• 1 hour 32 minutes
    #402 Erklär mir den Fußball, Klaus Zeyringer

    Woher kommt eigentlich der Fußball? Und wie wurde er zu dieser superkapitalistischen Entertainment-Maschine, die er heute ist? Der Germanist Klaus Zeyringer hat mir die Kulturgeschichte des Fußballs erklärt. Ein Gespräch für alle Fans und Kritiker:innen des Sports.

    🙆 Klaus Zeyringer war Professor für Germanistik in Westfrankreich. Er schrieb für den Standard, ist Autor mehrerer Bücher und bekennender Fußballfan und -analyst.

    Diese Bücher empfiehlt Klaus:

    1. Radetzkymarsch von Joseph Roth, https://amzn.to/4eXuVIL
    2. Einübung ins Schweben von Dževad Karahasan, https://amzn.to/3QYSWaj
    3. Tausend und ein Morgen von Ilija Trojanow, https://amzn.to/44adKin

     

    Was nehme ich mir mit?

    1. Fußball hat nicht nur eine schöne Geschichte. Neben Spiel, Spaß und Gemeinschaft ist der Fußball auch ein Instrument, um Arbeiter ruhig und fit zu halten. Viele autoritäre Politiker wussten den Fußball für sich zu nutzen, wie ewa Mussolini oder Pinochet. Und: Auf dem Fußballfeld werden auch alte Männerbilder zelebriert. Bis heute etwa ist Homo- oder Bi-Sexualität im Herren-Fußball kaum ein Thema. Spielermänner sind quasi inexistent.
    2. Trotzdem ist Fußball etwas Verbindendes. Jetzt gerade läuft ja die Herren-WM in den USA, Mexiko und Kanada und ich finde es wunderschön, dass Fans und Spieler aus so vielen verschiedenen Ländern friedlich gegeneinander im Wettbewerb stehen. Klaus schaut wenige Spiele, ich bin Pragmatiker und genieße den Sport trotzdem. Und ich finde Fußball auch wunderbar nutzlos. Es bläst einem beim Spielen und Schauen den Kopf durch.
    3. Die Wertigkeit des Fußballs. Das fand ich schon einen spannenden Punkt von Klaus: Wenn man sich anschaut, was ein Fußballstar verdient und was eine Bundeskanzlerin oder eine Person, die in der Pflege arbeitet, sagt das schon etwas über unsere Gesellschaft. Ich finde ja auch, dass zeigt sich an dem, wer berühmt ist und von allen verehrt wird. Sind dass die Menschen, die viel Macht haben, Geld oder die beste Leistung bringen, oder sind es Leute, die sich für andere engagieren, die Stimme erheben oder einfach herzallerlieb sind.

     

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    7 July 2026, 3:00 am
  • 2 hours 2 minutes
    #401 Erklär mir das Fediverse, Leonhard Dobusch

    Wir haben uns im Internet von einigen wenigen mächtigen Menschen abhängig gemacht. Die sind noch dazu nicht gerade die sympathischsten. Ich habe Leonhard Dobusch gefragt, wie eine Alternative aussehen könnte. Ein nerdiges und leidenschaftliches Gespräch über Macht und ein besseres Internet.

    🙆 Leonhard Dobusch ist Professor für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Organisation an der Universität Innsbruck. Außerdem ist er wissenschaftlicher Leiter des Momentum Instituts in Wien.

    Diese Bücher empfiehlt Leonhard:

    1. Enshittification: Wie Tech-Konzerne uns ausbeuten und was wir dagegen tun können von Cory Doctorow, https://amzn.to/4xZiuFe
    2. Engagement und Enttäuschung: Über das Schwanken der Bürger zwischen Privatwohl und Gemeinwohl von Albert O. Hirschman, 
      https://amzn.to/4ePwEzI. Dazu die Empfehlung für die Netflix-Serie Transatlantic: https://de.wikipedia.org/wiki/Transatlantic_(Fernsehserie)
    3. Gender Trouble: Feminism and the Subversion of Identity von Judith Butler, https://amzn.to/3SyRPyF

    Leonhards Shoutout für Medien:

    1. Schnelle Online-Nachrichten: ORF.at und DerStandard.at
    2. Podcast »Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?« https://www.radioeins.de/archiv/podcast/cui_bono/
    3. Podcast »Kevin Kühnert und die SPD« in der ARD Mediathek https://www.ardmediathek.de/serie/kevin-kuehnert-und-die-spd/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80NzI4/1
    4. Blog von Cory Doctorow: https://pluralistic.net/
    5. Stratchery von Ben Thompson: https://stratechery.com/
    6. Krasse Links https://mspr0.de/


    Was nehme ich mir mit?

    1. Das Problem ist nicht Elon Musk. 
      Also dass der reichste Mensch der Welt sich selbst auf seiner Plattform radikalisiert und rechtsextrem abgeboben ist, ist natürlich schon ein großes Problem. Aber das Ur-Problem ist, dass es überhaupt einen zentralen Akteur gibt, der so eine Plattform kaufen kann. In einem dezentralen System geht das nicht.
    2. Wir brauchen Filtersouveränität. 
      Wir sollten uns selbst aussuchen können, was wir im Internet und auf Social Media sehen. Auf Bluesky oder Mastodon kann man sich etwa einen bestimmten Moderationsfilter aussuchen. Oder den Algorithmus. Wichtig ist auch, Social Media Plattformen gesetzlich dazu zu verpflichten, dass sie interoperabel sind. Heißt: Das man von einer Plattform zur anderen schreiben kann. Und dass man seine Follower und Inhalte nehmen und wo anders hingehen kann. Wie bei E-Mail eben auch. Das würde die Macht im Internet komplett verschieben.
    3. Das Fediverse ist kein europäisches Tiktok. 
      Es ist eine dezentrale Infrastruktur auf der Basis offener Protokolle. Viele Server kommunizieren miteinander, ohne dass einer alles kontrolliert. Das Fediverse wird nie einfach explodieren, sondern Leonhard hält es für am wahrscheinlichsten, dass nach und nach bestehenden Communities dort hinwandern. Universitäten, öffentlich-rechtliche Mediatheken, Bibliotheken, NGOs oder Museen.

     

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    30 June 2026, 3:00 am
  • 1 hour 19 minutes
    #400 Wie Erklär mir die Welt entstand – Update #4

    Für die 400. Folge hat Valentina einige Freund:innen von Andreas gefragt: Wie war das damals, als Erklär mir die Welt entstanden ist?

    Wir machen uns auf die Spuren des Podcasts. Plus: Was euch im Herbst erwartet. Und: Wieder einige Tipps für Bücher, Serien & Dinge, die wir lieben.

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    23 June 2026, 3:00 am
  • 1 hour 3 minutes
    #399 Erklär mir Chemie, Mai Thi Nguyen-Kim

    Als ich mich auf das Gespräch mit Mai Thi Nguyen-Kim vorbereitete, merkte ich: Ich weiß genau gar nichts mehr über Chemie aus der Schule. Was für ein Fehler! Es ist faszinierend, wie viel man über unsere Welt durch die Brille der Chemie verstehen kann, ob das Kochen, Kaffee oder warum Furze riechen. So eine coole Aufnahme.

    🙆 Mai Thi Nguyen-Kim ist Wissenschaftsjournalistin, Wissenschaftskommunikatorin und Chemikerin. Mai war auf Einladung der Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien.

    Was nehme ich mir mit?

    1. Temperatur ist Bewegung. 
      Je schneller sich Teilchen bewegen, desto heißer ist ein Stoff. Kälte bedeutet, dass sich die Teilchen langsam bewegen. Bei gut 270 Grad minus ist Schluss: Dann stehen alle Teilchen und es kann nicht mehr kälter werden. In einem Raum hat alles die selbe Temperatur. Außer unser Körper, der arbeitet dagegen. 
    2. Wir bestehen aus Sternenstoff. 
      Alle 118 Elemente entstanden in Sternen durch Kernfusion. Das ist eine chemische Tatsache und ein absolutes Wunder. Auch unsere Furzmoleküle, wo kleine Teilchen in die Nase unserer Sitznachbarn abhauen, sind aus Sternen entstanden. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde das einfach nur geil. 
    3. Nur weil etwas natürlich ist, ist es nicht gut.
      Es gibt künstliche Stoffe, die uns das Leben retten, und natürliche, die uns vergiften, wie etwa der Knollenblätterpilz. Wir müssen mit dieser komischen Unterscheidung aufhören. Vitamin C aus dem Labor ist genau dasselbe wie Vitamin C aus einer Orange.

    Folgt Mai Thi auf Instagram: @maithink 

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    16 June 2026, 3:00 am
  • 31 minutes 32 seconds
    Darf Satire alles? (Best Of - mit Peter Klien)

    Satire soll Dinge zum Vorschein, aber auch zum Lachen bringen. ORF-Satiriker Peter Klien erklärt sein Selbstverständnis – und ob Satire Grenzen gesetzt sind. Die Folge ist erstmals im Dezember 2018 erschienen.

    Peter Klien ist Satiriker und Host der ORF-Late-Night-Politsatire „Gute Nacht Österreich“.

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    11 June 2026, 3:00 am
  • 48 minutes 5 seconds
    #398 Erklär mir, wie Tiere sprechen, Angela Stöger

    Wie kommunizieren Elefanten und Geparden? Damit beschäftigt sich die Zoologin Angela Stöger. Über koreanisch sprechende Elefanten, Begrüßungszeremonien und warum Geparden manchmal wie Vögel klingen. Plus: Wie wir durch KI Tiere immer besser verstehen. 

    🙆 Angela Stöger ist Professorin für Zoo Conservation Science am Department für Verhaltens- und Kognitionsbiologie der Universität Wien. Sie beschäftigt sich unter anderem mit der Kommunikation von Elefanten und Geparden.

    Was nehme ich mir mit?

    1. Elefanten können imitieren. 
      Das kennen wir sonst etwa nur von Papageien. Ein Elefant in Südkorea, der koreanische Wörter nachahmt, die Einheimische verstehen – wie cool ist das denn bitte. Elefanten wurden auch schon beobachtet, wie sie die Geräusche von LKWs nachgemacht haben. Wenn sich Elefanten treffen, gibt es Begrüßungszeremonien, wie bei uns Menschen. Absolut faszinierend. 
    2. Elefanten haben die beste Nase im Tierreich. 
      Sie haben bis zu 2.000 olfaktorische Gene. Ein guter Spürhund hat gerade einmal 800. Sie sehen dafür nicht besonders gut. Auf kurze Distanz geben sie sich visuelle Signale, etwa durch ihre Gestik oder das Anheben des Kopfes. Sonst kommunizieren sie über Rumbles, also Grollen. Das spüren wir, hören wir aber großteils nicht, weil es Infraschall ist. 
    3. Künstliche Intelligenz hilft der Forschung. 
      Angela und ihre Kolleg:innen haben viele tausend Elefantenlaute gesammelt. Die KI soll daraus Muster erkennen. Die KI liefert Hypothesen, die Forscher:innen probieren es dann und spielen die Leute Elefanten vor. Der technologische Fortschritt ist enorm und wir können immer besser verstehen, was Tiere sagen.

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    9 June 2026, 3:00 am
  • 1 hour 45 minutes
    #397 Erklär mir, warum Mönche länger leben, Marc Luy

    Wenn ein Mann in ein Kloster geht, lebt er im Schnitt fünf Jahre länger als ein Mann außerhalb. Woran liegt das? Das habe ich den Demografen Marc Luy gefragt. Er ist für seine Kloster-Studie berühmt geworden und weiß, warum Männer kürzer oder länger leben. Ein nerdiges Gespräch über Lebenserwartung, das ihr lieben werdet <3

    🙆 Marc Luy ist Bevölkerungswissenschafter. Er ist Direktor des Instituts für Demographie an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Honorarprofessor für Demographie an der Universität Wien. Er beschäftigt sich vor allem mit der niedrigeren Lebenserwartung von Männern.

    Diese Bücher empfiehlt Marc:

    1. „Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement für den Alltag“ von David Allen, https://amzn.to/4dF3bt8
    2. „Money: Die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit“ von Tony Robbins, https://amzn.to/4e0mgoz
    3. „Die Kunst des digitalen Lebens: Wie Sie auf News verzichten und die Informationsflut meistern“ von Rolf Dobelli, https://amzn.to/3Rx64nh
    4. Slow Productivity: The Lost Art of Accomplishment Without Burnout von Cal Newport, https://amzn.to/4efUsO8

    Marcs Shoutout für Medien

    1. Podcast „Hallo Fokus“ von Lars Bobach, https://larsbobach.de/podcast-hallo-fokus/
    2. „Blinkist“ für Zusammenfassungen von Büchern, https://www.blinkist.com/de

    Was nehme ich mir mit

    1. Männer leben im Kloster länger. 
      Das liegt vor allem daran, dass sie dort Risikofaktoren vermeiden, die ihr Leben außerhalb von Klöstern kürzer machen. Sie rauchen nicht, sie trinken keinen Alkohol, sie essen moderat und bewegen sich ausreichend. Außerdem sind sie Teil einer Gemeinschaft und vereinsamen nicht. All das ist wichtig für ein langes Leben.
    2. Das Kloster bietet viele Vorteile. 
      Es liefert etwa auch einen geregelten Alltag, gibt damit den Menschen Struktur. Und wer in ein Kloster eintritt, muss sich auch nicht mehr mit dem Sinn des Lebens beschäftigen. Auch das ist wichtig. Bei Frauen in Klöstern hat das auch positive Effekte, sie leben dort aber nicht länger als Frauen außerhalb. Die Hypothese von Marc ist, dass das an der anstrengenden Arbeit innerhalb der Klöster liegt.
    3. Es gibt keine Wunderpille für ein langes Leben. 
      Wer nicht raucht, moderat oder nicht trinkt, sich ausreichend bewegt, sich vielfältig ernährt und nicht zu viel isst und ein Leben führt, in dem es nicht zu viel Stress gibt, man Teil einer Gemeinschaft ist und für sich einen Sinn im Leben hat, der lebt im Durchschnitt viele Jahre länger und vor allem besser. Das ist das Geheimnis, nicht irgendein Superfood oder eine neue Tablette. 

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    2 June 2026, 3:00 am
  • 1 hour 14 minutes
    #396 Erklär mir Abnehmspritzen, Florian Kiefer

    Abnehmspritzen werden manchmal als Lifestyle-Produkt abgetan. Dabei sind sie nichts anderes als eine medizinische Revolution. Zum ersten Mal hat die moderne Medizin ein wirksames Mittel gegen Adipositas. Und Studien zeigen: Sie haben noch jede Menge anderer Vorteile. Es erklärt der Universitäts-Professor und Endokrinologe Florian Kiefer.

    🙆 Florian Kiefer ist Endokrinologe und Internist sowie assoziierter Professor an der Medizinischen Universität Wien mit Schwerpunkt auf Hormon-, Stoffwechsel- und Adipositaserkrankungen. Er leitet die endokrinologische Spezialambulanz, betreibt klinische und translationale Forschung zu Energie- und Fettstoffwechselprozessen und war in internationalen Fachgremien aktiv, etwa als Senior Editor eines endocrinologischen Fachjournals.

    Was nehme ich mir mit?

    1. Abnehmspritzen ahmen Hormone aus unserem Darm nach. 
      Die werden nach jedem Essen ausgeschüttet. Die körpereigenen Hormone sind aber gleich wieder weg. Forscher:innen haben die Hormone im Labor künstlich länger haltbar gemacht. Das zügelt jetzt den Appetit der Menschen, die sie nehmen. Der Körper baut also nicht mehr Gewicht ab, wenn man die Abnehmspritze nimmt, sondern man will wegen der Spritzen einfach weniger essen.
    2. Spritzen alleine reichen nicht. 
      Begleitend braucht es Bewegung und Krafttraining, weil der Körper, wenn er abnimmt, Muskeln abbaut. Außerdem muss man sich auch die Ernährung anschauen. Beides muss langfristig umgestellt werden, oft braucht es auch immer wieder mal die Spritzen. Adipositas ist eine chronische Krankheit, sie geht nie ganz weg, der Körper will das alte Gewicht und Fett halten, weil uns das evolutionär schützte.
    3. Die Spritzen helfen gegen vieles. 
      Sie helfen nicht nur gegen Diabetes und beim Abnehmen, sie scheinen im Körper auch unnütze Entzündungen zurückzufahren, was für ganz viele andere Krankheitsbilder ebenfalls positive Wirkungen zeigt. Die Daten sind klar: Die Effekte sind so gut, dass die Krankenkassen nachziehen und die Medikamente für alle, bei denen es eine Indikation gibt, übernehmen müssen.

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    26 May 2026, 3:00 am
  • 56 minutes 15 seconds
    #395 Erklär mir Klimawandel-Anpassung, Sigrid Stagl

    In Wien wird das Klima wie in Skopje (Nordmazedonien). Was machen wir? Das habe ich die Ökonomin Sigrid Stagl gefragt. Was der Klimawandel mit der österreichischen Wirtschaft macht – und wir uns an ihn anpassen und dadurch wohlhabender und unabhängiger werden.

    🙆 Sigrid Stagl ist Ökonomin am Department für Sozioökonomie der Wirtschaftsuniversität Wien.

    Diese Folge wird präsentiert vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung im Rahmen der Umsetzung der fünf EU-Missionen in Österreich.

    Diese Bücher empfiehlt Sigrid:

    1. Karl Polanyi, Chronik der grossen Transformation. Artikel und Aufsätze (1920-1945): Menschliche Freiheit, politische Demokratie und die Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und Faschismus, https://amzn.to/4nEZtDg
    2. Jason Hickel, Less is More: How Degrowth Will Save the World, https://amzn.to/4tQjisM
    3. Sigrid Stagl, Krisenfest – Wie nachhaltige Wirtschaft unsere Zukunft sichert: Energie, Ernährung, Arbeit & Zusammenhalt neu denken: Wie wir unsere Wirtschaft verändern können, um unsere Zukunft zu sichern (ab September 2026 erhältlich), https://amzn.to/4dpo0HC

    Sigrids Shoutout für Medien

    1. Ö1, https://oe1.orf.at/
    2. BBC Radio 4, https://www.bbc.co.uk/sounds/play/live/bbc_radio_four_extra
    3. Podcast der „New York Times“, https://www.nytimes.com/spotlight/podcasts
    4. Podcast von „Der Standard“, https://www.derstandard.at/podcast

    Was nehme ich mir mit?

    1. Wir müssen unabhängiger werden. 
      Wir überweisen derzeit Firmen und Menschen in autoritären Regimen jedes Jahr Milliarden Euro auf ihre Konten, um ihnen Erdöl und Erdgas abzukaufen. Nebenbei verschmutzt das unsere Luft und wir heizen die Erde noch weiter an. Das ist absurd und muss aufhören. Wir müssen fossile Energie mit erneuerbaren ersetzen und unsere Wirtschaft elektrifizieren, also etwa von Verbrenner auf E-Autos umsteigen.
    2. Der Klimawandel ist längst da. 
      Österreich ist im Schnitt schon 3,1 Grad heißer als im langjährigen Schnitt. Das merken viele schon: Im Wintertourismus, in der Landwirtschaft, aber auch vulnerable Gruppen, Menschen in Städten und alle, die draußen arbeiten. Auch sonst sinkt die Produktivität und damit unser Wohlstand, wenn es heißer wird.
    3. Wir müssen uns massiv anpassen.
      Dazu gehört auch, dass wir unsere Einstellung zu Klimaanlagen verändern. Räume in Österreich muss man im Sommer künftig einfach kühlen. Klimaanlagen sind ineffizienter als das etwa über die Wände oder den Boden zu kühlen, aber wenn das nicht geht, sinnvoll. Landwirte bauen hitzeresistentere Sorten an, Forstwirte pflanzen andere Bäume, Städte werden grüner. Österreich hat in einigen Jahren die Temperatur von Mazedonien und das wird unser aller Leben ändern. Das muss keine Katastrophe sein, aber wir müssen uns früh genug daran anpassen.

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    19 May 2026, 3:00 am
  • 42 minutes 10 seconds
    Wie funktioniert unser Immunsystem? (Best Of - mit Wilfried Ellmeier)

    Was passiert in unserem Körper, wenn ein Virus eindringt? Warum werden manche Menschen oft krank und andere nie? Das Immunsystem, erklärt. Die Folge ist erstmals im April 2020 erschienen.

    Wilfried Ellmeier ist Immunbiologe und forscht an der Medizinischen Universität Wien.

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    14 May 2026, 3:00 am
  • 1 hour 7 minutes
    #394 Erklär mir, was man über Geld wissen sollte, Bettina Fuhrmann

    Was sollte jeder über Geld wissen? Das habe ich die Wirtschaftspädagogin Bettina Fuhrmann gefragt. Was man sinnvoll über Kredite finanziert – und was nicht. Die sinnvollsten Investitionen und wo man sich die Finger verbrennt. Von Krypto bis ETFs, Sparen, Ausbildung & Co.

    🙆 Bettina Fuhrmann ist Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien.

    Was nehme ich mir mit?

    1. Unterschätze nicht deine eigene Ausbildung. 
      Ich habe zum Beispiel schon ein wenig gespart, aber das mit Abstand größte Vermögen, das ich besitze, ist mein eigenes Humankapital. Meine Ausbildung, mein Netzwerk, mein Wissen, das ich mir über viele Jahre aufgebaut habe. Das sorgt nämlich dafür, dass jedes Monat auf absehbare Zeit Geld auf mein Konto kommt. Quasi eine Dividende meines Humankapitals. Das ist bei den meisten Menschen der wichtigste Vermögenswert, den sie besitzen. 
    2. Wenn du Zeit hast, gehe Risiken ein. 
      Gerade wenn man Geld für längere Zeit nicht braucht, kann man damit höhere Risiken eingehen und sich Aktien kaufen. Am besten streut man sie breit, kauft sich also einen Aktien-ETF, der auf einem breiten Index mit vielen hundert oder tausenden Unternehmen fußt. Aktienmärkte gehen auf und ab, aber wenn man lange Zeit hat, etwa 10 oder 20 Jahre, dann kann man auch Krisen einfach abwarten.
    3. Ein paar Grundregeln, die Bettina mitgegeben hat:
      Investiere nur in etwas, das du verstehst. Sehr schlau. Dann: Zahle deinen Kredit nicht länger zurück, als du das Ding, das du dafür kaufst, nutzen kannst. Einen einwöchigen Urlaub zwei Jahre zurückzuzahlen ist eine riskante Angelegenheit. Und: Gehe keine Risiken ein, mit denen du nicht gut schlafen kannst. Auch wenn Aktien langfristig die beste Anlage sind: Wenn sie dir den letzten Nerv rauben, weil sie vielleicht mal runtergehen, dann lass es lieber bleiben.

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    12 May 2026, 3:00 am
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