• 1 hour 6 minutes
    VZ153 KI, Dystopie und Humanismus: Wer hat Angst vorm schlauen Bot?

    Sind KI-Geschichten immer dystopisch? Über Humanismus, Prozesse, Bildung und die Zukunft der Technologie.

    Jan und Gordian setzen sich kritisch mit der Frage auseinander, warum KI in Filmen, Büchern und der Popkultur fast immer als Bedrohung dargestellt wird – und ob diese dystopische Perspektive gerechtfertigt ist. Die Folge verbindet technologische Reflexion, gesellschaftliche Kritik und philosophische Tiefe, um zu erkunden, wie wir mit den Herausforderungen und Chancen der KI umgehen sollten.

    Warum KI in Geschichten oft böse ist: Eine Frage der Dramaturgie

    Warum stellen Autoren und Filmemacher KI häufig als Gegner oder Gefahr dar? Konflikte sind Grundlage vieler Geschichten – und KI als mächtiger, unberechenbarer Akteur bietet sich perfekt als Antagonist an.

    • Dystopie als Warnung: Viele Science-Fiction-Werke nutzen KI als Metapher für menschliche Hybris – etwa in Blade Runner, 2001 oder Terminator. Diese Geschichten haben oft eine warnende Funktion: Sie zeigen, was schiefgehen kann, wenn wir Technologie unkontrolliert einsetzen.
    • KI als Spiegel des Menschen: Sagt KI in Geschichten nicht oft mehr über uns selbst aus als über die Technologie. In Filmen wie A.I. – Künstliche Intelligenz oder Star Trek: The Next Generation (Data) wird KI als menschlichere Version des Menschen dargestellt – und hält uns damit einen Spiegel vor.
    • Ausnahmen bestätigen die Regel: Es gibt auch positive KI-Darstellungen, etwa in Asimovs Robotergeschichten oder auch wieder Star Trek, wo KI als Hilfsmittel oder Partner agiert.

    KI in der Realität: Zwischen Effizienz und Entmenschlichung

    Gordian berichtet von Projekten, in denen KI genutzt wird, um komplexe Geschäftsprozesse zu analysieren und zu visualisieren. Das spart Zeit und reduziert Fehler – doch es wirft auch Fragen nach Verantwortung und Kontrolle auf. Jan warnt davor, dass KI-Systeme, die nur auf Effizienz ausgelegt sind, menschliche Aspekte wie Kreativität, Intuition und Ethik ignorieren. Wenn wir uns zu sehr auf KI verlassen, könnten wir unsere eigenen Fähigkeiten verlieren – ähnlich wie ein Muskel, der nicht trainiert wird.

    KI, Algorithmen & Social Media: Die Sucht nach Aufmerksamkeit

    Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rolle von Algorithmen in Social Media – und wie sie menschliches Verhalten manipulieren. Hier wirken die Algorithmen als Suchtmaschinen: Sie sind darauf ausgelegt, Nutzer so lange wie möglich zu binden – oft durch emotionale Trigger wie Wut, Angst oder Selbstbestätigung. Gordian betont, dass Menschen zwar wissen, dass sie manipuliert werden – aber trotzdem nicht widerstehen können. Das liegt daran, dass Aufmerksamkeit ein grundlegendes menschliches Bedürfnis ist. Eine Regulierung von Algorithmen, die süchtig machen, ist sinnvoll. Jan schlägt sogar vor, Algorithmen oder Social Media zu verbieten, die Nutzer in Hass- oder Verschwörungsspiralen treiben

    Humanismus vs. Technologie: Brauchen wir eine neue Ethik?

    Am Ende der Folge wird die grundsätzliche Frage aufgeworfen: Wie können wir KI so nutzen, dass sie den Menschen dient – und nicht umgekehrt? Gordian sieht in europäischen KI-Entwicklungen wie von Mistral eine Alternative zu den dominierenden US-amerikanischen und chinesischen Modellen. Europa könnte hier eine ethischere, transparentere KI-Entwicklung vorantreiben. Beide sind sich einig, dass Bildung und kritisches Denken entscheidend sind, um mit KI verantwortungsvoll umzugehen. Humanistische Werte wie Empathie, Kreativität und Moral dürfen nicht durch reine Effizienzdenke ersetzt werden.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum KI in Filmen und Büchern fast immer als Bedrohung dargestellt wird – und was das über menschliche Ängste aussagt.
    • Wie KI heute bereits auf den Arbeitsalltag wirkt – und welche Risiken für Arbeitsmarkt und menschliche Autonomie damit verbunden sind.
    • Warum Social-Media-Algorithmen wie Suchtmaschinen funktionieren – und wie wir uns davor schützen können.
    • Ob Europa eine Chance hat, eine ethischere KI zu entwickeln – und warum Bildung und Humanismus dabei eine zentrale Rolle spielen.

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    00:00 – Intro
    00:17 – Biere der Woche Helles Stadtbier von 04321 und Jackpot Hazy IPA von Crew Republic
    14:14 – KI für Prozesse
    22:28 – Das Gehirn ist ein Muskel
    34:12 – Positive KI-Beispiele in Buch und Film
    45:39 – Humanistische Bildung und ihre Gegner
    57:54 – Der Mensch macht alles kaputt

    24 September 2026, 10:00 pm
  • 37 minutes 52 seconds
    VZK46 Wie das Craft Beer nach Deutschland kam: Innovation trifft Tradition

    Wie Radeberger das Craft Beer nach Deutschland brachte – eine Geschichte über Innovation, Weltreisen und Bierkultur.

    In dieser Folge von des Podcasts von Zeit zu Zeit tauchen Jan und Gordian tief in die Geschichte des Craft Beers in Deutschland ein – und entdecken dabei, wie ein traditionelles Brauerei-Unternehmen den Trend nach Deutschland brachte. Die Episode verbindet persönliche Anekdoten, historische Einblicke und unterhaltsame Diskussionen über die Entwicklung der Bierkultur und mehr.

    The Punch and Judy Show

    Die Folge startet mit einem Exkurs zu Mr. Punch. Dieses englische Pendant zum Kaspertheater hat nicht nur ihre eigene spannende Geschichte. Sie ist auch die Basis für das berühmte Punch Magazin, dem ersten großen englischen Satiremagazin im letzten Jahrhundert.

    Die Geburt des Craft Beers in Deutschland: Radebergers Pionierrolle

    Und dann geht es weiter mit einer deutschen Geschichte: Ende der 2000er-Jahre erkannte Radeberger, dass der deutsche Biermarkt neue Impulse braucht. Statt sich auf traditionelle Rezepte und weitere Mischgetränke zu beschränken, schickte das Unternehmen seinen Braumeister Marc Rauschmann auf eine Weltreise, um internationale Biertrends zu studieren.

    Braufactum: Mehr als nur ein Label

    Braufactum wurde schnell zum Synonym für Innovation in der deutschen Bierbranche: Sie wagten sich an ungewöhnliche Bierstile wie IPA, die in Deutschland bis dahin kaum bekannt waren. Die besondere Flaschenformen von Braufactum waren ein Alleinstellungsmerkmal. Und Radeberger konnte seine Vertriebswege und Ressourcen nutzen, um Braufactum als Premium-Marke zu etablieren.

    Rotkäppchen: Vom Ost-Sekt zur bundesweiten Erfolgsgeschichte

    Ein weiterer spannender Exkurs der Folge dreht sich um Rotkäppchen, den Sekt aus Sachsen-Anhalt, der in den 90ern zum Marktführer in Deutschland aufstieg. Vor 150 Jahren zunächst als „Monopol“ gestartet, musste die Marke aufgrund rechtlicher Probleme umbenannt werden. Der Name Rotkäppchen entstand aus der roten Kappe auf der Flasche – eine Notlösung, die sich als Markenzeichen durchsetzte. Trotz anfänglicher Vorurteile gegen „Ost-Produkte“ im Westen wuchs Rotkäppchen stetig. Heute ist es mit 40% Marktanteil der führende Sektanbieter in Deutschland – auch ein Beweis dafür, dass Markenstärke und Anpassungsfähigkeit den Unterschied machen.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie Radeberger mit Braufactum den Craft-Beer-Trend nach Deutschland brachte.
    • Wie Tradition und Innovation in der Bierkultur Hand in Hand gehen können.
    • Warum Rotkäppchen vom „Ost-Sekt“ zum Marktführer wurde – und was wir daraus über Markenbildung lernen können.
    • Wer Mr. Punch ist und warum dieser Podcast seinen Namen beibehält

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    00:00 – Intro
    01:00 – Wer ist Mr. Punch
    13:00 – Das Punch Magazine
    15:43 – 1. Bier der Woche: König Rotbier
    17:08 – Die Entdeckung des deutschen Craft Biers
    26:40 – Rotkäppchen – Deutschlands Sekt
    33:50 – 2. Bier der Woche: Steamworks Pilsener

    10 September 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 7 minutes
    VZ152 Das Bewusstsein der KI: Handwerk, Hype, Hokuspokus

    Von Berufssuche bis KI-Hyper: Wie Technologie und alte Welt zusammenhängen – und die Frage, ob wir uns vor den Transhumanisten fürchten sollten. Mit Craft Beer, Jugendsorgen und philosophischen Fragen.

    Bierkultur: Vom Lebkuchenbier und alkoholfreien IPA

    Die Folge startet mit einer Bierverkostung durch Gordian und Jan, die die Vielfalt der deutschen Braukunst zeigt. Die beiden diskutieren über Bier als Kulturgut und die Frage, warum Mischgetränke wie Lebkuchenbier oft belächelt werden – während sie gleichzeitig Innovation und Experimentierfreude in der Craft-Beer-Szene feiern.

    KI-Hype & Arbeitsmarkt: Warum Fahrschulen und Steuerberater in der Krise stecken

    Ein zentrales Thema der Folge ist der KI-Hype und seine Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Ankündigungen und Prognosen lösen hier leicht ungewollte Kettenreaktionen aus: 1. Als der Verkehrsminister ankündigte, den Führerschein bald günstiger zu machen, sanken die Anmeldungen drastisch – weil viele warteten. Die Folge: Fahrschulen entlassen Personal, und am Ende wird der Führerschein wohlmöglich teurer. 2. Der „Job-Futuromat“ des Jobcenters bewertet Berufe danach, wie stark sie automatisierbar sind. Steuerfachangestellte wurden dabei als potenziell 100% durch KI ersetzbar eingestuft – was dann zu Nachwuchsmangel führte.

    Link: https://job-futuromat.iab.de

    Transhumanismus: Die Illusion vom ewigen Leben

    Ein besonders kontroverses Thema ist der Transhumanismus, der KI, Robotik und Prothetik als Schlüssel zu einem längeren, gesünderen Leben betrachtet. Ja, schon heute ermöglichen moderne Prothesen Menschen mit Amputationen sportliche Höchstleistungen. In Zukunft könnten gesunde Menschen sich freiwillig künstliche Gliedmaßen oder Organe implantieren lassen – weil sie wohlmöglich besser funktionieren als die biologischen Originale. Aber Transhumanisten träumen auch davon, ihr Bewusstsein in KI-Systeme zu übertragen, um ewig zu leben. Doch hier wird es philosophisch: Was ist Bewusstsein überhaupt? Und kann eine KI es jemals besitzen? Und wenn das passiert, geraten wir dann nicht in eine Stillstandsgesellschaft: Wenn Menschen nicht mehr sterben, verändern sich Ideen und Werte nicht mehr – und die Menschheit bleibt in alten Denkmustern stecken. Die beiden sind sich einig: Technologischer Fortschritt ist unvermeidbar – aber ob er sinnvoll ist, bleibt eine offene Frage.

    KI in der Literatur: Warum Science-Fiction uns warnt

    Jan und Gordian diskutieren, ob und warum Science-Fiction-Autoren wie Arthur C. Clarke, Philip K. Dick oder William Gibson in ihren Werken oft düstere KI-Szenarien entwerfen

    • Blade Runner, 2001, Neuromancer: In diesen Klassikern wird KI meist als bedrohlich oder unberechenbar dargestellt. Warum?
    • Star Trek & Asimov: Es gibt auch positive Beispiele wie Data aus Star Trek oder Asimovs Roboter-Geschichten, die KI als nützlich und harmonisch darstellen.

    Fazit: Zwischen Fortschritt und Menschlichkeit

    Die Episode endet mit einer offenen Frage: Wie viel Technologie verträgt die Menschheit? Jan und Gordian plädieren für einen kritischen, aber neugierigen Umgang mit Technologie. Denn am Ende geht es nicht nur um Fortschritt, sondern um Menschlichkeit.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Lebkuchenbier ein mutiges Experiment der Craft-Beer-Szene ist – und warum es nicht jedem schmeckt.
    • Wie KI-Ankündigungen den Arbeitsmarkt durcheinanderbringen – und warum Fahrschulen und Steuerberater plötzlich in der Krise stecken.
    • Was Transhumanismus ist – und warum die Idee vom ewigen Leben mehr Probleme schafft, als sie löst.
    • Warum Science-Fiction-Autoren uns seit Jahrzehnten vor KI warnen – und was wir daraus lernen können.
    • Ob KI wirklich Bewusstsein entwickeln kann – oder ob sie immer nur ein Wahrscheinlichkeitssystem bleiben wird.

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    00:00 – Intro
    00:17 – Schanzen Christkindelbräu vs. Störtebeker Atlantik Ale AF
    04:00 – Heim-Server oder Streaming
    11:15 – Mischgetränke
    19:58 – Teurere Führerscheine
    23:00 – Die Versprechen der KI
    35:00 – Transhumanisten
    48:40 – Neuromancer
    01:01:20 – Und China?
    01:04:13 – Versprechen der KI Reprise und Outro

    27 August 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 57 seconds
    VZK45 Tolkiens Welten - von den Büchern zur Leinwand

    Tauch ein in Tolkiens magische Welten: Der Hobbit, Der Herr der Ringe und Peter Jacksons epische Vision – eine Reise durch Mittelerde mit Blick auf Erwachsene und auf Kinder. wo Bücher und Kino zusammenwachsen – und wo sie auseinandergehen.

    J. R. R. Tolkiens Werke sind nicht nur Literatur, sondern kulturelle Meilensteine. Doch wie gelang die Übertragung dieser komplexen, mythischen Welten auf die Leinwand? In dieser Folge diskutieren Gordian und Jan die Faszination und die Herausforderungen der Adaptionen durch Peter Jackson.

    Tolkien: Der Meister der Mythen

    Tolkien schuf mit Der Herr der Ringe, Der Hobbit und weiteren Werken nicht nur Geschichten, sondern ganze Universen. Seine Sprache, die detaillierte Weltbau-Elemente und die unterschiedlichen Kulturen machen seine Werke zu einem Meisterwerk der Fantasy. Besonders spannend: die Übersetzungen und wie sie die Stimmungen der Charaktere einfangen – oder verfehlen. Die Diskussion wirft Fragen auf: Sollte Bilbo „Chef“ zu Frodo sagen? Oder ist „Meister Frodo“ die bessere Wahl? Und wie spricht man eigentlich Minas Tirith aus?

    Peter Jackson: Visionär oder Verräter?

    Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie gilt als Meisterwerk des Kinos – doch spätestens seine Hobbit-Verfilmung polarisiert. Während die visuellen Effekte und die düstere Ästhetik von Mittelerde begeistern, wirft die Folge kritische Blicke auf dramaturgische Entscheidungen.

    Kino vs. Buch: Wer gewinnt?

    Die Folge stellt die zentrale Frage: Kann ein Film ein Buch jemals vollständig einfangen? Die Antwort: Nein – aber er kann es ergänzen. Während die Bücher Tiefe und Mythos bieten, schafft das Kino emotionale Intensität und visuelle Pracht. Doch wo Jackson Technik und Spektakel in den Vordergrund stellt, fehlt manchmal der Zauber der Vorlage. Ein besonderer Fokus liegt auf der Beziehung zwischen Bilbo und Thorin: Im Buch entwickelt sie sich langsam und subtil, im Film wird sie dramatischer inszeniert. Ist das notwendig für die Handlung – oder eine unötige Überhöhung?

    Kino als Erlebnis: Warum der große Bildschirm zählt

    Abschließend wird die Bedeutung des Kinos selbst diskutiert: Kino ist kein Streaming. Es zwingt den Zuschauer, sich hinzugeben – ohne Ablenkung, ohne Vor- und Zurückspulen. Gerade bei Fantasy-Filmen wie Der Herr der Ringe oder Der Hobbit entfaltet sich die Magie des Kinosaals erst richtig: Sounddesign, vertikale Kamerafahrten und die Unmittelbarkeit machen den Unterschied. Peter Jackson versteht es, den Zuschauer mitzureißen – selbst wenn nicht jede Szene perfekt gelingt.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie Tolkien Mittelerde erschaffen hat – und warum seine Sprachvielfalt so entscheidend ist.
    • Warum Peter Jacksons Filme polarisieren: Zwischen technischer Meisterleistung und dramaturgischen Schwächen.
    • Die Rolle von Andy Serkis‘ Gollum: Ein Meisterwerk der Schauspielkunst – oder eine übertriebene Darstellung?
    • Buch vs. Film: Wo die Adaptionen gelingen – und wo sie scheitern.
    • Kino als Medium: Warum der große Bildschirm für Fantasy-Filme unersetzlich ist.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von dir wichtigen Momenten in Tolkiens Werken und auch in Jacksons Verfilmungen. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 – Neoliberales Denken
    06:18 – Biere der Woche: Kehrwieder Gose Altes Land vs. Axiom Gose Purple Train
    16:49 – Tolkien und Peter Jackson
    26:22 – Aussprache der Tolkien-Wörter
    37:51 – Ab wann den Hobbit lesen?
    42:42 – Peter Jacksons Hobbit
    50:20 – Die Anforderungen einer Fantasy-Welt

    13 August 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 8 minutes
    VZ151 Medien in der Krise: Aktivismus und Gefälligkeit der 4. Gewalt

    Wie Medien in der Migrationskrise, der Corona-Pandemie und im Ukrainekrieg zwischen Aktivismus, Gefälligkeit und Verantwortung schwankten und immer noch schwanken.

    Medienkritik: Gefälligkeitsjournalismus und Aktivismus

    Die 4. Gewalt – die Medien – steht in der Kritik. Richard David Precht und Harald Welzer analysieren in ihrem Buch Die vierte Gewalt, wie Journalismus in Krisenzeiten oft in Gefälligkeitsjournalismus verfällt oder aktivistisch wird. Doch was bedeutet das konkret? Gefälligkeitsjournalismus meint die Tendenz, unangenehme Wahrheiten zu ignorieren, um Konflikte zu vermeiden oder bestimmte Narrative zu bedienen. Aktivismus hingegen beschreibt das Sich-Zu-Eigen-Machen von Themen und Haltungen und dadurch die gesellschaftliche Verantwortung als „4. Gewalt“ zu verraten.

    Die Migrationskrise 2015: Einseitige Berichterstattung und ihre Folgen

    2015 prägte der Satz „Wir schaffen das“ die deutsche Medienlandschaft. Die Berichterstattung war zunächst überwiegend positiv und betonte die Willkommenskultur. Doch kritische Stimmen – etwa zu Integrationsproblemen oder finanziellen Belastungen für Kommunen – fanden kaum Gehör. Erst nach der Silvesternacht in Köln kippte die Stimmung. Plötzlich rückte die Debatte um Sicherheit und Integration in den Fokus. Die Medien hatten sich zunächst zu sehr auf die politische Linie von Angela Merkel eingestimmt und die komplexen Realitäten ausgeblendet. Eine wichtige Frage bleibt: Haben Medien hier ihre Kontrollfunktion vernachlässigt?

    Corona-Pandemie: Wissenschaft, Politik und die Rolle der Medien

    In der Corona-Krise orientierten sich Medien stark an wissenschaftlichen Empfehlungen – vor allem an Stimmen wie Christian Drosten oder Karl Lauterbach. Doch diese Ausrichtung war nicht immer ausgewogen. Alternative Positionen, etwa von Hendrik Streeck oder Alexander Kekulé, wurden oft marginalisiert oder sogar lächerlich gemacht. Die Ständige Impfkommission STIKO stand plötzlich im Kreuzfeuer der Kritik, obwohl sie eigentlich für ihre evidenzbasierte Arbeit bekannt ist. Hier zeigt sich ein Dilemma: Sollten Medien in einer Krise Einigkeit vermitteln – oder Vielfalt abbilden, selbst wenn das Unsicherheit schafft?

    Ukrainekrieg: Zwischen öffentlicher Meinung und journalistischer Verantwortung

    Beim Ukrainekrieg wird den Medien vorgeworfen, zu einseitig zu berichten – diesmal jedoch nicht im Sinne von Gefälligkeit, sondern von Aktivismus. Viele Medien forderten mehr Waffenlieferungen oder härtere Sanktionen, während kritische Stimmen, die etwa eine diplomatische Lösung forderten, kaum Gehör fanden. Precht selbst geriet hier in die Kritik, als er früh eine Kapitulation der Ukraine ins Spiel brachte. Die Frage ist: Dürfen Medien Haltung zeigen und was bedeutet das überhaupt – oder müssen sie neutral bleiben, um den Diskurs offen zu halten?

    Twitter, Algorithmen und die Blasen der Meinungsbildung

    Social Media – besonders das ehemalige Twitter – hat die Medienlandschaft stark geprägt. Doch nicht zum Guten. Journalisten nutzten Twitter lange als Recherchetool, doch die Plattform spiegelte nie die gesamte Gesellschaft wider. Stattdessen entstand eine digitale Ethik, in der Aufmerksamkeit über Inhalt siegte. Die Medien haben sich hier oft selbst in die Falle begeben: Sie folgten den Trends, statt sie kritisch zu hinterfragen.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Gefälligkeitsjournalismus und Aktivismus die Medien in Krisenzeiten prägen.
    • Wie die Migrationskrise 2015 zeigte, dass Medien oft einseitig berichten – und wodurch dies korrigiert wurde.
    • Warum die Corona-Berichterstattung zeigt, dass Berichterstattung über wissenschaftliche Themen ein fundiertes Wissen erfordert und einzelne Menschen nicht Dir Wissenschaft sind.
    • Wie der Ukrainekrieg die Debatte über Haltungsjournalismus neu entfachte: Dürfen Medien Partei ergreifen?
    • Welche Rolle Social Media bei der Verzerrung der Medien-Realität spielt.

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    Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    30 July 2026, 10:00 pm
  • 27 minutes 18 seconds
    VZK44 Familie und Europa - von unwahrscheinlichen Traditionen und seltsamem Brauchtum

    Friesland oder Dithmarschen? Marzipan oder Brot ohne Salz? Eine Reise durch Brauchtum, kulinarische Traditionen und die Frage: Was hält Europa zusammen?

    Dithmarschen, Friesland und die Kunst der Abgrenzung

    Wer schon mal versucht hat, in Norddeutschland die geografischen und kulturellen Grenzen zwischen Dithmarschen, Nordfriesland, Ostfriesland und dem restlichen Friesland zu erklären, weiß: Das ist ein Unterfangen, das selbst Einheimische stutzen lässt. Die Ditmarscher – stolz und eigenwillig – beharren darauf, keine Friesen zu sein, während die Friesen ihrerseits Ditmarschen fast als Teil ihrer Region empfinden.

    Brauchtum: Wenn Traditionen lebendig werden

    Ob Vatertagsumzüge im Emsland oder das Boßeln in Dithmarschen: Brauchtum ist in Norddeutschland mehr als nur Folklore. Es ist ein Lebensgefühl, das Generationen verbindet. Doch während solche Traditionen auf dem Land noch hochgehalten werden, wirken sie in der Stadt oft befremdlich. Warum? Weil Brauchtum Authentizität und Gemeinschaft braucht, um zu funktionieren. Und die findet man am ehesten dort, wo die Menschen noch miteinander leben.

    Kulinarische Traditionen: Marzipan, Brot ohne Salz und die Geschichten dahinter

    Eine weitere norddeutsche Tradition ist Marzipan aus Lübeck; und es ist weltberühmt – doch wer glaubt schon, dass es aus einer Kriegs- und Krisenzeit stammt? Ähnlich verhält es sich mit dem salzfreien Brot aus Florenz, das heute noch als kulinarische Kuriosität gilt. Beide Produkte sind demnach Zeugnisse von Kreativität und Anpassungsfähigkeit in schwierigen Zeiten und zudem identitätsstiftend. Und sie zeigen: Europa ist nicht nur eine politische Union, sondern auch ein kulinarisches Abenteuer.

    Europäische Identität: Was hält uns zusammen?

    Was bedeutet es eigentlich, Europäer zu sein? Ist es die Geografie, die Geschichte, die Kultur – oder vielleicht einfach die Haltung? Die Diskussion über den Homo Europaeicus zeigt, wie schnell solche Begriffe in pseudowissenschaftliche und rassistische Narrative abgleiten können. Dabei geht es doch eigentlich um etwas ganz anderes: um die Vielfalt, die uns ausmacht – und die Gemeinsamkeiten, die uns verbinden.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Dithmarschen, Nordfriesland, Ostfriesland, Westfriesland: Warum die geographische Zuordnung im Norden so kompliziert ist – und was das über regionale Identität verrät.
    • Brauchtum und Traditionen: Von Vatertagsumzügen bis zu lokalen Festen – wie regionale Bräuche Europa prägen.
    • Kulinarische Traditionen: Warum Marzipan aus Lübeck und salzfreies Toskanabrot mehr als nur Lebensmittel sind.
    • Europäische Identität: Was bedeutet es, Europäer zu sein – und warum der Begriff „europäische Rasse“ problematisch ist.
    • Die EU und ihre Mitglieder: Wer gehört dazu, wer nicht – und ob Norwegen und die Schweiz trotzdem gut dastehen.

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    00:00 – Die Dithmarscher, die Friesen und die Emsländer
    06:25 – Lebensmittel aus Kriegs- und Krisenzeiten
    09:38 – Die Flucht meines Onkels (Die Geschichte mit der Seemine)
    15:20 – Nochmal Friesen-Bashing
    17:59 – Homo Europaeicus Faber

    16 July 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 5 minutes
    VZ150 Die 4. Gewalt: Medien zwischen Macht und Verantwortung

    Medienkritik, Gefälligkeitsjournalismus und die Rolle der vierten Gewalt – wie Journalismus Demokratie prägt oder untergräbt.

    Die vierte Gewalt: Wächter oder Mitläufer?

    Die vierte Gewalt – die Medien – soll als Kontrollinstanz gegenüber Politik, Wirtschaft und Justiz fungieren. Doch wie unabhängig ist der Journalismus heute wirklich? In dieser Folge analysieren wir, wie Medien zwischen Kritik und Gefälligkeit schwanken. Mit Blick auf die Debatten um Richard David Precht und Harald Welzer und ihr Buch Die 4. Gewalt fragen wir: Erfüllen die Medien ihre Rolle als Wächter der Demokratie – oder sind sie selbst Teil des Problems?

    Journalismus vs. Aktivismus: Wo liegt die Grenze?

    Sollen Medien neutral berichten oder klar Stellung beziehen? Die Diskussion um Journalismus und Aktivismus ist so alt wie die Presse selbst – und in Zeiten von Fake News und Polarisierung dringlicher denn je. Wir beleuchten, wie Medien mit diesen Herausforderungen umgehen und warum Gute Nachrichten genauso wichtig sind wie kritische Berichterstattung. Denn: Journalismus, der nur Skandale aufdeckt, ohne Lösungen aufzuzeigen, trägt zur Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas bei.

    Migrations- und Integrationskrise: Die Rolle der Medien

    Wie berichten Medien über komplexe Themen wie die Migrationskrise? Welche Verantwortung tragen sie, wenn es darum geht, Vorurteile abzubauen oder Lösungsansätze aufzuzeigen? In dieser Folge analysieren wir, wie Journalismus Brücken bauen kann – oder sie einreißt. Auch im Fokus: die Framing-Falle. Denn es macht einen Unterschied, ob von einer „Flüchtlingskrise“, einer „Migrationskrise“ oder einer „Integrationsherausforderung“ die Rede ist.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Medienkritik heute wichtiger ist denn je – und wie du als Hörer:in kritisch bleiben kannst.
    • Wie Richard David Precht und Harald Welzer die Rolle der Medien in der Gesellschaft sehen – und warum ihre Kritik am Gefälligkeitsjournalismus berechtigt ist.
    • Wo die Grenzen zwischen Journalismus und Aktivismus verlaufen – und warum diese Debatte so kontrovers ist.
    • Welche Verantwortung Medien in der Migrationskrise tragen – und wie sie durch Framing die öffentliche Meinung beeinflussen.
    • Warum Gute Nachrichten genauso ihren Platz haben wie kritische Berichte – wenn sie über simple Wohlfühl-Meldungen hinausgehen.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deiner Sicht auf die Medien heute. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 – Intro
    00:25 – Biere der Woche: Einbecker Winter-Doppelbock vs. Brewdog Falscher Apfel Frucht IPA
    12:20 – Lebensmittel lokal und regional
    18:19 – Schlechte Nachrichten oder Good News
    25:30 – Kritik an der Berichterstattung zur Migrations- und zur Integrationskrise
    34:40 – Die gute Nachricht
    48:10 – Die Rehabilitation der „Bild“
    50:11 – Das Buch über Die vierte Gewalt
    57:32 – Hinterzimmer-Journalismus
    64:02 – Fortsetzung folgt

    2 July 2026, 10:00 pm
  • 52 minutes 15 seconds
    VZK43 Kill your Darlings: Füllwörter, Sprache und Bier

    Füllwörter, Sprach-Gewohnheiten und Bierkultur: Wie „Kill your Darlings“ beim Sprechen, Schreiben und Genuss hilft

    Warum wir an Füllwörtern hängen

    In dieser Folge nehmen Jan und Gordian ihre eigenen Sprachgewohnheiten auseinander – vom lieb gewonnenen „Derweil“ aus Tolkiens „Herr der Ringe“ bis zu Füllwörtern wie „sozusagen“, „eigentlich“ und „quasi“. Sie fragen sich, welche Formulierungen längst aus der Zeit gefallen sind, trotzdem im aktiven Wortschatz kleben bleiben und warum genau diese sprachlichen „Darlings“ so schwer zu töten sind. Dabei geht es nicht um pedantische Sprachpolizei, sondern darum, bewusster zu sprechen, ohne die Spontaneität eines „Laberpodcasts“ zu verlieren.

    Kill your Darlings – beim Schreiben und Sprechen

    Ausgehend von einem Hörer:innen-Kommentar diskutieren die beiden, wie sich Lieblingswörter und Manierismen in Texte und Gespräche schleichen – und wie man sie beim Schreiben leichter entdeckt als im gesprochenen Wort. Während man Sätze am Bildschirm noch einmal glätten und Füllsel streichen kann, sind Versprecher und sprachliche Ticks im laufenden Gespräch nur schwer zu verhindern oder herauszuschneiden. Jan und Gordian reflektieren, wie viel Konzentration es braucht, im Podcast auf die eigene Sprache zu achten, während Bier, Gesprächsfluss und Humor gleichzeitig gepflegt werden wollen.

    Biergeschichte, Steuerlogik und Trinkkultur

    Parallel dazu bleibt es natürlich ein Podcast mit Craft Bier: Die beiden verkosten ein Baltic Porter von Kehrwieder. Von dort aus schlagen sie den Bogen zur Geschichte des Biers als hygienischem Alltagsgetränk, zur Hamburger Biertradition und zur Frage, warum der Staat bei Bier nicht den tatsächlichen Alkoholgehalt, sondern die Stammwürze besteuert. Dass Bier früher vor allem sicheres Trinkwasserersatz war und Kinder eher Dünnbier als Brunnenwasser bekamen, passt perfekt zur Leitfrage der Folge: Was steckt wirklich hinter Gewohnheiten – und welche Narrative erzählen wir uns darüber?

    Unterhaltung mit Haltung

    Zwischen Craftbier-Begeisterung, Sprachreflexion und kleinen historischen Exkursen bleibt genug Raum für Selbstironie: ob „Kill your Darlings“ auch für Cola mit Zitrone gilt, wie sehr man in die Kreation des Braumeisters eingreifen darf und wie wir ein Bier bewusst „abbeißen“… Wer Sprache liebt, seine eigenen Füllwörter kennt – und sie vielleicht trotzdem nicht ganz loslassen will – findet in dieser Folge gleichermaßen Bestätigung, Denkanstöße und ein paar sehr brauchbare Ausreden.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Füllwörter, lieb gewonnene Formulierungen und sprachliche Marotten so hartnäckig sind – und was „Kill your Darlings“ im Alltag wirklich bedeutet.
    • Wie sich Sprechen und Schreiben unterscheiden, wenn es darum geht, Lieblingsformulierungen zu erkennen, zu bearbeiten – oder bewusst stehen zu lassen.
    • Welche Rolle Biergeschichte, Stammwürze und Steuerlogik spielen und warum der Staat eher „Spaßpotenzial“ als Promille besteuert.
    • Wie man zwischen Craftbier, Plauderton und Sprachbewusstsein authentisch bleibt, ohne den Spaß am Laberpodcast zu verlieren.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren oder auf Bluesky von deinen liebsten Füllwörtern, Sprach-Ticks und „Darlings“, die du einfach nicht lassen kannst. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 – Baltikum
    03:41 – Biere der Woche: Tallinn Baltic Porter
    09:49 – Der Wille des Braumeisters
    14:24 – Trinkkultur
    23:19 – Füllwörter und wie sie sich vermeiden lassen
    35:18 – Die Geschichte von Arthur Guinness

    18 June 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 6 minutes
    VZ149 Schulsport - Zwischen Demütigung und Bewegungslust

    Schulsport ist ein Brennglas für unsere Gesellschaft: Wettkampf und Bundesjugendspiele, Demütigung und Versagen – ein ehrliches Gespräch über Frust, Solidarität und bessere Bildung

    Wir starten wie immer mit zwei Bieren: dem Landgang Pils der Langang-Brauerei und dem Bio-Zwickel von Stiegel. Ansonsten sprechen wir in dieser Folge über Schulsport: zwischen gesundem Bewegungsangebot, fragwürdiger Leistungslogik und offener Demütigung im Namen der Noten. Ausgehend von unseren persönlichen Erfahrungen und Kindern von heute im Sportunterricht fragen wir, warum sich das Grundkonzept des Schulsports seit Jahrzehnten kaum verändert hat. Statt Lust auf Bewegung zu wecken, produziert der Pflichtunterricht für viele Kinder Frust, Angst und lebenslange Abneigung gegen Sport.

    Sport vs. Bewegung: Warum Wettbewerb nicht alles ist

    Wir unterscheiden klar zwischen Sport als Wettkampf und Bewegung als lebenslangem Gesundheitsfaktor. Radfahren, Schwimmen oder Yoga stehen für eine Form von Bewegung, die nicht zwingend auf Höchstleistung und Vergleich angelegt ist, sondern auf Wohlbefinden, Selbstfürsorge und Gemeinsamkeit. Dem gegenüber steht der klassische Schulsport, der weiterhin vielfach auf „höher, weiter, schneller“ setzt und vor allem misst, wer welche Normwerte erreicht – statt zu vermitteln, wie sich Bewegung gut anfühlt und die individuelle Entwicklung als Leistung betrachtet.

    Demütigung, Frust und Ausschluss im Sportunterricht

    Wir beleuchten, wie schnell Schulsport zur Bühne für Demütigung und Ausschluss werden kann. Wer beim Turnen, in der Leichtathletik oder beim Schwimmen nicht mithalten kann, erlebt sich vor der Klasse sichtbar scheiternd – oft trotz bemühter Lehrkräfte. Das „Hassfach“ Sport fördert so depressive Grundstimmungen, Rückzug oder Clownereien als Schutzmechanismus. Besonders problematisch: Die Situation selbst produziert Scham, ganz unabhängig davon, ob Mitschüler:innen aktiv mobben.

    Schulbehörde, Kultusministerien und das alte Leistungsdenken

    Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf den Vorgaben von Schulbehörden und Kultusministerien, die weiterhin starre Leistungskriterien und Messwerte im Sport einfordern. Wir kritisieren dieses System als unmenschlich, weil es Solidarität, Teamgeist und individuelle Entwicklung kaum abbildet, sondern Kinder in „können“ und „nicht können“ sortiert. Statt Bewegung zu lieben und als Ressource fürs Leben zu entdecken, lernen viele nur, dass sie „nicht gut genug“ sind – mit Folgen, die weit über die Schulzeit hinausreichen.

    Wie ein anderer Schulsport aussehen könnte

    Trotz aller Kritik bleibt die Folge konstruktiv: Schulsport wird als grundsätzlich sinnvoll beschrieben – allerdings nur, wenn er sich deutlich an positiven Aspekten von Sport orientiert. Dazu gehören Teamplay, gegenseitige Unterstützung, sichere Grenzerfahrungen und ein Verständnis von Leistung, das sich an persönlichem Fortschritt statt an starren Normtabellen orientiert. Wir skizzieren die Vision eines Sportunterrichts, der Kinder stärkt, statt sie zu brechen, und der Bewegung als Lebenskompetenz vermittelt – nicht als selektiven Wettkampf unter Aufsicht der Schulbehörde.

    In dieser Folge erfährst du:

    • warum viele Menschen Schulsport als demütigend, frustrierend und ausschließend in Erinnerung haben.
    • wie Schulbehörden und Kultusministerien mit ihren Vorgaben das Leistungsdenken im Sportunterricht prägen.
    • was der Unterschied zwischen Sport als Wettkampf und Bewegung als lebenslangem Gesundheitsanker ist.
    • welche Rolle Teamgeist, Solidarität und sichere Grenzerfahrungen im idealen Sportunterricht spielen könnten.

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    00:00 – Intro
    00:16 – Biere der Woche: Bio-Zwickel von Stiegl vs. Landgang Pils von Landgang
    10:49 – Hamburg und der Sport
    13:38 – Schulsport und Frust
    18:26 – Turnvater Jahn
    25:04 – Pädagogische Konzepte
    32:41 – Zahlen, Daten, Werte
    45:29 – Anekdote Bundesjugendspiele

    4 June 2026, 10:00 pm
  • 45 minutes 33 seconds
    VZU15 Unser Hamburg Hafen Craftbeer Crawl - Teil 3

    Wir ziehen weiter durch Hamburg: Über die Reeperbahn zur Astra St. Pauli Brauerei – zwischen Craftbeer, Touristen und Kiez. Der dritte und letze Teil der Aufnahme unseres Crawls

    Wie alle Unterwegs-Folgen ist in dieser Bonusfolge die Tonqualität eingeschränkt.

    Zwischen Hafen, Kiez und Astra

    In dieser abschließenden Folge unseres Craft Beer Crawls entlang des Hamburger Hafens und der Reeperbahn wird aus einem Brauereibesuch schnell ein Gespräch über Hamburger Bierkultur, Markenmythen und die besondere Rolle von Astra. Die Folge verbindet Alltagsbeobachtung, Stadtwissen und spontane Verkostung zu einer Folge, die weit über klassisches Craft-Beer-Tasting hinausgeht. Im Zentrum stehen Hamburg und die Frage, wie eng Orte, Produkte und Stadtidentität miteinander verknüpft sind. ​

    Wir sprechen darüber, dass Astra in Hamburg lange weniger wegen seiner Braukunst als wegen seiner markanten Werbekampagnen präsent war. Gerade diese Mischung aus frechem Ton, Kiez-Nähe und lebensnaher Bildsprache macht die Marke bis heute interessant. Gleichzeitig geht es um Geschmacksfragen: Mit einem Session IPA und einem Doppelbock entsteht eine Folge, die Genuss, Popkultur und urbane Selbstbeschreibung zusammenbringt.

    Stadtteilwissen mit Haltung und Humor

    Besonders stark wird die Episode dort, wo sie von der Bierkarte in die Stadtgeschichte kippt. Ausgehend von den Hamburger Bezirken wie Harburg, Bergedorf, Altona oder Eimsbüttel entfaltet sich ein lebendiges Gespräch über Hamburger Bezirke, Stadtteile und Viertel. Wir diskutieren, warum Hamburger eher in Stadtteilen und Vierteln denken als in Bezirken, wie Begriffe wie Komponistenviertel oder Generalsviertel entstanden sind und weshalb solche Bezeichnungen manchmal ziemlich willkürlich wirken. Auch Pinneberg, Elmshorn und Winsen an der Luhe tauchen als Bezugspunkte auf, wenn es um den Blick von außen auf Hamburg und den typischen Stadt-Land-Gegensatz geht.

    Dazu kommen persönliche Erinnerungen an das Nachtleben auf dem Kiez, an die letzte Bahn, durchgemachte Nächte und an jene typischen Küchengespräche, die oft spannender sind als der Rest der Party. Genau darin liegt die Stärke dieser Folge: Sie ist nicht nur ein Hamburg-Podcast über Craft Beer, sondern auch ein Gespräch über urbane Identität, regionale Codes, Milieus und die Frage, wie Städte sich selbst erzählen. Wer sich für Hamburg – stellvertretend für viele Großstädte -, Kiez, Stadtteilgeschichte, Kultur und spontane, kluge Gespräche interessiert, bekommt hier eine Folge mit lokaler Farbe, Humor und historischem Tiefgang. ​

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Astra in Hamburg stärker über Haltung, Kiez-Image und Werbung wirkt als nur über das Bier. ​
    • Wie sich IPA und Doppelbock in der Verkostung unterscheiden und welche Geschmacksbilder dabei entstehen. ​
    • Warum Hamburger eher in Stadtteilen und Vierteln denken als in Bezirken. ​
    • Weshalb ein Craft Beer Crawl am Hafen plötzlich zu einem Podcast über Stadtgeschichte, Identität und Alltagskultur wird. ​

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder Bluesky von deinem liebsten Kiez-Moment zwischen Nachtleben und Kneipen, Stadt und Umland. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj
    Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628
    Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts
    Diskutiert mit uns auf Bluesky: https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social

    00:00 – Intro
    02:19 – Astra Brauerei auf dem Kiez
    09:37 – Astra Craft Beer
    15:46- Session IPA vs. Doppelbock
    22:17 – Wertschätzung
    26:14 – Lieblingsfrüchte
    30:46 – Elmshorn, Pinneberg und Winsen/Luhe
    34:28 – Bezirke, Stadtteile und Viertel

    21 May 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 5 minutes
    VZ148 Pläne, Karten und die Digitalisierung unserer Welt

    Wie wir mit Karten und Plänen unsere Welt verändern: Eine Folge über Digitalisierung, Gamification, Überwachung von Draußen und Drinnen und einen Staubsaugroboter, der mehr Fragen aufwirft als er löst

    Karten, Wege und digitale Bequemlichkeit

    Nach unserer obligatorischen Bierverkostung dreht sich in dieser Folge vieles um die Frage, wie uns digitale Helfer den Alltag wirklich erleichtern — und wo sie uns in neue Abhängigkeiten führen. Ausgangspunkt ist eine Mischung aus Wandern und Karten-Apps und der Erfahrung, dass Karten mehr sind als nur Orientierungshilfen – sie spiegeln unsere Gesellschaft, ihre Werte und ihre Digitalisierung wider. Es geht um Daten, Plattformen und Geschäftsmodelle. Besonders spannend ist dabei der Blick auf Komoot und das alternative, community-basierte Kartensystem OpenStreetMap.

    Gamification im Harz

    Ein zweiter Schwerpunkt ist das Wandern im Harz und die dortige Gamification-Kultur: Stempelhefte, Wanderabzeichen und clevere Wege, um Touren spielerisch zu strukturieren. Die Folge zeigt, wie solche Systeme Menschen in Bewegung bringen, Familien organisieren und auch bei Kindern erstaunlich gut funktionieren.

    Staubsaugroboter, China und Standards

    Gordian hat einen neuen Saug- und Wischroboter und wir stellen Fragen nach Komfort, Datenschutz, chinesischen Produkten und europäischen Standards. Der Roboter wird nicht nur als Haushaltshelfer beschrieben, sondern als Symptom einer größeren Entwicklung: Technik nimmt Arbeit ab, erzeugt aber zugleich neue Abhängigkeiten, neue Datenflüsse und neue Unsicherheiten. Die Folge streift dabei auch Prüfverfahren und die Frage, ob Produkte hierzulande wirklich ausreichend kontrolliert werden.

    Dazu kommen Verweise auf Nico Semsrott, auf die PRÜF-Demos und auf den Leitsatz „Prüfen rettet übrigens Leben“, der die sehr deutsche Eigenart, Dinge zu prüfen, auch auf politische Parteien ausweitet.

    Internet, Regeln und Verantwortung

    Die Folge landet bei Tim Berners-Lee, beim Gedanken des universellen Netzes und bei der Frage, wie offen technologische Systeme eigentlich gedacht waren — und wie sehr Konzerne, Plattformen und Geschäftsinteressen diesen Anspruch inzwischen umformen. Nicht alles, was bequem ist, ist auch folgenlos. Die Episode verbindet Alltagsbeobachtung, Medienkritik und Kulturgeschichte mit einer gesunden Skepsis gegenüber technischer Selbstverständlichkeit.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie Kartensysteme wie OpenStreetMap und Komoot das Wandern in der Natur verändern.
    • Warum Gamification auch Draußen und gerade auch für Kinder so gut funktioniert.
    • Was ein Staubsaugroboter über Datenschutz, Standards und chinesische Produkte verrät.
    • Warum Prüfen, Regulieren und kritisches Denken auch in der Politik zentral bleiben.
    • Welche Rolle Tim Berners-Lee und das „universelle Internet“ in der Debatte spielen.

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    00:00 Intro
    00:17 Biere der Woche: Wildwuchs Extreme vs. Barbarossa i am Grutbier
    15:27 Gamification im Harz
    25:02 Maps-Apps
    35:38 Staubsaugroboter
    47:01 Chinesische Standards
    49:39 Die PRÜF-Demos und Nico Semsrott
    55:09 Das universelle Internet
    59:28 Digital überall

    7 May 2026, 10:00 pm
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