiben sie mit ihrer Musik in den Nischen, suchen die Nähe zu ihren Anhängern, verweigern sich den Mechanismen des Rockmusikwelt. „It´s The End Of The World“ und „The One I Love“ machen sie in den USA weit bekannt. Was aber bringt die Band auf die ganz große Bühne?
Musikliste: Chronic Town (EP, 1982): Gardening at night Murmur (1983): Radio Free Europe, Talk about the passion, Perfect Circle, Sitting Still Reckoning (1984): So. Central Rain, Camera Fables Of The Reconstuction (1985): Maps and legends, Driver 8, Green grow the rushes, Wendell Gee Lifes Rich Pageant (1986): Fall on me, Cuyahoga Document (1987): Finest Worksong, It’s the end oft he world as we know it (And I feel fine), The one I love Green (1988): Pop song 89, Stand, World leader pretend Out Of Time (1991): Radio Song, Losing my religion, Near wild heaven, Shiny happy people, Half a world away Automatic For The People (1992): Drive, Try not to breathe, The sidewinder sleeps tonite, Everybody Hurts, Man on the moon, Nightswimming, Find the river Monster (1994): What’s the frequency, Kenneth?, Strange currencies, Tongue, Bang an blame New Adventures In Hi-Fi (1996): New test leper, E-bow the letter, So fast, so numb Up (1998): Lotus, At my most beautiful, Daysleeper Man On The Moon (Soundtrack, 1999): The great beyond Reveal (2001): The lifting, All the way to Reno, Beat a drum, Imitation of life, Summer turns to high Around The Sunn (2004): Leaving New York Accelerate (2008): Living well is the best revenge, Supernatural Superserious, Until the day is done Collapse Into Now (2011): Überlin, Walk it back, Blue
Unser Podcast-Tipp in dieser Folge: Evil-E / https://1.ard.de/evil-e
Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen
25 September 2025, 4:00 am
1 hour 24 seconds
Yes (3)
“Owner of a lonely heart” wurde fast ungewollt zu dem bis heute bekanntesten Lied der Band Yes Anfang der 80er. Solo-Projekte und neue Band-Ideen hatten die Mitglieder auseinandergebracht, aber Produzent Trevor Horn schuf ein zeitgemäßes Klangbild der ProgRocker. Die Besetzungen der Band wechselten fast von Album zu Album. Einzelne Lieder begeisterten die Fans immer noch, denn die Stärken der virtuosen Musiker waren ja noch vorhanden, jedoch die Lieder wurden zum Beispiel auf „Big Generator“ wieder kürzer. Für einzelne Auftritte oder ganze Tourneen kam die klassische Besetzung von Yes wieder zusammen, aber die Gräben zwischen einzelnen Mitgliedern der Band ließen sich kaum noch überbrücken. Bassist Chris Squire behielt die Namensrechte, die anderen brachten, durchaus gemeinsam, Musik unter anderen Namen heraus. Nicht jedes folgende Album gelang. Inzwischen, denn die Band besteht bis heute, ist Gitarrist Steve Howe der Kopf der Band, deren Auftritte nach wie vor von Yes-Fans überall auf der Welt bejubelt werden.
Musikliste: YES (1969): Yesterday and today, Every little thing, Survival Time And A Word (1970): Then, The Prophet, Time and a word The Yes Album (1971): Yours is no disgrace, Starship trooper, I’ve seen all good people Fragile (1971): Roundabout, South side of the sky, Long distance runaround, Mood for a day Close To The Edge (1972): Close to the edge, And you and I Yessongs (Live-Album, 1973) Tales From Topographic Oceans (1973): The remembering (High the memory), The ancient (Giants under the sun) Relayer (1974): The gates of delirium Yesterdays (Best-Of-Compilation, 1975) Going Fot The One (1977): Turn of the century, Wonderous stories, Awaken Tormato (1978): Madrigal, Onward Drama (1980): Machine messiah, Does it really happen? 90125 (1983): Owner of a lonely heart, Changes, Leave it, Hearts Big Generator (1987): Love will find a way Anderson Bruford Wakeman Howe (1989): Brother of mine, The meeting Union (1991): Masquerade, Lift me up Talk (1994): The calling, Walls Keys To Ascension (1996): Be the one, That that is Keys To Ascension 2 (1997): Foot prints, Children of light Open Your Eyes (1997): Open your eyes, Universal garden The Ladder (1999): Homeworld (The ladder, It will be a good day (The river), If only you knew Magnification (2001): Magnification, Give love each day, Dreamtime, In the presence of Symphonic Live (Live-Album, 2002) Fly From Here (2011) Fly From Here – Return Trip (2028): Fly from here, Pt. I & II, The man you always wanted me to be The Quest (2021): The ice bridge, Future memories Mirror To The Sky (2023): Cut from the stars, All connected, Mirror to the sky
Unser Podcast-Tipp in dieser Folge: Kunstverbrechen – True Crime meets Kultur / https://1.ard.de/kunstverbrechen-staffel-4
Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen
11 September 2025, 4:00 am
52 minutes 2 seconds
Yes (2)
Yes wurden ab den frühen 70er Jahren zum Taktgeber des Progressive Rock. Wie weit konnte eine Band gehen? 1972 legte die Band ihr Meisterwerk „Close To The Edge“ vor, eine Klangreise mit nur drei Titeln mit furios gesteigerten und abgewechselten Rhythmen und Harmonien: Popmusik, die durchdacht und geistreich erweitert wurde. Yes wurden spätestens jetzt zu einem Superact des Rock, in Europa wie auch in den USA. „Tales From Topographic Oceans“, 1973, das Nachfolgewerk, überforderte dagegen viele Fans. Keyboarder Rick Wakeman verließ die Band, deren wechselnde Besetzungen ohnehin für Unruhe sorgten. Yes verlor ein wenig die Konzentration als Band. Einzelne Lieder faszinierten nach wie vor, aber erst mit dem Album „Going For The One“, 1977, konnte die Band wieder überzeugen. Die Geschichte der Band war damit aber längst noch nicht vorbei, denn Yes trotzten Punk oder anderen musikalischen Zeiterscheinungen mit ihrer ganz eigenen Stärke.
Musikliste: YES (1969): Yesterday and today, Every little thing, Survival Time And A Word (1970): Then, The Prophet, Time and a word The Yes Album (1971): Yours is no disgrace, Starship trooper, I’ve seen all good people Fragile (1971): Roundabout, South side of the sky, Long distance runaround, Mood for a day Close To The Edge (1972): Close to the edge, And you and I Yessongs (Live-Album, 1973) Tales From Topographic Oceans (1973): The remembering (High the memory), The ancient (Giants under the sun) Relayer (1974): The gates of delirium Yesterdays (Best-Of-Compilation, 1975) Going Fot The One (1977): Turn of the century, Wonderous stories, Awaken Tormato (1978): Madrigal, Onward Drama (1980): Machine messiah, Does it really happen? 90125 (1983): Owner of a lonely heart, Changes, Leave it, Hearts Big Generator (1987): Love will find a way Anderson Bruford Wakeman Howe (1989): Brother of mine, The meeting Union (1991): Masquerade, Lift me up Talk (1994): The calling, Walls Keys To Ascension (1996): Be the one, That that is Keys To Ascension 2 (1997): Foot prints, Children of light Open Your Eyes (1997): Open your eyes, Universal garden The Ladder (1999): Homeworld (The ladder, It will be a good day (The river), If only you knew Magnification (2001): Magnification, Give love each day, Dreamtime, In the presence of Symphonic Live (Live-Album, 2002) Fly From Here (2011) Fly From Here – Return Trip (2028): Fly from here, Pt. I & II, The man you always wanted me to be The Quest (2021): The ice bridge, Future memories Mirror To The Sky (2023): Cut from the stars, All connected, Mirror to the sky
Unser Podcast-Tipp in dieser Folge: Vier Töne gegen Stalin / https://1.ard.de/alles-geschichte-schostakowitsch
Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen
28 August 2025, 4:00 am
1 hour 6 minutes
Yes (1)
Es brauchte ein paar Jahre und einige Alben, bis die Bandmitglieder von Yes ihre musikalische Sprache gefunden hatten: virtuoses Spiel, Formensprünge, Popsuiten, in denen alle fünf Mitglieder ihr Talent zum Klingen brachten. Nicht einzelne Lieder, sondern Alben mit langen musikalischen Geschichten waren das, was Yes den Erfolg brachte. Sänger Jon Anderson fiel mit seiner charakteristischen hohen Stimme besonders auf. Progressive Rock, das neue Genre der frühen 70er Jahre, wurde bald stark von Yes geprägt. Einen ersten Höhepunkt fand das Schaffen der Band mit dem Album „Fragile“ im Jahr 1971, in der für viele Fans klassischen Besetzung mit Anderson, dem Gitarristen Steve Howe, Bassisten Chris Squire, Schlagzeuger Bill Bruford und dem flamboyanten Keyboarder Rick Wakeman. Aber weitere Höhepunkte sollten noch folgen.
Musikliste: YES (1969): Yesterday and today, Every little thing, Survival Time And A Word (1970): Then, The Prophet, Time and a word The Yes Album (1971): Yours is no disgrace, Starship trooper, I’ve seen all good people Fragile (1971): Roundabout, South side of the sky, Long distance runaround, Mood for a day Close To The Edge (1972): Close to the edge, And you and I Yessongs (Live-Album, 1973) Tales From Topographic Oceans (1973): The remembering (High the memory), The ancient (Giants under the sun) Relayer (1974): The gates of delirium Yesterdays (Best-Of-Compilation, 1975) Going Fot The One (1977): Turn of the century, Wonderous stories, Awaken Tormato (1978): Madrigal, Onward Drama (1980): Machine messiah, Does it really happen? 90125 (1983): Owner of a lonely heart, Changes, Leave it, Hearts Big Generator (1987): Love will find a way Anderson Bruford Wakeman Howe (1989): Brother of mine, The meeting Union (1991): Masquerade, Lift me up Talk (1994): The calling, Walls Keys To Ascension (1996): Be the one, That that is Keys To Ascension 2 (1997): Foot prints, Children of light Open Your Eyes (1997): Open your eyes, Universal garden The Ladder (1999): Homeworld (The ladder, It will be a good day (The river), If only you knew Magnification (2001): Magnification, Give love each day, Dreamtime, In the presence of Symphonic Live (Live-Album, 2002) Fly From Here (2011) Fly From Here – Return Trip (2028): Fly from here, Pt. I & II, The man you always wanted me to be The Quest (2021): The ice bridge, Future memories Mirror To The Sky (2023): Cut from the stars, All connected, Mirror to the sky
Unser Podcast-Tipp in dieser Folge: Kim und Klaus / https://www.ardaudiothek.de/sendung/kim-und-klaus/urn:ard:show:1564d639600ea1d4/
Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen
14 August 2025, 4:00 am
1 hour 2 minutes
Eagles (3)
„The Heat Is On“ oder “The Boys Of Summer”, nur zwei Beispiele für Soloerfolge von Glenn Frey und Don Henley in den 80er Jahren. Beide bemühten sich, mit der Musik der Zeit Schritt zu halten. Frey gelingt es mit fröhlichen Liedern in Motown-Tradition, Henley verbindet Zeit und Konsumkritik mit seinen Liedern. Don Henley erreichte dauerhafte Anerkennung und Verkaufserfolge, Frey versuchte sich nebenbei auch als Schauspieler, zum Beispiel bei „Miami Vice“. Lange Zeit schien eine erneute Zusammenarbeit mit den Eagles ausgeschlossen zu sein. Aber gelegentliche Treffen bei Ehrungen und Millionengebote für eine Reunion brachten die Dinge ins Rollen. 1994 kamen die Eagles zunächst wieder für eine ausgedehnte Tour und dann sogar für ein weiteres Album zusammen. Die Spannungen waren nicht alle vergessen, aber die Musik hielt doch die Kerntruppe um Henley und Frey zusammen. Glenn Frey starb 2016, das Ende der Eagles war das allerdings nicht. Noch in diesem Jahr 2025 werden sie zahlreiche Konzerte spielen, mit Sicherheit gefeiert und umjubelt von ihrem treuen Publikum.
Musikliste: Don Henley: Stevie Nicks & Don Henley: Leather and lace (auf Nicks‘ Album ‚Bella Donna‘, 1981) I can’t stand still (1982): I can’t stand still, Talking tot he moon, Dirty laundry, Johnny can’t read, Lilah Building the perfect beast (1984): The boys of summer, Not enough love in the world, Sunset Grill, Drivin‘ with your eyes closed The End Of Innocence (1989): The end of innocence, The last worthless evening, New York minute, The heart of the matter Inside Job (2000): Everything is different now, Goodbye to a river, Annabel, My Thanksgiving Cass County (2015): Waiting tables, Take a picture of this, Words can break your heart, Praying for rain, Train in the distance
Glenn Frey: Solo Collection (Best of 1982-1994): The one you love, Smuggler’s Blues (Miami Vice), The heat is on (aus ‚Beverly Hills Cop‘), You belong to the city (Miami Vice)
Joe Walsh: Joe Walsh’s Greatest Hits – Little Did He Know (1997): Funk #49, Turn to stone, Meadows, Rocky Mountain way, Life’s been good, All night long
Unser Podcast-Tipp in dieser Folge: Interpretationssache / https://www.ardaudiothek.de/sendung/interpretationssache/12626637/
Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen
31 July 2025, 4:00 am
58 minutes 4 seconds
Eagles (2)
„Hotel California“ – ein Geniestreich von einem Lied, komponiert vom Gitarristen Don Felder, getextet und gesungen von Don Henley, musikalisch unvergleichlich umgesetzt durch die Eagles Mitte der 70er Jahre. In der Krise der Band entstand dieser Klassiker, andere folgten, die Eagles hatten es wieder geschafft! Einzelne Musiker hatten die Band verlassen und waren ersetzt worden, dem Sound und der Güte der Musik tat das keinen Abbruch; im Gegenteil, die Ideen kamen an. Aber die Eagles waren nach Jahren auf Tour und auch durch Drogenerfahrungen erschöpft voneinander. Der Mythos der Band schuf Druck auf die Mitglieder. Streit auf offener Bühne und Gerüchte sogar über Handgreiflichkeiten machten die Runde. Anfang der 80er Jahre war die Energie der Eagles zunächst verbraucht. Einzelne Mitglieder strebten Solo-Karrieren an.
Musikliste: Eagles (1972): Take it easy, Witchy woman, Nightingale, Train leaves here this morning, Peaceful easy feeling Desperado (1973): Doolin-Dalton, Tequila sunrise, Desperado, Outlaw man, Saturday night, Doolin-Dalton/Desperado(reprise) On The Border (1974): Already gone, You never cry like a lover, Midnight Flyer, My man, On the border, James Dean, Ol‘ 55, Best of my love One Of These Nights (1975): One of these nights, Lyin‘ eyes, Take it to the limit Hotel California (1976): Hotel California, New kid in town, Life in the fast lane, Wasted time, Pretty maids all in a row, The last resort The Long Run (1979): The long run, I can’t tell you why, In the city, King of Hollywood, Heartache tonight, The Sad Café Eagles Live (1980) Hell Freezes Over (1994): Get over it, Love will keep us alive, Learn to be still, Hotel California, Wasted time, New York minute, The last resort, Desperado The Complete Greatest Hits (2013): Hole in the world Long Road Out Of Eden (2007): No more walks in the wood, Busy being fabulous, No more cloudy days, Long road out of Eden, Center of the universe, It’s your world now Live From The Forum MMXVIII (2020)
Unser Podcast-Tipp in dieser Folge: Gabalier / https://1.ard.de/urban-pop_gabalier