WDR 3 Meisterstücke

WDR Online Hörfunk

Eine unterhaltsame Reise durch das faszinierende Universum der klassischen Musik - für Liebhaber:innen und Neueinsteiger:innen. Michael Lohse und sein Team erzählen die Geschichten hinter den Meisterwerken: Pointen, Fakten, Hintergründe.

  • 14 minutes
    Giacomo Puccini: Turandot – Traumatisierte Prinzessin

    Ab mit dem Kopf! Das passiert mit den Männern, die Turandots Rätsel nicht lösen. Für ihre – zugegeben – blutrünstige Bräutigamsauswahl hat die chinesische Prinzessin aber gute Gründe ...



    Turandot rächt sich stellvertretend für ihre Vorfahrinnen, denen Mord und Vergewaltigung widerfahren sind. Dass schließlich ein fremder Prinz alle Rätsel löst und ihr Herz erweicht, ist zwar ein märchentauglicher Schluss, aber psychologisch kaum motiviert. Der Komponist Giacomo Puccini erkennt das Problem und lässt seine Librettisten immer wieder am Textbuch feilen. Richtig zufrieden ist er nie – und stirbt schließlich, ohne den Schluss komponiert zu haben. Musikalisch hat Puccini jedoch alles aufgefahren, was er aus der italienischen Operntradition gelernt hat und was das 20. Jahrhundert zu bieten hat: schroffe Strawinsky-Akzente, schwebende Debussy-Klänge, monumentale Breitwand-Sounds und einen der größten Hits der Operngeschichte. Das sind beste Voraussetzungen für eine weltweite Erfolgsgeschichte, die auch 100 Jahre nach der Uraufführung nicht auserzählt ist.

    Wenn dir die Musik von Giacomo Puccini gefällt, solltest du unbedingt seine Oper „La Bohème“ hören. – Du hast Lust auf noch mehr monumentale Oper? Dann höre dir Giuseppe Verdis „Aida“ an. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du auch in der ARD Audiothek.

    In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
    Giacomo Puccini, Turandot
    Joan Sutherland (Turandot), Luciano Pavarotti (Calaf), Montserrat Caballé (Liù), Nikolaj Gjaurow (Timur), London Philharmonic Orchestra, John Alldis Choir, Wandsworth School Boy’s Choir, Zubin Mehta (Ltg.)
    [Decca]

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    Autor & Host: Michael Lohse
    Grafik: Marc Trompetter / WDR

    16 April 2026, 9:00 am
  • 13 minutes 34 seconds
    Louise Farrenc: 3. Sinfonie - Feuer und Finesse

    Jahrelang ignoriert – dann der Triumph: 1849 feiert Louise Farrenc mit ihrer 3. Sinfonie in Paris einen Sensationserfolg. Und plötzlich kommt niemand mehr an ihr vorbei.



    Louise Farrenc behauptet sich in einer von Männern dominierten Musikwelt – mit Können, das selbst Kritiker verstummen lässt. Schumann und Joachim fördern sie, doch das Pariser Spitzenorchester ignoriert sie lange. Erst 1849 wendet sich das Blatt: Die Uraufführung ihrer 3. Sinfonie wird ein Triumph. Farrenc überzeugt mit klassischer Form – und einer eigenen, sprühenden Musiksprache jenseits bloßer Beethoven-Nähe.

    Wenn dir die Musik von Louise Farrenc gefällt und du noch mehr Komponistinnen aus dem 19. Jahrhundert kennenlernen möchtest, solltest du unbedingt Fanny Mendelsohns Ostersonate oder Clara Schumanns Klaviertrio hören. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du auch in der ARD Audiothek.

    In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
    Louise Farrenc, Sinfonie Nr. 3 g-Moll
    Insula Orchestra, Laurence Equilbey (Ltg.)
    Erato

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    9 April 2026, 9:01 am
  • 13 minutes 22 seconds
    Ludwig van Beethoven: Missa solemnis – sein größtes Werk

    Missa solemnis heißt wörtlich „feierliche Messe“. Doch Beethoven macht aus seiner Messe mehr als Kirchenmusik: ein gewaltiges Werk zwischen Andacht und Zweifel – Krieg und Frieden.



    Beethoven lässt es in seiner Missa Solemnis krachen: Militärfanfaren, Schlachtenlärm, grausame Wirklichkeit. Im letzten Satz weicht das Getöse einer Friedensbotschaft: „Bitte um äußeren und inneren Frieden“, notiert Beethoven über die Noten. Mehr als vier Jahre ringt er mit der Komposition, fertigt mehr Skizzen an als je zuvor. „Er sah aus, als habe er soeben einen Kampf auf Leben und Tod bestanden“, beobachtet Beethovens Assistent. Was treibt den Komponisten an?

    Wenn dir die Musik von Ludwig van Beethoven gefällt, solltest du unbedingt seine Frühlingssonate oder die Pastorale hören. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du auch in der ARD Audiothek.

    In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
    Ludwig van Beethoven, Missa Solemnis D-Dur Op. 123

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    2 April 2026, 9:00 am
  • 12 minutes 48 seconds
    Leonard Bernstein: Candide – Voltaire am Broadway

    „Wir leben in der besten aller möglichen Welten“, lernt Candide von seinem Lehrer – bevor ihn Kriege und Naturkatastrophen um die Welt treiben. Ist das wirklich die beste aller Welten? Leonard Bernstein stellt diese Frage in seiner fetzigen Broadway-Operette „Candide“.



    Mit Ende dreißig arbeitet Bernstein an einem Musiktheater über die gesellschaftlichen Missstände seiner Zeit: Armut, Zensur, Migration und Verfolgung. Parallel entstehen „Candide“ und „West Side Story“ – zwei Werke, die musikalisch kaum gegensätzlicher sein könnten. Angesagte lateinamerikanische Modetänze und jazzige Synkopen speist Bernstein in seine „West Side Story“-Partitur ein und „Candide“ macht dagegen eine stilistische Rolle rückwärts Warum er dafür ausgerechnet die Form der Operette wählt und kein Musical komponiert, hat gute Gründe ...

    Wenn dir die Musik von Leonard Bernstein gefällt, solltest du unbedingt auch seine Serenade nach Platons „Symposion“ hören. Du möchtest mehr Operetten entdecken? Dann wäre „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár oder „Die Fledermaus“ von Johann Strauß Sohn auch etwas für dich. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du auch in der ARD Audiothek.

    In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
    Leonard Bernstein, Candide [1989]
    Jerry Hadley, June Anderson, Christa Ludwig, Adolph Green, Nicolai Gedda, Della Jones, London Symphony Orchestra, Leonard Bernstein (Ltg.)
    Deutsche Grammophon

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    Autor: Nick-Martin Sternitzke
    Host & Redaktion: Michael Lohse
    Grafik: Marc Trompetter / WDR

    26 March 2026, 10:00 am
  • 13 minutes 21 seconds
    Franz Schubert: Oktett D 803 – große Sinfonie für 8 Solisten

    Was ist besser: das Original oder das Remake? Meistens natürlich das Original. Aber in diesem Fall ist Schuberts Remake von Beethovens Septett alles andere als eine uninspirierte Kopie – es ist furios.



    Schubert schreibt sein Oktett als Hommage an Beethovens populäres Septett und tritt damit zugleich in Konkurrenz zu seinem großen Vorbild. Das Wiener Publikum kennt die Vorlage genau, erkennt Zitate und wird immer wieder überrascht, wenn Schubert anders abbiegt: Er beginnt – frech – einen Ton höher als Beethoven und macht dann etwas ganz Eigenes daraus. Verehrung oder Kampfansage? Beides zugleich: Schubert verneigt sich vor Beethoven – und zeigt selbstbewusst, dass er in derselben Liga spielt.

    Wenn dir die Musik von Franz Schubert gefällt, solltest du unbedingt seine 8. Sinfonie oder seine „Unvollendete“ hören. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du auch in der ARD Audiothek.

    In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
    Franz Schubert Oktett D 803
    Gidon Kremer, Isabelle van Keulen, Tabea Zimmermann, David Geringas, Alois Bosch, Edurad Brunner, Radovan Vlatković, Klaus Thunemann
    (Deutsche Grammophon)

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    Autor: Ben Süverkrüp
    Host & Redaktion: Michael Lohse
    Grafik: Marc Trompetter / WDR

    19 March 2026, 10:00 am
  • 12 minutes 34 seconds
    Bernard Herrman: Psycho - die bekannteste Filmmusik der Welt

    Man duscht vorsichtiger, wenn man diesen Soundtrack gehört hat: Bernard Herrmann hat sich mit seinen messerscharfen Dissonanzen zum Hitchcock-Thriller „Psycho“ ins popkulturelle Gedächtnis gesägt.



    Gerade mal 45 Sekunden dauert die berühmte Duschmordszene und sie hat über 70 Schnitte. Auf Musik will Hitchcock verzichten. Herrmann legt es darauf an und komponiert doch etwas für diese Szene: Er schichtet Töne zu Clustern auf und lässt sie in extrem hoher Lage von den Streichern spielen. Hitchcock ist überzeugt – die Musik bleibt im Film. Herrmann und Hitchcock sind ein Dream-Team und wissen eben, worauf es in Sachen Hochspannung in Hollywood ankommt ...

    Wenn dir die Musik von Bernard Herrmann gefällt, solltest du unbedingt auch die 4. Sinfonie seines Vorbilds und Freundes Charles Ives hören. Die passende Folge der WDR 3 Meisterstücke findest du auch in der ARD Audiothek.

    Bernard Herrmann hat seine Filmmusik zu "Psycho" selbst dirigiert und mit dem National Philharmonic Orchestra aufgenommen. Höre dir hier das Album an.

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    Autor: Michael Arntz
    Host & Redaktion: Michael Lohse
    Grafik: Marc Trompetter / WDR

    12 March 2026, 10:00 am
  • 13 minutes 8 seconds
    Johannes Brahms: Klavierkonzert Nr. 2 - Sturm und Idylle

    Ist das überhaupt ein Klavierkonzert? Ein Kritiker spottet: eher eine „Sinfonie mit obligatem Klavier“. Brahms’ 2. Klavierkonzert sprengt alle Erwartungen – monumentale 50 Minuten, sinfonische Wucht und ein Klavier, das manchmal lieber schweigt ...



    Zwischen Brahms’ erstem und seinem zweiten Klavierkonzert liegen zwanzig Jahre. 1878 gibt er sich einen Ruck, beginnt mit der Arbeit am 2. Klavierkonzert – und denkt größer denn je: über 50 Minuten Musik, fast eine Sinfonie mit Klavier. Das Soloinstrument brilliert nicht als Star, sondern als kluger Gesprächspartner des Orchesters. Die Kritiker überzeugt er bei der Uraufführung 1881 weniger, aber das Publikum ist auf seiner Seite und feiert das Konzert. Das lange Warten hat sich also ausgezahlt.

    Wenn dir die Musik von Johannes Brahms gefällt, solltest du unbedingt sein Violinkonzert in D-Dur, sein Klavierquintett oder seine Ungarischen Tänze hören. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du auch in der ARD Audiothek.

    In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:

    Johannes Brahms
    Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur, Op. 83
    Krystian Zimerman (Klavier), Wiener Philharmoniker, Leonard Bernstein (Ltg.)
    Deutsche Grammophon (Label)
    Höre dir hier das Album an.

    Das Cello-Thema des langsamen Satzes muss eine tiefe Bedeutung für Brahms gehabt haben, denn er verwendet es später noch in anderen Werken. Folge einfach den Links, um dich selbst zu überzeugen:

    Johannes Brahms
    Immer leiser wird mein Schlummer
    Jessye Norman (Gesang), Daniel Barenboim (Klavier)
    Deutsche Grammophon (Label)

    Johannes Brahms
    Klarinettentrio Op. 114
    Martin Fröst (Klarinette), Roland Pöntinen (Klavier), Torleif Thedéen (Cello)
    BIS (Label)

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    Autor & Host: Michael Lohse
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    5 March 2026, 10:00 am
  • 13 minutes 16 seconds
    Enrique Granados: Goyescas – Goya auf dem Klavier

    Ohne die Goyescas von Enrique Granados gäbe es wahrscheinlich kein „Besame mucho“. Zumindest sollen die Melodien aus dem Klavierzyklus den eingängigen Schmachtfetzen inspiriert haben. Dabei steckt Granados Klaviermusik voller technischer Gemeinheiten.



    Das Gemeinste an den Goyescas ist: Sie hören sich gar nicht schwer an. Dabei komponiert Enrique Granados hier komplexer als je zuvor, schichtet drei Notensysteme übereinander und spickt seine Partitur mit Tempo- und Vortragsbezeichnungen – vom delikatesten Anschlag bis zum Kraftausbruch. Inspiriert haben ihn die Bilder von Francisco Goya, dem der Zyklus auch seinen Namen verdankt. Die Krönung: Aus den Klaviermelodien entsteht sogar eine Oper. Doch sie bringt Granados kein Glück. 1916 reist Granados zur Uraufführung nach New York – auf der Rückfahrt wird sein Schiff von einem deutschen U-Boot torpediert …

    Wenn dir die Musik von Enrique Granados gefällt, solltest du unbedingt Isaac Albéniz Klavierzyklus „Iberia“ oder Manuel de Fallas „Nächte in spanischen Gärten“ hören. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du auch in der ARD Audiothek.

    In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
    Enrique Granados, Goyescas
    Alicia de Larrocha
    (Warner Classics)

    Höre dir hier das Album an.

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    Autor & Host: Michael Lohse
    Grafik: Marc Trompetter / WDR

    26 February 2026, 10:00 am
  • 12 minutes 56 seconds
    Bohuslav Martinu: 2. Violinkonzert – ein Tscheche im Exil

    Wir kennen das: Man wirft alles in die Waagschale für ein gemeinsames Projekt. Der Geiger Mischa Elman spielt um sein Leben – doch der Komponist Bohuslav Martinů bleibt ungerührt. Keine Regung, nur ein stiller Abgang. Ist der Traum vom eigenen Violinkonzert damit geplatzt?



    Mischa Elman, einer der gefeiertsten Geiger seiner Zeit, lädt Bohuslav Martinů ins Studio ein. Er hofft, dass ihm Martinů ein Violinkonzert auf den Leib schreibt. Also spielt er mit allem, was er hat. Martinů hört zu wie eine Sphinx: konzentriert, ungerührt, schweigend. Dann geht er und Elman hört wochenlang nichts.
    Plötzlich taucht der Komponist wieder auf – mit einer fertigen Partitur. Und sie trifft den Geiger ins Herz. Das Orchester eröffnet mit gedämpfter Spannung, wie aus dem Halbdunkel heraus. Linien tasten sich vor, die Harmonik bleibt in der Schwebe. Wenn die Solovioline einsetzt, wirkt sie nicht wie eine Primadonna, sondern wie eine Suchende: lyrisch und zugleich brüchig, empfindsam, aber mit Widerstandskraft. Immer wieder kippt die Musik zwischen Innigkeit und nervöser Energie. Kein Virtuosenstück zum Vorzeigen – sondern ein Konzert, das unter der Oberfläche glüht ...

    Wenn dir die Musik von Bohuslav Martinů gefällt, solltest du unbedingt weitere tschechische Komponisten wie Leoš Janáček (mit seiner Kreutzersonate) oder Antonín Dvořák (mit seiner Streicherserenade E-Dur) hören. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du auch in der ARD Audiothek.

    In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
    Bohuslav Martinů
    Violinkonzert Nr. 2
    Frank Peter Zimmermann (Violine)
    Bamberger Symphoniker; Jakub Hrůša (Ltg.)
    (BIS)

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    Autor: Christoph Vratz
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    19 February 2026, 10:00 am
  • 13 minutes 16 seconds
    Liszt: Études d'exécution transcendante - Todesart für Pianisten

    „Transzendentale Exekution“ klingt nach esoterischer Hinrichtung, ist bei Franz Liszt aber pure Klaviermagie: zwölf Stücke, die weniger die Finger dressieren als ganze Welten entfachen – zwischen Klangrausch, Nervenkitzel und Virtuosen-Wahnsinn.



    „Études d'exécution transcendante“ sind eine Tour d’horizon des Klavierspiels, die Liszt jahrzehntelang nicht loslässt. Denn diese zwölf Stücke sind alles andere als ein Schnellschuss – er schreibt sie dreimal: als Teenager, als Virtuose, und 1851 in Weimar noch einmal neu. Mit einem Ohr hört Liszt der Klaviertradition zu, mit dem anderen sprengt er sie: majestätische Klanglandschaften zum Hineinfallen, musiksportliche Höchstleistungen am Rand des Möglichen – und harmonische Grenzgänge, die man bei einem Romantiker so nicht erwartet. Und er hat das Talent, ganze Literaturbrocken auf Etüden-Größe einzudampfen. Das macht er in „Mazeppa“: Wir hören, wie der ans Pferd gefesselte Held durch die Steppe rast, stürzt, überlebt – und sich als Aufsteiger mausert. Pures Klavierkino.

    Wenn dir die Musik von Franz Liszt gefällt, solltest du unbedingt auch sein 1. Klavierkonzert oder die Sonate h-Moll hören. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in der ARD Audiothek.

    In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
    Franz Liszt,
    „Études d'exécution transcendante“
    Daniil Trifonov
    (Deutsche Grammophon)

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    12 February 2026, 10:00 am
  • 13 minutes 16 seconds
    Giuseppe Verdi: Macbeth – Mörderpaar auf dem Königsthron

    Verdis Anti-Oper: „Macbeth“ hat keine Hits, keine Helden und erzählt keine Liebesgeschichte. Stattdessen folgen wir einem Polit-Promi-Paar, das seine Kinderlosigkeit mit Karriere kompensiert – und dabei über Leichen geht …



    Gemeinsam mit seinen Librettisten dampft Verdi Shakespeares „Macbeth“ auf den dramatischen Kern ein. Das Ergebnis ist ein blutiger Opernthriller über maßlosen Ehrgeiz – garantiert nichts für schwache Nerven. Mit dem einen Ohr hört Verdi in die Tradition der italienischen Oper, in der strenge Formen einzuhalten sind. Mit dem anderen lauscht er in die Zukunft des psychologisch dichten Musikdramas. Taktweise klingt „Macbeth“ wie der Soundtrack eines Horrorfilms, den es noch gar nicht gibt: In der Partitur wimmelt es von geisterhaften Tremoli und jenen typischen Spannungsklängen, die in der Kirchenmusik als „Teufelsintervalle“ berüchtigt waren.

    Wenn dir die Musik von Giuseppe Verdi gefällt, solltest du unbedingt auch seine Opern „La Traviata“ und „Rigoletto“ hören. Du hast Lust auf mehr Opernthriller? Dann wäre „Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti auch etwas für dich. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in der ARD Audiothek.

    In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
    Giuseppe Verdi, Macbeth
    Shirley Verrett (Lady Macbeth), Piero Cappuccilli (Macbeth), Nicolai Ghiaurov (Banquo), Plácido Domingo (Macduff), Chor und Orchester der Mailänder Scala, Claudio Abbado (Ltg.)
    (Deutsche Grammophon)

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    Autor: Nick-Martin Sternitzke
    Host & Redaktion: Michael Lohse
    Grafik: Marc Trompetter / WDR

    5 February 2026, 10:00 am
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