Edition Zukunft

DER STANDARD

Der STANDARD-Podcast über das Leben und die Welt von morgen.

  • 36 minutes 30 seconds
    Wie die nächste Ölkrise Österreich kaltlässt
    Der Iran-Konflikt treibt die Energiepreise – und zeigt, wie verwundbar Österreich noch immer ist. Was sich ändern müsste

    Der Angriff auf den Iran hat die Energiepreise in die Höhe getrieben – und laut Fatih Birol, dem Chef der Internationalen Energieagentur könnte diese Krise schlimmer werden als alles, was Europa in den vergangenen 50 Jahren erlebt hat. Rund zehn Prozent des weltweiten Ölverbrauchs sind durch die Blockade der Straße von Hormuz und zerstörte Produktionsanlagen weggefallen, mehr als bei den Ölpreisschocks der 1970er-Jahre.

    Christoph Dolna-Gruber von der Österreichischen Energieagentur erklärt im Podcast, warum Diesel dabei knapper ist als Benzin, was die neue Spritpreisbremse taugt – und wo Österreich heute besser aufgestellt ist als noch vor vier Jahren. Er räumt mit einer verbreiteten Hoffnung auf: Hohe fossile Preise treiben nicht automatisch die Energiewende voran. Denn wenn Gas teuer wird, verbrennen viele Länder schlicht mehr Kohle.

    Dennoch sieht der Energieexperte in der aktuellen Situation auch eine Chance: Sie zeigt schonungslos, wohin die jahrzehntelange Abhängigkeit von fossilen Importen führt – und macht erneuerbare Energie politisch unausweichlicher denn je.

    27 March 2026, 5:00 am
  • 41 minutes 11 seconds
    Warum wir unsere Fäkalien besser nutzen sollten
    Jeden Tag spülen wir Unmengen an Kot einfach die Toilette hinunter. Dabei liegt in unserer Kacke der Schlüssel für Ernährung, Energie und Gesundheit, sagt die deutsche Journalistin Ursula Kosser.

    Rund 600 Millionen Tonnen Kot produzieren Menschen jedes Jahr. Über die Geschichte der Menschheit kam so in etwa das Gewicht des Mount Everests an Kacke zusammen. Das schreibt die deutsche Journalistin Ursula Kosser in ihrem neuen populärwissenschaftlichen Buch "Schöne Scheiße: Wie unsere Fäkalien die Ressource der Zukunft sein können", das kürzlich im Oekom-Verlag erschienen ist.

    Kosser findet: Über menschlichen und tierischen Kot sollte viel mehr gesprochen und nachgedacht werden. Denn mit den Fäkalien ließe sich weit mehr machen als bisher. Statt Kot mit wertvollem Trinkwasser im Klo hinunterzuspülen, könnte der Rohstoff der Schlüssel zur Ernährungssicherheit, Energieversorgung und Gesundheit sein.

    13 March 2026, 5:00 am
  • 27 minutes 33 seconds
    Weltraumschrott: Brauchen wir eine Müllabfuhr im All?
    Die Raumfahrt boomt, doch der Weltraum wird immer enger. ESA-Experte Holger Krag erklärt, warum das Problem ohne neue Technologien und Regeln außer Kontrolle geraten könnte

    Zigtausende Objekte rasen mit rund 25.000 Kilometern pro Stunde um die Erde. Die meisten davon sind Schrott. Ausgediente Satelliten und Raketenstufen werden zur wachsenden Gefahr für die Raumfahrt. Denn Kollisionen erzeugen Millionen neuer Trümmerteile, die wiederum weitere Zusammenstöße auslösen können. Eine Kettenreaktion, die den Weltraum zunehmend unbenutzbar machen könnte.

    In Zeiten, in denen die Raumfahrt boomt und Mega-Konstellationen wie Starlink Tausende neue Satelliten ins All bringen, wird das Ausweichen zum Alltag: Alle zwei Wochen muss ein Ausweichmanöver geflogen werden, berichtet Holger Krag im Podcast Edition Zukunft. Er leitet die Abteilung für Weltraumsicherheit bei der Europäischen Weltraumagentur ESA.

    Doch es gibt Lösungsansätze: Von Lasern am Boden über eine regelrechte Müllabfuhr im Weltraum bis hin zur Kreislaufwirtschaft im Orbit. Krag erklärt, welche Technologien bereits in Entwicklung sind, warum internationale Verkehrsregeln für den Weltraum fehlen und wie ein Markt für Rückholmissionen entstehen könnte – inklusive Versicherungen für gestrandete Satelliten.

    27 February 2026, 5:00 am
  • 21 minutes 14 seconds
    Biogas aus Bananenschalen: Wie Mist zu Energie wird
    Die Mikrobiologin Eva Maria Prehm verwandelt Biomüll in klimaneutrales Gas. Im Podcast erklärt sie, warum das schwieriger ist als gedacht

    Eva Maria Prehm beschäftigt sich in ihrer Arbeit den ganzen Tag mit Mist. Anstatt braune Bananenschalen, Apfelputzen oder Zucchini-Strünke verrotten zu lassen, erforscht sie, wie sich aus organischen Abfällen Biogas erzeugen lässt.

    Ihre Verbündeten sind Bakterien und Archaeen, die in speziellen Reaktoren organisches Material zu Methan abbauen. Das Problem: Verholzte Pflanzenmaterialien wehren sich, manche Inhaltsstoffe sind giftig für die empfindlichen Mikroorganismen. In Österreich speisen erst 16 Anlagen Biomethan ins Gasnetz ein – dabei könnte die Technologie gerade dort punkten, wo Elektrifizierung an Grenzen stößt.

    13 February 2026, 5:00 am
  • 27 minutes 36 seconds
    Neue Mond-Missionen: "Diesmal bleiben wir"
    Ein Raumfahrtexperte erklärt, warum die USA nach mehr als 50 Jahren mit Menschen auf den Erdtrabanten zurückkehren wollen

    Die US-Raumfahrtbehörde Nasa plant mehrere spektakuläre Mond-Missionen. Wenn alles gut geht, bricht am 7. Februar die Crew der Mission Artemis 2 in Richtung Mond auf und wird den Trabanten umrunden. Die Mission Artemis 3 soll dann im Jahr 2027 starten, um erstmals seit den 1970er-Jahren wieder Menschen auf die Mondoberfläche zu bringen.

    Die Nasa und ihre Partner haben dabei ganz andere Ziele als bei den früheren Mondflügen. Langfristig will man eine Raumstation auf dem Mond errichten, in der Astronautinnen und Astronauten forschen könnten. Sogar ein Atomkraftwerk für den Mond sei geplant, wie die Nasa bekräftigt. Der Experte Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) analysiert, was in den kommenden Jahrzehnten auf dem Mond alles passieren könnte.

    30 January 2026, 5:00 am
  • 31 minutes 56 seconds
    Kann KI die Natur retten?
    Biologin Frauke Fischer erklärt, wie KI den Naturschutz revolutioniert. Und warnt: Die Technologie ist Lösung und Problem zugleich

    Bewegungsprofile von Walhaien, Nashörner mit elektronischen Halsbändern, die vor Wilderern warnen, und Berggorillas mit eigenen Bankkonten – künstliche Intelligenz eröffnet dem Naturschutz völlig neue Möglichkeiten. Die Biologin Frauke Fischer erklärt im Podcast konkret, wie Algorithmen bereits heute Muster in gigantischen Datenmengen erkennen, die Menschen nie erfassen könnten. Zusammen mit der Ökonomin Hilke Oberhansberg hat sie Ende 2025 das Buch "Kann KI die Natur retten" veröffentlicht.

    Doch das Werkzeug ist zweischneidig: Die gleichen Technologien, die bedrohte Arten schützen sollen, könnten sie auch gefährden, wenn die Daten in falsche Hände geraten. Problematisch ist auch der ökologische Fußabdruck der KI selbst. Rechenzentren verbrauchen so viel Strom wie ganze Städte, für die Hardware werden seltene Erden aus den artenreichsten Regionen abgebaut. Kann eine Technologie die Natur retten, die selbst zur Bedrohung geworden ist?

    16 January 2026, 5:00 am
  • 36 minutes 24 seconds
    Replay: Wann und wie Demokratien untergehen
    Jetzt anhören: Die Politikwissenschafterin Tamara Ehs spricht über die weltweite Welle der Autokratisierung und was sich dagegen tun lässt

    Der Wandel passiert meist schleichend: Schritt für Schritt untergraben Politiker und Parteien demokratische Institutionen. Und wenn sie damit fertig sind, ist von einer einstigen Demokratie meist nurmehr die Hülle übrig, sagt die Politikwissenschafterin Tamara Ehs. Dieser politische Wandel trifft für viele wohl gerade auf die USA zu – wobei US-Präsident Donald Trump laut Ehs im Vergleich zur Vergangenheit und zu anderen Machthabern die Demokratie aktuell sogar beachtlich schnell umbaut.

    Im Podcast "Edition Zukunft" spricht Ehs darüber, welche Versuchungen von "starken Männern" wie Donald Trump ausgeht, inwiefern eine Autokratisierung mit Krisen wie dem Ukrainekrieg und der Corona-Pandemie zusammenhängt, wie sich diese Entwicklung stoppen lässt und warum sich unsere Demokratien dafür wandeln müssen.

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    9 January 2026, 5:00 am
  • 19 minutes 45 seconds
    Replay: Wie Klimaschutz wieder Spaß macht
    Energieexperte Roger Hackstock spricht über Zuversicht in der Klimakrise und zeigt auf, wie Klimaschutz Spaß machen kann

    Seit über 30 Jahren setzt sich Roger Hackstock für den Klimaschutz ein. Dabei ist er nicht nur motiviert wie am ersten Tag, er lässt sich auch den Spaß an der Arbeit trotz Temperaturextremen, vermehrten Dürren und Starkregenereignissen nicht verderben. Im Gegenteil, Hackstock macht mittlerweile sogar Witze über den Klimawandel. Um auch andere mit seiner Zuversicht anzustecken, hat er das Buch Wie wir die Welt retten, ohne uns dauernd Sorgen zu machen (erschienen bei Kreymayr & Scheriau) geschrieben.

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    2 January 2026, 5:00 am
  • 27 minutes 12 seconds
    Replay: Wie Wien ohne Autos funktionieren würde
    Verkehrsexpertin Barbara Laa erklärt, was sich verändern muss, damit die Wienerinnen und Wiener kein Auto mehr benötigen

    An jedem Wochentag rollen rund 464.000 Personen mit dem Auto nach Wien. Das ist eine gewaltige Zahl, zumal laut Verkehrsclub Österreich durchschnittlich auch nur rund eine Person, konkret 1,14, in jedem Auto sitzt. Damit nimmt der Pendlerverkehr viel Platz ein und verursacht neben Abgasen auch immer wieder Staus. Wie könnten alternative Konzepte aussehen, und wie müsste Wien generell gestaltet sein, damit weniger Menschen mit dem Auto durch die Stadt düsen und stattdessen in Öffis steigen oder in die Pedale treten? Darüber und über die Frage, ob Wien jemals eine autofreie Stadt werden kann, sprechen wir in dieser Folge mit Barbara Laa. Sie ist Verkehrsexpertin und forscht an der TU Wien zu den Themen nachhaltige Verkehrssysteme, Stadtentwicklung und Zukunft der Mobilität.

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    26 December 2025, 5:00 am
  • 27 minutes 26 seconds
    Warum die Rechten Windkraft hassen
    Naturzerstörung, Gesundheitsgefahr, Geldverschwendung – rechte Parteien wie die FPÖ kämpfen mit drastischer Rhetorik gegen Windräder. Die Motive sind oft andere als behauptet

    Von Donald Trump über die AfD bis zur FPÖ wettern rechte Parteien gegen Windkraftanlagen. Die Rhetorik ist scharf, die Versprechen radikal: Neue Projekte verhindert werden, oder bestehende Anlagen gar abgerissen werden. Doch hinter der Empörung über Landschaftsverschandelung und Vogelsterben stecken oft ganz andere Motive.

    Benedikt Narodoslawsky und Lukas Kapeller vom STANDARD zeichnen nach, wie sich die FPÖ vom Befürworter erneuerbarer Energien zur schärfsten Kritikerin gewandelt hat. Sie erklären die Verbindungen zu Klimawandelleugnern und fossiler Industrie und analysieren am Fall Kärnten, wie eine Volksbefragung den Windkraftausbau praktisch zum Erliegen gebracht hat.

    19 December 2025, 5:00 am
  • 31 minutes 10 seconds
    Wie "Generationenwälder" Klimaschutz und Rendite vereinen sollen
    Nicht alle Aufforstungsprojekte halten, was sie versprechen, sagt Charline Joost. Mit ihrer Genossenschaft "The Generation Forest" will sie es anders machen

    Bäumepflanzen gilt seit langem als wirkungsvolle Maßnahme gegen den Klimawandel. Viele Unternehmen versprechen, damit einen Beitrag zur weltweiten CO₂-Reduktion zu leisten. Doch nicht immer ist klar, ob aus den Bäumen irgendwann auch ein Wald wird, wie lange dieser am Ende steht und ob auch die Natur und die Menschen vor Ort von diesem profitieren, sagt Charline Joost. Sie sitzt im Vorstand bei "The Generation Forest", einer Genossenschaft aus Deutschland, die in Panama Bäume pflanzen und Wälder aufforsten lässt. Diese sollen den Mitgliedern eine nachhaltige Geldanlage bieten.

    Im Podcast spricht Joost darüber, warum die Genossenschaft in Panama auf "Generationenwälder" setzt, was diese ausmacht und wie sie sich von anderen Aufforstungsprojekten unterscheiden. Außerdem erklärt sie, wie sich mit den Wäldern Geld verdienen lässt, wie lange es bis dahin dauert und welche Risiken mit Waldinvestments verbunden sind. Klar ist: Auf schnelle Gewinne und hohe Renditen sollte man bei solchen Investitionen nicht hoffen. Dafür aber vielleicht auf etwas, das auch zukünftigen Generationen noch etwas bringt.

    12 December 2025, 5:00 am
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