• 51 minutes 25 seconds
    Er sorgt dafür, dass Maschinen mit Maschinen sprechen können
    Fast unscheinbar am Main liegt das IT-Unternehmen Hilscher. Ein Ortsbesuch und Gespräch mit dem Chef.

    Wer an Unternehmen der Chip- und Automatisierungsindustrie denkt, kommt nicht unmittelbar auf Okriftel. Der Hattersheimer Stadtteil im Main-Taunus-Kreis ist ein eher ruhiger Ort am Main, kein Hightech-Hotspot. Mit einer Ausnahme: Hinter Supermärkten, beinahe versteckt, steht ein weißes Gebäude mit rot gerahmten Fenstern. Darin arbeiten Softwareentwickler, Hardwareingenieure und Mitarbeiter einer eigenen Fertigung an einer Technologie, ohne die viele moderne Fabriken nicht funktionieren würden.

    Das Unternehmen heißt Hilscher Gesellschaft für Systemautomation und ist einer der deutschen Hidden Champions, von denen immer wieder die Rede ist, ein mittelgroßer Anbieter in Familienhand. Hilscher entwickelt und produziert Komponenten für die industrielle Kommunikation – also für den Datenaustausch zwischen Maschinen, Antrieben, Steuerungen und Sensoren. Die Produkte sorgen dafür, dass die Geräte in einer Fabrik nicht nur Strom bekommen, sondern auch verstehen, was die jeweils anderen von ihnen wollen. Die Kunden sitzen rund um den Globus, die Fertigung ist in internationale Lieferketten integriert, die bis nach Taiwan und Japan reichen.

    Gegründet wurde das Unternehmen Hilscher im Jahr 1986 von Hans-Jürgen Hilscher. Die ersten Arbeitsplätze lagen nicht in einem Gewerbegebiet, sondern im Familienhaus, nur wenige Straßen vom heutigen Stammsitz entfernt. Der ursprüngliche Plan des Gründers war ein eigenes Ingenieurbüro mit zehn bis 15 Mitarbeitern. Inzwischen hat das Unternehmen mehr als 400 Mitarbeiter, macht Software und Hardware und steht auf mehreren Beinen. Längst hat sein Sohn Sebastian Hilscher die Geschäftsführung übernommen. Mit ihm haben wir gesprochen in Okriftel – über das Unternehmen, den Weltmarkt für Spezialhardware, KI und die Weitergabe einer Firma von einer Generation an die nächste.


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    4 September 2026, 9:06 am
  • 37 minutes 16 seconds
    Meta, Nvidia, Bill Gates und das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
    Was diese wichtige Woche für die Tech-Branche bedeutet.

    Erst der Milliarden-Vergleich zwischen dem Internetkonzern Meta und zahlreichen amerikanischen Bundesstaaten, dann die überwältigenden Geschäftszahlen des KI-Unternehmens Nvidia, und schließlich ein Aufsatz des Microsoft-Mitgründers Bill Gates über Künstliche Intelligenz: Wie in einem Brennglas hat diese Woche gezeigt, in welchem Spannungsfeld sich die Digitalisierung gegenwärtig befindet.


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    28 August 2026, 12:11 pm
  • 37 minutes 18 seconds
    Wie klappt das mit der Künstlichen Intelligenz wirklich, Herr Reichen?
    Nico Reichen ist der KI-Chef der Unternehmensberatung PWC in Deutschland. Er sagt, worauf es in der Transformation ankommt.

    Dass Künstliche Intelligenz die Schlüsseltechnologie ist, die über Erfolg und Misserfolg der allermeisten Unternehmen entscheiden wird, ist längst bekannt. Große und kleine Firmen adressieren das Thema inzwischen allerorten, gründen KI-Teams oder ganze KI-Abteilungen, starten Pilotprojekte oder sind schon viel weiter. Doch wovon hängt eigentlich ab, ob das klappt? Und scheitert?

    Nico Reichen ist Partner der Unternehmensberatung PWC in Deutschland und berät genau in diesen Fragen. KI ist eine Führungsaufgabe für alle und kein Nischenthema der IT-Abteilung, sagt er. Und macht auch deutlich, wo der Nachholbedarf am größten ist: Den normalen Angestellten gibt er im Schnitt die Note 3 in der KI, den KI-Anbietern hierzulande die Note 2 – den Führungskräften die Note 4. Denn die müss(t)en den richtigen Umgang erstens persönlich vorleben. Und zweitens eine überzeugende Strategie anbieten.

    Für Reichen ist wichtig: Es geht nicht so sehr um eine KI-Strategie für ein Unternehmen, zunehmend macht KI wesentlich die gesamte Geschäftsstrategie aus. Er spricht über seine Erfahrung im Alltag der Kunden. Und verrät auch, wo KI in PWC drinsteckt inzwischen.


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    21 August 2026, 11:58 am
  • 35 minutes 30 seconds
    Wenn Halbleiter-Angestellte für höhere Löhne streiken
    Warum ein lokaler Konflikt im beschaulichen Roßdorf lehrreich ist für die Debatte um Arbeitszeit.

    Wenn wir an Streiks und Gewerkschaften in der Metall- und Elektroindustrie denken, haben wir oft ein klassisches Bild vor Augen: das Fließband, die Werkshalle, den traditionellen Autobauer. Doch die Arbeitswelt wandelt sich – und mit ihr auch der Arbeitskampf.

    Zu sehen war das unlängst im beschaulichen Roßdorf südlich von Darmstadt. Dort standen Menschen mit IG-Metall-Fahnen und roten Westen auf der Straße, die beispielsweise promovierte Chemiker sind, die Software entwickeln und Hochtechnologie-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie entwickeln. Sie arbeiten für Zeiss SMT, eine Sparte des Optik-Konzerns, die vom gegenwärtigen KI-Boom profitiert.

    Und trotzdem – oder gerade deshalb? – knirscht es dort gewaltig. Die Belegschaft fordert einen Tarifvertrag und die 35-Stunden-Woche. Wir erzählen, was dahintersteckt. Was passiert, wenn Start-up-Kultur auf Konzernstrukturen trifft und warum dieser lokale Konflikt symptomatisch für die aktuelle Debatte um Arbeitszeiten in Deutschland ist.


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    14 August 2026, 9:00 am
  • 39 minutes 55 seconds
    Wie geht es Bitpanda und Bitcoin, Herr Enzersdorfer-Konrad?
    Der CEO der Krypto-Plattform über die Anlageklasse, den Börsengang und mehr.

    Wie schlagen sich Kryptoanlagen wie der Bitcoin gerade? Und gibt es europäische Unternehmen, die in diesem Geschäft aktiv sind? Bitpanda ist eine digitale Investmentplattform mit Sitz in Wien, gegründet im Jahr 2014. Nutzer können dort – abhängig von ihrem Wohnsitz und dem jeweiligen Produkt – verschiedene Anlageklassen handeln. Dazu zählen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum, aber auch Aktien und ETF.

    Lukas Enzersdorfer-Konrad ist der gegenwärtige Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, das in den vergangenen Jahren deutlich größer geworden ist. Er spricht über die Entwicklung der Plattform, wer dort handelt (nicht nur Jüngere!) und wie seiner Ansicht nach Kryptoanlagen in ein normales Porfolio gehören.

    Natürlich sagt er auch, wie es um einen möglichen Börsengang steht, wo er KI einsetzt. Und schließlich, welches Geschäft Bitpanda als technologischer Infrastrukturanbieter mit Finanzinstituten macht.


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    7 August 2026, 10:58 am
  • 32 minutes 5 seconds
    KI-Schock aus China: Chance für Deutschland?

    Vielleicht stimmt die Prämisse nicht mehr: Ohne die Hochleistungschips des amerikanischen Chipherstellers Nvidia und Chip-Produktionsmaschinen von ASML, so denkt man, aus Europa geht in der Welt der Künstlichen Intelligenz (KI) nichts. Folglich wollte die amerikanische Regierung mit Exportkontrollen für solche Produkte Peking vom Fortschritt in dieser Technologie abhängen. Doch die Sanktionen haben die chinesischen Entwickler nicht gestoppt. Nach dem Prinzip Wüstenblume (wenig Wasser, grandiose Blüte) wurde stattdessen die Kreativität angeregt.

    Die Chinesen haben jedes Quäntchen aus einer älteren, noch verfügbaren Chip-Produktionstechnologie herausgequetscht. Staatliche Subventionen tun ihr Übriges. Das Ergebnis ist ein überraschender Effizienzsprung, sowohl bei den Chips aus China, als auch bei den KI-Sprachmodellen, die grundsätzlich auf der Open-Source-Idee basieren, auch wenn die Dinge in Wahrheit komplexer sind. Aber wenn das Training von Spitzen-KI plötzlich derart ressourcenschonend funktioniert, was bedeutet das für die Bewertungen der etablierten Hardware- und KI-Giganten aus Amerika an der Börse? Die Gewissheiten der Tech-Investoren sind ins Wanken geraten.

    Für Deutschland ist das zusätzliche Angebot eine Chance. Oder es könnte eine solche sein. Wir prüfen zwei Thesen. Erstens: Deutsche Unternehmen könnten hochleistungsfähige Modelle wie Qwen oder Deep Seek lokal auf eigenen Servern hosten. Das senkt die Kosten und löst gleichzeitig Datenschutzprobleme, da „on-premise“, wie das lokale Hosting genannt wird, keine sensiblen Daten abfließen. Zweitens: Der Beweis, dass man auch mit weniger Rechenleistung und älteren Chips Weltklasse-KI bauen kann, ist eine Chance für europäische KI-Start-ups. Aber stimmt das? Man könnte auch behaupten: Wer jetzt einfach blind auf die hocheffizienten, chinesischen Open-Source-Modelle umschwenkt, ersetzt nur eine Abhängigkeit durch die nächste.


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    31 July 2026, 7:37 am
  • 34 minutes 30 seconds
    Gerät die KI jetzt außer Kontrolle, Herr Krüger?
    Was der Cyberangriff der OpenAI-KI auf Hugging Face bedeutet.

    Künstliche Intelligenz des amerikanischen KI-Anbieters OpenAI hat Schwachstellen in einer Software entdeckt, sich den Weg aus einem firmeninternen Netzwerk ins Web geebnet und dann eine Internet-Plattform angegriffen – was wie Science Fiction klingt, ist nun tatsächlich passiert. Der Vorfall alarmierte Wissenschaftler, die Bundesregierung und auch das für die Cybersicherheit zuständige BSI. Die Rede ist von einem "Paradigmenwechsel".

    Was ist genau passiert? Wie hat die KI das gemacht? Warum war das Angriffsziel Hugging Face so interessant? Und über was für einen Test handelte es sich eigentlich?

    Antonio Krüger ist der Informatik-Professor an der Universität Saarbrücken und CEO des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Er befasst sich seit Jahrzehnten mit KI in Theorie und Praxis. Im Podcast erklärt er, was die OpenAI-KI getan hat, wieso sie natürlich nicht über so etwas wie einen "Willen zur Freiheit" verfügt, welche Verantwortung die Entwickler haben – und welche Gefahr nun droht. Für Unternehmen, Behörden und jeden einzelnen.


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    24 July 2026, 10:49 am
  • 33 minutes 36 seconds
    Wie gefährlich ist Social Media für Kinder, Herr Korte?
    Die EU wird soziale Medien strenger regulieren. Warum ist das nötig? Und was wäre sinnvoll?

    Die Europäische Union wird soziale Medien strenger regulieren für Kinder und Jugendliche. Verbote für bestimmte Altersgruppen und eingeschränkter Zugang für andere stehen auf der Tagesordnung. "Soziale Medien sind kein Spielzeug", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, als sie zu Wochenbeginn die Empfehlungen von Fachleuten vorstellte. Und die EU steht nicht alleine. Australien hat im vergangenen Jahr soziale Medien für Jugendliche untersagt, die jünger als 16 Jahre alt sind, China schränkt den Zugang schon länger ein, Großbritannien befasst sich damit.

    Doch warum befasst sich die Politik damit? Wieso sind gerade Kinder und Jugendliche besonders gefährdet? Martin Korte kennt Antworten. Er ist Neurobiologe an der Universität Braunschweig, hat populäre Bücher und Artikel auch in der F.A.Z. zu dieser Frage verfasst. Und er stellt im Podcast klar: Es gibt natürlich einen Unterschied zwischen den Gehirnen von Kindern und Jugendlichen einerseits und Erwachsenen andererseits. Zwischen Kindern, die sich entwickeln, deren Gehirne wachsen oder sich mit Beginn der Pubertät noch einmal umprogrammieren – und ausgewachsenen Denkorgangen.

    Das bedeutet nicht, dass der (zu) hohe Konsum sozialer Medien für Erwachsene unproblematisch ist. Kinder sind aber stärker betroffen, darauf deutet sehr viel wissenschaftliche Evidenz hin. Korte rät zu nahezu überhaupt keiner Bildschirmzeit für kleine Kinder und zu sehr eingeschränktem Zugang für etwas ältere. Er gibt aber auch anderen Rat. Wer sich schwertut, könne beispielsweise familieneigene Regeln beschließen wie etwa diese: Kein Smartphone vor und während des gemeinsamen Frühstücks, Mittagessens und Abendessens; alleine das helfe schon viel.

    Er lobt, dass die EU einen differenzierten Ansatz verfolgen möchte mit abgestuftem Zugang nach verschiedenen Altersklassen. Aber er ist auch skeptisch, ob das nicht zu lange dauert, bis es in Kraft ist – und nicht zielführender gewesen wäre, wenn erstmal einzelne Länder oder Bundesländer voranschreiten und testen, was nützlich und praktisch möglich ist. Über all das und mehr sprechen wir in dieser Episode. Und nicht zuletzt auch darüber, wie wichtig ist, dass Eltern ein Vorbild sind und ihren Kindern nicht permanent vorführen, was nicht gut ist.


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    17 July 2026, 11:16 am
  • 42 minutes 42 seconds
    Als John McCarthy den Begriff Künstliche Intelligenz erdachte

    Über intelligente Maschinen und Technik, die das Gehirn nachbilden kann, denken die Menschen schon seit Menschengedenken nach. Wer heute danach fragt, wann die Künstliche Intelligenz entstand, wird indes häufig auf ein Ereignis im Jahr 1956 verwiesen, einen Sommer-Workshop am Dartmouth College im amerikanischen Bundesstaat New Hampshire. Dort trafen sich Forscher, die sich mit der Frage beschäftigten, ob sich menschliche Denkprozesse prinzipiell präzise beschreiben und maschinell rekonstruieren lassen.

    Ihre Bedeutung lag vor allem darin, dass sie sehr unterschiedliche Ansätze zur Erforschung von Denken, Lernen und Problemlösen erstmals unter einem gemeinsamen wissenschaftlichen Rahmen versammelte. Vor Dartmouth gab es schon Arbeiten zu Logik, Kybernetik und Informationsverarbeitung, doch die Konferenz half, diese Strömungen zu bündeln. Sie markierte damit den Übergang von verstreuten Einzelprojekten hin zu einem bewussten, eigenständigen Forschungsgebiet mit einer klaren Vision.

    Zu den wichtigsten Teilnehmern und Initiatoren gehörten John McCarthy, Marvin Minsky, Claude Shannon und Nathaniel Rochester. John McCarthy war der zentrale Organisator und prägte den Namen des Fachgebiets. Marvin Minsky wurde später zu einer der bekanntesten Figuren der KI-Forschung. Claude Shannon hatte schon die Informationstheorie revolutioniert, und Nathaniel Rochester brachte wichtige Perspektiven aus der frühen Computerentwicklung ein. Auch andere Forscher wie Herbert Simon und Allen Newell standen in engem Zusammenhang mit den dort diskutierten Ideen und prägten die frühe KI stark.

    Aus der Dartmouth-Konferenz folgte vor allem die institutionelle und intellektuelle Etablierung der KI als Forschungsfeld. In den Jahren danach entstanden wichtige Programme zum Problemlösen, zur symbolischen Verarbeitung und zu frühen Lernverfahren. Zugleich weckte die Konferenz große Erwartungen an die Möglichkeiten intelligenter Maschinen, die sich teils als überzogen erwiesen. Dennoch blieb ihr Einfluss nachhaltig: Sie setzte einen Ausgangspunkt für Jahrzehnte intensiver Forschung und für die technologische Entwicklung, die bis zu heutigen KI-Systemen reicht.

    Wir sprechen in dieser Episode über die Konferenz, warum sie nicht zufällig in diese Zeit fiel - und was heute die Grenzen der KI sind.


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    9 July 2026, 12:00 pm
  • 30 minutes 57 seconds
    Wie Roboter, KI und digitale Zwillinge den Bau retten sollen

    Der deutsche Immobilienmarkt im Jahr 2026 hat sich zwar konsolidiert und die Bauzinsen haben sich in einem Korridor zwischen 3,5 und 4,0 Prozent eingependelt – doch das fundamentale Problem bleibt ungelöst: Es herrscht Wohnungsmangel. Hohe Baukosten und der Fachkräftemangel sorgen dafür, dass die Neubauziele verfehlt werden.

    Aber nicht nur diese Entwicklung zwingt die traditionell eher konservative Branche zur Transformation. Um Kosten zu senken und Effizienzgewinne zu realisieren, halten immer mehr digitale Technologien in die Bau- und Immobilienwirtschaft Einzug. In dieser Folge des F.A.Z. Digitalwirtschaft-Podcasts spricht Carsten Knop deshalb mit Jan Hauser, dem Immobilienfachmann der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, über die Baustelle der Zukunft. Sie beleuchten, wie millimetergenaue Roboterarme in Fabriken ganze Raumzellen aus Holz vorfertigen, warum Drohnen dem Polier das Klemmbrett abnehmen und wie Generative KI den Architekten im Sekundentakt hunderte Entwurfsvarianten berechnet.

    Darüber hinaus geht es um den Lebenszyklus der Immobilie nach dem Bau: Welche finanziellen Vorteile bringt ein „digitaler Zwilling“ für die Hausverwaltung? Wie viel CO₂ spart ein KI-gesteuertes Smart Home wirklich? Und warum hinkt der digitale Bauantrag im bürokratischen Föderalismus der technologischen Realität immer noch hinterher? Auch die Finanzierung und Vermarktung verändern sich fundamental: Algorithmen ermitteln Immobilienwerte am Schreibtisch und große Makler wandeln sich zu digitalen All-in-one-Plattformen – von der VR-Besichtigung bis zur digitalen Notar-Vorbereitung.


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    2 July 2026, 4:59 am
  • 39 minutes 42 seconds
    Wie wir das Vertrauen in die Technik retten

    Auf der einen Seite treiben Innovationen wie die Künstliche Intelligenz die Wirtschaft voran. Auf der anderen Seite wachsen die Verunsicherung und das Risiko durch Cyberkriminalität, Deepfakes und geopolitische Abhängigkeiten. Wie gelingt der Spagat zwischen technologischer Spitzenleistung und gesellschaftlichem Vertrauen? In der aktuellen Folge des F.A.Z. Digitalwirtschaft Podcasts begrüßten wir einen Gast, der wie Perspektiven im Auge behalten muss. Ralf Wintergerst ist nicht nur Vorsitzender der Geschäftsführung des Münchner Traditions- und Sicherheitstechnologiekonzerns Giesecke+Devrient (G+D), sondern auch Präsident des Digitalverbands Bitkom.

    Europa sieht sich in der Zange zwischen den USA und China. Wie sensibel dieses Gleichgewicht ist, zeigte sich erst Mitte Juni, als der US-amerikanische KI-Anbieter Anthropic auf Anweisung der US-Regierung sein leistungsfähigstes Modell für ausländische Nutzer sperrte. Im Podcast plädiert Wintergerst für eine Stärkung der europäischen Digitalsouveränität – nicht als Abschottung, sondern als fundamentale Absicherung der eigenen Handlungsfähigkeit. Zugleich warnt er davor, stets schwierige Vergleiche mit Amerika und China anzustellen.

    Zudem geht es um den Digitaltag am kommenden Freitag, dem 26. Juni 2026. Das diesjährige Motto lautet: „Digitale Sicherheit: Verstehen. Vermitteln. Vertrauen.“ Getragen von der Initiative „Digital für alle“, in der sich auch der Bitkom stark engagiert, als Medienpartner unterstützt von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, soll der Aktionstag technische Komplexität abbauen und digitale Teilhabe für alle Bevölkerungsgruppen erreichbar machen. Der Bitkom flankiert den Digitaltag daher mit praxisnahen Formaten: Gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werden Webinare zur Erkennung von KI-Betrug angeboten. Zudem öffnet der Verband seine Berliner Geschäftsstelle für ein Digitaltags-Festival, bei dem Ehrenamtliche praktische Technikhilfe leisten – bis hin zur Möglichkeit, im mobilen Bürgeramt spontan und ohne Termin einen neuen Reisepass zu beantragen.


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    25 June 2026, 6:24 am
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