• 41 minutes 35 seconds
    VZK47 Ethisch verkaufen: Warum „besser als Bio" überzeugt

    Bio ohne Siegel, Krabben aus Marokko und Ei im Keks: Was ethisches Einkaufen kostet

    Majuskel, Minuskel und Capslock-Trolle

    Aus einem kleinen Kampf mit der Kontakteliste wird ein kleiner Schrift-Exkurs: Vor der Zeit Karls des Großen gab es nur Großschrift, die kleinen Buchstaben entstanden erst mit der Karolingischen Minuskel. Und wer heute alles in Capslock schreibt, redet für die beiden wie ein Troll: wie Leute, die ihrer Sache hundertprozentig sicher sind und sie deshalb um jeden Preis rumbrüllen müssen. Gordian gesteht außerdem, früher als Klassenkasper gewirkt zu haben – eine „Karriere“, die zeigt, dass selbst eine Scheinleistung real wird, solange die „Währung“ des Respekts zwischen allen Beteiligten ausgehandelt ist.

    Mischgetränke gegen die gesichtslosen Multis

    Ausgerechnet eine Mischgetränk-Folge: Gordian trinkt eine Desperados Lime mit Kaktus- und Limettenaroma, Jan ein Beck’s Ice – seit Jahren seine Alternative zur Alster, wenn mal kein Radler von großen Marken zu haben war. Die beiden verkosten Dosenknacken gegen Flaschen-Plop, Limonaden-Kohlensäure gegen Bier-Sämigkeit – und wir geraten ins Grübeln, warum ein Getränk erst gut werden soll, wenn man es auf Geschmacksnerven betäubende Temperaturen runterkühlt. Nebenbei: Beck’s ist das meistexportierte deutsche Bier und die „gesichtslosen Multis“ lässt Jan sich nicht ausreden – einer muss es ja machen. Zum Abschluss ein Zukunftsthema: alkoholfreies Craftbier. Beim IPA ersetzt die Hopfung den fehlenden Alkohol, bei der Gose wäre extrem viel möglich – schließlich ist sie der Gin unter den Bieren.

    Bio ohne Siegel: Wenn das Ei im Keks die Haltung verrät

    Das eigentliche Thema: Ethisches Einkaufen zwischen Siegeln, Vertrauen und Preis. Gordian sucht bei Süßigkeiten konsequent nach ei- und milchfreien Produkten – und stellt fest, dass in Cantuccini, Nudeln und Schokoriegeln fast immer Ei steckt – das garantiert nicht vom Freilandhuhn mit Wiese kommt, sondern aus der allerfiesesten Produktion. Dazu kommt Palmöl in fast jeder Süßigkeit. Warum gibt es trotzdem so wenige Bio-Alternativen? Ein Supermarkt an der Mosel zeigt: Die Biozertifizierung ist teuer, wiederholt sich in regelmäßigen Abständen – und bei der nächsten Geflügelpest müsste der Bauer seine Auslaufhühner einsperren und wäre sein Label los. Die Lösung der beiden: das Gespräch. Einem Wochenmarkt-Fleischer wie der Landschlachterei Frischkorn aus dem Lüneburger Land, die auch auf Hamburger Wochenmärkten steht, hört man zu – mit der Ansage „Wir sind nicht bio, wir sind besser als bio.“

    Regionaler als man denkt: Von Edeka Struve bis zur Krabbentante

    Ethisches Einkaufen funktioniert auch im Supermarkt: Edeka Struve in Hamburg hat sein eigenes Craftbier und seinen eigenen Gin, das Rewe-Center von Ex-St.-Pauli-Coach Holger Stanislawski im ehemaligen Straßenbahndepot an der Dorotheenstraße punktet mit großer Fischtheke und exquisitem Sortiment – hochpreisig, aber mit Gesicht. Und auf dem Land ist vieles regionaler als gedacht: Mayonnaise mit Eiern vom Bauern nebenan, Produzenten, die man persönlich kennt. Der Kontrast: Nordseekrabben, die heute in Marokko gepult werden – zu Hungerlöhnen, die hier niemand arbeiten würde. Jan erinnert sich an seine Kindheit, als der Krabbenkutter-Schwiegersohn der Nachbarin wöchentlich einen Beutel an die Tür hängte und die Krabbentante in der Schusterstraße für zehn Mark das Pulen übernahm. Wer Krabben essen will, investiert eben anderthalb Stunden – am besten mit Steinhäger, bis alle „dunn“ sind.

    In dieser Episode erfährst du

    • Was die Karolingische Minuskel mit Capslock-Trollen im Internet verbindet
    • Warum in Keksen, Nudeln und Süßigkeiten fast immer Ei steckt – und was Bio-Siegel wirklich kosten
    • Warum das Gespräch mehr zählt als die Zertifizierung
    • Warum Nordseekrabben in Marokko gepult werden

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    00:00 – Intro
    00:13 – CAPS LOCK
    04:53 – Biere der Woche: Becks Ice und Desperados Lime
    21:03 – Ethisch (ver)kaufen
    36:41 – Krabben pulen


    6 November 2026, 11:00 pm
  • 1 hour 1 minute
    VZ154: Antrag auf Revolution – Beamte, Streik und Digitalisierung

    Digitalisierung, Staatsangestellte und Streikrecht: Wer wählen kann, muss nicht streiken – Zwischen Staatsbürgerkund und Arbeitsrecht

    Doppelbock, Stout und die Macht der Ator-Biere

    Stout wird gerne mit den dunklen Jahreszeiten assoziiert – aber warum denn? In Irland hat Stout immer Saison. Der Doppelbock ist hingegen ein Bier des Frühlings. Ein Späßchen, dass die meisten Ator heißen. Wer mehr Bier-News von uns aus Hamburg sucht, wird auf https://040bier.de fündig.

    „Mitnehmen“ in der Verwaltung: Wildbergers Digitalisierungsphilosophie

    Bundesdigitalminister Karsten Wildberger will Behördenmitarbeitende bei der Digitalisierung „mitnehmen“, statt ihnen Neuerungen einfach vorzuschreiben. Für Gordian, der selbst in der Verwaltung arbeitet, ist das Change Management im besten Sinne: Wer Verwaltungsmitarbeitende nicht begeistert, bekommt Dienst nach Vorschrift. Jan sieht das als Staatsbürger ganz anders: Wer die Verwaltung bezahlt, darf erwarten, dass Anweisungen befolgt werden – schließlich sei der Angestellte des Staates Staatsdiener, nicht Kunde, der abwandern könnte. Die Diskussion reicht vom Überspitzungen eines Elon-Musk-Einritts in die Behörde bis zur Frage, was Microsoft-Beta-Tester-Runden in Ämtern mit echter Digitalisierung zu tun haben.

    Streikrecht und Gewerkschaften im öffentlichen Dienst

    Aus dem Streit wird ein staatsrechtlicher Paukenschlag: Jan hält Gewerkschaften im öffentlichen Dienst und das Streikrecht von Staatsangestellten für verfassungsrechtlich fragwürdig – ein Fall, den sich seiner Meinung nach das Bundesverfassungsgericht ansehen müsste. Sein Argument: Wenn Angestellte des Staates so agieren, als stünden sie dem Staat gegenüber, dann kracht der Staat gegen die Wand. Gordian entgegnet, dass der Staat sich bewusst entschieden hat, Angestellte einzustellen statt zu verbeamten – mit allen Arbeitsrechten, inklusive Streikrecht. Sie finden einen Kompromiss: Denkbar wäre aber ein besonderer Status wie bei Soldat: ein Treueverhältnis ohne Streikrecht. Einig sind sich beide: Beamte übernehmen hoheitliche Aufgaben und repräsentieren dem Bürger gegenüber den Staat – dafür braucht es einen besonderen Status.

    Visage, „Fade to Grey“ und die Poesie des Grauens

    Zum Abschluss ein Abstecher in die New Wave der 80er: Visages „Fade to Grey“, ein Stück elektronischer Kunst mit legendärem Bodypainting-Video und Theremin statt Gitarre. Aus dem Song wird ein Sprach-Exkurs über Grau, Grauen und Ergrauen, über die blaue Stunde und darüber, warum „Fade to Grey“ weniger mit der Farbe Grau zu tun hat als mit dem Verblassen im Nebel – ein kleiner Song über die Konfrontation mit der Endlichkeit.

    In dieser Episode erfährst du

    • Warum fast jeder Doppelbock auf „-ator“ endet – vom Paulaner Salvator bis zum Wittorfator
    • Was Digitalminister Karsten Wildberger unter „Mitnehmen“ von Behördenmitarbeitenden versteht – und warum das empört
    • Warum Gewerkschaften und Streikrecht im öffentlichen Dienst verfassungsrechtlich fragwürdig oder umstritten sein könnten
    • Wie ein Soldatenstatus das klassische Beamtenrecht ersetzen könnte
    • Was Visage in „Fade to Grey“ über Grau, Grauen und die Endlichkeit der Zeit singt
    • Was ein Theremin ist und wie es funktioniert

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    00:00 – Intro
    00:16.000 Biere der Woche: Baltic Stout von der Insel Brauerei vs. Wittorfer Doppelbock Wittorfator
    12:03 – „Mitnehmen“ in der Digitalisierung: Wildbergers Ansatz und Jans Gegenthese
    22:21 – Change Management in der Praxis: Neue Software, Personalrat und Barrierefreiheit
    31:25 – Streikrecht und Gewerkschaften im öffentlichen Dienst
    41:27 – Soldatenstatus statt Beamtung: Wer übernimmt hoheitliche Aufgaben?
    45:49 – Visage „Fade to Grey“: Die blaue Stunde und die Endlichkeit

    22 October 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 21 minutes
    VZU16 Kino-Talk aus Hamburg: Wes Anderson verstehen – Phoenician Scheme

    Jan und Gordian dieses Mal unterwegs als Cineasten mit einem Deep Dive über Wes Anderson und „The Phoenician Scheme“: Symmetrien, Miniaturen, Familie – von Grand Budapest Hotel bis Moonrise Kingdom.

    Wir waren wieder unterwegs und zwar im Kino. Wir sprechen über „The Phoenician Scheme“ (deutsch: „Der phönizische Meisterstreich“) – den letzten Film von Wes Anderson – und sortieren sein Werk von den Royal Tenenbaums über Die Tiefseetaucher und bis Moonrise Kingdom und dem aktuellen Werk ein. Natürlich bei leckerem Craftbier: Ein kräftiges Elephant (10,5 %) mit auffällig gut verstecktem Alkohol und ein alkoholfreies polnisches IPA sorgen für den passenden Rahmen.

    Wes Andersons Ästhetik: Symmetrie, Miniaturen, Pastellfarben

    Was macht einen Anderson-Film erkennbar? Wir diskutieren seine geometrischen Sets, die Vorliebe für Eisenbahnen und Züge als rollende Puppenstuben-Kulissen, seine handgefertigten Miniaturen – vom Paris aus „The French Dispatch“ bis zur Modelllandschaft des neuen Films. Auch Andersons Retro-Welt kommt zur Sprache: Ein Telefon ist ein Telefon, Briefe werden handschriftlich geschrieben – eine bewusste Reduktion.

    The Phoenician Scheme: Geld, Glauben und Familie

    Benicio del Toro spielt einen skrupellosen Geschäftsmann, der seine Tochter – eine Novizin – zur Alleinerbin erklärt und mit ihr durch ein fiktives „Phönizien“ reist, um Investoren für seinen „Meisterstreich“ zu gewinnen. Wir fragen uns: Ist die dünne Story ein Makel oder genau der Punkt? Zu sehen gibt es auch eigenartige in schwarz-weiß gehaltene Nahtod-Visionen mit einem himmlischen Gericht – ein Rückgriff auf Ingmar Bergmans „Das siebente Siegel“ und die Tradition des Totentanzes, den auch Woody Allen in „Love and Death“ zitierte? Am Ende bleibt: ein Film für Wes-Anderson-Fans, ein Augenschmaus wie ein Bild von Hieronymus Bosch, aber kein Einstiegswerk.

    Einordnung in die Filmgeschichte

    Wie Fellini, Truffaut und Bergman verzichtet auch Anderson zugunsten von Bildern und Anordnung auf eine klassische Story. Unser Fazit fällt zwiespältig aus – und genau das macht das Gespräch aus: zwei Perspektiven, viel Humor, keine Belehrung.

    4. In dieser Episode erfährst du:

    • welche Stilmittel Wes Anderson so unverwechselbar machen – von Symmetrie und Miniaturen bis zur Schaumstoff-Himmels-Kulisse
    • warum „The Phoenician Scheme“ für Einsteiger:innen schwer, für Fans aber ein Muss ist
    • welche filmgeschichtlichen Referenzen hinter den Nahtod-Szenen stecken
    • warum Andersons Figuren in Puppenhäusern oder auf Schienen stehen – und Züge sein liebstes Set sind
    • welche Rolle das Astor Kino, das Abaton und Hamburger Kinogeschichte für unsere Filmsozialisation spielten

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    00:00 – Intro
    00:17 – Biere der Woche: Nepo Brewing Hopollo Polish IPA vs. Carlsberg Elephant Extra strong
    11:08 – Kinobesuch Wes Anderson „Der phönizische Meisterstreich“
    21:25 – Die Stories von Wes Andersons
    25:30 – Die Hamburger Kinowelt
    31:29 – Fantasy-Settings
    40:12 – Rückblick auf den Film
    49:13 – Filmhistorische Einordnung
    54:35 – Die Figuren ändern nie ihre Richtung
    1:02:32 – Wes Andersons Alterswerk
    1:10:13 – Abschlussbetrachtung
    1:15:25 – Filme großer Regisseure

    8 October 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 6 minutes
    VZ153 KI, Dystopie und Humanismus: Wer hat Angst vorm schlauen Bot?

    Sind KI-Geschichten immer dystopisch? Über Humanismus, Prozesse, Bildung und die Zukunft der Technologie.

    Jan und Gordian setzen sich kritisch mit der Frage auseinander, warum KI in Filmen, Büchern und der Popkultur fast immer als Bedrohung dargestellt wird – und ob diese dystopische Perspektive gerechtfertigt ist. Die Folge verbindet technologische Reflexion, gesellschaftliche Kritik und philosophische Tiefe, um zu erkunden, wie wir mit den Herausforderungen und Chancen der KI umgehen sollten.

    Warum KI in Geschichten oft böse ist: Eine Frage der Dramaturgie

    Warum stellen Autoren und Filmemacher KI häufig als Gegner oder Gefahr dar? Konflikte sind Grundlage vieler Geschichten – und KI als mächtiger, unberechenbarer Akteur bietet sich perfekt als Antagonist an.

    • Dystopie als Warnung: Viele Science-Fiction-Werke nutzen KI als Metapher für menschliche Hybris – etwa in Blade Runner, 2001 oder Terminator. Diese Geschichten haben oft eine warnende Funktion: Sie zeigen, was schiefgehen kann, wenn wir Technologie unkontrolliert einsetzen.
    • KI als Spiegel des Menschen: Sagt KI in Geschichten nicht oft mehr über uns selbst aus als über die Technologie. In Filmen wie A.I. – Künstliche Intelligenz oder Star Trek: The Next Generation (Data) wird KI als menschlichere Version des Menschen dargestellt – und hält uns damit einen Spiegel vor.
    • Ausnahmen bestätigen die Regel: Es gibt auch positive KI-Darstellungen, etwa in Asimovs Robotergeschichten oder auch wieder Star Trek, wo KI als Hilfsmittel oder Partner agiert.

    KI in der Realität: Zwischen Effizienz und Entmenschlichung

    Gordian berichtet von Projekten, in denen KI genutzt wird, um komplexe Geschäftsprozesse zu analysieren und zu visualisieren. Das spart Zeit und reduziert Fehler – doch es wirft auch Fragen nach Verantwortung und Kontrolle auf. Jan warnt davor, dass KI-Systeme, die nur auf Effizienz ausgelegt sind, menschliche Aspekte wie Kreativität, Intuition und Ethik ignorieren. Wenn wir uns zu sehr auf KI verlassen, könnten wir unsere eigenen Fähigkeiten verlieren – ähnlich wie ein Muskel, der nicht trainiert wird.

    KI, Algorithmen & Social Media: Die Sucht nach Aufmerksamkeit

    Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rolle von Algorithmen in Social Media – und wie sie menschliches Verhalten manipulieren. Hier wirken die Algorithmen als Suchtmaschinen: Sie sind darauf ausgelegt, Nutzer so lange wie möglich zu binden – oft durch emotionale Trigger wie Wut, Angst oder Selbstbestätigung. Gordian betont, dass Menschen zwar wissen, dass sie manipuliert werden – aber trotzdem nicht widerstehen können. Das liegt daran, dass Aufmerksamkeit ein grundlegendes menschliches Bedürfnis ist. Eine Regulierung von Algorithmen, die süchtig machen, ist sinnvoll. Jan schlägt sogar vor, Algorithmen oder Social Media zu verbieten, die Nutzer in Hass- oder Verschwörungsspiralen treiben

    Humanismus vs. Technologie: Brauchen wir eine neue Ethik?

    Am Ende der Folge wird die grundsätzliche Frage aufgeworfen: Wie können wir KI so nutzen, dass sie den Menschen dient – und nicht umgekehrt? Gordian sieht in europäischen KI-Entwicklungen wie von Mistral eine Alternative zu den dominierenden US-amerikanischen und chinesischen Modellen. Europa könnte hier eine ethischere, transparentere KI-Entwicklung vorantreiben. Beide sind sich einig, dass Bildung und kritisches Denken entscheidend sind, um mit KI verantwortungsvoll umzugehen. Humanistische Werte wie Empathie, Kreativität und Moral dürfen nicht durch reine Effizienzdenke ersetzt werden.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum KI in Filmen und Büchern fast immer als Bedrohung dargestellt wird – und was das über menschliche Ängste aussagt.
    • Wie KI heute bereits auf den Arbeitsalltag wirkt – und welche Risiken für Arbeitsmarkt und menschliche Autonomie damit verbunden sind.
    • Warum Social-Media-Algorithmen wie Suchtmaschinen funktionieren – und wie wir uns davor schützen können.
    • Ob Europa eine Chance hat, eine ethischere KI zu entwickeln – und warum Bildung und Humanismus dabei eine zentrale Rolle spielen.

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    00:00 – Intro
    00:17 – Biere der Woche Helles Stadtbier von 04321 und Jackpot Hazy IPA von Crew Republic
    14:14 – KI für Prozesse
    22:28 – Das Gehirn ist ein Muskel
    34:12 – Positive KI-Beispiele in Buch und Film
    45:39 – Humanistische Bildung und ihre Gegner
    57:54 – Der Mensch macht alles kaputt

    24 September 2026, 10:00 pm
  • 37 minutes 52 seconds
    VZK46 Wie das Craft Beer nach Deutschland kam: Innovation trifft Tradition

    Wie Radeberger das Craft Beer nach Deutschland brachte – eine Geschichte über Innovation, Weltreisen und Bierkultur.

    In dieser Folge von des Podcasts von Zeit zu Zeit tauchen Jan und Gordian tief in die Geschichte des Craft Beers in Deutschland ein – und entdecken dabei, wie ein traditionelles Brauerei-Unternehmen den Trend nach Deutschland brachte. Die Episode verbindet persönliche Anekdoten, historische Einblicke und unterhaltsame Diskussionen über die Entwicklung der Bierkultur und mehr.

    The Punch and Judy Show

    Die Folge startet mit einem Exkurs zu Mr. Punch. Dieses englische Pendant zum Kaspertheater hat nicht nur ihre eigene spannende Geschichte. Sie ist auch die Basis für das berühmte Punch Magazin, dem ersten großen englischen Satiremagazin im letzten Jahrhundert.

    Die Geburt des Craft Beers in Deutschland: Radebergers Pionierrolle

    Und dann geht es weiter mit einer deutschen Geschichte: Ende der 2000er-Jahre erkannte Radeberger, dass der deutsche Biermarkt neue Impulse braucht. Statt sich auf traditionelle Rezepte und weitere Mischgetränke zu beschränken, schickte das Unternehmen seinen Braumeister Marc Rauschmann auf eine Weltreise, um internationale Biertrends zu studieren.

    Braufactum: Mehr als nur ein Label

    Braufactum wurde schnell zum Synonym für Innovation in der deutschen Bierbranche: Sie wagten sich an ungewöhnliche Bierstile wie IPA, die in Deutschland bis dahin kaum bekannt waren. Die besondere Flaschenformen von Braufactum waren ein Alleinstellungsmerkmal. Und Radeberger konnte seine Vertriebswege und Ressourcen nutzen, um Braufactum als Premium-Marke zu etablieren.

    Rotkäppchen: Vom Ost-Sekt zur bundesweiten Erfolgsgeschichte

    Ein weiterer spannender Exkurs der Folge dreht sich um Rotkäppchen, den Sekt aus Sachsen-Anhalt, der in den 90ern zum Marktführer in Deutschland aufstieg. Vor 150 Jahren zunächst als „Monopol“ gestartet, musste die Marke aufgrund rechtlicher Probleme umbenannt werden. Der Name Rotkäppchen entstand aus der roten Kappe auf der Flasche – eine Notlösung, die sich als Markenzeichen durchsetzte. Trotz anfänglicher Vorurteile gegen „Ost-Produkte“ im Westen wuchs Rotkäppchen stetig. Heute ist es mit 40% Marktanteil der führende Sektanbieter in Deutschland – auch ein Beweis dafür, dass Markenstärke und Anpassungsfähigkeit den Unterschied machen.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie Radeberger mit Braufactum den Craft-Beer-Trend nach Deutschland brachte.
    • Wie Tradition und Innovation in der Bierkultur Hand in Hand gehen können.
    • Warum Rotkäppchen vom „Ost-Sekt“ zum Marktführer wurde – und was wir daraus über Markenbildung lernen können.
    • Wer Mr. Punch ist und warum dieser Podcast seinen Namen beibehält

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    00:00 – Intro
    01:00 – Wer ist Mr. Punch
    13:00 – Das Punch Magazine
    15:43 – 1. Bier der Woche: König Rotbier
    17:08 – Die Entdeckung des deutschen Craft Biers
    26:40 – Rotkäppchen – Deutschlands Sekt
    33:50 – 2. Bier der Woche: Steamworks Pilsener

    10 September 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 7 minutes
    VZ152 Das Bewusstsein der KI: Handwerk, Hype, Hokuspokus

    Von Berufssuche bis KI-Hyper: Wie Technologie und alte Welt zusammenhängen – und die Frage, ob wir uns vor den Transhumanisten fürchten sollten. Mit Craft Beer, Jugendsorgen und philosophischen Fragen.

    Bierkultur: Vom Lebkuchenbier und alkoholfreien IPA

    Die Folge startet mit einer Bierverkostung durch Gordian und Jan, die die Vielfalt der deutschen Braukunst zeigt. Die beiden diskutieren über Bier als Kulturgut und die Frage, warum Mischgetränke wie Lebkuchenbier oft belächelt werden – während sie gleichzeitig Innovation und Experimentierfreude in der Craft-Beer-Szene feiern.

    KI-Hype & Arbeitsmarkt: Warum Fahrschulen und Steuerberater in der Krise stecken

    Ein zentrales Thema der Folge ist der KI-Hype und seine Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Ankündigungen und Prognosen lösen hier leicht ungewollte Kettenreaktionen aus: 1. Als der Verkehrsminister ankündigte, den Führerschein bald günstiger zu machen, sanken die Anmeldungen drastisch – weil viele warteten. Die Folge: Fahrschulen entlassen Personal, und am Ende wird der Führerschein wohlmöglich teurer. 2. Der „Job-Futuromat“ des Jobcenters bewertet Berufe danach, wie stark sie automatisierbar sind. Steuerfachangestellte wurden dabei als potenziell 100% durch KI ersetzbar eingestuft – was dann zu Nachwuchsmangel führte.

    Link: https://job-futuromat.iab.de

    Transhumanismus: Die Illusion vom ewigen Leben

    Ein besonders kontroverses Thema ist der Transhumanismus, der KI, Robotik und Prothetik als Schlüssel zu einem längeren, gesünderen Leben betrachtet. Ja, schon heute ermöglichen moderne Prothesen Menschen mit Amputationen sportliche Höchstleistungen. In Zukunft könnten gesunde Menschen sich freiwillig künstliche Gliedmaßen oder Organe implantieren lassen – weil sie wohlmöglich besser funktionieren als die biologischen Originale. Aber Transhumanisten träumen auch davon, ihr Bewusstsein in KI-Systeme zu übertragen, um ewig zu leben. Doch hier wird es philosophisch: Was ist Bewusstsein überhaupt? Und kann eine KI es jemals besitzen? Und wenn das passiert, geraten wir dann nicht in eine Stillstandsgesellschaft: Wenn Menschen nicht mehr sterben, verändern sich Ideen und Werte nicht mehr – und die Menschheit bleibt in alten Denkmustern stecken. Die beiden sind sich einig: Technologischer Fortschritt ist unvermeidbar – aber ob er sinnvoll ist, bleibt eine offene Frage.

    KI in der Literatur: Warum Science-Fiction uns warnt

    Jan und Gordian diskutieren, ob und warum Science-Fiction-Autoren wie Arthur C. Clarke, Philip K. Dick oder William Gibson in ihren Werken oft düstere KI-Szenarien entwerfen

    • Blade Runner, 2001, Neuromancer: In diesen Klassikern wird KI meist als bedrohlich oder unberechenbar dargestellt. Warum?
    • Star Trek & Asimov: Es gibt auch positive Beispiele wie Data aus Star Trek oder Asimovs Roboter-Geschichten, die KI als nützlich und harmonisch darstellen.

    Fazit: Zwischen Fortschritt und Menschlichkeit

    Die Episode endet mit einer offenen Frage: Wie viel Technologie verträgt die Menschheit? Jan und Gordian plädieren für einen kritischen, aber neugierigen Umgang mit Technologie. Denn am Ende geht es nicht nur um Fortschritt, sondern um Menschlichkeit.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Lebkuchenbier ein mutiges Experiment der Craft-Beer-Szene ist – und warum es nicht jedem schmeckt.
    • Wie KI-Ankündigungen den Arbeitsmarkt durcheinanderbringen – und warum Fahrschulen und Steuerberater plötzlich in der Krise stecken.
    • Was Transhumanismus ist – und warum die Idee vom ewigen Leben mehr Probleme schafft, als sie löst.
    • Warum Science-Fiction-Autoren uns seit Jahrzehnten vor KI warnen – und was wir daraus lernen können.
    • Ob KI wirklich Bewusstsein entwickeln kann – oder ob sie immer nur ein Wahrscheinlichkeitssystem bleiben wird.

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    00:00 – Intro
    00:17 – Schanzen Christkindelbräu vs. Störtebeker Atlantik Ale AF
    04:00 – Heim-Server oder Streaming
    11:15 – Mischgetränke
    19:58 – Teurere Führerscheine
    23:00 – Die Versprechen der KI
    35:00 – Transhumanisten
    48:40 – Neuromancer
    01:01:20 – Und China?
    01:04:13 – Versprechen der KI Reprise und Outro

    27 August 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 57 seconds
    VZK45 Tolkiens Welten - von den Büchern zur Leinwand

    Tauch ein in Tolkiens magische Welten: Der Hobbit, Der Herr der Ringe und Peter Jacksons epische Vision – eine Reise durch Mittelerde mit Blick auf Erwachsene und auf Kinder. wo Bücher und Kino zusammenwachsen – und wo sie auseinandergehen.

    J. R. R. Tolkiens Werke sind nicht nur Literatur, sondern kulturelle Meilensteine. Doch wie gelang die Übertragung dieser komplexen, mythischen Welten auf die Leinwand? In dieser Folge diskutieren Gordian und Jan die Faszination und die Herausforderungen der Adaptionen durch Peter Jackson.

    Tolkien: Der Meister der Mythen

    Tolkien schuf mit Der Herr der Ringe, Der Hobbit und weiteren Werken nicht nur Geschichten, sondern ganze Universen. Seine Sprache, die detaillierte Weltbau-Elemente und die unterschiedlichen Kulturen machen seine Werke zu einem Meisterwerk der Fantasy. Besonders spannend: die Übersetzungen und wie sie die Stimmungen der Charaktere einfangen – oder verfehlen. Die Diskussion wirft Fragen auf: Sollte Bilbo „Chef“ zu Frodo sagen? Oder ist „Meister Frodo“ die bessere Wahl? Und wie spricht man eigentlich Minas Tirith aus?

    Peter Jackson: Visionär oder Verräter?

    Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie gilt als Meisterwerk des Kinos – doch spätestens seine Hobbit-Verfilmung polarisiert. Während die visuellen Effekte und die düstere Ästhetik von Mittelerde begeistern, wirft die Folge kritische Blicke auf dramaturgische Entscheidungen.

    Kino vs. Buch: Wer gewinnt?

    Die Folge stellt die zentrale Frage: Kann ein Film ein Buch jemals vollständig einfangen? Die Antwort: Nein – aber er kann es ergänzen. Während die Bücher Tiefe und Mythos bieten, schafft das Kino emotionale Intensität und visuelle Pracht. Doch wo Jackson Technik und Spektakel in den Vordergrund stellt, fehlt manchmal der Zauber der Vorlage. Ein besonderer Fokus liegt auf der Beziehung zwischen Bilbo und Thorin: Im Buch entwickelt sie sich langsam und subtil, im Film wird sie dramatischer inszeniert. Ist das notwendig für die Handlung – oder eine unötige Überhöhung?

    Kino als Erlebnis: Warum der große Bildschirm zählt

    Abschließend wird die Bedeutung des Kinos selbst diskutiert: Kino ist kein Streaming. Es zwingt den Zuschauer, sich hinzugeben – ohne Ablenkung, ohne Vor- und Zurückspulen. Gerade bei Fantasy-Filmen wie Der Herr der Ringe oder Der Hobbit entfaltet sich die Magie des Kinosaals erst richtig: Sounddesign, vertikale Kamerafahrten und die Unmittelbarkeit machen den Unterschied. Peter Jackson versteht es, den Zuschauer mitzureißen – selbst wenn nicht jede Szene perfekt gelingt.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Wie Tolkien Mittelerde erschaffen hat – und warum seine Sprachvielfalt so entscheidend ist.
    • Warum Peter Jacksons Filme polarisieren: Zwischen technischer Meisterleistung und dramaturgischen Schwächen.
    • Die Rolle von Andy Serkis‘ Gollum: Ein Meisterwerk der Schauspielkunst – oder eine übertriebene Darstellung?
    • Buch vs. Film: Wo die Adaptionen gelingen – und wo sie scheitern.
    • Kino als Medium: Warum der große Bildschirm für Fantasy-Filme unersetzlich ist.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von dir wichtigen Momenten in Tolkiens Werken und auch in Jacksons Verfilmungen. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 – Neoliberales Denken
    06:18 – Biere der Woche: Kehrwieder Gose Altes Land vs. Axiom Gose Purple Train
    16:49 – Tolkien und Peter Jackson
    26:22 – Aussprache der Tolkien-Wörter
    37:51 – Ab wann den Hobbit lesen?
    42:42 – Peter Jacksons Hobbit
    50:20 – Die Anforderungen einer Fantasy-Welt

    13 August 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 8 minutes
    VZ151 Medien in der Krise: Aktivismus und Gefälligkeit der 4. Gewalt

    Wie Medien in der Migrationskrise, der Corona-Pandemie und im Ukrainekrieg zwischen Aktivismus, Gefälligkeit und Verantwortung schwankten und immer noch schwanken.

    Medienkritik: Gefälligkeitsjournalismus und Aktivismus

    Die 4. Gewalt – die Medien – steht in der Kritik. Richard David Precht und Harald Welzer analysieren in ihrem Buch Die vierte Gewalt, wie Journalismus in Krisenzeiten oft in Gefälligkeitsjournalismus verfällt oder aktivistisch wird. Doch was bedeutet das konkret? Gefälligkeitsjournalismus meint die Tendenz, unangenehme Wahrheiten zu ignorieren, um Konflikte zu vermeiden oder bestimmte Narrative zu bedienen. Aktivismus hingegen beschreibt das Sich-Zu-Eigen-Machen von Themen und Haltungen und dadurch die gesellschaftliche Verantwortung als „4. Gewalt“ zu verraten.

    Die Migrationskrise 2015: Einseitige Berichterstattung und ihre Folgen

    2015 prägte der Satz „Wir schaffen das“ die deutsche Medienlandschaft. Die Berichterstattung war zunächst überwiegend positiv und betonte die Willkommenskultur. Doch kritische Stimmen – etwa zu Integrationsproblemen oder finanziellen Belastungen für Kommunen – fanden kaum Gehör. Erst nach der Silvesternacht in Köln kippte die Stimmung. Plötzlich rückte die Debatte um Sicherheit und Integration in den Fokus. Die Medien hatten sich zunächst zu sehr auf die politische Linie von Angela Merkel eingestimmt und die komplexen Realitäten ausgeblendet. Eine wichtige Frage bleibt: Haben Medien hier ihre Kontrollfunktion vernachlässigt?

    Corona-Pandemie: Wissenschaft, Politik und die Rolle der Medien

    In der Corona-Krise orientierten sich Medien stark an wissenschaftlichen Empfehlungen – vor allem an Stimmen wie Christian Drosten oder Karl Lauterbach. Doch diese Ausrichtung war nicht immer ausgewogen. Alternative Positionen, etwa von Hendrik Streeck oder Alexander Kekulé, wurden oft marginalisiert oder sogar lächerlich gemacht. Die Ständige Impfkommission STIKO stand plötzlich im Kreuzfeuer der Kritik, obwohl sie eigentlich für ihre evidenzbasierte Arbeit bekannt ist. Hier zeigt sich ein Dilemma: Sollten Medien in einer Krise Einigkeit vermitteln – oder Vielfalt abbilden, selbst wenn das Unsicherheit schafft?

    Ukrainekrieg: Zwischen öffentlicher Meinung und journalistischer Verantwortung

    Beim Ukrainekrieg wird den Medien vorgeworfen, zu einseitig zu berichten – diesmal jedoch nicht im Sinne von Gefälligkeit, sondern von Aktivismus. Viele Medien forderten mehr Waffenlieferungen oder härtere Sanktionen, während kritische Stimmen, die etwa eine diplomatische Lösung forderten, kaum Gehör fanden. Precht selbst geriet hier in die Kritik, als er früh eine Kapitulation der Ukraine ins Spiel brachte. Die Frage ist: Dürfen Medien Haltung zeigen und was bedeutet das überhaupt – oder müssen sie neutral bleiben, um den Diskurs offen zu halten?

    Twitter, Algorithmen und die Blasen der Meinungsbildung

    Social Media – besonders das ehemalige Twitter – hat die Medienlandschaft stark geprägt. Doch nicht zum Guten. Journalisten nutzten Twitter lange als Recherchetool, doch die Plattform spiegelte nie die gesamte Gesellschaft wider. Stattdessen entstand eine digitale Ethik, in der Aufmerksamkeit über Inhalt siegte. Die Medien haben sich hier oft selbst in die Falle begeben: Sie folgten den Trends, statt sie kritisch zu hinterfragen.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Gefälligkeitsjournalismus und Aktivismus die Medien in Krisenzeiten prägen.
    • Wie die Migrationskrise 2015 zeigte, dass Medien oft einseitig berichten – und wodurch dies korrigiert wurde.
    • Warum die Corona-Berichterstattung zeigt, dass Berichterstattung über wissenschaftliche Themen ein fundiertes Wissen erfordert und einzelne Menschen nicht Dir Wissenschaft sind.
    • Wie der Ukrainekrieg die Debatte über Haltungsjournalismus neu entfachte: Dürfen Medien Partei ergreifen?
    • Welche Rolle Social Media bei der Verzerrung der Medien-Realität spielt.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deiner Einschätzung: Haben Medien in Krisenzeiten zu viel Macht – oder zu wenig Mut?
    Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    30 July 2026, 10:00 pm
  • 27 minutes 18 seconds
    VZK44 Familie und Europa - von unwahrscheinlichen Traditionen und seltsamem Brauchtum

    Friesland oder Dithmarschen? Marzipan oder Brot ohne Salz? Eine Reise durch Brauchtum, kulinarische Traditionen und die Frage: Was hält Europa zusammen?

    Dithmarschen, Friesland und die Kunst der Abgrenzung

    Wer schon mal versucht hat, in Norddeutschland die geografischen und kulturellen Grenzen zwischen Dithmarschen, Nordfriesland, Ostfriesland und dem restlichen Friesland zu erklären, weiß: Das ist ein Unterfangen, das selbst Einheimische stutzen lässt. Die Ditmarscher – stolz und eigenwillig – beharren darauf, keine Friesen zu sein, während die Friesen ihrerseits Ditmarschen fast als Teil ihrer Region empfinden.

    Brauchtum: Wenn Traditionen lebendig werden

    Ob Vatertagsumzüge im Emsland oder das Boßeln in Dithmarschen: Brauchtum ist in Norddeutschland mehr als nur Folklore. Es ist ein Lebensgefühl, das Generationen verbindet. Doch während solche Traditionen auf dem Land noch hochgehalten werden, wirken sie in der Stadt oft befremdlich. Warum? Weil Brauchtum Authentizität und Gemeinschaft braucht, um zu funktionieren. Und die findet man am ehesten dort, wo die Menschen noch miteinander leben.

    Kulinarische Traditionen: Marzipan, Brot ohne Salz und die Geschichten dahinter

    Eine weitere norddeutsche Tradition ist Marzipan aus Lübeck; und es ist weltberühmt – doch wer glaubt schon, dass es aus einer Kriegs- und Krisenzeit stammt? Ähnlich verhält es sich mit dem salzfreien Brot aus Florenz, das heute noch als kulinarische Kuriosität gilt. Beide Produkte sind demnach Zeugnisse von Kreativität und Anpassungsfähigkeit in schwierigen Zeiten und zudem identitätsstiftend. Und sie zeigen: Europa ist nicht nur eine politische Union, sondern auch ein kulinarisches Abenteuer.

    Europäische Identität: Was hält uns zusammen?

    Was bedeutet es eigentlich, Europäer zu sein? Ist es die Geografie, die Geschichte, die Kultur – oder vielleicht einfach die Haltung? Die Diskussion über den Homo Europaeicus zeigt, wie schnell solche Begriffe in pseudowissenschaftliche und rassistische Narrative abgleiten können. Dabei geht es doch eigentlich um etwas ganz anderes: um die Vielfalt, die uns ausmacht – und die Gemeinsamkeiten, die uns verbinden.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Dithmarschen, Nordfriesland, Ostfriesland, Westfriesland: Warum die geographische Zuordnung im Norden so kompliziert ist – und was das über regionale Identität verrät.
    • Brauchtum und Traditionen: Von Vatertagsumzügen bis zu lokalen Festen – wie regionale Bräuche Europa prägen.
    • Kulinarische Traditionen: Warum Marzipan aus Lübeck und salzfreies Toskanabrot mehr als nur Lebensmittel sind.
    • Europäische Identität: Was bedeutet es, Europäer zu sein – und warum der Begriff „europäische Rasse“ problematisch ist.
    • Die EU und ihre Mitglieder: Wer gehört dazu, wer nicht – und ob Norwegen und die Schweiz trotzdem gut dastehen.

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    00:00 – Die Dithmarscher, die Friesen und die Emsländer
    06:25 – Lebensmittel aus Kriegs- und Krisenzeiten
    09:38 – Die Flucht meines Onkels (Die Geschichte mit der Seemine)
    15:20 – Nochmal Friesen-Bashing
    17:59 – Homo Europaeicus Faber

    16 July 2026, 10:00 pm
  • 1 hour 5 minutes
    VZ150 Die 4. Gewalt: Medien zwischen Macht und Verantwortung

    Medienkritik, Gefälligkeitsjournalismus und die Rolle der vierten Gewalt – wie Journalismus Demokratie prägt oder untergräbt.

    Die vierte Gewalt: Wächter oder Mitläufer?

    Die vierte Gewalt – die Medien – soll als Kontrollinstanz gegenüber Politik, Wirtschaft und Justiz fungieren. Doch wie unabhängig ist der Journalismus heute wirklich? In dieser Folge analysieren wir, wie Medien zwischen Kritik und Gefälligkeit schwanken. Mit Blick auf die Debatten um Richard David Precht und Harald Welzer und ihr Buch Die 4. Gewalt fragen wir: Erfüllen die Medien ihre Rolle als Wächter der Demokratie – oder sind sie selbst Teil des Problems?

    Journalismus vs. Aktivismus: Wo liegt die Grenze?

    Sollen Medien neutral berichten oder klar Stellung beziehen? Die Diskussion um Journalismus und Aktivismus ist so alt wie die Presse selbst – und in Zeiten von Fake News und Polarisierung dringlicher denn je. Wir beleuchten, wie Medien mit diesen Herausforderungen umgehen und warum Gute Nachrichten genauso wichtig sind wie kritische Berichterstattung. Denn: Journalismus, der nur Skandale aufdeckt, ohne Lösungen aufzuzeigen, trägt zur Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas bei.

    Migrations- und Integrationskrise: Die Rolle der Medien

    Wie berichten Medien über komplexe Themen wie die Migrationskrise? Welche Verantwortung tragen sie, wenn es darum geht, Vorurteile abzubauen oder Lösungsansätze aufzuzeigen? In dieser Folge analysieren wir, wie Journalismus Brücken bauen kann – oder sie einreißt. Auch im Fokus: die Framing-Falle. Denn es macht einen Unterschied, ob von einer „Flüchtlingskrise“, einer „Migrationskrise“ oder einer „Integrationsherausforderung“ die Rede ist.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Medienkritik heute wichtiger ist denn je – und wie du als Hörer:in kritisch bleiben kannst.
    • Wie Richard David Precht und Harald Welzer die Rolle der Medien in der Gesellschaft sehen – und warum ihre Kritik am Gefälligkeitsjournalismus berechtigt ist.
    • Wo die Grenzen zwischen Journalismus und Aktivismus verlaufen – und warum diese Debatte so kontrovers ist.
    • Welche Verantwortung Medien in der Migrationskrise tragen – und wie sie durch Framing die öffentliche Meinung beeinflussen.
    • Warum Gute Nachrichten genauso ihren Platz haben wie kritische Berichte – wenn sie über simple Wohlfühl-Meldungen hinausgehen.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deiner Sicht auf die Medien heute. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 – Intro
    00:25 – Biere der Woche: Einbecker Winter-Doppelbock vs. Brewdog Falscher Apfel Frucht IPA
    12:20 – Lebensmittel lokal und regional
    18:19 – Schlechte Nachrichten oder Good News
    25:30 – Kritik an der Berichterstattung zur Migrations- und zur Integrationskrise
    34:40 – Die gute Nachricht
    48:10 – Die Rehabilitation der „Bild“
    50:11 – Das Buch über Die vierte Gewalt
    57:32 – Hinterzimmer-Journalismus
    64:02 – Fortsetzung folgt

    2 July 2026, 10:00 pm
  • 52 minutes 15 seconds
    VZK43 Kill your Darlings: Füllwörter, Sprache und Bier

    Füllwörter, Sprach-Gewohnheiten und Bierkultur: Wie „Kill your Darlings“ beim Sprechen, Schreiben und Genuss hilft

    Warum wir an Füllwörtern hängen

    In dieser Folge nehmen Jan und Gordian ihre eigenen Sprachgewohnheiten auseinander – vom lieb gewonnenen „Derweil“ aus Tolkiens „Herr der Ringe“ bis zu Füllwörtern wie „sozusagen“, „eigentlich“ und „quasi“. Sie fragen sich, welche Formulierungen längst aus der Zeit gefallen sind, trotzdem im aktiven Wortschatz kleben bleiben und warum genau diese sprachlichen „Darlings“ so schwer zu töten sind. Dabei geht es nicht um pedantische Sprachpolizei, sondern darum, bewusster zu sprechen, ohne die Spontaneität eines „Laberpodcasts“ zu verlieren.

    Kill your Darlings – beim Schreiben und Sprechen

    Ausgehend von einem Hörer:innen-Kommentar diskutieren die beiden, wie sich Lieblingswörter und Manierismen in Texte und Gespräche schleichen – und wie man sie beim Schreiben leichter entdeckt als im gesprochenen Wort. Während man Sätze am Bildschirm noch einmal glätten und Füllsel streichen kann, sind Versprecher und sprachliche Ticks im laufenden Gespräch nur schwer zu verhindern oder herauszuschneiden. Jan und Gordian reflektieren, wie viel Konzentration es braucht, im Podcast auf die eigene Sprache zu achten, während Bier, Gesprächsfluss und Humor gleichzeitig gepflegt werden wollen.

    Biergeschichte, Steuerlogik und Trinkkultur

    Parallel dazu bleibt es natürlich ein Podcast mit Craft Bier: Die beiden verkosten ein Baltic Porter von Kehrwieder. Von dort aus schlagen sie den Bogen zur Geschichte des Biers als hygienischem Alltagsgetränk, zur Hamburger Biertradition und zur Frage, warum der Staat bei Bier nicht den tatsächlichen Alkoholgehalt, sondern die Stammwürze besteuert. Dass Bier früher vor allem sicheres Trinkwasserersatz war und Kinder eher Dünnbier als Brunnenwasser bekamen, passt perfekt zur Leitfrage der Folge: Was steckt wirklich hinter Gewohnheiten – und welche Narrative erzählen wir uns darüber?

    Unterhaltung mit Haltung

    Zwischen Craftbier-Begeisterung, Sprachreflexion und kleinen historischen Exkursen bleibt genug Raum für Selbstironie: ob „Kill your Darlings“ auch für Cola mit Zitrone gilt, wie sehr man in die Kreation des Braumeisters eingreifen darf und wie wir ein Bier bewusst „abbeißen“… Wer Sprache liebt, seine eigenen Füllwörter kennt – und sie vielleicht trotzdem nicht ganz loslassen will – findet in dieser Folge gleichermaßen Bestätigung, Denkanstöße und ein paar sehr brauchbare Ausreden.

    In dieser Episode erfährst du:

    • Warum Füllwörter, lieb gewonnene Formulierungen und sprachliche Marotten so hartnäckig sind – und was „Kill your Darlings“ im Alltag wirklich bedeutet.
    • Wie sich Sprechen und Schreiben unterscheiden, wenn es darum geht, Lieblingsformulierungen zu erkennen, zu bearbeiten – oder bewusst stehen zu lassen.
    • Welche Rolle Biergeschichte, Stammwürze und Steuerlogik spielen und warum der Staat eher „Spaßpotenzial“ als Promille besteuert.
    • Wie man zwischen Craftbier, Plauderton und Sprachbewusstsein authentisch bleibt, ohne den Spaß am Laberpodcast zu verlieren.

    Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren oder auf Bluesky von deinen liebsten Füllwörtern, Sprach-Ticks und „Darlings“, die du einfach nicht lassen kannst. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    00:00 – Baltikum
    03:41 – Biere der Woche: Tallinn Baltic Porter
    09:49 – Der Wille des Braumeisters
    14:24 – Trinkkultur
    23:19 – Füllwörter und wie sie sich vermeiden lassen
    35:18 – Die Geschichte von Arthur Guinness

    18 June 2026, 10:00 pm
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