- 1 hour 13 minutesBlindflug 188: Schönen Sommer!
Wir gehen in die Sommerpause und machen vorher noch einen Crashkurs Neuseeland. In der Zwischenzeit seid ihr gefragt.
Die Sommerpause kommt und wir haben eine bitte an Euch: nehmt an unserer Umfrage Teil, damit wir in der nächsten (und vielleicht letzten) Staffel dieses Podcasts genau die Weine besprechen, die euren Interessen entsprechen. Also hier entlang bitte. oder für C&P: https://forms.gle/iAqETppxAndLjmcN8
Wir tagen zu dritt und wie immer gibt es ein paar Probleme mit der Technik, aber auch dieses Mal ist das Ergebnis ungewohnt und nicht unhörbar: was ihr dieses Mal an Schmatzen auf die Ohren bekommt ist bei den meisten Kollegen normal. Wir müssen ein bisschen über Befindlichkeiten und Perspektiven sprechen und sehr viel über Neuseeland, denn wir haben gleich sechs Weine von dort im Glas.
Sauvignon und Chenin Blanc aus Neuseeland
Die ersten beiden Weine sind ein Sauvignon Blanc und ein Exot. Der Sauvignon Blanc Seaside Reserve 2024 vom Weingut te Pá bedient alle Klischees von der Überseebombe und ist trotzdem nicht banal und einfach. Das ist ein kräftiger und doch gut strukturierter Wein mit feinem Abgang. Der im anderen Kelch gereichte Chenin Blanc ‚Schisteaux‘ 2019 von Sato ist ein Opfer des schwarzen Glases, denn mit Kontext (wer denkt bei NZ schon an Chenin?) ergibt das alles Sinn und der Wein ist tatsächlich ziemlich großartig..
Chardonnay und stramme Thesen
Ob nun wirklich einige der besten Chardonnays der Welt aus Neuseeland stammen, vermögen wir nach einer Probe nicht zu sagen, aber Flight 2 war definitiv ein ganz wunderbares Wein-Erlebnis. 125 Gimblett 2021 von Trinity Hill und Cuvée Aux Antipodes 2022 von Prophet’s Rock haben uns alle drei zur fröhlichen Diskussion angeregt. Mit zwei Tagen Luft waren die Reste des Prophetenfelsen dann tatsächlich atemberaubend.
Im dritten, roten und letzten Flight geht es dann ans Eingemachte. Ata Rangi Masters Pinot Noir 2021 fällt durch und ist doch ziemlich sicher nur zu jung, schließlich hat schon der kleine Bruder auch im schwarzen Glas im richtigen Alter hier zeigen können, dass er gut ist. Der ‚Masters‘ ist eine schwer zu findende Einzellage, die wir definitiv in ein paar Jahren noch einmal verkosten müssen. Der Zweite Wein ist der 2021 Syrah Le Sol von Craggy Range. Kann was, aber richtig!
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
Hier geht es zur Episodenübersicht.
Wenn Du diesen Podcast und Felix‘ weitere Arbeit unterstützen willst, werde Mitglied der Community bei Steady.
Blindflug gibt es auch auf Spotify…
‚Alexa, spiele Blindflug Weinpodcast‘ und ihr hört uns über Amazon.
Und natürlich gibt es uns auch auf YouTube.
Der Beitrag Blindflug 188: Schönen Sommer! erschien zuerst auf Der Schnutentunker.
4 July 2026, 7:43 pm - 1 hour 22 minutesBlindflug 187: Gären oder Gammeln
Der QR-Code und romantische Vorstellungen. Da braut sich was zusammen. Darüber müssen wir reden. Dazu Malvasia von Mallorca der nach deutschem Riesling schmeckt und deutschen Spätburgunder, der an gereiften Bordeaux erinnert.
Es ist verlockend: Neuerdings erlaubt die verpflichtende Auflistung von Inhaltsstoffen auf dem Weinetikett, wahlweise als QR-Coder hinterlegt, einen Einblick in das Winemaking. Und siehe da: alles Panscher! Wir müssen darüber reden, welcher Aspekt dieser Neuerung ein Segen und welcher ein Fluch ist.
Riesling von Mallorca
Flo schenkt Felix einen faszinierenden Wein ein: Riecht nach Leberwurst, macht nach hinten raus mit austrocknendem Gerbstoff zu und ist trotzdem attraktiv. Dazu hält Felix den Wein für einen Riesling, obwohl Riesling selten nach Leberwurst riecht. Das liegt aber nicht daran, dass Felix völlig auf dem Schlauch stünde. Flo, der den Malvasia Cati Ribot 2024 von Galmés i Ribot von der Insel Mallorca einschankt, denkt schließlich auch: das kann man locker als Riesling trinken. Drei Tage später ist er Wein am Schneidetisch weitweniger sperrig und zeigt: Luft oder Lager, dann zündet die Rakete.
Bordunder von Bardorf
Stefan Bardorf ist ein Tüftler, der großartige Weine produziert. Sein Spätburgunder Randersackerer Teufelskeller 2020 Reserve ist ein ganz eigenes Gewächs. Die Frucht ist sehr untypisch, die erdigen Aromen sind leicht animalisch-ledrig eingefasst, was nur so halb burgundisch erscheint, eher wie (gut) gereiftes Medoc. 13,5 Prozent Alkohol und eine deutlich reife Note gelten vielen nicht als ideal (hat aber sogar Romanée-Conti manchmal), aber auch das geht hier. Ein Spätburgunder, den man gerne mal erkunden darf. Flo liegt fröhlich daneben, aber wie beim Riesling aus Mallorca findet auch hier der nicht blind verkostende Einschenker die Beschreibung durchaus passend.
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
Hier geht es zur Episodenübersicht.
Wenn Du diesen Podcast und Felix‘ weitere Arbeit unterstützen willst, werde Mitglied der Community bei Steady.
Blindflug gibt es auch auf Spotify…
‚Alexa, spiele Blindflug Weinpodcast‘ und ihr hört uns über Amazon.
Und natürlich gibt es uns auch auf YouTube.
Hier ist eine strukturierte Zusammenfassung der Folge. Zeitangaben sind ungefähre Startpunkte der jeweiligen Themen.
Außer der Reihe: Neu verkorkter Wein (00:20 – 04:09)
Felix „überfällt“ Flo mit einem Wein, den er selbst noch nie getrunken hat. Das Besondere: Die Flasche wurde vor vier Wochen neu verkorkt und mit einer kleinen Schwefelgabe aufgefrischt. Hintergrund: Alle 304 vorhandenen Flaschen wurden geöffnet, vier hatten Kork (wurden aussortiert), der Rest wurde aufgefrischt, neu verkorkt und nach 25 Jahren neu in den Handel gebracht – inklusive nochmal „25 Jahre Garantie“. Fachlicher Punkt: Bei Süßwein kann man die Schwefelwerte nicht auf Weißwein hochrechnen – der Wein hatte bei der Füllung 2002 noch 69 mg freien Schwefel, davon waren zuletzt nur noch 25 mg übrig. Der Schwefel ist schmeckbar, aber angenehm.
Würfeln & Wein 2 (04:09 – 05:42)
Flo schenkt ein: ein Malvasia von Mallorca vom Weingut Cati Ribot, Jahrgang 2024, 12 %, naturnah und „nonkonformistisch“ produziert. Felix‘ erster Eindruck: „Das riecht nicht nach Wein.“
News-Block: Prinz zur Lippe kauft Schloss Staufenberg (05:42 – 08:43)
Prinz zur Lippe (Schloss Proschwitz) kauft Schloss Staufenberg samt Ländereien vom Markgraf von Baden. Das Gut hat in Baden bereits gerodet, übrig sind ca. 55 Hektar (eher Richtung Bodensee/Salem). Da Proschwitz schon rund 90 Hektar hat, würde der Winzer mit ~140 Hektar zu einem der größten Winzer Deutschlands. Der Sohn von Prinz zur Lippe (Ausbildung u. a. bei Weil und Rebholz) soll das Gut übernehmen.
Spiel: Vier Schaumweine blind im schwarzen Glas (08:43 – 20:11)
Ein Format, das beide wärmstens empfehlen („Wir müssen mehr spielen!“). Aufbau: vier Schaumweine im schwarzen Glas, pro Person in unterschiedlicher Reihenfolge eingeschenkt (professioneller Einschenkplan). Drei (Christoph, Sascha, Flo) tranken komplett blind, Felix „halbblind“ (er kannte die Weine, die Gläser wurden nur durchgemischt). Erst verkosten und nach Vorliebe ordnen, dann erst zuordnen – beides gleichzeitig geht schief.
Die Aufgaben kamen gestaffelt: zuerst nur Rangfolge, dann die Kategorien (Blanc de Noir, Blanc de Blanc, Traditionscuvée, Rosé), und erst im vierten Durchgang die Info „dreimal Champagner, einmal Pirat“.
Die vier Schaumweine waren: Krug Rosé, Taittinger Comte de Champagne, Jules Bonnet von Bonnet-Ponson und als „Pirat“ (Nicht-Champagner) Ca‘ del Bosco Anna Maria Clementi (Franciacorta).
Die großen Aha-Momente:
- Alle drei Blindverkoster hielten den Blanc de Blanc für den Rosé – obwohl sie sich (verschiedene Gläser) nicht beeinflussen konnten. Felix erkannte als Einziger den Blanc de Blanc, lag dafür beim Rosé daneben.
- Der Rosé war der Krug Rosé (Brut) – sehr zurückhaltend und auffällig sauer, obwohl er 11 % Rotweinanteil hatte (Mittelfeld; üblich sind 10–15 %). Genau diese Säure brachte alle auf die falsche Fährte.
- Der „Pirat“ war der Anna Maria Clementi von Ca‘ del Bosco, ein Brut Natur – niemand erkannte ihn als Nicht-Champagner.
- Der Taittinger Comte de Champagne (Basis 2008, 2019 degorgiert, schöne Karamellnote, 10 g Restzucker, tolle Säure) wurde von Flo fälschlich als Pirat getippt – eine „bestechende“ Flasche, von der es laut Felix aber auch schwächere Varianten gibt.
Ernüchterndes Fazit: Von den drei komplett Blinden hatte praktisch niemand die Kategorien getroffen (Sascha eine, sonst null richtige Zuordnungen – statistisch im Zufallsbereich). Die Kernlektion: Schaumwein im schwarzen Glas ist das Allerschwierigste, und alle tippen den geschmeidigsten/karamelligsten Wein als Rosé. Der Jules Bonnet von Bonnet-Ponson (50 €, 124 Monate Hefelager, Basis 2013, aber erst 2025 degorgiert) wurde Letzter, weil ihm nach dem späten Degorgement noch die „Molligkeit“/Flaschenreife fehlte – darum steckte Flo ihn auch zum Brut Natur. Felix betont den Spaßcharakter ohne Wettbewerbsdruck – das Format funktioniert auch mit Chardonnays, Rieslingen verschiedener Qualitätsstufen usw., und sogar für Gäste, die sich nur am Rande für Wein interessieren.
Probe: 2022er Bordeaux jung verkostet (20:11 – 26:27)
Eine separate Runde, auf die sich Flo besonders gefreut hatte, weil er noch nie Bordeaux in dieser Breite so jung (vier bis fünf Jahre nach Ernte) getrunken hat – genau an der Schwelle, an der angeblich alle in die „Verschlussphase“ abtauchen. Felix hat dazu einen Blogbeitrag geschrieben. Im Feld u. a. Mouton, Lafite, La Fleur, Léoville Las Cases, Léoville Barton, Montrose und der gehypte Les Carmes Haut-Brion – Letzterer war für die Runde „erschütternd“: Alle fragten sich, warum der 100 Punkte bekommt, wo sie ihn eher bei 91–92 sahen.
Daraus eine Grundsatzdiskussion: Auffällig viele Weine hatten 100 Punkte, und die Meinungen am Tisch gingen weit auseinander (Hitzenoten, Blaubeere, balsamische Anklänge – für manche kein Problem, für Felix und Flo eher schon). In den Primeur-Verkostungsnotizen steht von Blaubeere und Hitzenoten nichts – die Weine müssen also frisch aufgestellt ganz anders geschmeckt haben, was den Wert von Primeur-Noten infrage stellt. Felix‘ These: Der Klimawandel bringt reifere Noten und veränderte Reifeverläufe; selbst Parker hätte heute vielleicht nicht mehr recht (2009 2010 und 2005 schon nicht mehr so – warme Noten waren nicht seine Sternstunden). Vielleicht stimmt auch die alte Vorstellung von der „absoluten Verschlussphase“ nicht mehr; manche Weine gehen womöglich nie dahin. Andererseits zeigten Vieux Château Certan und Léoville Las Cases Anzeichen, „nach hinten zuzumachen“ (austrocknendes Tannin) – die sollte man ein paar Jahre weglegen, aber eben keine 100 Jahre mehr. Lieblingsbeispiel bleibt Lafite, der schon nach ~10 statt früher angenommenen 20 Jahren eine erste Trinkreife zeigt. Schlusslichter der Runde: Les Carmes Haut-Brion und La Fleur (kostet ~1.000 €, an dem Abend höchstens 92 Punkte). Kontrovers: Pontet-Canet, den Felix sehr mochte und ein anderer gar nicht.
Exkurs: Flos „Riesling-Frust“ (26:27 – 29:32)
Flo fällt es dieses Jahr schwer, Riesling zu trinken – aus „Enttäuschungsgefahr“ bei seinen GGs. Bei einem Kumpel (Philipp) blind getrunken: Kastanienbusch von Rebholz 2015 („Tropifrutti, Piña Colada pur“, hart zu trinken) und ein Lorcher Pfaffenwies, Erste Lage von Kesseler – viel Frucht, warmes Jahr. Felix‘ Einordnung: Kastanienbusch ist ein „Achterbahn-GG“, für das er keine Kaufberatung übernehmen würde. Gerettet hat den Abend ein Saumagen von Rings (Umstieg auf Rotwein, 2015). Flos Appell an alle mit gut gefülltem Keller: Wenn eine Flasche nichts zeigt, wieder zumachen, wegstellen und in zwei Tagen nachprobieren – sich nicht zwingen, eine enttäuschende Flasche auszutrinken. Dazu ein ironischer Mondkalender-Einschub (Maria Thun): Der fragliche Abend, der 12. Juni, war ein „Wurzeltag“ (Mond abnehmend, im Stier) – nicht für Wein geeignet, aber „ein guter Termin, um Zehennägel zu schneiden“.
Verkostung Wein 2 (Malvasia) & Rebsortenkunde (29:32 – 35:48)
Felix riecht „extrem Leberwurst“ (fein, nicht grob), die Nase trägt sonst wenig bei. Am Gaumen eine fordernde, austrocknende Phenolik, weshalb er nicht nachschenken würde – attestiert dem Wein aber Klasse und würde ihn drei Jahre weglegen. Niveau eher Ortswein/Erste Lage, kein GG. Sein Tipp: Riesling, Deutschland, Jahrgang 2023/2024. Auflösung: Malvasia von Mallorca, Weingut Cati Ribot, 2024, 12 %, gemacht vom ehemaligen 4-Kilos-Winzer Eloi Cedó, der im Keller der Familienbodega (Galmés i Ribot) arbeitet; Nordwesten Mallorcas, 14 Hektar, viele autochthone Sorten. Flo hatte den Wein beim Berliner Fachhändler Viniculture gekauft – als Tipp für Mallorca-Urlauber, ~20–24 €. Fachlicher Einschub: Malvasia ist keine einzelne Rebsorte, sondern eine Sortenfamilie mit vermutlich 50–100 europäischen Sorten dieses Namens (Penedès: süßer Cava; Italien: gespritete Süßweine; sonst auch trockene Weine). In Deutschland war „Malvasier“ früher sogar ein Gattungsbegriff (Buddenbrooks-Referenz).
Wein 3 wird eingeschenkt (35:48)
Randersacker Teufelskeller, Spätburgunder Reserve 2020 vom Weingut Bardorf (Franken).
Inhaltsstoffe, QR-Code & „Mythen“ im Weinmachen (35:48 – 01:16:19)
Ausgelöst durch zwei (eigentlich drei) Hörerfragen.
Hörerfrage 1 – Daniel ärgert sich, dass selbst beim Gräfenberg von Weil im QR-Zutatenverzeichnis Saccharose (Zucker) und Weinsäure stehen („Zucker und Säure aus der Tüte – Skandal!“). Felix antwortet mit einer humorvollen „Publikumsbeschimpfung“: Die Vorstellung, Wein entstehe quasi von selbst aus Trauben plus etwas Schwefel, sei zwar romantisch, aber spätestens für langjährige Hörer merkwürdig. Gärung sei grundsätzlich ein Zerfalls-/Verderbprozess, aus dem in der Natur „nie etwas Genießbares“ entsteht; Winzer durchlaufen nicht umsonst Ausbildung, Studium, teils Promotion. Weihnachtsmann-Analogie: An den Weihnachtsmann zu glauben sei mit 6 romantisch, mit 12 ein Kompliment an die Eltern, mit 33 nicht mehr. Sein Podcast sei der „Ich glaube nicht an den Weihnachtsmann“-Podcast.
Dann die fachliche Entlastung in mehreren Strängen:
Warum „Chaptalisieren UND Ansäuern“ beim Gräfenberg kein Widerspruch ist (40:40 – 43:07): Bei ~40.000 Flaschen aus einem Weinberg mit fast 100 m Höhenunterschied (oben über 300 m – im Rheingau sehr hoch) werden Parzellen unterschiedlich reif. Untere, wärmere Partien verlieren ggf. Säure und werden angesäuert; obere Partien mit toller Säure, aber etwas „schwachbrüstig“, werden ggf. angereichert. Im fertigen Cuvée steht dann beides auf dem Etikett – ohne dass jemals beides auf dieselbe Partie angewendet wurde. Im Klimawandel ist genau diese Doppelstrategie sinnvoll (früher lesen gegen Hitze-Reifenoten, dann moderat aufzuckern).
Abgrenzung zum Betrug (43:07): „Nassverbesserung“ (Zucker plus Wasser) ist eine Straftat (Stichwort Glykol-Skandal vor ~50 Jahren). Heute ganz andere Verhältnisse. Positivbeispiel Schloss Johannisberg 2022 Silberlack – für Felix das beste GG seit 20 Jahren bzw. der Ära Stefan Doktor: Nach Regen geerntet, gesunde Trauben, die aber Wasser gezogen hatten und wenig Öchsle brachten – also angereichert. Der neue Stil (1,5–2 Jahre auf der Hefe) wirkt jung üppig, reift aber wunderbar (wie die Rheingauer Weine um 1917/1920).
„Weg vom Pauschalverdacht Betrug“ – Ernten nach Geschmack (43:07 – 47:20): Die Qualitätssteigerung in Deutschland der letzten 30 Jahre kam wesentlich daher, dass man – wie im Burgund – nach Geschmack erntet statt nach Refraktometer/Öchsle. Wenn die Traube perfekt schmeckt, aber nur für 11,4 % Alkohol reicht, reichert man eben moderat (meist < 1 %) auf 12 % an. Ironie der Generationen: Ausgerechnet jüngere Leute werden heute oft zu „Öchsle-Nazis“ und „lass doch mal hängen“-Predigern und klingen wie Felix‘ Vater – der „Silberrücken-Effekt“ (man hört vermeintlich Erfahrenen eher zu). Diese Fortschritte dürfe man auf keinen Fall zurückgeben. Grenze des Prinzips: Philipp Wittmann/Morstein-Geschichte – eine Kernparzelle einmal weggelassen und separat als Ortswein gefüllt, dann gemerkt, dass dem GG dadurch etwas Wesentliches fehlte. Seitdem stehen die Kernparzellen fest und werden konsequent mitgenommen (und hoffentlich ggf. angereichert) – Ziel ist der bestmögliche Wein unter Einhaltung ethischer Standards (Gummi Arabicum tabu).
Säuern als komplexes Thema (50:11 – 52:23): Achim von Oetinger säuert alle Moste (außer GG) pauschal um 0,5 g auf, weil bei ihm in der Gärung verlässlich ≥ 0,5 g Weinsäure ausfällt (Terroir-, Arbeits- und Kellerflora-Effekt). Philosophische Frage: Ist ein Wein „aufgesäuert“, wenn er am Ende weniger Säure hat als der Most? Die Moleküle sind ohnehin identisch (reine Weinsäure).
pH-Wert & Spontangärung (52:23 – 54:42): Merksatz „Ein Most kann gären oder gammeln.“ Je höher der pH-Wert, desto höher die Gammelgefahr – minimale Säuregaben kaufen Haltbarkeit und erlauben eine stabilere Spontangärung (Wettlauf Bakterien vs. Hefe; sonst droht eine „Histaminrakete“). Anschauliches Gastronomen-Szenario: Würde man als Wirt ein Risiko-Fass ohne jede Korrektur abnehmen, das die Gäste auf die Toilette zwingt? „Einen Tod muss man sterben.“
Hörerfrage 2 – Benedikt aus Frankfurt (55:55): Beeinflusst die Zutaten-Pflicht Verkostungen/Bewertungen? Flo: eine „sehr deutsche“ Herangehensweise (verkosten, dann auf die Liste schielen). Die Angaben seien ernst zu nehmen – aber nur über den QR-Code auf der Flasche, nicht über Online-Shops.
AP-Nummer, EAN-Code und die Inkompatibilität der Systeme (57:00 – 01:05:37): Das eigentliche „Weinetikett“ ist das Rückenetikett; wichtigster Identifikationspunkt ist die AP-Nummer (Betriebsnummer + Füllungsnummer + Jahrgang). Pro Wein können mehrere AP-Nummern existieren, mit teils großen Unterschieden – Beispiele: Heymann-Löwenstein Schieferterrassen 2007 (eine Füllung 5 g süßer), Knipser (abgestufte Spätburgunder-Fässer), Klaus-Peter Keller Kirchspiel (die kontroverse Behauptung, das beste Fass gehe an Kritiker). Beim VDP gibt es wohl eine interne Sprachregelung, dass GGs nur noch eine AP-Nummer haben sollen. Bei großen GGs wie dem Gräfenberg (größter Tank 20.000 l, aber 40.000 Flaschen) ergeben sich zwangsläufig zwei Füllungen = zwei AP-Nummern. Online-Händler nutzen dagegen den EAN-Code (European Article Number, 1977 in Deutschland erfunden, heute Weltstandard), der jahrgangsübergreifend gilt und sich nicht sauber auf einzelne AP-Nummern/Chargen abbilden lässt. Folge: Online lässt sich gar nicht zuverlässig darstellen, welche Charge man bekommt. Dazu ein Rechtsstreit-Szenario (Händler mahnt Konkurrenten wegen falscher Chaptalisierungs-Angabe ab) und daraus der Hinweis: wirklich zählt nur der QR-Code auf der Flasche; die Herbstbuch-Dokumentationspflicht (Folge des Glykol-Skandals) ist heilig, Verstöße sind Straftaten. Iglo-Fischstäbchen-Analogie für Toleranzen und Rundungen: Restzucker wird pro 100 ml angegeben und gerundet (0,5 g/100 ml = 5 g/l, real evtl. 4,1 g …). Online-Angaben werden mit den Jahren zunehmend ungenau.
Wie man eine „weiße Weste“ behält (01:05:37 – 01:08:51): Chaptalisieren ist legal und die beliebteste Maßnahme. Trickreiche, deklarationsschonende Verfahren: trockenen Wein anreichern und Süße/Cremigkeit über einen mit Aktivkohle blankgezogenen TBA- oder Auslese-Verschnitt zurückholen (oft bezeichnungsunschädlich); saure Trauben früh ernten, kühlen, Bitterstoffe schönen. Vieles davon erscheint gar nicht in der Zutatenliste.
Weinstein-Stabilisierung (01:10 – 01:15): Solche Maßnahmen kosten Geld und passieren aus Notwendigkeit/Angst (Export, besorgte Kunden), nicht aus Gier. Verbreiteter Mythos: Weinstein entstehe nur durch Aufsäuern/Chaptalisieren. Stabilisieren geht physikalisch (Kälte – erfordert aber kalten Keller/Innenhof/teure Kühltechnik), per Meta-Weinsäure (baut sich zu Weinsäure ab, ist aber nicht ewig stabil und „stinkt“ bzw. riecht nach Liebstöckel) oder per geruchs- und geschmacksneutraler, ewig stabiler Chemikalie (harmlos, wird ausgeschieden). Das ist die legitime Entscheidung des Winzers, der seine Märkte kennt. Eine wirklich nicht zu rechtfertigende Zutat: Gummi Arabicum – aber auch dort nur trauen, wenn es auf dem QR-Code der Flasche steht (Copy-&-Paste-Fehler bei Händlern).
QR-Code-Fazit (01:15:27 – 01:16:19): Grundsätzlich gut, weil mehr Transparenz. Aber: nur dem QR-Code auf der Flasche trauen, nicht Online-Angaben; bei der Restzucker-Frage (Extrakt vs. Zucker) hilfreich, aber gerundet. Flos Schlussbemerkung: Das alles aus dem Mund von jemandem, der gerade voller Überzeugung einen Blanc-de-Blanc-Champagner als Rosé getrunken hat – man bilde sich vieles ein und verderbe sich nur das Vergnügen.
Verkostung Wein 3 (Spätburgunder) & Auflösung (01:16:19 – 01:22:37)
Flo beschreibt eine „komplexe Reise“: Start als Altweinerlebnis, reife Nase mit Erde und Unterholz, wenig Frucht, viel feiner Gerbstoff, mit Luft wirkt der Wein jünger. Sein Tipp: alter, klassischer Bordeaux mit etwas mehr Merlot, Anfang der 2000er (2001/2004). Auflösung: ein deutscher Spätburgunder – Randersacker Teufelskeller, Spätburgunder Reserve 2020 vom Weingut Bardorf (Winzer Stefan Bardorf), 13,5 %, 19 Euro. Felix lobt das Erdig-Lederige als Quelle des „Alters“-Eindrucks; auf deutschen Pinot wäre hier niemand gekommen (Waldbeer-/Pflaumenton, „nichts Deutsches in der Frucht“). Entdeckungsgeschichte über einen Tipp von Andreas Göpfert auf der ProWein; der Winzer Stefan Bardorf sei ein Tüftler und Qualitätsfanatiker mit wenigen Hektar, hoch dekoriert, aber wenig bekannt. Klare Empfehlung: Für 19 Euro ein deutscher Spätburgunder, der nach reifem Bordeaux schmeckt, sollte man mal probieren.
Der Beitrag Blindflug 187: Gären oder Gammeln erschien zuerst auf Der Schnutentunker.
18 June 2026, 5:25 pm - 1 hour 16 minutesBlindflug 186: In Würde altern
Reden wir über reife und alte Weine und was da eigentlich passiert. während der Wein in der Flasche reift. Dazu trinken wir Weißwein in leicht und sehr gereift.
Grundsätzliche Wissensfragen aus der Welt des kleinen Wein-Einmaleins behandelt eigentlich die Webweinschule. Aber Felix hatte das Bedürfnis doch noch einmal bei Adam und Eva mit dem Thema Reife anzufangen. Dass es dazu einen Wein vom extremen Rand des Spektrums (und dann auch noch vom positiven Rand) gab, war Zufall – oder vielleicht Vorsehung?
Saarburg ist gut für einen Rausch
Felix öffnet einen Wein, der sich sehr spät erst als echte Granate entpuppt hat. Da waren 99 Prozent der Flaschen schon getrunken. 1997 Saarburger Rausch Riesling Spätlese trocken von (Forstmeister Geltz) Zilliken kam aus einer Flasche mit perfektem Korken, Originalfüllstand und null balsamischen Noten. Sascha dachte an weniger als ein Jahrzehnt Reife und beide Podcaster unterbrachen die Aufzeichnung, um erst noch ein Gläschen dieses Zauberstoffs zu trinken (Sündenfall!).
Der heilige Urban liefert
Sascha hat einen großen Klassiker im Gepäck: 2018 Weingut Knoll, Ried Loibenberg Smaragd, Grüner Veltliner aus der Wachau. Der war definitiv überfällig. Jahrgangsbedingt zeigte er eine sehr milde Säure, was aber kein Problem war, weil er ein so breit aufgefächertes Aromenspektrum im Angebot hatte, dass die SPannung eher aus der Vielfalt kam. Ein ganz wunderbarer Veltliner, der einen perfekten Speisebegleiter abgibt. Und sehr gut (weiter) reifen wird er sicherlich auch.
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
Hier geht es zur Episodenübersicht.
Wenn Du diesen Podcast und Felix‘ weitere Arbeit unterstützen willst, werde Mitglied der Community bei Steady.
Blindflug gibt es auch auf Spotify…
‚Alexa, spiele Blindflug Weinpodcast‘ und ihr hört uns über Amazon.
Und natürlich gibt es uns auch auf YouTube.
Hier ist eine strukturierte Zusammenfassung der Folge bei der ich ein vollständiges Transskript von Claude habe zusammenfassen lassen und dann händisch nachbearbeitet habe. Zeitangaben sind ungefähre Startpunkte der jeweiligen Themen.
Intro & Aufwärmen (00:00 – 02:15)
- Begrüßung, Mittagswein-Setting mit offenen Fenstern (Sommer, Vogelgezwitscher).
- Rückblick auf die Hörerbefragung „Mit welchem Prominenten würdest du Wein trinken?“: Genannt wurden u. a. Maynard James Keenan (Sänger von Tool, Weingut Caduceus Cellars/Arizona), LeBron James und Bernd Mayländer (F1-Safety-Car-Fahrer, macht Wein im Remstal).
- Würfeln, wer anfängt.
Mittagswein 1 wird eingeschenkt – wie immer blind (02:15 – 03:04)
- Felix schenkt ein, Wein noch etwas zu kalt. (Auflösung erst gegen Ende: 1997 Saarburger Rausch Riesling Spätlese trocken, Weingut Forstmeister Geltz Zilliken.)
Hauptthema: Das „Reife-1×1″ – Grundlagen (03:04 – 04:09)
- Was die meisten Hörer natürlich wissen: Der private Weinkeller ist auch Reifekeller: Weine werden oft jung gekauft, weil sie reif teurer und schwer erhältlich sind.
- Eingrenzung des Themas: Es geht um Flaschenreife, nicht Traubenreife. Firne wird ausgeklammert („Firne ist tot“).
Mythos „Guter Wein muss reifen“ (04:09 – 06:39)
- Widerspruch zum Klischee: Viele gute Weine brauchen keine Reife.
- Beispiele für Weine, die jung/leicht gekühlt am besten sind: Trollinger (Lobesworte für einen von Deauz-Abele), einfacher Bourgogne Rouge, Gutedel, Chablis aus dem Stahltank.
- Ausnahmen (Holzausbau, Grands Crus, Chablis Premier Cru) werden bewusst beiseitegelassen.
„Reife comes at a price“ – was Reife bringt und kostet (06:39 – 09:00)
- Reife bedeutet immer auch Verlust. Bild von der ein ganz bisschen beschlagenen Schaufensterscheibe. Die Strahlkraft der Frucht leidet häufig.
- Negative Aromenentwicklung im Laufe der Zeit: wachsig-milchig, balsamisch/oxidativ, Karamell; bei Weißweinen später Kaffee/Nuss, bei Rotweinen Pilze, Liebstöckel, Muff und etwas, was an Korkfehler erinnert.
- Felix‘ Lieblingsbegriff: Jagdaromen (aufgewühlte Erde, schweißige Tiere, nasser Sattel, Waldboden).
Klarheit, Strahlkraft & Jahrgangsabhängigkeit (09:00 – 11:47)
- Felix‘ „Fetisch“: Klarheit und Strahlkraft in der Frucht; das Milchige ist ihr Feind.
- Vergleich Breuer Schlossberg 2002 vs. Pechstein 2004 (Bürklin-Wolf): 2004 deutlich klarer.
- Jahrgangsrunterschiede in der Klarheit an Beispielen: 1917 klarer als 1920, 1947 klarer als 1945.
- Anjas Satz aus der 82er-Probe (zu Trotanoy): „Es ist noch so viel Bordeaux übrig“ – Sinnbild für erhaltenen Ursprungscharakter. Sehr alte Beispiele, die immer noch ‚viel Bordeux übrig‘ hatten: 1945 Fleur Pétrus, 1955 Cheval Blanc.
Was passiert chemisch beim Reifen (11:47 – 14:34)
- Drei Hauptprozesse: Polymerisation (Gerb-/Farbstoffe verketten sich → Depot), Veresterung, Oxidation („Rosten“).
- Temperaturabhängigkeit: ideal 12–16 °C, dann laufen die Prozesse im Gleichschritt. Wärmerer Keller ≠ einfach schnellerer Reifekeller; kühler ≠ Konservierung. Standardbedingungen sind das Ziel.
Kann man Trinkreife vorhersagen? (14:34 – 16:49)
- Skepsis gegenüber Trinkfenstern. Paradebeispiel Robert Parker und ein Grand-Puy-Lacoste 1990, dessen Trinkfenster mehrfach korrigiert wurde und am Ende zu einem Zeitpunkt beginnen sollte, an der er nach der ursprünglichen Prognose längst hinüber hätte sein sollen.
- Viele Kritiker sagen heute nur noch „jetzt trinken oder lagern“.
- In den „goldenen Jahren“ ca. 1990–2004, schien es etwas einfacher, weil die Trauben meist eine schöne Reife erreichten. Danach (ab 2005, Überreife) wurden Vorhersagen besonders unzuverlässig; klassische Verschlussphasen verschwanden.
Verschluss- und „hedonistische“ Phase (16:49 – 19:01)
- Jugendphase: viel Frucht puffert das Tannin, „Hedonismus“.
- Danach Verschlussphase, weil sich Frucht zurückzieht, bevor Tannin assimiliert ist. Empfehlung: 12 Flaschen kaufen und über 10–15 Jahre verfolgen. Frucht kann verschwinden und Jahre später zurückkehren – nur unvorhersehbar wann.
Einflussfaktoren auf die Reife (19:01 – 27:46)
- Weinbergsarbeit/Klimawandel: mehr Entblätterung → dickere Schalen → mehr Gerbstoffe (Oxidationsschutz, aber später u.U. Depot).
- Winemaking & Jungweinaromen: Kritik am Mythos „Reinzuchthefe-Aromen zerfallen“. Weinaromen sind glycosidisch im Most gebunden; Hefe setzt sie nur frei. Jungweinaromen (z.B. Banane, Marzipan) sind grundsätzlich kurzlebig. Wer spät füllt, erlebt sie im Tank (und der Kunden dann eben nicht). Beispiel Robert Weil Gutsriesling („wie eine Tüte Haribo“), der trotzdem hervorragend reift – Probe über 25 Jahrgänge.
- Farbstoffe & Tannine: Beispiel Dornfelder mit Maischeerhitzung (auch bei handwerklichen Winzern) – Farbstoff fällt aus, Tanninzugabe stabilisiert die Farbe. Bei Cuvées (Bordeaux) unvorhersehbar viel Depot/Farbe; bei reinsortigem Barolo anders.
- Schwefel: gut steuerbar, senkt Farbe, erhöht Haltbarkeit; Beispiele Prüm und Christoffel (hohe Erträge, lange haltbar).
Was kann schiefgehen? Lagerschäden & Forschungslücken (27:49 – 32:11)
- Zu warme Lagerung = schnellere, weniger harmonische Entwicklung.
- Konstantin-Baum-Experiment: Rosé 14 Tage in der Sonne vs. dunkler Keller – deutlicher Nachteil für den Sonnenwein.
- Offene Frage: Nivelliert sich ein früher Lichtschaden über Jahre der Reife? Vermutung: ein bisschen, aber kaum Literatur (langwierige Forschung, macht kaum einer).
- Erfahrung: ein „Sonnenstich“-Wein (vergilbte Etiketten) war Jahre später noch akzeptabel.
Bewertung gereifter Weine & die 82er-Probe-Problematik (32:11 – 37:34)
- Beurteilung ohne Konter-/Vergleichsflasche schwierig; perfekte Lagerung macht großen Unterschied.
- Sonderfall Montrose 1982 mit wechselnden Parker-Punkten (88 → 90 → 92 → 88); Einordnung von Neal Martin, William Kelly, Jeff Leve.
- Kernproblem: Ein Wein kann zu weit fortgeschritten und trotzdem 100-Punkte-wert sein – über solche Proben zu schreiben hilft dem Leser wenig.
Substanz vs. Alkohol – „würdevolles“ Reifen (37:34 – 40:24)
- Ohne Substanz keine Reife – aber Substanz ≠ dicke Marmelade (Beispiel Montrose 1990/2001 mit 12,5 % Alkohol).
- Alkohol-Warnung: ab ~14,5 % Vorsicht (Beispiele aus 2005, Astralis, Masseto-Thema); hoher Alkohol oft mit geringerer Säure. Gegenbeispiel-Überlegung Châteauneuf-du-Pape (viele Rebsorten → Säure).
Praktischer Rat (40:24 – 41:43)
- Hörerfrage Masseto 2016 (Jahrhundertjahrgang Toskana): bei viel Macher-Holz lieber warten; „auf den Alkohol gucken“. Faustregel: drei Flaschen kaufen, eine jetzt; ab 15,5 % nicht länger als 10 Jahre lagern.
Auflösung & Verkostung Mittagswein 1 (41:43 – 47:19)
- Sascha tippt jung (2018) wegen großer Riesling-Nase und Fülle – tatsächlich 1997 Zilliken Saarburger Rausch Spätlese trocken, nur 11,5 % Alkohol.
- Perfekte Flasche, dichter Korken, null Füllschwund; eine Stunde belüftet. Tropische Jungweinaromen sind nach 27 Jahren noch da (entkräftet den Mythos „nach 6 Monaten weg“).
- Hinweis: reife Weine darf man belüften. Für Felix einer der drei wertvollsten Weine seines Kellers (damals ~15 Mark), Zilliken war in den 90ern schon Spitze.
Mittagswein 2 wird eingeschenkt – noch blind (47:19 – 47:30)
- 2018 Weingut Knoll, Ried Loibenberg Smaragd, Grüner Veltliner, 13,5 % – Auflösung folgt am Ende.
Die 82er-Bordeaux-Probe: Format & Belüften (47:30 – 53:17)
- Entscheidung, die 82er nicht vorzubelüften, sondern Korken zu ziehen und einzuschenken (kleine Mengen, 14 Personen, lüftet im Glas nach). Einige Weine hätte Belüften „zerlegt“ (z. B. Montrose).
- Vergleich zur kommenden 22er-Probe: die wird vorbelüftet (am Vortag dekantiert), weil 82 jung für die Verkostung ist.
- Alle Korken waren in schlechtem Zustand → Zeitpunkt für eine Neuverkorkung beim Château.
Durchgang durch die Flights der 82er (53:17 – 01:07:02)
- Flight 1 (Wachmacher): Calon-Ségur, Cos d’Estournel, Montrose. Montrose fehlt Druck; Cos mit viel Extraktsüße („Bums“); Calon-Ségur schön und elegant.
- Weiterer Flight: Château La Rousse (unbekannt, fast tot, kurze Reanimation zum Essen), Le Gay (Knaller), Château Canon (gut).
- L’Évangile (Schwanengesang, zerfiel im Glas), Trotanoy, La Conseillante (großer Stoff, Korkdiskussion), Fleur Pétrus, Cheval Blanc (sprachlos machend), Lafleur (sehr gereift/Portweinfeige – „die Bordeaux-Polizei“).
- Pichon, Beychevelle, Ducru-Beaucaillou (nie eine schlechte Flasche), Léoville Las Cases (überstrahlt sogar Ducru).
- Lynch (-Bages), Pichon Comtesse (Korkdiskussion, „normaler Wein“).
- Dreierflight Lafite / Mouton / Latour: Latour gut (Konterflasche bewusst nicht geöffnet); zwei Mouton aus derselben Holzkiste, unterschiedlich gereift (der mit „Schuhcreme“/Jagdaroma war besser, 100 Punkte; der hellere keine 100). Lafite = „101 Punkte“, völlig eigene Liga durch feinstes Tannin/Zug. Felix‘ Bonmot: „Niemand redet nach dem Vorstandsvorsitzenden.“
Ausblick 22er-Probe & Blindverkostungs-Tipp (01:07:02 – 01:08:36)
- Vorschau auf die Weine der 22er-Probe (u. a. Haut-Brion, Cheval Blanc, Canon, Figeac, Pichon Comtesse, Montrose, La Conseillante, Léoville Las Cases, Lafite … plus weitere).
- Tipp gegen das Problem, dass der Gastgeber die Reihenfolge kennt: nummerierte Punkte unter die Glasböden kleben und vom Mittrinker durchwirbeln lassen.
Reflexion über die Proben (01:08:36 – 01:11:21)
- Dankbarkeit für die Großzügigkeit; Felix‘ Rolle zwischen ehrlichem Profi-Urteil und gutem Gast („Herbergsvater“), während vom anderen Tischende ständig „bester Wein bisher!“ gerufen wird.
Blindverkostung & Auflösung Mittagswein 2 (01:11:21 – 01:16:28)
- Sehr milde Säure, opulent, cremig, enorme Tiefe, „riesiger Bauchladen bunter Aromen“, kein plakatives Holz – ein „Kunstwerk“.
- Herkunftsraten: nicht Frankreich, nicht (sofort) Deutschland, nicht Italien → Österreich/Wachau.
- Auflösung: 2018 Weingut Knoll, Ried Loibenberg Smaragd, Grüner Veltliner (das ikonische „Heiliger Urban“-Etikett). Anekdote mit Senior Knoll und Australiern im Taxi.
Der Beitrag Blindflug 186: In Würde altern erschien zuerst auf Der Schnutentunker.
5 June 2026, 10:12 am - 1 hour 8 minutesBlindflug 185: Ringen um Worte
Ehrliches Bemühen in der Auseinandersetzung mit Wein ist die Voraussetzung dafür, dass Kritik nicht persönlich genommen wird. Da fahren wir gerade ein bisschen die Früchte von acht Jahren öffentlicher Anstrengung ein. Das kann man ja mal feiern.
Felix war auf der Mainzer Weinbörse und hat viel freundliches Feedback erfahren, gerade von Winzern, die vorher das Ziel von leicht eingeschränktem Lob waren. Das zeigt: ein Podcast kann aus Betroffenen Beteiligte machen und das ist der Schlüssel zu einem guten Miteinander.
Bingerbrücker GG – beinahe
Felix hat einen Wein besorgt, der ihm auf der Mainzer Weinbörse besonders gefallen hat. Der 2024er Bingerbrücker Ortsriesling ‚1937‘ von Kruger Rumpf von der Nahe ist eine besondere Selektion aus der Ersten Lage ‚Abtei‘ und preislich zwischen den Ersten Lagen und GGs angesiedelt. Wieso, weshalb warum erfahrt ihr im Podcast. Flo trinkt den Wein mit Vergnügen als Silvaner und das gleiche Maß an Begeisterung wie bei Felix stellt sich nicht ein, aber das ist ja Sinn und Zweck der schwarzen Gläser.
Chardonnay Basis – der luxuriösen Art
Auch Felix denkt, er habe Silvaner im Glas, denn der von Flo eingeschenkte Chardonnay 2025 von Frank John aus der Pfalz hat einen deutlich vegetabilen Ausdruck neben einer wunderbar singenden Frucht. Mit der Struktur hadert Felix ein wenig, was sehr gut an der Jugend des Weines liegen kann. Der ist gerade erste gefüllt und hat vermutlich ein langes Leben mit viel Entwicklung vor sich. Für ein abschließendes Urteil ist es definitiv zu früh.
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
Hier geht es zur Episodenübersicht.
Wenn Du diesen Podcast und Felix‘ weitere Arbeit unterstützen willst, werde Mitglied der Community bei Steady.
Blindflug gibt es auch auf Spotify…
‚Alexa, spiele Blindflug Weinpodcast‘ und ihr hört uns über Amazon.
Und natürlich gibt es uns auch auf YouTube.
Der Beitrag Blindflug 185: Ringen um Worte erschien zuerst auf Der Schnutentunker.
21 May 2026, 7:04 pm - 1 hour 7 minutesBlindflug 184: Eine Frage der Organisation
Die Weinkrise wird zum Flächenbrand und der Ruf nach staatlicher Intervention wird laut. Höhere Zölle und Zwangsquoten für heimischen Wein hat ein Teil der Schweizer Weinwirtschaft jetzt ins Spiel gebracht. Bringt das was?
Ja, man könnte durchaus argumentieren, das wir uns als Weinpodcast aus Berlin bei diesem Thema ruhig raushalten könnten. Andererseits haben wir erstaunlich viele Hörer unter den Eidgenossen und einige haben sich eine Stellungnahme erbeten. Also gibt es jetzt unseren Senf dazu. Im Glas trotzen wir der Krise mit Dekadenz. Was bleibt uns auch anderes übrig?
Sascha kann sich nicht entscheiden
Sascha hat zwei Weine mitgebracht, weiß nicht, welchen er lieber einschenkt und serviert schließlich beide. Den Sauvignon Blanc ‚Grüne Libelle‘ 2017 von Tscheppe aus der Steiermark in Österreich erkennt Felix ziemlich schnell als Sauvignon Blanc, aber bis zum Schluss nicht als Naturwein. Das ist bei vielen Vertretern des Genres eher andersherum. Aber nicht nur deswegen löst der Wein Begeisterung bei ihm aus. Ein Wein mit toller Struktur, damit kriegt man Felix immer. Der Bourgogne 2019 von Claude Dugat hingegen ist zwar mit fantastischem Tannin gesegnet, ansonsten aber eher einfach. Was durchaus so sein soll, auch wenn Händler dem Wein große burgundische Qualitäten andichten. Ein 60-Euro-Schoppen, der am besten leicht gekühlt ins Glas kommt. Wenn das mehr Leute klaglos zahlen würden, gäbe es keine Krise.
PPP – haben Bärte, dürfen mit
Felix geht mit Champagner an den Start. ‚Fleur de Miraval‘ ER4 von Pitt, Perrin, Péters, Rosé mit einer speziellen Reserve aus alten Champagnern. Ein Wein, der nicht nur Starqualitäten im Namen hat, sondern dank einer Extraportion Aufwand in luftige Höhen entschwebt. Nur die Gläser sind ständig leer.
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
Hier geht es zur Episodenübersicht.
Wenn Du diesen Podcast und Felix‘ weitere Arbeit unterstützen willst, werde Mitglied der Community bei Steady.
Blindflug gibt es auch auf Spotify…
‚Alexa, spiele Blindflug Weinpodcast‘ und ihr hört uns über Amazon.
Und natürlich gibt es uns auch auf YouTube.
Der Beitrag Blindflug 184: Eine Frage der Organisation erschien zuerst auf Der Schnutentunker.
8 May 2026, 2:24 pm - Blindflug 183: Und das sowas von sowas kommt
Über Topfreben, die nicht vorhandene Maximaltemperatur für den Rieslinganbau, Sand, Schluff, Ton und merkwürdige Scherenstudien unterhalten wir uns mit grandiosen Getränken im schwarzen Glas.
Letztes Mal haben wir auf höchstem Niveau international gebechert, heute lassen wir es uns mit außergewöhnlichen Weinen aus Deutschland gut gehen. Dazu müssen wir noch mal über Pflanzen und Böden sprechen, obwohl das eigentlich so nicht geplant war.
Sekt von Rebholz: Wohlfühlbrause mit Niveau
Flo hat einen Sekt von Rebholz im Gepäck. Der π No. XII Sekt Extra Brut ist tatsächlich ohne Dosage nach vier Jahren Hefelager degorgiert worden. Was den Rebsortenmix angeht, widerspricht sich die Webseite des Weinguts, im Fließtext ist es ein Blanc de Noir, in der tabellarischen Zusammenfassung eine Cuvée mit Chardonnay. Unabhängig davon findet Felix den Wein unglaublich entspannt, harmonisch, mit mittelfeiner Perlage, schönem Frucht-Säure-Spiel und einem großen Suchtfaktor.
Wisselbrunnen GG von Eser: Fastfreakstoff
Flo hat die Verkostung der Auktionsreserven und dadurch sein jährliches Behaglichkeitsmoment mit August Eser aus dem Rheingau versäumt. Also hat Felix ein GG vom Weingut besorgt, dass er für das beste hält, was die Winzerin bisher gefüllt hat. Riesling Wisselbrunnen GG 2020. Flo ist schockverliebt, muss spontan seine Begeisterung bekunden und einen Nachschlag anfordern. Felix findet auch, dass die damals hier ausgesprochene Empfehlung unbedingt erneuert werden muss.
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
Hier geht es zur Episodenübersicht.
Wenn Du diesen Podcast und Felix‘ weitere Arbeit unterstützen willst, werde Mitglied der Community bei Steady.
Blindflug gibt es auch auf Spotify…
‚Alexa, spiele Blindflug Weinpodcast‘ und ihr hört uns über Amazon.
Und natürlich gibt es uns auch auf YouTube.
Der Beitrag Blindflug 183: Und das sowas von sowas kommt erschien zuerst auf Der Schnutentunker.
24 April 2026, 12:01 pm - 1 hour 6 minutesBlindflug 182: Satter Markt
Zwei absolute Highlights machen Zwischenstopp in unseren schwarzen Gläsern: Luce Brunello und Puligny-Montrachet 1er Cru. Dazu gibt es einen kleinen Zwischenstand über den Deutschen Weinmarkt und ein paar Tipps, wie man ihn erfolgreich bearbeiten kann.
Felix hat einen Vortrag auf der ProWein gehalten. Thema war der Deutsche MArkt und wie ausländische Produzenten ihre Erfolgschancen bei einem Markteintritt erhöhen können. Darum gehts es heute auch in seinem Redebeitrag. Sascha berichtet von einer gelungenen Burgunderprobe und gibt eine Vorschau zum Champagner-Popup.
Luce Brunello 2021 – so feines Tannin
Felix hat eine Pressemitteilung zum Erscheinen des neuen Jahrgangs zum Anlass genommen, endlich einmal den Luce Brunello für den Blindflug abzufordern. Der Jahrgang 2021 zeigt ein fantastisches Potenzial mit einer bemerkenswerten Eleganz im Tannin. Leise, geschliffen, fein – das hat nicht ansatzweise den Blockbuster-Charakter, mit dem der Supertoskaner gleichen Namens manchmal über das Ziel hinaus schießt. Der Brunello ist ein großer Wurf
Puligny-Montrachet 1er – so betörende Frucht
Der erste Wein war kaum zu toppen, doch Saschas Mitbringsel hat es geschafft. Jacques Prieur, Puligny-Montrachet 1er Cru ‚Les Combettes‘ 2013 entspricht dabei nicht den klassischen Vorgaben, denn er ist in der Säure eher mild und kaum nussig oder cremig. Die Frucht ist außergewöhnlich, aber umwerfend. Felix kommt nicht auf Chardonnay, hat keine Ahnung, was es sein könnte – außer ein ganz großer Wein.
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
Hier geht es zur Episodenübersicht.
Wenn Du diesen Podcast und Felix‘ weitere Arbeit unterstützen willst, werde Mitglied der Community bei Steady.
Blindflug gibt es auch auf Spotify…
‚Alexa, spiele Blindflug Weinpodcast‘ und ihr hört uns über Amazon.
Und natürlich gibt es uns auch auf YouTube.
Der Beitrag Blindflug 182: Satter Markt erschien zuerst auf Der Schnutentunker.
9 April 2026, 8:24 am - 1 hour 11 minutesBlindflug 181: ProWein 2026
Felix war auf der Messe und hat jede Menge positive Vibes erfahren, gleiches kann Flo vom Live-Event in Frankfurt berichten. Wie schön, dass auch die Weine zu begeistern wissen.
Deb Pressebericht zum Live-Podcast findet ihr hier.
Die ProWein hatte keine Chance – und hat sie genutzt. Warum reden wir unsere Leitmesse schlecht? Und warum ist das weder klug noch gerechtfertigt? Felix war da, hat mit Ausstellern und Besuchern gesprochen und zieht ein positives Fazit. Flo berichtet derweil von unserem Ausflug nach Frankfurt, von Inklusion, wunderbarem Publikum und vergifteten Fischbrötchen.
Leiner zum Zweiten – er kann’s
Flo schenkt den ‚großen‘ Riesling von Sven Leiner ein: Kapelle 2022. Das ist ein noch sehr in sich ruhender Wein, etwas austrocknend im Abgang, aber schon fein und komplex in der Frucht. Felix tippt zwar auf Chardonnay, aber das ist bei dieser auf lange und langsame Entwicklung setzenden Machart vielleicht gar keine so verwundernde Fehleinschätzung. Nach dem wunderbaren PetNat, mit dem wir unseren ersten Geburtstag feierten (Junge, wie die Zeit vergeht!) ist das Sven Leiners zweites starkes Gastspiel in diesem Theater. Der darf gerne wiederkommen.
Burgund auf dem Prüfstand
Felix hat vor Jahren ein Weingut im Burgund besucht und die Weine gefeiert. Danach importierte er mit einigen Freunden eine Palette und das Feedback aus dem Freundeskreis war durchwachsen. Was liegt da näher, als den Wein jetzt dem ultimativen Test im schwarzen Glas zu unterziehen. Monthélie 1er Cru ‚Les Champs Fulliot‘ 2016 von Laurent Boussey ist ein burgundischer Pinot aus dem Bilderbuch, inklusive Unterholz, leiser Frucht und endloser Eleganz. Flo findet all das, beschreibt es mit Begeisterung – und tippt dann auf deutschen Pinot. Könnte das damit zu tun haben, dass er bei Felix als Spender automatisch an Deutschland als Herkunft denkt? Egal, Hauptsache es schmeckt.
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
Hier geht es zur Episodenübersicht.
Wenn Du diesen Podcast und Felix‘ weitere Arbeit unterstützen willst, werde Mitglied der Community bei Steady.
Blindflug gibt es auch auf Spotify…
‚Alexa, spiele Blindflug Weinpodcast‘ und ihr hört uns über Amazon.
Und natürlich gibt es uns auch auf YouTube.
Der Beitrag Blindflug 181: ProWein 2026 erschien zuerst auf Der Schnutentunker.
26 March 2026, 4:04 pm - 1 hour 22 minutesBlindflug 180: Blind auf dem Boot
Wir haben im Rahmen der eat! berlin eine Episode vor Publikum aufgezeichnet – mit verschärften Regeln.
Die Idee entstand beim Champagner. Der Blindflug gastiert auf dem Gourmetfestival. Organisator Bernhard Moser hat nicht nur eine großartige Location besorgt, sondern auch den Wein und sogar einen Winzer. Alles etwas anders als sonst, aber Geschichten, die gibt es natürlich trotzdem. Was kann Bordeaux (noch)? Warum findet Felix das Wörtchen ‚Elegant‘ überbewertet?. Hört selbst, mit ein paar mehr Nebengeräuschen als üblich, aber doch gut verständlich.
Sekt der feinsten Art
Der erste Wein im Glas ist der Doosberg Jahrgangssekt 2015 Extra Brut von F.B. Schönleber aus dem Rheingau. Dieses viel zu oft übersehene Sekt- und Weingut hatten wir schon in Episode 133 und auch da fanden wir das schon gut. Dieser 9 Jahre auf der Hefe ausgebaute Spitzen-Schäumer hat jedes Riesling-Klischee abgeschüttelt und ist einfach nur noch Grand Reserve. Ganz wunderbar und im Kontext spottbillig.
Diels Pinot zeigt zwei Gesichter
Das hatten wir logischerweise noch nie: die beiden Blindflieger diskutieren einen Wein, den jeder aus einer anderen Flasche eingeschenkt bekommen hat und diese beiden Flaschen zeigen völlig verschiedene Gesichter. Das Publikum hatte das schon vorher mitbekommen und uns freundlicherweise irgendwann eingeweiht. Aber da war das Eis eh längst gebrochen und aus der Veranstaltung eine angeregte Diskussion geworden. Der Pinot Noir Caroline 2021 vom Schlossgut Diel konnte sich bei diesem Auftritt nicht das Lob abholen, das ihm eigentlich zusteht. Aber das ist irgendwie beruhigend: Wein ist ein Produkt aus der Natur.
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
Hier geht es zur Episodenübersicht.
Wenn Du diesen Podcast und Felix‘ weitere Arbeit unterstützen willst, werde Mitglied der Community bei Steady.
Blindflug gibt es auch auf Spotify…
‚Alexa, spiele Blindflug Weinpodcast‘ und ihr hört uns über Amazon.
Und natürlich gibt es uns auch auf YouTube.
Der Beitrag Blindflug 180: Blind auf dem Boot erschien zuerst auf Der Schnutentunker.
12 March 2026, 9:24 pm - 57 minutes 57 secondsBlindflug 179: Wein und Sport
Felix berichtet von der Vorschau bei Griesel und kläglichem Scheitern mit KI, Flo hat Spannendes über die tiefe Liebe der NBA zum Wein vorbereitet. Ins Glas kommen dazu zwei Weine für den mühelosen Genuss.
Wein und Leistungssport geht nicht zusammen, lautet die weitverbreitete Meinung in Deutschland. Alkohol und Profisportler schaffen es in die Öffentlichkeit meist nur als Skandalbericht über Promillefahrten. In den USA ist das vollkommen anders. Hier kombiniert so mancher Sportstar den entspannten Feierabend mit Grand Crus und zeigt es auch. Es gibt sogar Trainer, die ihren Schützlingen nicht nur Wurftechniken erklären, sondern auch die korrekte Aussprache von Léoville-Poyferré. Flo hat ein paar unterhaltsame Anekdoten zusammengetragen.
Gravello von Librandi – seltene Cuvée
Felix suchte nach Cuvées, die lokale italienische Rebsorten mit Cabernet Sauvignon kombinieren. Davon gibt es viel weniger, als er dachte. Eine schafft es heute in Flos Glas und macht diesem richtig viel Spaß. Der Gravello 2023 ist ein Calabria IGT von Librandi. Er besteht zu 60 Prozent aus Gaglioppo und zu 40 Prozent aus Cab. Die Frucht wird von der lokalen Sorte dominiert, die Struktur vom internationalen Partner beigesteuert, nach hinten raus wetteifern beide um die schönste Schokolade und den tiefsten Wald. Das ist jetzt voll da und hat doch noch Potenzial – ein wunderbares Vergnügen.
Fluxus von Bergdolt – würdig würzig
Felix kriegt Sekt ins Glas. Der 2017 Fluxus Extra Brut von Bergdolt aus der Pfalz ist aus der Kategorie großer Sport. 72 Monate Hefelager und rund 5 Gramm Dosage erzeugen einen wunderbar würzigen und doch vor allem leicht zu trinkenden, anspruchsvollen Prickler. Felix lässt sich mittendrin nachschenken, was nicht so oft im Blindflug vorkommt.
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
Hier geht es zur Episodenübersicht.
Wenn Du diesen Podcast und Felix‘ weitere Arbeit unterstützen willst, werde Mitglied der Community bei Steady.
Blindflug gibt es auch auf Spotify…
‚Alexa, spiele Blindflug Weinpodcast‘ und ihr hört uns über Amazon.
Und natürlich gibt es uns auch auf YouTube.
Der Beitrag Blindflug 179: Wein und Sport erschien zuerst auf Der Schnutentunker.
26 February 2026, 12:15 pm - 53 minutes 58 secondsBlindflug 178: Nebbiolo total
Saschas Flaschenparade und Felix‘ Reisebericht aus dem Piemont sind die Themen, lecker Kabi und beeindruckend Barolo die Inhalte in den schwarzen Gläsern dieser Folge des Blindflug.
Diese Folge wird Euch präsentiert von DESTINO:VINO. Schaut Euch das Angebot dieses interessanten Weinreisenanbieters doch mal an.
Wir haben noch zwei Plätze in Oberursel frei und außerdem gibt es noch Tickets für unser Gastspiel bei der eat:berlin, wo Sascha und ich eine Folge aufzeichnen werden. Hier gibt es Tickets. Meldet Euch doch bei uns, wenn Ihr Lust habt, anschließend gemeinsam im Restaurant der Location essen zu gehen.
Das beste 2025 aller Zeiten
Sascha geht mit uns traditionell durch die zehn schönsten Weine, die er letztes Jahr genießen durfte. Felix freut sich, weil er bei so vielen davon mittrinken konnte, weil er einen sogar beisteuern durfte und weil er vollkommen einer Meinung mit Sascha ist. 2025 war zwar insgesamt weintechnisch ein schräges Jahr (vergleiche die vorletzte Folge), in der Spitze aber kaum zu toppen. Eine passende, tänzelnde und durchaus jubelnde Begleitung hat Sascha auch parat: Apotheke Kabinett Versteigerung 2021 vom Loersch aus Trittenheim. Felix hält’s für Dschay Dschay (Prüm), weil es so riecht. Wurscht. Granatenwein!
Nebbiolo Prima – der Crashkurs
Felix war im Piemont, wo er die neuen Jahrgänge von Barolo, Barbaresco und Roero sowie deren Riservas verkosten durfte. Er berichtet von zahlreichen Begegnungen mit bescheidenen Winzern, die keine Geheimnisse haben und sehr viel Spaß daran hatten sich, ihr Land und ihre Weine zu erklären. Nach den zehn krassesten Flaschen also die drei spannendsten Tage – da muss der Wein besonders sein und einen Bezug zum Thema haben. Barolo ‚Albarella‘ 2022 von Fratelli Serio & Battista Borgogno aus dem namensgebenden Dorf Barolo im Piemont. Sascha ist sehr angetan, findet schnell die Typizität, die dieser Wein trotz des schmeckbaren Holzeinsatzes grandios ins Glas bringt. Das war einer von Felix‘ Lieblingen am zweiten Tag und auch mit mehr Zeit zum Verkosten ebbt die Begeisterung nicht ab.
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
Hier geht es zur Episodenübersicht.
Wenn Du diesen Podcast und Felix‘ weitere Arbeit unterstützen willst, werde Mitglied der Community bei Steady.
Blindflug gibt es auch auf Spotify…
‚Alexa, spiele Blindflug Weinpodcast‘ und ihr hört uns über Amazon.
Und natürlich gibt es uns auch auf YouTube.
Der Beitrag Blindflug 178: Nebbiolo total erschien zuerst auf Der Schnutentunker.
12 February 2026, 4:14 pm - More Episodes? Get the App