• 1 hour 57 seconds
    VZK45 Tolkiens Welten - von den Büchern zur Leinwand

    Tauch ein in Tolkiens magische Welten: Der Hobbit, Der Herr der Ringe und Peter Jacksons epische Vision – eine Reise durch Mittelerde mit Blick auf Erwachsene und auf Kinder. wo Bücher und Kino zusammenwachsen – und wo sie auseinandergehen.

    J. R. R. Tolkiens Werke sind nicht nur Literatur, sondern kulturelle Meilensteine. Doch wie gelang die Übertragung dieser komplexen, mythischen Welten auf die Leinwand? In dieser Folge diskutieren Gordian und Jan die Faszination und die Herausforderungen der Adaptionen durch Peter Jackson.

    Tolkien: Der Meister der Mythen

    Tolkien schuf mit Der Herr der Ringe, Der Hobbit und weiteren Werken nicht nur Geschichten, sondern ganze Universen. Seine Sprache, die detaillierte Weltbau-Elemente und die unterschiedlichen Kulturen machen seine Werke zu einem Meisterwerk der Fantasy. Besonders spannend: die Übersetzungen und wie sie die Stimmungen der Charaktere einfangen – oder verfehlen. Die Diskussion wirft Fragen auf: Sollte Bilbo „Chef“ zu Frodo sagen? Oder ist „Meister Frodo“ die bessere Wahl? Und wie spricht man eigentlich Minas Tirith aus?

    Peter Jackson: Visionär oder Verräter?

    Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie gilt als Meisterwerk des Kinos – doch spätestens seine Hobbit-Verfilmung polarisiert. Während die visuellen Effekte und die düstere Ästhetik von Mittelerde begeistern, wirft die Folge kritische Blicke auf dramaturgische Entscheidungen.

    Kino vs. Buch: Wer gewinnt?

    Die Folge stellt die zentrale Frage: Kann ein Film ein Buch jemals vollständig einfangen? Die Antwort: Nein – aber er kann es ergänzen. Während die Bücher Tiefe und Mythos bieten, schafft das Kino emotionale Intensität und visuelle Pracht. Doch wo Jackson Technik und Spektakel in den Vordergrund stellt, fehlt manchmal der Zauber der Vorlage. Ein besonderer Fokus liegt auf der Beziehung zwischen Bilbo und Thorin: Im Buch entwickelt sie sich langsam und subtil, im Film wird sie dramatischer inszeniert. Ist das notwendig für die Handlung – oder eine unötige Überhöhung?

    Kino als Erlebnis: Warum der große Bildschirm zählt

    Abschließend wird die Bedeutung des Kinos selbst diskutiert: Kino ist kein Streaming. Es zwingt den Zuschauer, sich hinzugeben – ohne Ablenkung, ohne Vor- und Zurückspulen. Gerade bei Fantasy-Filmen wie Der Herr der Ringe oder Der Hobbit entfaltet sich die Magie des Kinosaals erst richtig: Sounddesign, vertikale Kamerafahrten und die Unmittelbarkeit machen den Unterschied. Peter Jackson versteht es, den Zuschauer mitzureißen – selbst wenn nicht jede Szene perfekt gelingt.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie Tolkien Mittelerde erschaffen hat – und warum seine Sprachvielfalt so entscheidend ist.
    • Warum Peter Jacksons Filme polarisieren: Zwischen technischer Meisterleistung und dramaturgischen Schwächen.
    • Die Rolle von Andy Serkis‘ Gollum: Ein Meisterwerk der Schauspielkunst – oder eine übertriebene Darstellung?
    • Buch vs. Film: Wo die Adaptionen gelingen – und wo sie scheitern.
    • Kino als Medium: Warum der große Bildschirm für Fantasy-Filme unersetzlich ist.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von dir wichtigen Momenten in Tolkiens Werken und auch in Jacksons Verfilmungen. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 – Neoliberales Denken
    06:18 – Biere der Woche: Kehrwieder Gose Altes Land vs. Axiom Gose Purple Train
    16:49 – Tolkien und Peter Jackson
    26:22 – Aussprache der Tolkien-Wörter
    37:51 – Ab wann den Hobbit lesen?
    42:42 – Peter Jacksons Hobbit
    50:20 – Die Anforderungen einer Fantasy-Welt

    13 August 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 8 minutes
    VZ151 Medien in der Krise: Aktivismus und Gefälligkeit der 4. Gewalt

    Wie Medien in der Migrationskrise, der Corona-Pandemie und im Ukrainekrieg zwischen Aktivismus, Gefälligkeit und Verantwortung schwankten und immer noch schwanken.

    Medienkritik: Gefälligkeitsjournalismus und Aktivismus

    Die 4. Gewalt – die Medien – steht in der Kritik. Richard David Precht und Harald Welzer analysieren in ihrem Buch Die vierte Gewalt, wie Journalismus in Krisenzeiten oft in Gefälligkeitsjournalismus verfällt oder aktivistisch wird. Doch was bedeutet das konkret? Gefälligkeitsjournalismus meint die Tendenz, unangenehme Wahrheiten zu ignorieren, um Konflikte zu vermeiden oder bestimmte Narrative zu bedienen. Aktivismus hingegen beschreibt das Sich-Zu-Eigen-Machen von Themen und Haltungen und dadurch die gesellschaftliche Verantwortung als „4. Gewalt“ zu verraten.

    Die Migrationskrise 2015: Einseitige Berichterstattung und ihre Folgen

    2015 prägte der Satz „Wir schaffen das“ die deutsche Medienlandschaft. Die Berichterstattung war zunächst überwiegend positiv und betonte die Willkommenskultur. Doch kritische Stimmen – etwa zu Integrationsproblemen oder finanziellen Belastungen für Kommunen – fanden kaum Gehör. Erst nach der Silvesternacht in Köln kippte die Stimmung. Plötzlich rückte die Debatte um Sicherheit und Integration in den Fokus. Die Medien hatten sich zunächst zu sehr auf die politische Linie von Angela Merkel eingestimmt und die komplexen Realitäten ausgeblendet. Eine wichtige Frage bleibt: Haben Medien hier ihre Kontrollfunktion vernachlässigt?

    Corona-Pandemie: Wissenschaft, Politik und die Rolle der Medien

    In der Corona-Krise orientierten sich Medien stark an wissenschaftlichen Empfehlungen – vor allem an Stimmen wie Christian Drosten oder Karl Lauterbach. Doch diese Ausrichtung war nicht immer ausgewogen. Alternative Positionen, etwa von Hendrik Streeck oder Alexander Kekulé, wurden oft marginalisiert oder sogar lächerlich gemacht. Die Ständige Impfkommission STIKO stand plötzlich im Kreuzfeuer der Kritik, obwohl sie eigentlich für ihre evidenzbasierte Arbeit bekannt ist. Hier zeigt sich ein Dilemma: Sollten Medien in einer Krise Einigkeit vermitteln – oder Vielfalt abbilden, selbst wenn das Unsicherheit schafft?

    Ukrainekrieg: Zwischen öffentlicher Meinung und journalistischer Verantwortung

    Beim Ukrainekrieg wird den Medien vorgeworfen, zu einseitig zu berichten – diesmal jedoch nicht im Sinne von Gefälligkeit, sondern von Aktivismus. Viele Medien forderten mehr Waffenlieferungen oder härtere Sanktionen, während kritische Stimmen, die etwa eine diplomatische Lösung forderten, kaum Gehör fanden. Precht selbst geriet hier in die Kritik, als er früh eine Kapitulation der Ukraine ins Spiel brachte. Die Frage ist: Dürfen Medien Haltung zeigen und was bedeutet das überhaupt – oder müssen sie neutral bleiben, um den Diskurs offen zu halten?

    Twitter, Algorithmen und die Blasen der Meinungsbildung

    Social Media – besonders das ehemalige Twitter – hat die Medienlandschaft stark geprägt. Doch nicht zum Guten. Journalisten nutzten Twitter lange als Recherchetool, doch die Plattform spiegelte nie die gesamte Gesellschaft wider. Stattdessen entstand eine digitale Ethik, in der Aufmerksamkeit über Inhalt siegte. Die Medien haben sich hier oft selbst in die Falle begeben: Sie folgten den Trends, statt sie kritisch zu hinterfragen.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Gefälligkeitsjournalismus und Aktivismus die Medien in Krisenzeiten prägen.
    • Wie die Migrationskrise 2015 zeigte, dass Medien oft einseitig berichten – und wodurch dies korrigiert wurde.
    • Warum die Corona-Berichterstattung zeigt, dass Berichterstattung über wissenschaftliche Themen ein fundiertes Wissen erfordert und einzelne Menschen nicht Dir Wissenschaft sind.
    • Wie der Ukrainekrieg die Debatte über Haltungsjournalismus neu entfachte: Dürfen Medien Partei ergreifen?
    • Welche Rolle Social Media bei der Verzerrung der Medien-Realität spielt.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deiner Einschätzung: Haben Medien in Krisenzeiten zu viel Macht – oder zu wenig Mut?
    Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    30 July 2026, 10:00 pm
  • 27 minutes 18 seconds
    VZK44 Familie und Europa - von unwahrscheinlichen Traditionen und seltsamem Brauchtum

    Friesland oder Dithmarschen? Marzipan oder Brot ohne Salz? Eine Reise durch Brauchtum, kulinarische Traditionen und die Frage: Was hält Europa zusammen?

    Dithmarschen, Friesland und die Kunst der Abgrenzung

    Wer schon mal versucht hat, in Norddeutschland die geografischen und kulturellen Grenzen zwischen Dithmarschen, Nordfriesland, Ostfriesland und dem restlichen Friesland zu erklären, weiß: Das ist ein Unterfangen, das selbst Einheimische stutzen lässt. Die Ditmarscher – stolz und eigenwillig – beharren darauf, keine Friesen zu sein, während die Friesen ihrerseits Ditmarschen fast als Teil ihrer Region empfinden.

    Brauchtum: Wenn Traditionen lebendig werden

    Ob Vatertagsumzüge im Emsland oder das Boßeln in Dithmarschen: Brauchtum ist in Norddeutschland mehr als nur Folklore. Es ist ein Lebensgefühl, das Generationen verbindet. Doch während solche Traditionen auf dem Land noch hochgehalten werden, wirken sie in der Stadt oft befremdlich. Warum? Weil Brauchtum Authentizität und Gemeinschaft braucht, um zu funktionieren. Und die findet man am ehesten dort, wo die Menschen noch miteinander leben.

    Kulinarische Traditionen: Marzipan, Brot ohne Salz und die Geschichten dahinter

    Eine weitere norddeutsche Tradition ist Marzipan aus Lübeck; und es ist weltberühmt – doch wer glaubt schon, dass es aus einer Kriegs- und Krisenzeit stammt? Ähnlich verhält es sich mit dem salzfreien Brot aus Florenz, das heute noch als kulinarische Kuriosität gilt. Beide Produkte sind demnach Zeugnisse von Kreativität und Anpassungsfähigkeit in schwierigen Zeiten und zudem identitätsstiftend. Und sie zeigen: Europa ist nicht nur eine politische Union, sondern auch ein kulinarisches Abenteuer.

    Europäische Identität: Was hält uns zusammen?

    Was bedeutet es eigentlich, Europäer zu sein? Ist es die Geografie, die Geschichte, die Kultur – oder vielleicht einfach die Haltung? Die Diskussion über den Homo Europaeicus zeigt, wie schnell solche Begriffe in pseudowissenschaftliche und rassistische Narrative abgleiten können. Dabei geht es doch eigentlich um etwas ganz anderes: um die Vielfalt, die uns ausmacht – und die Gemeinsamkeiten, die uns verbinden.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Dithmarschen, Nordfriesland, Ostfriesland, Westfriesland: Warum die geographische Zuordnung im Norden so kompliziert ist – und was das über regionale Identität verrät.
    • Brauchtum und Traditionen: Von Vatertagsumzügen bis zu lokalen Festen – wie regionale Bräuche Europa prägen.
    • Kulinarische Traditionen: Warum Marzipan aus Lübeck und salzfreies Toskanabrot mehr als nur Lebensmittel sind.
    • Europäische Identität: Was bedeutet es, Europäer zu sein – und warum der Begriff „europäische Rasse“ problematisch ist.
    • Die EU und ihre Mitglieder: Wer gehört dazu, wer nicht – und ob Norwegen und die Schweiz trotzdem gut dastehen.

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    00:00 – Die Dithmarscher, die Friesen und die Emsländer
    06:25 – Lebensmittel aus Kriegs- und Krisenzeiten
    09:38 – Die Flucht meines Onkels (Die Geschichte mit der Seemine)
    15:20 – Nochmal Friesen-Bashing
    17:59 – Homo Europaeicus Faber

    16 July 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 5 minutes
    VZ150 Die 4. Gewalt: Medien zwischen Macht und Verantwortung

    Medienkritik, Gefälligkeitsjournalismus und die Rolle der vierten Gewalt – wie Journalismus Demokratie prägt oder untergräbt.

    Die vierte Gewalt: Wächter oder Mitläufer?

    Die vierte Gewalt – die Medien – soll als Kontrollinstanz gegenüber Politik, Wirtschaft und Justiz fungieren. Doch wie unabhängig ist der Journalismus heute wirklich? In dieser Folge analysieren wir, wie Medien zwischen Kritik und Gefälligkeit schwanken. Mit Blick auf die Debatten um Richard David Precht und Harald Welzer und ihr Buch Die 4. Gewalt fragen wir: Erfüllen die Medien ihre Rolle als Wächter der Demokratie – oder sind sie selbst Teil des Problems?

    Journalismus vs. Aktivismus: Wo liegt die Grenze?

    Sollen Medien neutral berichten oder klar Stellung beziehen? Die Diskussion um Journalismus und Aktivismus ist so alt wie die Presse selbst – und in Zeiten von Fake News und Polarisierung dringlicher denn je. Wir beleuchten, wie Medien mit diesen Herausforderungen umgehen und warum Gute Nachrichten genauso wichtig sind wie kritische Berichterstattung. Denn: Journalismus, der nur Skandale aufdeckt, ohne Lösungen aufzuzeigen, trägt zur Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas bei.

    Migrations- und Integrationskrise: Die Rolle der Medien

    Wie berichten Medien über komplexe Themen wie die Migrationskrise? Welche Verantwortung tragen sie, wenn es darum geht, Vorurteile abzubauen oder Lösungsansätze aufzuzeigen? In dieser Folge analysieren wir, wie Journalismus Brücken bauen kann – oder sie einreißt. Auch im Fokus: die Framing-Falle. Denn es macht einen Unterschied, ob von einer „Flüchtlingskrise“, einer „Migrationskrise“ oder einer „Integrationsherausforderung“ die Rede ist.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Medienkritik heute wichtiger ist denn je – und wie du als Hörer:in kritisch bleiben kannst.
    • Wie Richard David Precht und Harald Welzer die Rolle der Medien in der Gesellschaft sehen – und warum ihre Kritik am Gefälligkeitsjournalismus berechtigt ist.
    • Wo die Grenzen zwischen Journalismus und Aktivismus verlaufen – und warum diese Debatte so kontrovers ist.
    • Welche Verantwortung Medien in der Migrationskrise tragen – und wie sie durch Framing die öffentliche Meinung beeinflussen.
    • Warum Gute Nachrichten genauso ihren Platz haben wie kritische Berichte – wenn sie über simple Wohlfühl-Meldungen hinausgehen.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deiner Sicht auf die Medien heute. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 – Intro
    00:25 – Biere der Woche: Einbecker Winter-Doppelbock vs. Brewdog Falscher Apfel Frucht IPA
    12:20 – Lebensmittel lokal und regional
    18:19 – Schlechte Nachrichten oder Good News
    25:30 – Kritik an der Berichterstattung zur Migrations- und zur Integrationskrise
    34:40 – Die gute Nachricht
    48:10 – Die Rehabilitation der „Bild“
    50:11 – Das Buch über Die vierte Gewalt
    57:32 – Hinterzimmer-Journalismus
    64:02 – Fortsetzung folgt

    2 July 2026, 10:00 pm
  • 52 minutes 15 seconds
    VZK43 Kill your Darlings: Füllwörter, Sprache und Bier

    Füllwörter, Sprach-Gewohnheiten und Bierkultur: Wie „Kill your Darlings“ beim Sprechen, Schreiben und Genuss hilft

    Warum wir an Füllwörtern hängen

    In dieser Folge nehmen Jan und Gordian ihre eigenen Sprachgewohnheiten auseinander – vom lieb gewonnenen „Derweil“ aus Tolkiens „Herr der Ringe“ bis zu Füllwörtern wie „sozusagen“, „eigentlich“ und „quasi“. Sie fragen sich, welche Formulierungen längst aus der Zeit gefallen sind, trotzdem im aktiven Wortschatz kleben bleiben und warum genau diese sprachlichen „Darlings“ so schwer zu töten sind. Dabei geht es nicht um pedantische Sprachpolizei, sondern darum, bewusster zu sprechen, ohne die Spontaneität eines „Laberpodcasts“ zu verlieren.

    Kill your Darlings – beim Schreiben und Sprechen

    Ausgehend von einem Hörer:innen-Kommentar diskutieren die beiden, wie sich Lieblingswörter und Manierismen in Texte und Gespräche schleichen – und wie man sie beim Schreiben leichter entdeckt als im gesprochenen Wort. Während man Sätze am Bildschirm noch einmal glätten und Füllsel streichen kann, sind Versprecher und sprachliche Ticks im laufenden Gespräch nur schwer zu verhindern oder herauszuschneiden. Jan und Gordian reflektieren, wie viel Konzentration es braucht, im Podcast auf die eigene Sprache zu achten, während Bier, Gesprächsfluss und Humor gleichzeitig gepflegt werden wollen.

    Biergeschichte, Steuerlogik und Trinkkultur

    Parallel dazu bleibt es natürlich ein Podcast mit Craft Bier: Die beiden verkosten ein Baltic Porter von Kehrwieder. Von dort aus schlagen sie den Bogen zur Geschichte des Biers als hygienischem Alltagsgetränk, zur Hamburger Biertradition und zur Frage, warum der Staat bei Bier nicht den tatsächlichen Alkoholgehalt, sondern die Stammwürze besteuert. Dass Bier früher vor allem sicheres Trinkwasserersatz war und Kinder eher Dünnbier als Brunnenwasser bekamen, passt perfekt zur Leitfrage der Folge: Was steckt wirklich hinter Gewohnheiten – und welche Narrative erzählen wir uns darüber?

    Unterhaltung mit Haltung

    Zwischen Craftbier-Begeisterung, Sprachreflexion und kleinen historischen Exkursen bleibt genug Raum für Selbstironie: ob „Kill your Darlings“ auch für Cola mit Zitrone gilt, wie sehr man in die Kreation des Braumeisters eingreifen darf und wie wir ein Bier bewusst „abbeißen“… Wer Sprache liebt, seine eigenen Füllwörter kennt – und sie vielleicht trotzdem nicht ganz loslassen will – findet in dieser Folge gleichermaßen Bestätigung, Denkanstöße und ein paar sehr brauchbare Ausreden.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Füllwörter, lieb gewonnene Formulierungen und sprachliche Marotten so hartnäckig sind – und was „Kill your Darlings“ im Alltag wirklich bedeutet.
    • Wie sich Sprechen und Schreiben unterscheiden, wenn es darum geht, Lieblingsformulierungen zu erkennen, zu bearbeiten – oder bewusst stehen zu lassen.
    • Welche Rolle Biergeschichte, Stammwürze und Steuerlogik spielen und warum der Staat eher „Spaßpotenzial“ als Promille besteuert.
    • Wie man zwischen Craftbier, Plauderton und Sprachbewusstsein authentisch bleibt, ohne den Spaß am Laberpodcast zu verlieren.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren oder auf Bluesky von deinen liebsten Füllwörtern, Sprach-Ticks und „Darlings“, die du einfach nicht lassen kannst. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 – Baltikum
    03:41 – Biere der Woche: Tallinn Baltic Porter
    09:49 – Der Wille des Braumeisters
    14:24 – Trinkkultur
    23:19 – Füllwörter und wie sie sich vermeiden lassen
    35:18 – Die Geschichte von Arthur Guinness

    18 June 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 6 minutes
    VZ149 Schulsport - Zwischen Demütigung und Bewegungslust

    Schulsport ist ein Brennglas für unsere Gesellschaft: Wettkampf und Bundesjugendspiele, Demütigung und Versagen – ein ehrliches Gespräch über Frust, Solidarität und bessere Bildung

    Wir starten wie immer mit zwei Bieren: dem Landgang Pils der Langang-Brauerei und dem Bio-Zwickel von Stiegel. Ansonsten sprechen wir in dieser Folge über Schulsport: zwischen gesundem Bewegungsangebot, fragwürdiger Leistungslogik und offener Demütigung im Namen der Noten. Ausgehend von unseren persönlichen Erfahrungen und Kindern von heute im Sportunterricht fragen wir, warum sich das Grundkonzept des Schulsports seit Jahrzehnten kaum verändert hat. Statt Lust auf Bewegung zu wecken, produziert der Pflichtunterricht für viele Kinder Frust, Angst und lebenslange Abneigung gegen Sport.

    Sport vs. Bewegung: Warum Wettbewerb nicht alles ist

    Wir unterscheiden klar zwischen Sport als Wettkampf und Bewegung als lebenslangem Gesundheitsfaktor. Radfahren, Schwimmen oder Yoga stehen für eine Form von Bewegung, die nicht zwingend auf Höchstleistung und Vergleich angelegt ist, sondern auf Wohlbefinden, Selbstfürsorge und Gemeinsamkeit. Dem gegenüber steht der klassische Schulsport, der weiterhin vielfach auf „höher, weiter, schneller“ setzt und vor allem misst, wer welche Normwerte erreicht – statt zu vermitteln, wie sich Bewegung gut anfühlt und die individuelle Entwicklung als Leistung betrachtet.

    Demütigung, Frust und Ausschluss im Sportunterricht

    Wir beleuchten, wie schnell Schulsport zur Bühne für Demütigung und Ausschluss werden kann. Wer beim Turnen, in der Leichtathletik oder beim Schwimmen nicht mithalten kann, erlebt sich vor der Klasse sichtbar scheiternd – oft trotz bemühter Lehrkräfte. Das „Hassfach“ Sport fördert so depressive Grundstimmungen, Rückzug oder Clownereien als Schutzmechanismus. Besonders problematisch: Die Situation selbst produziert Scham, ganz unabhängig davon, ob Mitschüler:innen aktiv mobben.

    Schulbehörde, Kultusministerien und das alte Leistungsdenken

    Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf den Vorgaben von Schulbehörden und Kultusministerien, die weiterhin starre Leistungskriterien und Messwerte im Sport einfordern. Wir kritisieren dieses System als unmenschlich, weil es Solidarität, Teamgeist und individuelle Entwicklung kaum abbildet, sondern Kinder in „können“ und „nicht können“ sortiert. Statt Bewegung zu lieben und als Ressource fürs Leben zu entdecken, lernen viele nur, dass sie „nicht gut genug“ sind – mit Folgen, die weit über die Schulzeit hinausreichen.

    Wie ein anderer Schulsport aussehen könnte

    Trotz aller Kritik bleibt die Folge konstruktiv: Schulsport wird als grundsätzlich sinnvoll beschrieben – allerdings nur, wenn er sich deutlich an positiven Aspekten von Sport orientiert. Dazu gehören Teamplay, gegenseitige Unterstützung, sichere Grenzerfahrungen und ein Verständnis von Leistung, das sich an persönlichem Fortschritt statt an starren Normtabellen orientiert. Wir skizzieren die Vision eines Sportunterrichts, der Kinder stärkt, statt sie zu brechen, und der Bewegung als Lebenskompetenz vermittelt – nicht als selektiven Wettkampf unter Aufsicht der Schulbehörde.

    In dieser Folge erfährst du:

    • warum viele Menschen Schulsport als demütigend, frustrierend und ausschließend in Erinnerung haben.
    • wie Schulbehörden und Kultusministerien mit ihren Vorgaben das Leistungsdenken im Sportunterricht prägen.
    • was der Unterschied zwischen Sport als Wettkampf und Bewegung als lebenslangem Gesundheitsanker ist.
    • welche Rolle Teamgeist, Solidarität und sichere Grenzerfahrungen im idealen Sportunterricht spielen könnten.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deinen Erfahrungen mit Schulsport, Wettkampf und Bewegung. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 – Intro
    00:16 – Biere der Woche: Bio-Zwickel von Stiegl vs. Landgang Pils von Landgang
    10:49 – Hamburg und der Sport
    13:38 – Schulsport und Frust
    18:26 – Turnvater Jahn
    25:04 – Pädagogische Konzepte
    32:41 – Zahlen, Daten, Werte
    45:29 – Anekdote Bundesjugendspiele

    4 June 2026, 10:00 pm
  • 45 minutes 33 seconds
    VZU15 Unser Hamburg Hafen Craftbeer Crawl - Teil 3

    Wir ziehen weiter durch Hamburg: Über die Reeperbahn zur Astra St. Pauli Brauerei – zwischen Craftbeer, Touristen und Kiez. Der dritte und letze Teil der Aufnahme unseres Crawls

    Wie alle Unterwegs-Folgen ist in dieser Bonusfolge die Tonqualität eingeschränkt.

    Zwischen Hafen, Kiez und Astra

    In dieser abschließenden Folge unseres Craft Beer Crawls entlang des Hamburger Hafens und der Reeperbahn wird aus einem Brauereibesuch schnell ein Gespräch über Hamburger Bierkultur, Markenmythen und die besondere Rolle von Astra. Die Folge verbindet Alltagsbeobachtung, Stadtwissen und spontane Verkostung zu einer Folge, die weit über klassisches Craft-Beer-Tasting hinausgeht. Im Zentrum stehen Hamburg und die Frage, wie eng Orte, Produkte und Stadtidentität miteinander verknüpft sind. ​

    Wir sprechen darüber, dass Astra in Hamburg lange weniger wegen seiner Braukunst als wegen seiner markanten Werbekampagnen präsent war. Gerade diese Mischung aus frechem Ton, Kiez-Nähe und lebensnaher Bildsprache macht die Marke bis heute interessant. Gleichzeitig geht es um Geschmacksfragen: Mit einem Session IPA und einem Doppelbock entsteht eine Folge, die Genuss, Popkultur und urbane Selbstbeschreibung zusammenbringt.

    Stadtteilwissen mit Haltung und Humor

    Besonders stark wird die Episode dort, wo sie von der Bierkarte in die Stadtgeschichte kippt. Ausgehend von den Hamburger Bezirken wie Harburg, Bergedorf, Altona oder Eimsbüttel entfaltet sich ein lebendiges Gespräch über Hamburger Bezirke, Stadtteile und Viertel. Wir diskutieren, warum Hamburger eher in Stadtteilen und Vierteln denken als in Bezirken, wie Begriffe wie Komponistenviertel oder Generalsviertel entstanden sind und weshalb solche Bezeichnungen manchmal ziemlich willkürlich wirken. Auch Pinneberg, Elmshorn und Winsen an der Luhe tauchen als Bezugspunkte auf, wenn es um den Blick von außen auf Hamburg und den typischen Stadt-Land-Gegensatz geht.

    Dazu kommen persönliche Erinnerungen an das Nachtleben auf dem Kiez, an die letzte Bahn, durchgemachte Nächte und an jene typischen Küchengespräche, die oft spannender sind als der Rest der Party. Genau darin liegt die Stärke dieser Folge: Sie ist nicht nur ein Hamburg-Podcast über Craft Beer, sondern auch ein Gespräch über urbane Identität, regionale Codes, Milieus und die Frage, wie Städte sich selbst erzählen. Wer sich für Hamburg – stellvertretend für viele Großstädte -, Kiez, Stadtteilgeschichte, Kultur und spontane, kluge Gespräche interessiert, bekommt hier eine Folge mit lokaler Farbe, Humor und historischem Tiefgang. ​

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Astra in Hamburg stärker über Haltung, Kiez-Image und Werbung wirkt als nur über das Bier. ​
    • Wie sich IPA und Doppelbock in der Verkostung unterscheiden und welche Geschmacksbilder dabei entstehen. ​
    • Warum Hamburger eher in Stadtteilen und Vierteln denken als in Bezirken. ​
    • Weshalb ein Craft Beer Crawl am Hafen plötzlich zu einem Podcast über Stadtgeschichte, Identität und Alltagskultur wird. ​

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder Bluesky von deinem liebsten Kiez-Moment zwischen Nachtleben und Kneipen, Stadt und Umland. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj
    Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628
    Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts
    Diskutiert mit uns auf Bluesky: https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social

    00:00 – Intro
    02:19 – Astra Brauerei auf dem Kiez
    09:37 – Astra Craft Beer
    15:46- Session IPA vs. Doppelbock
    22:17 – Wertschätzung
    26:14 – Lieblingsfrüchte
    30:46 – Elmshorn, Pinneberg und Winsen/Luhe
    34:28 – Bezirke, Stadtteile und Viertel

    21 May 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 5 minutes
    VZ148 Pläne, Karten und die Digitalisierung unserer Welt

    Wie wir mit Karten und Plänen unsere Welt verändern: Eine Folge über Digitalisierung, Gamification, Überwachung von Draußen und Drinnen und einen Staubsaugroboter, der mehr Fragen aufwirft als er löst

    Karten, Wege und digitale Bequemlichkeit

    Nach unserer obligatorischen Bierverkostung dreht sich in dieser Folge vieles um die Frage, wie uns digitale Helfer den Alltag wirklich erleichtern — und wo sie uns in neue Abhängigkeiten führen. Ausgangspunkt ist eine Mischung aus Wandern und Karten-Apps und der Erfahrung, dass Karten mehr sind als nur Orientierungshilfen – sie spiegeln unsere Gesellschaft, ihre Werte und ihre Digitalisierung wider. Es geht um Daten, Plattformen und Geschäftsmodelle. Besonders spannend ist dabei der Blick auf Komoot und das alternative, community-basierte Kartensystem OpenStreetMap.

    Gamification im Harz

    Ein zweiter Schwerpunkt ist das Wandern im Harz und die dortige Gamification-Kultur: Stempelhefte, Wanderabzeichen und clevere Wege, um Touren spielerisch zu strukturieren. Die Folge zeigt, wie solche Systeme Menschen in Bewegung bringen, Familien organisieren und auch bei Kindern erstaunlich gut funktionieren.

    Staubsaugroboter, China und Standards

    Gordian hat einen neuen Saug- und Wischroboter und wir stellen Fragen nach Komfort, Datenschutz, chinesischen Produkten und europäischen Standards. Der Roboter wird nicht nur als Haushaltshelfer beschrieben, sondern als Symptom einer größeren Entwicklung: Technik nimmt Arbeit ab, erzeugt aber zugleich neue Abhängigkeiten, neue Datenflüsse und neue Unsicherheiten. Die Folge streift dabei auch Prüfverfahren und die Frage, ob Produkte hierzulande wirklich ausreichend kontrolliert werden.

    Dazu kommen Verweise auf Nico Semsrott, auf die PRÜF-Demos und auf den Leitsatz „Prüfen rettet übrigens Leben“, der die sehr deutsche Eigenart, Dinge zu prüfen, auch auf politische Parteien ausweitet.

    Internet, Regeln und Verantwortung

    Die Folge landet bei Tim Berners-Lee, beim Gedanken des universellen Netzes und bei der Frage, wie offen technologische Systeme eigentlich gedacht waren — und wie sehr Konzerne, Plattformen und Geschäftsinteressen diesen Anspruch inzwischen umformen. Nicht alles, was bequem ist, ist auch folgenlos. Die Episode verbindet Alltagsbeobachtung, Medienkritik und Kulturgeschichte mit einer gesunden Skepsis gegenüber technischer Selbstverständlichkeit.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie Kartensysteme wie OpenStreetMap und Komoot das Wandern in der Natur verändern.
    • Warum Gamification auch Draußen und gerade auch für Kinder so gut funktioniert.
    • Was ein Staubsaugroboter über Datenschutz, Standards und chinesische Produkte verrät.
    • Warum Prüfen, Regulieren und kritisches Denken auch in der Politik zentral bleiben.
    • Welche Rolle Tim Berners-Lee und das „universelle Internet“ in der Debatte spielen.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube. Teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deinen eigenen Technik-Erfahrungen zu Hause oder unterwegs. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 Intro
    00:17 Biere der Woche: Wildwuchs Extreme vs. Barbarossa i am Grutbier
    15:27 Gamification im Harz
    25:02 Maps-Apps
    35:38 Staubsaugroboter
    47:01 Chinesische Standards
    49:39 Die PRÜF-Demos und Nico Semsrott
    55:09 Das universelle Internet
    59:28 Digital überall

    7 May 2026, 10:00 pm
  • 48 minutes 54 seconds
    VZU14 Hamburg Hafen Craftbeer Crawl - Teil 2

    Vom Überquell zum Braustädtchen am Fischmarkt: Erlebt mit uns den 2. Teil des lebendigen Craftbeer-Crawls durch Hamburgs Hafen! Wir tauchen ein in Bierkultur und reden über Fischmarkt, Elbe, Touristen, Biertouren und Politik.

    Ein Tag im Zeichen von Craftbeer und Hafen – Unser Craftbeer Crawl geht weiter

    Im Sommer 2025 machten wir uns auf den Weg zu unserem Hamburg Hafen Craftbeer Crawl. Unsere Route führte uns entlang des Hafens zu ausgewählten Brauereien und Kneipen, wo wir frische Eindrücke direkt ins Mikrofon sprachen. Dieses Mal: Vom Überquell, einer echten Craftbeer-Brauerei mitten in Hamburg, zum Braustädtchen, der Craft Beer Location am Fischmarkt.

    Überquell: Mehr als nur Bier

    Im zweiten Teil unseres Hamburg Hafen Craftbeer Crawls landen wir im Überquell, einer lebendigen Craftbeer-Brauerei in den alten Riverkassematten direkt am Hafen. Das Überquell ist bekannt für seine grellen Farben, lauten Biernamen wie „Bambule“, „Palim Palim“ und „Super Duper“ und eine Atmosphäre, die einfach etwas „drüber“ ist – im besten Sinne. Hier trifft man auf Hamburger und Touristen, die gemeinsam die Vielfalt der Craftbeer-Szene schätzen. Besonders beliebt: die hausgemachte Pizza, die perfekt zum Bier passt. Doch Überquell ist nicht nur ein Ort für Bierliebhaber, sondern auch ein Treffpunkt für alle, die das besondere Flair des Hamburger Hafens erleben möchten. Wir lassen wir uns beraten, probieren New Zealand Hazy IPA und ein Franzbrötchen-Stout und sezieren Geschmack, Hopfen und Malz im Detail. Wir erzählen, warum das Überquell für uns nicht nur wegen des Biers, sondern auch wegen seiner Events – vom Eisstockschießen bis Afterwork – ein Fixpunkt in der Hamburger Craft-Beer-Szene ist.

    Franzbrötchen im Glas & auf dem Teller

    Das Franzbrötchen-Stout ist tatsächlich ein Höhepunkt, den wir als „Offenbarung an Malz“ feiern: vom karamelligen Schaum bis zu süßen und würzigen Malznoten. Daraus entspinnt sich ein längerer Exkurs über die Hamburger Franzbrötchen-Kultur – von „klitschigem“ Hefeteig über Zimt-Zucker-Mischungen bis hin zu Mini-Franzbrötchen am Stiel und Pflaumen-Franzbrötchen vom Kiez-Bäcker. Zwischen Bierglas und Gebäck diskutieren wir, wie sehr Kindheits-Erfahrungen, Marmeladen und Obstsorten unseren Geschmack prägen – inklusive Geständnissen, welche Früchte wir pur nicht mögen, aber als Aroma im Craft Beer lieben.

    Erdbeere, Integration und die radikale Apfelfront

    Ausgehend von der biologischen Tatsache, dass die Erdbeere streng genommen eine Nuss ist, greifen wir einen Aufruf für Integration auf: „Sei wie die Erdbeere“. Sie wird akzeptiert, obwohl sie nicht ins Schema passt. Von dort aus schlagen wir den Bogen zur „radikalen Apfelfront“, rechten Symboliken, politischer Satire und zur PARTEI rund um Martin Sonneborn, der im Europaparlament mit ironischer Aufklärung zeigt, wie Europa funktioniert. Wir sprechen darüber, warum klar gekennzeichneter Bias ehrlicher ist als Pseudo-Neutralität à la „Fair and Balanced“ und wieso Satire helfen kann, komplexe politische Strukturen verständlicher zu machen.

    Braustädtchen am Fischmarkt: Craft-Beer-Oase mit Melancholie

    Danach zieht unser Crawl weiter ins Braustädtchen direkt am Fischmarkt. Dort treffen wir auf einen hervorragend sortierten Craft-Beer-Laden mit Tasting-Events, Bierführungen und einem Sortiment von Bille-Brew bis Barbarossa-Grutbier, der leider zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon nicht mehr existiert. Wir kosten uns durch Helles Landbier, Wiener Lager, alkoholfreies „Miami Grove“-Pale Ale und Biere von Sudden Death und Kehrwieder und reden über die Frage, was ein gutes Alltagsbier ausmacht.

    Touristen, Biertouren und Abschiedsstimmung am Hafen

    Es kommt auch eine 25-köpfige Bier-Stadtführung vom St.-Pauli-Tour-Office ins Braustädtchen, was uns Gelegenheit gibt, über Biertourismus, Touristenströme und Hamburg als Bierstadt nachzudenken. Gleichzeitig schwingt ein Schwanengesang mit: Wir verabschieden uns von einer weiteren Hamburger Craft-Beer-Adresse und erinnern uns an Tastings in anderen Läden wie „Beyond Beer“. Am Ende bleibt der Mix aus Hafengeruch, Elbe, Fischmarkt, Touristen, Craft Beer und der Erkenntnis, dass Genuss, Stadtgeschichte und Politik erstaunlich gut zusammen in ein Glas passen.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum das Überquell mit New Zealand Hazy IPA und Franzbrötchen-Stout mehr als nur eine Brauerei ist – es ist ein Erlebnis!
    • Wie sich die Craftbeer-Kultur in Hamburg entwickelt und wer sie prägt.
    • Wie aus der Erdbeere ein Bild für Integration, Anti-Rassismus und gegen rechte Politik wird.
    • Welche Rolle der Fischmarkt und der Hafen für die lokale Bier- und Kneipenkultur spielen und was das Braustädtchen am Fischmarkt so besonders machte
    • Warum Touristen und Einheimische gleichermaßen von der lebendigen Atmosphäre begeistert sind und welche Anekdoten und Geschichten wir so auf unserem Crawl erleben konnten

    Wenn du mit uns weiter durch Hamburg und die Craft-Beer- und Gesellschafts-Bubble streifen willst, abonniere unseren Podcast in deiner Lieblings-App, lass uns eine Bewertung da und teil diese Folge mit Menschen, die Hamburg, Hafen, Elbe und gutes Bier genauso spannend finden wie du.

    00:00 – Intro
    00:02 – Überquell
    28:29 – Intermezzo
    31:26 – Braustädtchen

    23 April 2026, 10:00 pm
  • VZ147 Die KI, die KI, die hat immer recht! – Wie Mensch und KI zusammenwachsen, oder doch nicht

    Taucht mit uns ein in die Welt der Craftbier-Kultur, KI-Perspektiven und gesellschaftlichen Debatten: Trends von der Smart Country Convention, Ray Kurzweils optimistische KI-Sicht und Yuval Noah Hararis entscheidender Menschheits-Aspekt im Gespräch.

    Craftbier-Kultur: Alkoholfrei und innovativ

    Die Folge startet wie gewohnt mit zwei Glas in der Hand: Wir verkosten ein alkoholfreie IPA von Fuerst Wiacek und dem Flensburger Strandlager – zwei Versuche, die Bierkrise zu überstehen, als Crafter und als Traditions-Brauerei.

    Faktencheck, Medien und KI-Redaktionen

    Ausgehend davon, dass der #vzzzPodcast grundsätzlich keine verlässlichen Fakten liefert, sondern für starke Thesen und unsichere Aussagen steht, diskutieren wir, wie sinnvoll nachgelagerte Korrekturen sind – und wo sie zur Kapitulation der Argumentation verkommen. Wir skizzieren das Ideal einer laufenden Faktencheck-Redaktion, die Debatten in Echtzeit prüft – und fragen, ob genau hier Künstliche Intelligenz helfen könnte.

    Smart Country Convention: Mehr KI-Setup statt KI-Glaube?

    Ein zentraler Part der Folge sind die Erlebnisse auf der Smart Country Convention in Berlin, einer Messe rund um Digitalisierung von Staat und Verwaltung. Hier gab es einen inspirierenden Workshop zum Einsatz von KI. Wir diskutieren Prompt-Bibliotheken, Unternehmens-Policies, Datenschutz und die Frage, ob sensible Verwaltungs- oder Firmendaten wirklich bei US-Techkonzernen gut aufgehoben sind.

    Und dann sind wir schon wieder drin im KI-Thema: Nimmt uns die KI die Jobs weg – oder füllt sie nur Lücken, die der demografische Wandel ohnehin reißt? Wir sezieren Umfragen, in denen 25% Angst vor Jobverlust haben, und zeigen, wie wenig solche Prozent-Zahlen ohne Kontext aussagen.

    Ray Kurzweil, Singularität & Transhumanismus

    Wir beleuchten die Visionen von Ray Kurzweil und eine ganz andere Perspektiv die uns Yuval Noah Harari in seiner Buch-Reihe Unstoppable Us anbietet. Wie verändert KI unser Leben, und wo liegen die Grenzen der Technologie?

    Kurzweils Optimismus scheint grenzenlos: allgemeine KI, Verschmelzung von Mensch und Maschine, Pillencocktails zur Lebensverlängerung und die Hoffnung auf Unsterblichkeit. KI wie auch das ewige Leben entstammen einer Traditionslinie der Literatur, die beide mehr als Fluch, nicht als Heilsversprechen zeichnet. Geht dieser Optimismus hier nicht mit einem Mangel an historischer und literarischer Bildung einher?

    Harari hingegen beschreibt in seinen Büchern die „Superfähigkeit“ des Menschen, Geschichten zu erzählen – Mythen, Religionen, Ideen, Ideologien. Vom römischen Reich bis zu modernen Demokratien sind es Erzählungen, die Rechtsräume, Werte, Zugehörigkeit und Gesellschaften stiften. Dies ist eine Fähigkeit, die der KI bisher weder zugesprochen noch abverlangt wird. Daraus entsteht die tröstliche These, dass KI uns im Kern – als erzählende, mythenbildende Wesen – nicht völlig ersetzen kann.

    Ab ins Brain Gym!

    Aber wie sieht dann die Zukunft mit KI aus? Wenn früher Menschen bei ihrer Arbeit viel Muskelkraft brauchten, ist dies mit heutigen Maschinen nur noch selten nötig und die Muskulatur hat sich zurück gebildet. Untersuchungen zeigen, dass das Gehirn ähnlich funktioniert. Wer sich jahrelang nur mit Navi fortbewegt, verliert irgendwann sein innere Navigationsfähigkeit. Wer jahrelang die KI nutzt, wird wohl noch ganz andere kognitive Fähigkeiten abbauen. Wird es bald – wie die heutigen Fitness-Studios – auch Brain Gyms geben, die unser Gehlrn in Schwung halten?

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie alkoholfreie Craftbiere die Bierkultur verschieben,
    • warum KI nicht immer die richtige Antwort ist – und was das für uns bedeutet.
    • Warum Ray Kurzweil und Yuval Noah Harari unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft der Menschheit bieten.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube. Teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns auf YouTube oder auf Bluesky von deinen Einschätzung zur Zukunft der KI. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 – Flensburger Strand-Lager vs. Fuerst Wiacek Slay all day IPA AF
    11:22 – Faktencheck für Flensburg und Kopenhagen
    16:45 – Die Smart Country Convention und die KI
    29:16 – Jobverlust und KI
    33:52 – Ray Kurzweil Super-Optimist
    36:53 – …und die Unsterblichkeit
    42:56 – Hararis Unstoppable Us
    52:50 – Die Fakten der KI
    59:03 – Brain Training
    63:56 – Butler’s Revolution

    9 April 2026, 10:00 pm
  • 23 minutes 54 seconds
    VZU13 Unser Hamburg Hafen Craftbeer Crawl - Teil 1

    Wir ziehen durch Hamburg: Von der Elbphilharmonie in der Hafencity zum Blockbräu an den Landungsbrücken – zwischen Craftbeer, Touristen und Hafenatmosphäre.

    Unterwegs am Hamburger Hafen

    Im Sommer 2025 sind wir zu unserem „Hamburg Hafen Craftbeer Crawl“ aufgebrochen – ein Unterwegs-Projekt mit mehreren Stationen entlang des Hafens – Mikro in der Hand und Bier im Glas. Wir kehren an ausgewählten Spots ein, probieren Biere und sprechen unsere Eindrücke direkt vor Ort ein. Die Route führte uns von der Elbphilharmonie über die Landungsbrücken bis hin zu weiteren Brau-Orten – immer zwischen Hafenromantik, Touri-Trubel und der Frage: Wo schmeckt’s wirklich gut?

    Elbphilharmonie & der schwindende Störtebeker-Glanz

    Erste Station: die „Bar“ in der Elbphilharmonie, die heute eher ein Café mit reduziertem Störtebeker-Ausschank ist. Die Enttäuschung zur Location war groß: wenige Biere am Hahn, viel Wind, viel Lärm, kaum Atmosphäre zum Aufnehmen. Wir probieren trotzdem – Atlantic Ale und Helles von Störtebeker – und sprechen darüber, warum die Biere solide, aber gerade im Hellen etwas malzbetonter und weniger sommerlich-frisch daherkommen.

    Blockbräu: Zwischen Touristenfalle und echter Hafenliebe

    Richtig los geht der Craftbeer-Teil dann im Blockbräu direkt an den Hamburger Landungsbrücken, der Braugastronomie aus dem Reich der Familie Block (Block House, Jim Block, L’Osteria). Wir erzählen, wie Blockbräu als großes Blockhaus mit eigener Brauerei funktioniert, warum hier keine komplett wilden Craftbier-Experimente passieren, aber dafür verlässliche, gut trinkbare Biere im kleinen Stil. Bei trübem Hellen mit zurückhaltender Hopfung analysieren wir Schaum, Malz, Hopfenprofil und wie sich Aroma und Fruchtigkeit vom ersten Schluck bis zum letzten Viertel im Glas verändern. Natürlich geht es auch um die Landungsbrücken selbst: Wir mögen den Hamburger Hafen, sprechen aber offen darüber, wie schnell die Gegend zur Touristenkulisse mit Raddampfer-Attrappe, Kleinkünstlern und Fotospots werden kann. Dazu gibt es eine herrlich absurde Anekdote von Jan. Wir sprechen über Gentrifizierung, Kunstszene und Hafenrandlage und darüber, wie sehr sich Hamburg gerade städtebaulich verändert. Wer Hafen, Bier, Architektur und urbane Transformation mag, bekommt eine Folge, die Lust auf einen eigenen Craftbeer-Spaziergang entlang von Hafencity, Elbphilharmonie und Landungsbrücken macht.

    In dieser Episode erfährst du:

    • wie unser Hamburg Hafen Craftbeer Crawl entstanden ist – von der Idee bis zur Route an der Elbe
    • warum der Störtebeker-Ausschank in der Elbphilharmonie heute nur ein Provisorium ist
    • wie Blockbräu als Teil der Familie-Block-Gastrowelt funktioniert und welche Biere dort gebraut werden.
    • was den Hafen zwischen Touristenfalle, Raddampfer-Kitsch und echter Hamburger Stimmung ausmacht
    • wie die Hafencity für Wikipedia dokumentiert wird, was hinter Projekten wie dem Holzhochhaus „Roots“ und der „Botschaft der Wildtiere“ steckt und was das über Hamburgs Wandel erzählt.

    Wenn dir unser Hamburg Hafen Craftbeer Crawl zwischen Elbphilharmonie und Blockbräu an den Landungsbrücken und Touristenbeobachtungen gefällt, abonnier unseren Podcast in deiner Lieblings-App, gib uns eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts und teil diese Folge mit Menschen, die Hamburg, Bierkultur und urbane Geschichten genauso lieben wie wir.

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    26 March 2026, 11:00 pm
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