TALK: Was ist eigentlich mit Imelda Marcos' Schuhen passiert?
Die nach der Flucht zurückgelassenen Schuhe machten die frühere First Lady der Philippinen weltweit berühmt. Ein Teil von ihnen ist heute in einem Museum. Die einst aus dem Amt gejagte Marcos-Familie ist inzwischen wieder an der Macht und streitet sich mit einer anderen mächtigen Familie.
8 August 2026, 6:10 am
17 minutes 31 seconds
Philippinen: Showdown der Dynastien
Einst waren sie Verbündete, jetzt bekämpfen sie sich mit allen Mitteln: Die Marcos- und Duterte-Dynastien. In den Philippinen ist Politik Familiensache. International im Sommer: Die Kurzreportage.
Es geht um Verrat, Korruption und Morddrohungen. Der Machtkampf zwischen Präsident Marcos Junior und Vizepräsidentin Sara Duterte wird mit harten Bandagen geführt.
Präsident Marcos hat den Vater seiner Vizepräsidentin Sara Duterte, Ex-Präsident Rodrigo Duterte, nach Den Haag überstellt. Die Anklage wirft ihm Verbrechen gegen die Menschlichkeit während seines «Kriegs gegen Drogen» vor. Sara Duterte, gegen die ein Amtsenthebungsverfahren läuft, drohte dem Präsidenten wiederum mit dem Tod.
Die Familienfehde ist symptomatisch für die Politik der Philippinen, die nicht von Parteien, sondern von mächtigen Dynastien dominiert wird. Während Marcos-Anhänger die Absetzung der Vizepräsidentin fordern, fühlen sich deren Unterstützer verraten.
5 August 2026, 4:30 am
9 minutes 50 seconds
TALK: Wie frei sind Israels Medien?
Israel rühmt sich für seine Pressefreiheit, und tatsächlich gibt es viele Medien, von ganz links bis ganz rechts. Doch es gibt Tabus, die nur wenige Journalistinnen und Journalisten brechen: Etwa die Berichterstattung über die Situation im Gazastreifen. Darüber spricht Anna Trechsel im Talk.
1 August 2026, 6:10 am
17 minutes 4 seconds
Zu Besuch bei Israels kontroversem Fernsehsender
Benjamin Netanjahus Beziehung zu den Medien ist belastet, nur der Fernsehsender «Kanal 14» steht ganz in der Gunst des Premierministers. Kritikerinnen und Kritiker sehen in dem Sender ein reines Propagandainstrument. International im Sommer – die Kurzreportage.
Israel rühmt sich für seine Pressefreiheit und die lebendige Medienlandschaft. Es gibt zahlreiche Zeitungen, Online-Magazine, Radiostationen und Fernsehsender, die alle politischen Lager bedienen. Von ganz links bis ganz rechts.
Doch: Wie weit darf die Pressefreiheit gehen? Ein Fernsehsender, «Kanal 14», ist nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 mit einer menschenverachtenden Rhetorik aufgefallen. Talkshow-Teilnehmer riefen offen zur Auslöschung Gazas auf und forderten, Hunderttausende Palästinenserinnen und Palästinenser sollten getötet werden. Vor dem Obersten Gerichtshof wurden deshalb mehrere Petitionen gegen den Sender eingereicht, die noch hängig sind.
«International» ist zu Besuch bei «Kanal 14» und spricht mit der Journalistin Irit Linur, die regelmässig in der Talkshow «Die Patrioten» auftrifft. Die Vorwürfe gegen den Sender findet sie lächerlich. Ganz anders beurteilt das der Schriftsteller Yishai Sarid, der in seinem Roman «Chamäleon» die Geschichte eines Journalisten erzählt, der politisch die Seiten wechselt.
29 July 2026, 4:30 am
9 minutes 31 seconds
TALK: Warum ist die indische Gesellschaft so hierarchisch?
In Indien werden Menschen zum Teil bereits von Geburt an diskriminiert. Die Gegensätze zwischen arm und reich, zwischen den untersten und den obersten Kasten, sind enorm. Warum ist das so? Und wie geht Südasien-Korrespondentin Maren Peters damit um? Darüber spricht sie im International-Talk.
25 July 2026, 6:10 am
16 minutes 31 seconds
Dalit in Indien: Gefangen im Dreck
Die Regierung sagt: Es gibt sie nicht. Das Gesetz sagt: es ist verboten. Und doch putzen täglich Zehntausende Menschen in Indien die Fäkalien anderer weg. Die meisten gehören zur untersten Gesellschaftsschicht der Dalit. Die UNO spricht von Zwangsarbeit. International im Sommer – die Kurzreportage.
Pravin Singh weiss, dass er sterben kann, bei dem, was er tut. Er ist Tagelöhner in der indischen Wirtschaftsmetropole Mumbai und steigt in Klärgruben hinab, um sie zu reinigen – nur mit seinen Händen und ohne Schutzausrüstung.
«Ich habe Angst da unten, ich bin allein, es ist sehr eng. Ich habe Angst, zu ersticken. Aber was soll's, die Arbeit muss erledigt werden.»
Bevor er in den Tank steigt, trinkt der 45-Jährige Alkohol, wie viele seiner Kollegen. Die meisten sind Dalit. Sie wurden früher Unberührbare genannt und werden diskriminiert.
In Indien ist das Wegputzen von Fäkalien mit blossen Händen schon seit 2013 verboten. Und doch gibt es sie noch überall. Häufig komme es zu tödlichen Unfällen, schreibt die UNO-Arbeitsorganisation ILO und spricht von Zwangsarbeit.
«Wir putzen die Fäkalien nicht weg, weil wir uns das ausgesucht haben, sondern weil wir in eine Kaste hineingeboren wurden, der die Gesellschaft diesen Beruf zugewiesen hat», sagt der indische Aktivist Bezwada Wilson. Ein Teufelskreis. Diesen zu unterbrechen, ist nicht einfach.
22 July 2026, 4:30 am
7 minutes 55 seconds
TALK: Wer hat Angst vor dem Freedom Theatre Dschenin?
In Dschenin im Westjordanland wachsen Kinder im Kreuzfeuer zwischen Palästinensern und Israeli auf. Das Freedom Theatre lehrt sie, ihre Gefühle mit Worten, statt Waffen auszudrücken. Damit gerät das Theater selbst ins Visier und wurde 2023 sogar zerstört. Trotzdem lässt es sich nicht mundtot machen.
18 July 2026, 6:10 am
17 minutes 18 seconds
Dschenin, Westjordanland: Ein Theater trotzt der Gewalt
Die Stadt Dschenin im Westjordanland ist ein Brennpunkt des Nahostkonflikts. Im Kreuzfeuer zwischen Palästinensern und Israeli entstand ein Theater, das den Waffen mit Worten entgegnete. Dafür wurde es zerstört. Aber tot ist das Theater noch nicht.
International im Sommer – die Kurzreportage.
Am 13. Dezember 2023 drangen israelische Soldaten ins Freedom Theatre Dschenin ein. Kurz danach verhafteten sie den Theaterdirektor Mustafa Sheta in einer grossen Militäroperation. «Die Soldaten kamen von allen Seiten, um mich zu verhaften: durch den Garten, sogar vom Dach, überall standen Jeeps: ich kam mir vor wie ein gesuchter Top-Terrorist, wie Osama Bin Laden.» Trotz internationaler Proteste von Kulturschaffenden: der Theaterdirektor verbrachte – ohne Anklage - fünfzehn Monate in israelischen Gefängnissen. Erst, als er am 13. März 2025 freigelassen wurde, erfuhr er: sein Theater gab es nicht mehr. Das Quartier, in dem es entstanden war: nur noch Schutt und Asche.
Das palästinensische Freedom Theatre im Flüchtlingslager Dschenin, das ursprünglich von der jüdischen Menschenrechtsaktivistin Arna Mer-Chamis und ihrem Sohn Juliano gegründet worden war, schien endgültig tot.
Mundtot ist das Theater aber, aller Gewalt zum Trotz, noch immer nicht. Es spielt wieder. Und bietet Kindern und Jugendlichen, die inmitten dieser Gewalt Eltern, Freunde, Geschwister und ihr Zuhause verloren haben, weiterhin einen Ort, wo sie ihre Gefühle ausdrücken können.
Die Reportage über eine Reise zu einem Theater, das sich nicht mundtot machen lässt.
15 July 2026, 4:30 am
9 minutes 46 seconds
TALK: Sind wirklich so viele Menschen unzufrieden in Deutschland?
Es wird viel gemeckert bei unserem nördlichen Nachbarn. Nicht verwunderlich, es liegt ja auch vieles im Argen. Die Infrastruktur, die Wirtschaft – es läuft vieles nicht rund. Aber ist das Gemecker auch immer gerechtfertigt? Darüber spricht Deutschlandkorrespondentin Simone Fatzer im Talk.
11 July 2026, 6:10 am
26 minutes 17 seconds
Eine Reise durch Deutschland. Zu jenen, die machen statt motzen.
Es klemmt gerade vielerorts in Deutschland. Der einstige Wirtschaftsmotor Europas stottert, die Infrastruktur bröckelt, die Bahn ist notorisch unzuverlässig und viele Handwerksbetriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Was also geht da noch? Und dank wem?
Da sind die Bauarbeiter, die auch in der Sommerhitze die Autobahnen in Schuss halten. Die blöd angegangen werden. Und doch stolz darauf sind, dass sie ihren Job gemacht haben.
Da ist der Bäckermeister, der trotz Krise des Handwerks tagtäglich in der Backstube steht, seine Schrippen bäckt und sich darüber wundert, warum in Deutschland so viel gemeckert und geklagt wird.
Oder der Zugbegleiter, der nicht nur positiv denkt, sondern auch positiv ist. Und sagt: «Seien sie froh, dass der Zug fährt. Er könnte ja auch komplett ausfallen».
Deutschland stottert, stagniert, aber bleibt nicht stehen. Denn: Leute wie sie halten mit ihrer Arbeit das Land am Laufen. Ihr Alltag ist manchmal schwierig, ihre Mitmenschen sind bisweilen respektlos. Doch, so sagt es ein Gewerkschafter: «Es macht weiterhin Spass». Aller Widerwärtigkeiten zum Trotz.
8 July 2026, 4:30 am
10 minutes 16 seconds
TALK: Wird Präsident Trump von Geschworenen ausgebremst?
Donald Trump richtet das Justizministerium als Waffe gegen seine Gegner. Doch er wird teilweise ausgebremst: von Richterinnen und Richtern, aber auch von Geschworenengremien. USA-Korrespondent Andrea Christen dazu, wie normale Bürgerinnen und Bürger im Gerichtssaal ein Schutzschild sein können.