• 1 hour 5 minutes
    VZ148 Pläne, Karten und die Digitalisierung unserer Welt

    Wie wir mit Karten und Plänen unsere Welt verändern: Eine Folge über Digitalisierung, Gamification, Überwachung von Draußen und Drinnen und einen Staubsaugroboter, der mehr Fragen aufwirft als er löst

    Karten, Wege und digitale Bequemlichkeit

    Nach unserer obligatorischen Bierverkostung dreht sich in dieser Folge vieles um die Frage, wie uns digitale Helfer den Alltag wirklich erleichtern — und wo sie uns in neue Abhängigkeiten führen. Ausgangspunkt ist eine Mischung aus Wandern und Karten-Apps und der Erfahrung, dass Karten mehr sind als nur Orientierungshilfen – sie spiegeln unsere Gesellschaft, ihre Werte und ihre Digitalisierung wider. Es geht um Daten, Plattformen und Geschäftsmodelle. Besonders spannend ist dabei der Blick auf Komoot und das alternative, community-basierte Kartensystem OpenStreetMap.

    Gamification im Harz

    Ein zweiter Schwerpunkt ist das Wandern im Harz und die dortige Gamification-Kultur: Stempelhefte, Wanderabzeichen und clevere Wege, um Touren spielerisch zu strukturieren. Die Folge zeigt, wie solche Systeme Menschen in Bewegung bringen, Familien organisieren und auch bei Kindern erstaunlich gut funktionieren.

    Staubsaugroboter, China und Standards

    Gordian hat einen neuen Saug- und Wischroboter und wir stellen Fragen nach Komfort, Datenschutz, chinesischen Produkten und europäischen Standards. Der Roboter wird nicht nur als Haushaltshelfer beschrieben, sondern als Symptom einer größeren Entwicklung: Technik nimmt Arbeit ab, erzeugt aber zugleich neue Abhängigkeiten, neue Datenflüsse und neue Unsicherheiten. Die Folge streift dabei auch Prüfverfahren und die Frage, ob Produkte hierzulande wirklich ausreichend kontrolliert werden.

    Dazu kommen Verweise auf Nico Semsrott, auf die PRÜF-Demos und auf den Leitsatz „Prüfen rettet übrigens Leben“, der die sehr deutsche Eigenart, Dinge zu prüfen, auch auf politische Parteien ausweitet.

    Internet, Regeln und Verantwortung

    Die Folge landet bei Tim Berners-Lee, beim Gedanken des universellen Netzes und bei der Frage, wie offen technologische Systeme eigentlich gedacht waren — und wie sehr Konzerne, Plattformen und Geschäftsinteressen diesen Anspruch inzwischen umformen. Nicht alles, was bequem ist, ist auch folgenlos. Die Episode verbindet Alltagsbeobachtung, Medienkritik und Kulturgeschichte mit einer gesunden Skepsis gegenüber technischer Selbstverständlichkeit.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie Kartensysteme wie OpenStreetMap und Komoot das Wandern in der Natur verändern.
    • Warum Gamification auch Draußen und gerade auch für Kinder so gut funktioniert.
    • Was ein Staubsaugroboter über Datenschutz, Standards und chinesische Produkte verrät.
    • Warum Prüfen, Regulieren und kritisches Denken auch in der Politik zentral bleiben.
    • Welche Rolle Tim Berners-Lee und das „universelle Internet“ in der Debatte spielen.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube. Teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deinen eigenen Technik-Erfahrungen zu Hause oder unterwegs. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 Intro
    00:17 Biere der Woche: Wildwuchs Extreme vs. Barbarossa i am Grutbier
    15:27 Gamification im Harz
    25:02 Maps-Apps
    35:38 Staubsaugroboter
    47:01 Chinesische Standards
    49:39 Die PRÜF-Demos und Nico Semsrott
    55:09 Das universelle Internet
    59:28 Digital überall

    7 May 2026, 10:00 pm
  • 48 minutes 54 seconds
    VZU14 Hamburg Hafen Craftbeer Crawl - Teil 2

    Vom Überquell zum Braustädtchen am Fischmarkt: Erlebt mit uns den 2. Teil des lebendigen Craftbeer-Crawls durch Hamburgs Hafen! Wir tauchen ein in Bierkultur und reden über Fischmarkt, Elbe, Touristen, Biertouren und Politik.

    Ein Tag im Zeichen von Craftbeer und Hafen – Unser Craftbeer Crawl geht weiter

    Im Sommer 2025 machten wir uns auf den Weg zu unserem Hamburg Hafen Craftbeer Crawl. Unsere Route führte uns entlang des Hafens zu ausgewählten Brauereien und Kneipen, wo wir frische Eindrücke direkt ins Mikrofon sprachen. Dieses Mal: Vom Überquell, einer echten Craftbeer-Brauerei mitten in Hamburg, zum Braustädtchen, der Craft Beer Location am Fischmarkt.

    Überquell: Mehr als nur Bier

    Im zweiten Teil unseres Hamburg Hafen Craftbeer Crawls landen wir im Überquell, einer lebendigen Craftbeer-Brauerei in den alten Riverkassematten direkt am Hafen. Das Überquell ist bekannt für seine grellen Farben, lauten Biernamen wie „Bambule“, „Palim Palim“ und „Super Duper“ und eine Atmosphäre, die einfach etwas „drüber“ ist – im besten Sinne. Hier trifft man auf Hamburger und Touristen, die gemeinsam die Vielfalt der Craftbeer-Szene schätzen. Besonders beliebt: die hausgemachte Pizza, die perfekt zum Bier passt. Doch Überquell ist nicht nur ein Ort für Bierliebhaber, sondern auch ein Treffpunkt für alle, die das besondere Flair des Hamburger Hafens erleben möchten. Wir lassen wir uns beraten, probieren New Zealand Hazy IPA und ein Franzbrötchen-Stout und sezieren Geschmack, Hopfen und Malz im Detail. Wir erzählen, warum das Überquell für uns nicht nur wegen des Biers, sondern auch wegen seiner Events – vom Eisstockschießen bis Afterwork – ein Fixpunkt in der Hamburger Craft-Beer-Szene ist.

    Franzbrötchen im Glas & auf dem Teller

    Das Franzbrötchen-Stout ist tatsächlich ein Höhepunkt, den wir als „Offenbarung an Malz“ feiern: vom karamelligen Schaum bis zu süßen und würzigen Malznoten. Daraus entspinnt sich ein längerer Exkurs über die Hamburger Franzbrötchen-Kultur – von „klitschigem“ Hefeteig über Zimt-Zucker-Mischungen bis hin zu Mini-Franzbrötchen am Stiel und Pflaumen-Franzbrötchen vom Kiez-Bäcker. Zwischen Bierglas und Gebäck diskutieren wir, wie sehr Kindheits-Erfahrungen, Marmeladen und Obstsorten unseren Geschmack prägen – inklusive Geständnissen, welche Früchte wir pur nicht mögen, aber als Aroma im Craft Beer lieben.

    Erdbeere, Integration und die radikale Apfelfront

    Ausgehend von der biologischen Tatsache, dass die Erdbeere streng genommen eine Nuss ist, greifen wir einen Aufruf für Integration auf: „Sei wie die Erdbeere“. Sie wird akzeptiert, obwohl sie nicht ins Schema passt. Von dort aus schlagen wir den Bogen zur „radikalen Apfelfront“, rechten Symboliken, politischer Satire und zur PARTEI rund um Martin Sonneborn, der im Europaparlament mit ironischer Aufklärung zeigt, wie Europa funktioniert. Wir sprechen darüber, warum klar gekennzeichneter Bias ehrlicher ist als Pseudo-Neutralität à la „Fair and Balanced“ und wieso Satire helfen kann, komplexe politische Strukturen verständlicher zu machen.

    Braustädtchen am Fischmarkt: Craft-Beer-Oase mit Melancholie

    Danach zieht unser Crawl weiter ins Braustädtchen direkt am Fischmarkt. Dort treffen wir auf einen hervorragend sortierten Craft-Beer-Laden mit Tasting-Events, Bierführungen und einem Sortiment von Bille-Brew bis Barbarossa-Grutbier, der leider zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon nicht mehr existiert. Wir kosten uns durch Helles Landbier, Wiener Lager, alkoholfreies „Miami Grove“-Pale Ale und Biere von Sudden Death und Kehrwieder und reden über die Frage, was ein gutes Alltagsbier ausmacht.

    Touristen, Biertouren und Abschiedsstimmung am Hafen

    Es kommt auch eine 25-köpfige Bier-Stadtführung vom St.-Pauli-Tour-Office ins Braustädtchen, was uns Gelegenheit gibt, über Biertourismus, Touristenströme und Hamburg als Bierstadt nachzudenken. Gleichzeitig schwingt ein Schwanengesang mit: Wir verabschieden uns von einer weiteren Hamburger Craft-Beer-Adresse und erinnern uns an Tastings in anderen Läden wie „Beyond Beer“. Am Ende bleibt der Mix aus Hafengeruch, Elbe, Fischmarkt, Touristen, Craft Beer und der Erkenntnis, dass Genuss, Stadtgeschichte und Politik erstaunlich gut zusammen in ein Glas passen.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum das Überquell mit New Zealand Hazy IPA und Franzbrötchen-Stout mehr als nur eine Brauerei ist – es ist ein Erlebnis!
    • Wie sich die Craftbeer-Kultur in Hamburg entwickelt und wer sie prägt.
    • Wie aus der Erdbeere ein Bild für Integration, Anti-Rassismus und gegen rechte Politik wird.
    • Welche Rolle der Fischmarkt und der Hafen für die lokale Bier- und Kneipenkultur spielen und was das Braustädtchen am Fischmarkt so besonders machte
    • Warum Touristen und Einheimische gleichermaßen von der lebendigen Atmosphäre begeistert sind und welche Anekdoten und Geschichten wir so auf unserem Crawl erleben konnten

    Wenn du mit uns weiter durch Hamburg und die Craft-Beer- und Gesellschafts-Bubble streifen willst, abonniere unseren Podcast in deiner Lieblings-App, lass uns eine Bewertung da und teil diese Folge mit Menschen, die Hamburg, Hafen, Elbe und gutes Bier genauso spannend finden wie du.

    00:00 – Intro
    00:02 – Überquell
    28:29 – Intermezzo
    31:26 – Braustädtchen

    23 April 2026, 10:00 pm
  • VZ147 Die KI, die KI, die hat immer recht! – Wie Mensch und KI zusammenwachsen, oder doch nicht

    Taucht mit uns ein in die Welt der Craftbier-Kultur, KI-Perspektiven und gesellschaftlichen Debatten: Trends von der Smart Country Convention, Ray Kurzweils optimistische KI-Sicht und Yuval Noah Hararis entscheidender Menschheits-Aspekt im Gespräch.

    Craftbier-Kultur: Alkoholfrei und innovativ

    Die Folge startet wie gewohnt mit zwei Glas in der Hand: Wir verkosten ein alkoholfreie IPA von Fuerst Wiacek und dem Flensburger Strandlager – zwei Versuche, die Bierkrise zu überstehen, als Crafter und als Traditions-Brauerei.

    Faktencheck, Medien und KI-Redaktionen

    Ausgehend davon, dass der #vzzzPodcast grundsätzlich keine verlässlichen Fakten liefert, sondern für starke Thesen und unsichere Aussagen steht, diskutieren wir, wie sinnvoll nachgelagerte Korrekturen sind – und wo sie zur Kapitulation der Argumentation verkommen. Wir skizzieren das Ideal einer laufenden Faktencheck-Redaktion, die Debatten in Echtzeit prüft – und fragen, ob genau hier Künstliche Intelligenz helfen könnte.

    Smart Country Convention: Mehr KI-Setup statt KI-Glaube?

    Ein zentraler Part der Folge sind die Erlebnisse auf der Smart Country Convention in Berlin, einer Messe rund um Digitalisierung von Staat und Verwaltung. Hier gab es einen inspirierenden Workshop zum Einsatz von KI. Wir diskutieren Prompt-Bibliotheken, Unternehmens-Policies, Datenschutz und die Frage, ob sensible Verwaltungs- oder Firmendaten wirklich bei US-Techkonzernen gut aufgehoben sind.

    Und dann sind wir schon wieder drin im KI-Thema: Nimmt uns die KI die Jobs weg – oder füllt sie nur Lücken, die der demografische Wandel ohnehin reißt? Wir sezieren Umfragen, in denen 25% Angst vor Jobverlust haben, und zeigen, wie wenig solche Prozent-Zahlen ohne Kontext aussagen.

    Ray Kurzweil, Singularität & Transhumanismus

    Wir beleuchten die Visionen von Ray Kurzweil und eine ganz andere Perspektiv die uns Yuval Noah Harari in seiner Buch-Reihe Unstoppable Us anbietet. Wie verändert KI unser Leben, und wo liegen die Grenzen der Technologie?

    Kurzweils Optimismus scheint grenzenlos: allgemeine KI, Verschmelzung von Mensch und Maschine, Pillencocktails zur Lebensverlängerung und die Hoffnung auf Unsterblichkeit. KI wie auch das ewige Leben entstammen einer Traditionslinie der Literatur, die beide mehr als Fluch, nicht als Heilsversprechen zeichnet. Geht dieser Optimismus hier nicht mit einem Mangel an historischer und literarischer Bildung einher?

    Harari hingegen beschreibt in seinen Büchern die „Superfähigkeit“ des Menschen, Geschichten zu erzählen – Mythen, Religionen, Ideen, Ideologien. Vom römischen Reich bis zu modernen Demokratien sind es Erzählungen, die Rechtsräume, Werte, Zugehörigkeit und Gesellschaften stiften. Dies ist eine Fähigkeit, die der KI bisher weder zugesprochen noch abverlangt wird. Daraus entsteht die tröstliche These, dass KI uns im Kern – als erzählende, mythenbildende Wesen – nicht völlig ersetzen kann.

    Ab ins Brain Gym!

    Aber wie sieht dann die Zukunft mit KI aus? Wenn früher Menschen bei ihrer Arbeit viel Muskelkraft brauchten, ist dies mit heutigen Maschinen nur noch selten nötig und die Muskulatur hat sich zurück gebildet. Untersuchungen zeigen, dass das Gehirn ähnlich funktioniert. Wer sich jahrelang nur mit Navi fortbewegt, verliert irgendwann sein innere Navigationsfähigkeit. Wer jahrelang die KI nutzt, wird wohl noch ganz andere kognitive Fähigkeiten abbauen. Wird es bald – wie die heutigen Fitness-Studios – auch Brain Gyms geben, die unser Gehlrn in Schwung halten?

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie alkoholfreie Craftbiere die Bierkultur verschieben,
    • warum KI nicht immer die richtige Antwort ist – und was das für uns bedeutet.
    • Warum Ray Kurzweil und Yuval Noah Harari unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft der Menschheit bieten.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube. Teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns auf YouTube oder auf Bluesky von deinen Einschätzung zur Zukunft der KI. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 – Flensburger Strand-Lager vs. Fuerst Wiacek Slay all day IPA AF
    11:22 – Faktencheck für Flensburg und Kopenhagen
    16:45 – Die Smart Country Convention und die KI
    29:16 – Jobverlust und KI
    33:52 – Ray Kurzweil Super-Optimist
    36:53 – …und die Unsterblichkeit
    42:56 – Hararis Unstoppable Us
    52:50 – Die Fakten der KI
    59:03 – Brain Training
    63:56 – Butler’s Revolution

    9 April 2026, 10:00 pm
  • 23 minutes 54 seconds
    VZU13 Unser Hamburg Hafen Craftbeer Crawl - Teil 1

    Wir ziehen durch Hamburg: Von der Elbphilharmonie in der Hafencity zum Blockbräu an den Landungsbrücken – zwischen Craftbeer, Touristen und Hafenatmosphäre.

    Unterwegs am Hamburger Hafen

    Im Sommer 2025 sind wir zu unserem „Hamburg Hafen Craftbeer Crawl“ aufgebrochen – ein Unterwegs-Projekt mit mehreren Stationen entlang des Hafens – Mikro in der Hand und Bier im Glas. Wir kehren an ausgewählten Spots ein, probieren Biere und sprechen unsere Eindrücke direkt vor Ort ein. Die Route führte uns von der Elbphilharmonie über die Landungsbrücken bis hin zu weiteren Brau-Orten – immer zwischen Hafenromantik, Touri-Trubel und der Frage: Wo schmeckt’s wirklich gut?

    Elbphilharmonie & der schwindende Störtebeker-Glanz

    Erste Station: die „Bar“ in der Elbphilharmonie, die heute eher ein Café mit reduziertem Störtebeker-Ausschank ist. Die Enttäuschung zur Location war groß: wenige Biere am Hahn, viel Wind, viel Lärm, kaum Atmosphäre zum Aufnehmen. Wir probieren trotzdem – Atlantic Ale und Helles von Störtebeker – und sprechen darüber, warum die Biere solide, aber gerade im Hellen etwas malzbetonter und weniger sommerlich-frisch daherkommen.

    Blockbräu: Zwischen Touristenfalle und echter Hafenliebe

    Richtig los geht der Craftbeer-Teil dann im Blockbräu direkt an den Hamburger Landungsbrücken, der Braugastronomie aus dem Reich der Familie Block (Block House, Jim Block, L’Osteria). Wir erzählen, wie Blockbräu als großes Blockhaus mit eigener Brauerei funktioniert, warum hier keine komplett wilden Craftbier-Experimente passieren, aber dafür verlässliche, gut trinkbare Biere im kleinen Stil. Bei trübem Hellen mit zurückhaltender Hopfung analysieren wir Schaum, Malz, Hopfenprofil und wie sich Aroma und Fruchtigkeit vom ersten Schluck bis zum letzten Viertel im Glas verändern. Natürlich geht es auch um die Landungsbrücken selbst: Wir mögen den Hamburger Hafen, sprechen aber offen darüber, wie schnell die Gegend zur Touristenkulisse mit Raddampfer-Attrappe, Kleinkünstlern und Fotospots werden kann. Dazu gibt es eine herrlich absurde Anekdote von Jan. Wir sprechen über Gentrifizierung, Kunstszene und Hafenrandlage und darüber, wie sehr sich Hamburg gerade städtebaulich verändert. Wer Hafen, Bier, Architektur und urbane Transformation mag, bekommt eine Folge, die Lust auf einen eigenen Craftbeer-Spaziergang entlang von Hafencity, Elbphilharmonie und Landungsbrücken macht.

    In dieser Episode erfährst du:

    • wie unser Hamburg Hafen Craftbeer Crawl entstanden ist – von der Idee bis zur Route an der Elbe
    • warum der Störtebeker-Ausschank in der Elbphilharmonie heute nur ein Provisorium ist
    • wie Blockbräu als Teil der Familie-Block-Gastrowelt funktioniert und welche Biere dort gebraut werden.
    • was den Hafen zwischen Touristenfalle, Raddampfer-Kitsch und echter Hamburger Stimmung ausmacht
    • wie die Hafencity für Wikipedia dokumentiert wird, was hinter Projekten wie dem Holzhochhaus „Roots“ und der „Botschaft der Wildtiere“ steckt und was das über Hamburgs Wandel erzählt.

    Wenn dir unser Hamburg Hafen Craftbeer Crawl zwischen Elbphilharmonie und Blockbräu an den Landungsbrücken und Touristenbeobachtungen gefällt, abonnier unseren Podcast in deiner Lieblings-App, gib uns eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts und teil diese Folge mit Menschen, die Hamburg, Bierkultur und urbane Geschichten genauso lieben wie wir.

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    26 March 2026, 11:00 pm
  • VZ146 Monster im Kopf: Von Aliens, KI und Zombies

    Von Monstern zu KI-Wokeness: Jan und Gordian diskutieren über verborgene Bedrohungen im Kino, die Tücken künstlicher Intelligenz und warum die deutsche Theaterszene nicht immer verständlich ist.​

    Craftbier-Kultur und regionale Identität

    Die Folge beginnt traditionsgemäß mit einer Bierverkostung. Jan präsentiert ein Kellerbier der Brauerei Ettal aus dem bayerischen Wald, das Teil der regionalen Initiative „Woidlerei“ ist. Gordian hat ein IPA der Hamburger Brauerei „Digga Bräu“ mitgebracht. Wir diskutieren über die Bedeutung regionaler Craftbier-Initiativen, wie dem Hamburger Senatsbock oder der Woidlerei und wie sie lokale Identität stärken.​

    Monster im Kino: Das Unsichtbare als größte Bedrohung

    Ein zentrales Thema der Folge ist die Kunstform des „verborgenen Monsters“ in der Filmgeschichte. Am Beispiel von Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968) und Ridley Scotts „Alien“ (1979) analysieren wir, wie große Regisseure durch das bewusste Nicht-Zeigen von Bedrohungen maximale Spannung erzeugen.​

    Bei HAL 9000 aus „2001“ manifestiert sich das Monster als indifferente, freundlich sprechende KI, die nur durch ein beobachtendes Kameraauge präsent ist. Die wahre Bedrohung liegt in der verborgenen Agenda und der omnipräsenten Überwachung. Ridley Scott nutzt diese Technik körperlich bei „Alien“, indem er das Xenomorph nur in Fragmenten zeigte – mal den Kopf, mal den Schwanz, aber erst zum Schluss das gesamte Wesen.​

    Gordian führt aus, dass Ridley Scott für „Alien“ bewusst mehr Details ausarbeitete, als je im Film zu sehen waren, um Tiefe und Authentizität zu vermitteln. Dieses Prinzip – viel entwickeln, aber wenig zeigen – lädt Zuschauer ein, die Räume mit ihrer eigenen Fantasie zu füllen. „Nichts erschreckt dich passgenauer als deine eigene Fantasie“, fasst Jan zusammen.​

    KI-Bias und die Google-Kontroverse

    Die Diskussion geht von HAL zu aktuellen KI-Themen. Gordian berichtet von Googles umstrittenem Versuch, Diversität in KI-generierten Bildern zu erzwingen, was zu Ergebnissen wie einer schwarzen Päpstin oder schwarzen Wehrmachtssoldaten führte.​

    Die beiden analysieren, dass KI nicht „versteht“, sondern nur Muster reproduziert. Googles Ansatz, pauschal alle Anfragen mit „geschlechtsdivers und hautfarbendivers“ zu versehen, entlarvte die Grenzen dieser Technologie. Gordian sieht in der schwarzen Päpstin einen produktiven Spiegel: „Warum eigentlich nicht?“ Die katholische Kirche sei der eigentliche Aufreger, nicht die KI. Bei historischen Figuren wie Wehrmachtssoldaten wird die Problematik jedoch evident – hier fehlt der KI jegliches Kontextverständnis.​

    Open Source als philosophisches Prinzip

    Wir erläutern die Philosophie von Open Source und Creative Commons. Unser Podcast selbst steht unter einer Creative Commons-Lizenz, welche Weitergabe und Bearbeitung erlaubt, solange die Urheber genannt werden und die gleichen Lizenzbedingungen gelten.​

    Bill Gates‘ Manifest gegen die Kopier- und Weitergabementalität der 1970er-Jahre habe „Closed Source“ mit begründet und damit die freie Softwareentwicklung gehemmt. Das wissenschaftliche Prinzip des „auf Schultern von Riesen stehen“ wurde dadurch unterbrochen.​

    Deutsche Theaterszene: Zwischen Elfenbeinturm und Zugänglichkeit

    Gordian kritisiert die deutsche Theaterszene als zunehmend selbstreferenziell. Moderne Inszenierungen würden oft nur für ein Insiderklüngel verständlich sein, das die zahlreichen Referenzen und Brechungen entschlüsseln kann. Er bemängelt: „Ich glaube, das deutsche Theater irritiert nicht so sehr, wie das deutsche Theater selber denkt, dass es irritiert“.​

    Als positives Gegenbeispiel nennt Jan das Singspiel „Sekretärinnen“ (1996 im Hamburger Schauspielhaus), wo Schauspielerinnen ausschließlich durch bekannte Schlager, Volkslieder und Rocksongs kommunizierten. Eine Sekretärin sang Aretha Franklins „Respect“ gegen die Bürotür mit der Aufschrift „Chef“ – universell verständlich, emotional packend.​

    Jan erlebte auch eine Inszenierung von „Das Boot“ im Ernst Deutsch Theater, wo der Kriegsberichterstatter von einem Schauspieler mit nordafrikanischen Wurzeln gespielt wurde. Nach dem ersten Drittel unterbrach der Schauspieler das Stück und thematisierte, dass er im historischen Kontext von den Nazis vernichtet worden wäre – eine kraftvolle metatheatralische Intervention.​

    The Cranberries „Zombie“: Lied gegen den Kreislauf der Gewalt

    Die Folge schließt mit einer Analyse von „Zombie“ von den Cranberries. Jan erklärt den nordirischen Konflikt-Kontext: Das Lied ist eine Anklage gegen „Rebel Songs“, die junge Iren dazu aufrufen, in der Vergangenheit zu leben und den Kampf gegen England fortzusetzen.​

    Die „Zombies“ sind diejenigen, deren Gehirne von historischen Traumata und Rachegedanken „gefressen“ werden. „Same old theme since 1916“ bezieht sich auf den Osteraufstand, als irische Freiheitskämpfer das Postoffice in Dublin besetzten – ein Himmelfahrtskommando, das symbolisch wichtiger war als strategisch.​

    Dolores O’Riordan forderte junge Menschen auf: „Ihr seid keine Zombies, aber ihr werdet zu Zombies, wenn ihr nur in der Vergangenheit lebt“. Diese Botschaft ist universal anwendbar – von radikalen Islamisten über rechte Milizen bis zu sozialistischen Rebellengruppen: Überall sind es junge Menschen, die für die Traumata alter Generationen sterben.​

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie Kubrick und Ridley Scott durch das Nicht-Zeigen von Monstern maximale Spannung erzeugten
    • Warum Googles Versuch, KI-Bias zu korrigieren, nach hinten losging und was das über die Grenzen von künstlicher Intelligenz aussagt
    • Was Open Source wirklich bedeutet und warum „frei“ nicht gleich „kostenlos“ ist
    • Weshalb die deutsche Theaterszene oft am Publikum vorbeispielt und welche Ausnahmen es gibt
    • Wie The Cranberries‘ „Zombie“ zum Antikriegslied gegen historische Traumata wurde

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    00:00 – Biere der Woche: Digga Bräu IPA vs. Ettl Zwickel
    16:28 – Craft Beer Crawls
    19:24 – Woher kommt Open Source?
    28:38 – Monster nicht zeigen: 2001 und Alien
    37:52 – KI und Wokeness
    41:37 – Deutsche Theaterszene
    56:28 – Song der Woche: Zombie von den Cranberries

    12 March 2026, 11:00 pm
  • 1 hour 55 seconds
    VZK42 Kindheit, Kasper, Kosmos - eine Sinnsuche

    Zwischen Senatsbock, Asterix, Krabat und Douglas Adams suchen Jan und Gordian nach dem Sinn – und finden kluge Zweifel

    #vzzzPodcast Seite:

    Schwarzbier, Senatsbock und die Magie des Biers

    Die Folge startet mit einer dichten Bockbier-Atmosphäre: Jan und Gordian verkosten ein tschechisches Schwarzbier und den Hamburger Senatsbock, diskutieren Brauhandwerk und die Handschrift experimenteller Brauereien wie Kehrwieder. Dabei zeigt sich, wie sehr Bier für die beiden mehr ist als Alkohol – es ist Ritual, Erinnerungsträger und Einstieg in größere Themen.​

    Sorbisch, Preußler und die Ernsthaftigkeit des Kasper

    Über eine Biersorte mit slawischem Namen landen sie bei der sorbischen Sprache und bei Otfried Preußler, dessen Krabat von sorbischen Mythen und Figuren geprägt ist. Und Preußlers Kasper ist – anders als der klassische Klamauk-Kasper – eher Ermittlerfigur, fast wie die Drei Fragezeichen, eingebettet in eine reduzierte, fast kammerspielartige Figurenwelt. Persönliche Erinnerungen an Kasperle-Theater, Hörspielplatten und ein Kinderzimmer mit Indianerzelt machen deutlich, wie stark Kindheitsbilder, Sprache und Popkultur das eigene Sinnempfinden prägen.​

    Räuber Hotzenplotz, Astrid Lindgren und die Frage nach „Wokeness“

    Von dort aus spannen Jan und Gordian den Bogen zur Debatte, ob alte Kinderliteratur an heutige gesellschaftliche Empfindungen angepasst werden sollte. Sie sprechen über Astrid Lindgren, Michael Ende, koloniale Exotik, problematische Begriffe und die Umbenennung von Figuren wie Pippis Vater als „Südseekönig“. Beim Räuber Hotzenplotz fragen sie, wer eigentlich der Protagonist ist – Kasper und Seppel oder Hotzenplotz – und wie sich Bedrohung, Handlung und Identifikation in Kinderbüchern verschieben.​

    Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi: Comic-Universen als Weltverstehmaschine

    Im Laufe des Gesprächs tauchen weitere Ikonen auf: Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi und die Drei Fragezeichen. Comics und Hörspiele erscheinen als zugängliche Weltmodelle, die mit klaren Typen, humorvollen Überzeichnungen und historischen oder gesellschaftlichen Anspielungen arbeiten – von Rom über den Wilden Westen bis zur heutigen Zeit. Diese Popkultur-Welten helfen, Ordnung in das Chaos der Realität zu bringen, auch wenn ihre Bilder heute kritisch befragt werden müssen.​

    Darwin, Mendel und der blinde Fleck der Sinnfrage

    Im weiteren Verlauf wird es philosophisch und naturwissenschaftlich: Darwin, Mendel und die Evolution stehen für Erklärungsmodelle ohne „höheren Plan“. Ganz radikal: Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eigentlich sinnlos, weil ein System sich nicht aus sich selbst heraus begründen kann – eine Idee, die mit Gödel-inspirierten Gedanken über die Grenzen formaler Systeme verbindet. Sinn braucht immer einen größeren Bezugsrahmen, der außerhalb unserer eigenen Perspektive liegt – etwas wie Gott oder eine höhere Instanz, die wir aber nie wirklich fassen können.​

    Douglas Adams, Gott und der Witz der Weltformel

    Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“ liefert den ironischen Kontrapunkt: Vielleicht sitzt irgendwo ein Gott mit Katze auf einem Planeten und weiß längst Bescheid – nur hat niemand eine gute Marketingstrategie dafür. Jan und Gordian fragen, ob die wirklich großen Denker vielleicht einfach untergegangen sind, weil sie kein „virales“ Moment hatten, während Namen wie Bach und Goethe Stars ihrer Zeit waren. Am Ende bleibt eine skeptische, aber lebensnahe Pointe: Die Sinnfrage greift alles an – inklusive Religion –, doch Menschen lieben Bejahung, Geschichten und das Weitererzählen. Dies macht diese Folge zu einer Mischung aus Kneipengespräch und philosophischem Salon.​

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie Hamburger Senatsbock, tschechisches Schwarzbier und Craftbier-Kultur Gespräche über Identität und Erinnerungen anstoßen.​
    • Warum Kindergeschichten, Hörspiele und Comics uns bis heute prägen, wie wir Abenteuer, Gerechtigkeit und Bedrohung erzählen.​
    • Wieso Debatten um Astrid Lindgren, Michael Ende und koloniale Bilder zeigen, wie sich gesellschaftliche Normen verändern – und was das mit „Wokeness“ zu tun hat.​
    • Wie Darwin, Mendel und Gödel helfen, die Grenzen der Sinnfrage zu verstehen – und warum die Frage nach dem Sinn des Lebens vielleicht sinnlos ist.​
    • Welche Rolle Douglas Adams’ Humor spielt, wenn es darum geht, Gott, Kosmos und den „großen Plan“ nicht zu ernst zu nehmen.​

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    26 February 2026, 11:00 pm
  • 1 hour 3 minutes
    VZ145 Handwerk und Hierarchien: Die Klassengesellschaft in der Statistik-Falle

    Zwischen Bierverkostung und Medizinstudien: Jan und Gordian diskutieren Bildungsmythen, warum Meister oft besser verdienen als Akademiker, und wie Statistik deutsche Klassenunterschiede unsichtbar macht – mit einer Spur Heiserkeit und viel Wahrhaftigkeit.

    Bier, Stimme & Gesundheit

    Die Episode beginnt charakteristisch mit einer Bierverkostung: Flensburger Winterbock in der 2-Liter-Flasche versus alkoholfreies Hazy IPA von Amundsen. Gordian leidet schon länger unter Heiserkeit. Diese gesundheitliche Unsicherheit wird zum persönlichen Anker für eine größere Diskussion über medizinische Datenerhebung.

    Die Nationale Kohorte: Wissenschaft trifft Statistik

    Ein faszinierender Zufall: Beide Moderatoren sind Teilnehmer der Nationalen Kohorte (NAKO) – einer Langzeitstudie mit 30.000 Bürger:innen in Deutschland, die körperliche Werte, kognitive Tests und sozialen Status erfasst. Gordian schildert die Tests anekdotisch: das Merken von zwölf Wörtern (fast wie bei Donald Trump’s berüchtigtem Cognitive Exam), das rückwärtige Aufsagen von Zahlenkombinationen.

    Doch hier liegt das Kernproblem: Die Statistik erfasst zwar Schulabschluss der Eltern, nicht aber Berufsabschluss. Jans Vater war Ingenieur, starb aber früh. Sein Stiefvater hatte keinen akademischen Abschluss – doch die Statistik zählt ihn als Kind aus einem „Akademiker-Haushalt“, obwohl er vielmehr in einer Arbeiterfamilie aufwuchs. Eine der Grenze der Statistiken.

    Handwerk vs. Akademiker: Ein Paradigmenwechsel

    Dies führt zu einer zentralen These: Handwerksmeister verdienen heute oft mehr als Akademiker. Nicht wegen elitärer Positionen, sondern wegen Knappheit – es gibt Millionen Studienabsolventen, aber zu wenige Meister. Ein Meister kann seinen eigenen Betrieb führen, ausbilden, verhandelt von einer Position der Stärke. Generische Akademiker prügeln sich um wenige Jobs.

    Die Diskussion deckt auf, wie deutsche Statistik und gesellschaftliche Wahrnehmung nach Herkunft, nicht nach Leistung unterscheiden. Anders als in Frankreich, England oder USA mit ihren Ivy League Schools, wo Dynastien transparent dominieren, fungiert deutsche Bildungsstatistik als unsichtbarer Klassifizierer. Meisterbrief wird gleichgesetzt mit handwerklicher Beschränkung, obwohl ein Meister heute oft mehr verdient und entscheidet als ein studierter Projektmanager.

    Philosophie & Diskursanalyse: Die Kritik an der Schwachstelle

    Am Ende der Episode wendet sich die Diskussion zur Diskursanalyse – einer Denkschule, die Jan bedauert. Sie ist „demokratisch“ geworden (alle können mitmachen) und dadurch schwach. Jan berichtet von einem Interview des Journalisten Tilo Jung (Jung & Naiv) mit Maximilian Krah (AfD), in dem Krah die „Übernahme durch Diskursanalyse“ bedauert. Hier zeigt sich eine Gefahr: Man kann mit Menschen, deren Haltung man ansonsten ablehnt, eine gemeinsame Abneigung oder Vorliebe haben.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Der statistische Fehler: Warum die Nationale Kohorte Jans Arbeiterkind-Hintergrund als „Akademiker-Haushalt“ klassifiziert – und was das über deutsche Statistik aussagt.
    • Handwerk schlägt Akademiker: Warum ein Meister heute oft bessere Chancen und höhere Einkommen hat als viele Universitätsabsolventen – und warum das deutsche Klassenbewusstsein das nicht sieht.
    • Bierverkostung mit Tiefgang: Wie der Geschmack eines Winterbocks sich mit Temperatur entwickelt und warum alkoholfreie IPAs unterschätzt sind.
    • Philosophische Warnung: Wie die Diskursanalyse als denkerische Mode zum Problem werden kann – wenn alles nur noch Konstruktion ist und nichts mehr evident.

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    00:00 Biere der Woche: Flensburger Winterbock vs. Amundsen Hazy Peazy IPA
    08:02 Die Stimme und die NAKO
    18:14 Chancengleichheiten
    25:07 Akademiker machen Akademiker-Studien
    28:02 Autoritarismus Studie
    31:01 Der Bias der Umfragen
    34:58 Die Unbeweglichkeit des akademischen Betriebs
    37:06 Gegen Genies verschwören und zerstören
    42:50 Wissen und Handeln
    54:16 Falsche Freunde
    00:23 Steter Tropfen

    12 February 2026, 11:00 pm
  • 52 minutes 50 seconds
    VZK41 Kindheit auf dem Land und in der Stadt - zwischen Regeln und Rebellion

    Pudelmützen, Sperrmüll, die Verwandtschaft über die deutsch-deutsche Grenze hinweg und Kulturgeschichte – warum gesellschaftliche Konventionen für Kinder eine Lernerfahrung sind.

    #vzzzPodcast Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2026/01/30/vzk41-kindheit-auf-dem-land-und-in-der-stadt-zwischen-regeln-und-rebellion/

    Die Geschichte an der Ausfallstraße: Gesellschaftliche Konventionen und Reflexion

    Eine Anekdote aus Gordians Kindergarten-Zeit macht nach der obligatorischen Bierverkostung den Auftakt: Die Kinder überquerten damals eigenständig die vierspurige B73 am Stadtrand mit ausgestreckter Hand – so wie sie es gerade im Verkehrsunterricht gelernt hatten. Die Ampel, hundert Meter weiter, wurde übersehen. Denn die Kinder hatten die Regel angewendet… Kinder lernen zuerst die gesellschaftlichen Konvention, versuchen sie anzuwenden, scheitern – und lernen dann, dass Konventionen vom Kontext abhängen.

    Dorf vs. Stadtrand: „It takes a village to raise a child“

    Gordian wuchs im Stadtrand auf, Jan in dörflicheren Verhältnissen. In Jans Dorf kannte jeder seinen Namen. Als er den Kindergarten verließ, musste er allein nach Hause – mit fünf Mark Taschengeld für den Imbis unterwegs. Nachbarn passten informell auf ihn auf. Das zitiert Hillary Clintons berühmten Satz: „It takes a village to raise a child“ – eine ganz andere Erziehungsform als die heutige isolierte Kernfamilie oder die überbehütete Stadtkindheit.

    Schulwege, Sperrmüll und Raumschiffe

    Nach der Kindergarten-Zeit war eines der größten Abenteuer der Grundschulzeit der Sperrmüll. Aus Armaturen werden Raumschiffe und andere Kreationen. Diese Phase der unbeobachteten, selbstgesteuerten Kreativität war prägend – während heutige Kinder viel stärker behütet werden, weil der Verkehr so zugenommen hat. Obwohl: Laut einer Statistik verunglückten in den 1980ern zehn mal mehr Kinder im Straßenverkehr tödlich als heute. Das widerspricht einem weit verbreiteten Gefühl: dass Kinder früher freier und ungefährlicher lebten.

    Kulturgeschichte: Jugendmode, Cronenberg und die Beatles

    Weiter geht es in die Jugend. Die Jugenderinnerungen führt uns dann weiter zu Jugendmode, Existenzialismus, Beatnik, William S. Burroughs und den Beatles. Burroughs lässt uns einen Abstecher zu seinem Werk Naked Lunch und der Verfilmung David Cronenbergs machen – ein Film mit surrealistischen, schleimigen Bildwelten, Käfern, die Schreibmaschinen sind, und außerirdischen Wesen. Abschließend betrachten wir den Beatles-Song „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ und dessen kulturelle Bedeutung, einschließlich des Zusammenhangs zu den Red Baron und Flying Circus.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Die Verkehrsregel-Anekdote: Wie Kinder gesellschaftliche Regeln lernen, anwenden und am Kontext scheitern – und wachsen
    • Statistik trifft Gefühl: Die unbeobachtete, selbstgesteuerte Kreativität und Freiheit in den 1980ern? Warum es damals gefährlicher für Kinder war.
    • Village-Erziehung: Der Unterschied zwischen Dorf-Kindheit und Stadt-Kindheit
    • Cronenbergs Filmwelten: Was „Naked Lunch“ und andere seiner Filme zu so besonderen Kino-Erlebnissen macht
    • Kulturgeschichte: Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, der Flying Circus des 1. Weltkriegs und die psychologische Wirkung von Kulturprodukten auf die Kindheit

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    00:00 – Bitburger Maibock & Dithhmarscher Naturtrüb
    06:54 – Bier-Experimente
    12:03 – Kindheits- und Kindergarten-Erinnerungen
    20:00 – Unterwegs
    24:02 – Andere Kinderwelten
    28:11 – Existenzialisten
    32:08 – Beatnik
    43:03 – The Beatles – Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band

    29 January 2026, 11:00 pm
  • VZ144 Der Wandel der Ämter – Wenn Bürger zu Kunden werden

    Wie der Wandel und die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung Bürger in Kunden verwandeln – und warum Zentralisierung der Schlüssel zu echter Kundenfreundlichkeit sein kann.

    #vzzzPodcast Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2026/01/16/vz144-der-wandel-der-aemter-wenn-buerger-zu-kunden-werden/

    Die Semantische Verschiebung: Von Bürger:innen und Kund:innen

    In dieser Folge befassen sich Gordian und Jan mit einem zunächst unscheinbaren, aber grundlegenden Problem: Der Sprachgebrauch ändert sich. Behörden sprechen nicht mehr von „Bürgern“, sondern oft von „Kunden“. Das klingt modern, kundenorientiert und servicefreundlich – ist aber konzeptionell eine bedeutende, vielleicht sogar gefährliche Verschiebung.

    Eine Bürger:in hat keine Wahlfreiheit. Man kann sich seine Verwaltung nicht aussuchen. Eine Kund:in hingegen wählt ihre Anbieter. Die Umbenennung suggeriert also etwas, das nicht so ist: dass die Bürger:in Wahlmöglichkeiten hat. Gleichzeitig entspricht das der Neoliberalisierung öffentlicher Verwaltung – der Gedanke, dass jeder Service „kundenfreundlich“ sein muss, führt zu einer schleichenden Privatisierung von Verwaltungslogik.

    Gebündelte und proaktive Verwaltung: Das Ideal

    Echte Kundenfreundlichkeit müsste mehr liefern. Zum Beispiel proaktive Verwaltung: Die Verwaltung…

    • weiß, dass eine Bürger:in nach einem Umzug ihre Adresse in mehreren Systemen ändern muss.
    • weiß, dass Eltern nach einer Geburt Anspruch auf Kindergeld, ggf. Elterngeld und einen Kitaplatz haben.
    • führt diese Anträge proaktiv aus, statt die Bürger:in mehrfach zum Antrag zu zwingen.
    • betreibt digitale Services als Dienst, nicht als Hürde.

    Oder Bündelung von Ressourcen: Die Stadt Hamburg zeigt seit den 1990er-Jahren, dass eine E-Government Strategie mit zentraler IT-Bündelung der Digitalisierung und der Digitalisierungsprojekte Koordination und Effizienz schafft. Doch im Bund lief es bis vor einem Jahr anders.

    Das Zentralisierungs-Dilemma: Woran der Wandel scheitert

    In diesem Beispiel tritt das Kernproblem des Verwaltungswandels zutage: Mehrere Ministerien waren bis vor einem Jahr für ein Thema – die Bundesweite Digitalisierungspolitik – zuständig. Aber keins hatte Budget und Verantwortung für die gesamte Digitalisierung. Das Verkehrsministerium, das Wirtschaftsministerium, das Innenministerium – alle hatten „ein bisschen“ mit Digitalisierung zu tun. Das Ergebnis:

    • Keine zentrale Steuerung
    • Kompetenzen und Budgets bleiben verteilt
    • Projekte scheitern an fehlender Koordination
    • Der Wandel gerät ins Stocken statt zur Verbesserung

    Dieser Wandel umfasst also ein echtes Macht- und Verteilungsproblem. Hier sind Minister Wildberger und das neu geschaffene Digitalisierungsministerium in der Pflicht.

    [Disclaimer: Wir haben die Aufnahme vor der letzten Bundestagswahl gemacht. Der Hinweis zum Digitalisierungsministerium haben wir nachträglich eingesprochen und die beispielhafte Aufteilung auf die drei Ministerien als Rückblick dargestellt. Die Grundsätzlichkeit der Thematik hat sich nicht geändert.]

    In dieser Episode erfährst du:

    • Der semantische Fehler: Was die Umbenennung von Bürger zu Kunde bedeutet
    • Proaktive vs. reaktive Verwaltung: Wie ein moderner Staat seine Bürger unterstützen könnte
    • Das Zentralisierungs-Paradoxon: Warum mehrere Ministerien oder Behörden für ein Thema zu keinem Erfolg führen können
    • Hamburgs Erfolgsmodell: Wie eine zentrale IT-Bündelung seit den 1990ern funktioniert und nun als Vorbild für den Bund steht

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    00:00 – Biere der Woche: Orca Bräu Anders New IPA vs. Sierra Nevada Torpedo Extra IPA 14:09
    14:09 – Digitale Infrastruktur 05:28
    19:37 – Digitalisierung in Deutschland 07:33
    27:10 – Zentralisierung und Verteilung 06:06
    33:16 – Bürger:innen oder Kund:innen 14:28
    47:44 – Kundenfreundlichkeit aus Effiziez 05:02
    52:46 – Bierabschluss

    15 January 2026, 11:00 pm
  • 1 hour 2 minutes
    VZK40 Die neuen Journalisten: Wenn Klicks wichtiger als die Wahrheit werden

    #vzzz-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2026/01/02/vzk40-die-neuen-journalisten-wenn-klicks-wichtiger-als-die-wahrheit-werden/

    Vom Zeitungskiosk zum YouTube-Algorithmus: Gordian und Jan diskutieren, wie Tilo Jung, Boris Reitschuster & Co. den Journalismus verändern, warum Inszenierung heute oft vor Information geht und welche Gefahr im „Storytelling“ lauert.

    Wir starten entspannt in diese Klassikfolge mit einem Blick in den Kühlschrank: Lohnt sich der Bier-Versandhandel oder geht dabei das Einkaufserlebnis verloren? Bei der Verkostung eines überraschend fruchtig-herben Craft Beers stellen wir fest, dass manche Genussmomente – genau wie gute Geschichten – Zeit und Muße brauchen.

    Die neuen Journalisten: Showmaster oder Aufklärer?

    Im Hauptteil der Folge dreht es sich um den tiefgreifenden Umbruch in der Medienwelt. Am Beispiel der Bundespressekonferenz – jenem Ort, an dem Regierung und Journalisten aufeinandertreffen – analysieren wir den Unterschied zwischen alter und neuer Schule. Wir sprechen über Akteure wie Tilo Jung („Jung & Naiv“) und Boris Reitschuster, die das klassische Frage-Antwort-Spiel aufbrechen. Doch geht es dabei noch um echte Antworten oder längst um die perfekte Inszenierung für den eigenen YouTube-Kanal? Wir diskutieren, wie Provokation und „Triggerwörter“ genutzt werden, um Reaktionen zu erzwingen, und ob die Kamera im Raum das Verhalten aller Beteiligten verändert.

    Zwischen Klickzahlen und Wahrheit

    Es geht um die Ökonomie der Aufmerksamkeit: Wenn Zeitungsauflagen sinken und Social Media die Währung bestimmt, gerät der Journalismus unter Druck. Wir debattieren über die Gefahren des modernen „Storytellings“, bei dem die gute Geschichte manchmal wichtiger wird als die nackten Fakten – ein Phänomen, das im Fall Relotius einen traurigen Höhepunkt fand. Brauchen wir wieder mehr Nüchternheit und Respekt vor dem Fakten-Handwerk? Diese Folge ist eine Einladung, über die Qualität unserer Informationen nachzudenken.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie „neue Journalisten“ wie Tilo Jung die politische Berichterstattung durch Inszenierung verändern.
    • Warum die Digitalisierung den Druck erhöht, Nachrichten emotionaler und klickstärker zu verpacken.
    • Weshalb das „Storytelling“ im Journalismus ein zweischneidiges Schwert ist (Stichwort: Relotius).
    • Ob der Trend zur Social Media-Performance die sachliche politische Debatte gefährdet.

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    00:00 – Auftaktbier
    10:21 – Wettkampfluft
    14:19 – Bundespressekonferenz
    25:10 – Das überschätzte Internet
    34:10 – Bundespressekonferenz Reprise
    36:44 – In-Transparenz
    42:10 – Psychologie der Masse
    52:29 – Journalisten-Bubble

    2 January 2026, 5:00 am
  • 1 hour 1 minute
    VZ143 Helden, Social Media und Jugend – Kultur im Wandel

    #vzzzPodcast-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2025/12/19/vz143-helden-social-media-jugend-kultur-im-wandel/

    Gordian und Jan diskutieren Heldenbilder, Social-Media-Dynamiken und gesellschaftliche Entwicklungen.

    In Folge 143 des Podcasts „Von Zeit zu Zeit“ nehmen euch Gordian und Jan mit auf eine Reise durch antike Heldenbilder, moderne Social-Media-Kulturen und gesellschaftliche Veränderungen – von altgriechische Helden über Spider-Man bis hin zu TikTok und Bluesky – und der Frage, was Heldentum heute noch bedeutet.

    Helden gestern und heute

    Wir starten das Gespräch mit der berühmten Laokon-Gruppe aus der griechischen Mythologie und es entwickelt sich schnell zur Frage: Was macht einen Helden aus? Während antike Helden wie Theseus besondere Fähigkeiten hatten und sich gefährlichen Herausforderungen stellten, die oft tragisch endeten, funktionieren moderne Helden anders. Superhelden wie Spider-Man, Batman oder Superman tragen zwar noch tragische Elemente in sich, doch aktuelle Serienhelden setzen eher auf Inselbegabungen – fotografisches Gedächtnis, besondere Kombinationsgabe oder übernatürliche Kräfte – ohne die existenziellen Entscheidungen klassischer Heldenfiguren.

    Wir diskutieren, wie Heldenbilder gesellschaftliche Zustände spiegeln: In den 1980ern stand der mühsame Aufstieg oder hartes Training im Vordergrund (Rocky), heute dominieren Charaktere, die ohne große Anstrengung anerkannt werden (wollen) – ein Spiegel unserer Kultur.​

    Social Media, Bluesky und die Medienlandschaft

    Ein zentraler Teil dieser Folge widmet sich der aktuellen Social-Media-Landschaft, insbesondere dem Aufstieg von Bluesky als Alternative zu Twitter/X und Facebook. Gordian reflektiert über die Verschmelzung seiner bisher getrennten Online-Communities und die Herausforderungen, die entstehen, wenn man plötzlich Bekannte aus verschiedenen Lebensbereichen auf einer Plattform trifft.

    Wir beleuchten auch kritisch, wie Social Media funktioniert: Plattformen wie TikTok, Instagram oder Facebook kuratieren Inhalte algorithmisch, um Nutzer:innen möglichst lange zu binden – nicht um zu informieren. Die Frage nach Pressefreiheit, demokratischen Strukturen und der Rolle von Medien in einer zunehmend von Algorithmen gesteuerten Informationslandschaft zieht sich durch die Diskussion.​

    Kulturelle Reflexion und gesellschaftlicher Wandel

    Wir beginnen erst zum Ende hin mit unserer obligatorischen Bier-Verkostung und werfen anschließend noch einen Blick auf kulturelle Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, von der Reichseinigung Deutschlands 1871 und ihren Auswirkungen auf Frankreich bis hin zur Frage, ob wir in einer Phase des demokratischen Wachstums oder Rückschritts leben. Besonders spannend: die Diskussion darüber, wie Kunst und Medien gesellschaftliche Bedürfnisse widerspiegeln und wie unterschiedlich Demokratien weltweit funktionieren.​

    Die Folge verbindet dabei große gesellschaftliche Fragen mit persönlichen Reflexionen – ein Format, das zeigt, wie Popkultur, Geschichte und Alltagsmomente zusammenhängen.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum antike und moderne Helden so unterschiedlich sind und was das über unsere Gesellschaft aussagt
    • Wie Social-Media-Plattformen wie Bluesky, TikTok und Co. unsere Informationskultur prägen
    • Welche Rolle Algorithmen bei der Kuratierung von Inhalten spielen und warum „Social Media“ nicht gleich „Medien“ ist
    • Warum Pressefreiheit und demokratische Strukturen in Zeiten von KI und Algorithmen neu gedacht werden müssen

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    00:00 – Antike Helden
    08:23 – Vom Helden-Moment zum Helden-Feature
    17:29 – Gesellschaftsspiegel
    38:00 – Biere der Woche: Gara Guzu Summer IPA vs. Einbeker Mai-Urbock
    45:50 – Volksweisheiten
    55:48 – Jugend extrem

    19 December 2025, 5:00 am
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